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Imaginäre Freunde von Kindern
Ich möchte hier ein Thema ansprechen, womit einige Eltern sich bestimmt schon mal auseinander setzen durften, mussten oder konnten. Unsichtbare Freunde ihrer Kinder die immer und überall gegenwärtig und für das Kind real sind. Bei manchen Kindern ist dies sehr ausgeprägt und der oder auch die Freund(e) sind immer dabei. Die Kinder reden und spielen mit ihnen. Auch in Gegenwart von anderen Personen werden diese Freunde benannt und sogar auch vorgestellt. Wer sich auf dieses Spiel einlässt, ist in der Lage sein Kind ein Stück weit zu verstehen. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Natürlich sollte darauf geachtet werden, dass nicht übertrieben wird. Das Kind sollte auch akzeptieren, wenn man mal nicht mit seinen imaginären Freunden spielen möchte.
Manche Kinder haben heimliche Freunde, da sie sich vielleicht dafür schämen oder so. In solchen Fällen haben die Erwachsenen schon ihren Teil dazu beigetragen dem Kind zu vermitteln, das es nicht „normal“ ist eine solche Phantasie zu haben. Jegliche Erwähnung führt vielleicht zu Ärger, also wird es heimlich gemacht. Oder diese Freunde sind aus irgendeiner Not heraus entstanden. Weil das Kind sich z.B. allein gelassen fühlt. Das kann bei einer Trennung der Eltern der Fall sein, beim Verlust eines geliebten Menschen, der Wegzug eines Freundes, etc. Dann macht es Sinn sich Hilfe zu holen. Allerdings sollte sich diese Hilfe mit imaginären Freunden auskennen und in der Lage sein, sich auf das Spiel des Kindes einzulassen. Da die ganze Angelegenheit sonst noch schlimmer gemacht werden kann.
Ich bin der Meinung, das es für Kinder wichtig ist, die Phantasie ausleben zu dürfen. Daher hier meine Erfahrung mit den imaginären Freunden meiner kleinen Tochter.
Katharina
Meine Tochter war fast vier Jahre alt, als sie zum wiederholten Mal ein Mädchen malte und mir sagte, das sei Katharina. Wir kannten niemanden mit diesem Namen. Auch beim Spielen fiel ständig dieser Name. Es schien als wäre Katharina da. Wobei ich dazu sagen muss, dass meine Tochter immer schon viel geredet hat beim Spielen. Jedes Tier, jede Puppe und überhaupt alles bekam bei ihr Namen. Ich fragte dann, wer Katharina ist und bekam zur Antwort: „Meine Freundin natürlich! Sie steht gerade neben dir.“ Hm… das machte mich zuerst ein wenig stutzig, aber nun gut, ich begrüßte Katharina und alles war gut. Zu Katharina gesellten sich dann noch Titti und Lippo, diese allerdings nur zum Spielen. Katharina hingegen war immer und überall gegenwärtig. Im Auto wurde sie mit angeschnallt, im Bett wurde sie extra zugedeckt und selbst der Tisch wurde für sie mit gedeckt. Jedes zweite Wort war Katharina. Alles drehte sich nur noch um Katharina. Manchmal war es schon nervend für mich.
Ich habe gelernt, ein Leben mit drei Kindern zu führen, wovon eines unsichtbar ist. Oma und Opa haben sich Sorgen gemacht und meinten, meine Tochter sei nicht normal und ich dürfte mich nicht darauf einlassen. Natürlich ist dieses Kind nicht normal, aber imaginäre Freunde sind normal! Ich sollte es dem Kinderarzt sagen, mit den Erziehern im Kindergarten sprechen und so weiter und sofort. Schrecklich war das! Jeder wusste besser, was gut für mein Kind ist. Ich habe ihr diese Freunde gelassen. Und Katharina war unser drittes Kind. Nur beim Spielen kamen Titti und Lippo hinzu, ansonsten war es hauptsächlich Katharina. Ein Mädchen mit blonden Haaren und einem roten Kleid. Meine Tochter hat viele Bilder von ihr gemalt. Ich habe mich auf dieses Spiel eingelassen und meiner Tochter aber gleichzeitig damit auch Grenzen gesetzt. Es gab halt auch Situationen, wo Katharina nicht mit durfte. Das gab zwar manchmal Tränen, aber es hat funktioniert. Die Erzieher im Kindergarten wussten ebenfalls Bescheid und fanden gut, wie ich damit umging. Wobei Katharina dort kaum erwähnt wurde. Da waren dann andere Dinge wichtig.
Mit der Zeit wurde Katharina immer seltener erwähnt und mittlerweile gar nicht mehr. Sie war fast 2 Jahre Bestandteil unseres Lebens. Mal mehr und mal weniger! Es hat niemanden geschadet und ich denke, dass manche Kinder diese besonderen Freunde einfach brauchen. Und wenn sie dann auch noch Eltern haben, die ihnen diese Phantasie lassen, ist das schon eine tolle Erfahrung für alle.
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