Die Heldin hat keine konkreten Pl�ne f�r eine Flucht. Auf den ersten Blick erscheint dieses Verhalten irrational und f�r den Leser unverstanden, man mu� jedoch bedenken, dass sie vermutlich die einzige �berlebende einer weltweiten Katastrophe ist. F�r sie ist die Situation au�erhalb der Wand ungewi�, sie wei� nicht, ob drau�en noch eine t�dliche Gefahr lauert und ob die Situation drau�en auch wirklich besser w�re. Schlie�lich ist alles tot, sie kann au�erhalb die starren K�rper von Menschen und Tieren sehen, sie w�re st�ndig von Leid und Tod umgeben, und hier drin hat sie wenigstens Lebendiges um sich herum und eine Aufgabe und Verantwortung f�r ihre Tiere, ein neues, vielleicht sogar erf�lltes Leben. Jedoch ist ihr bewu�t, das sie nicht ewig hier bleiben kann, die Kuh wird irgendwann sterben, die Streichh�lzer werden ihr ausgehen und damit �berlebensnotwendiges Feuer, vor allem f�r die kalten Winter im Tal, und dann ist ihr klar, was sie zu tun haben wird: "Wenn ich einmal von hier weggehe, werde ich das Loch unter der Wand so tief graben, da� dieser Wald nie zu einer Falle werden kann" . Mir scheint als w�re sie sich sicher, da� sie die Flucht schaffen w�rde, doch sie bleibt. Die Flucht w�re auch jederzeit m�glich und relativ einfach zu bewerkstelligen, jedoch l�ge das nicht in der Natur der Heldin. "Eines Tages werde ich mich mit ihr befassen m�ssen, weil ich nicht immer hier leben werde k�nnen. Aber bis dahin will ich nichts mit ihr zu tun haben" . Drau�en ist wahrscheinlich auch kein Gift mehr, denn die Wolken, die von der anderen Seite der Wand kommen und das Terrain �berfliegen, sind nicht t�dlich, aber trotzdem l��t sich niemand bei ihr blicken, alles scheint au�erhalb der Wand tot und ohne Perspektive zu sein, als h�tte sich die Natur ihre Macht und �berlegenheit �ber die Menschen zur�ckgeholt.  Auch die Heldin mu� sich der Natur v�llig anpassen; sie ist diejenige, die sich in ihren Kreislauf einfinden mu�. Die Autorin zeigt meiner Meinung nach auch sehr gut die Gr��e und Gleichg�ltigkeit der Natur gegen�ber dem Menschen. �Ich bin die einzige Unruhe im Wald und leide immer noch darunter.�
Als Leser sieht man bald, dass sie in der Lage ist sich ihrer Umgebung anzupassen, es bleibt ihr aber auch nichts anderes �brig, wenn sie �berleben will. Sie entwickelt sogar schon bald fast heimatliche Gef�hle.
Sie unterscheidet sogar in ihrem Lebensraum zwischen Heimat und Nichtheimat: Als sie am Ende des Sommer von der Alm zur�ck ins Tal, ins Jagdhaus , umzieht, hat sie das Gef�hl in ihre Heimat zu kommen.

In ihrem neuen Lebensraum steht Haushofers Hauptfigur nun vor einer gro�en Herausforderung.
In ihrem vorigen Leben war sie Hausfrau und Mutter. Diese Rolle wird nun durch die Rolle der Ackerb�uerin und Viehz�chterin (usw) ersetzt, sie mu� nun alles selbst in die Hand nehmen und Dinge machen, die sie nie zuvor gemacht hat. Und sie mu� nicht nur v�llig neuen T�tigkeiten nachgehen, sondern sie mu� praktisch den ganzen Tag arbeiten um sich und die Tiere gut versorgen zu k�nnen. In dieser Lage hilft ihr ganz besonders der Hund Luchs, da er ihr bei der Jagd helfen kann und er jemand ist, der an ihr h�ngt und sie braucht, was in ihrer Situation besonders wichtig ist, da sie von der Au�enwelt ja v�llig isoliert leben mu�. Die Heldin sagt selbst folgendes: "Wir waren in eine schlimme Lage geraten, Luchs und ich, und wir wu�ten damals gar nicht, wie schlimm sie war. Aber wir waren nicht ganz verloren, weil wir zu zweit waren". Die beiden sind sozusagen gegenseitig voneinander abh�ngig und Luchs wird eigentlich mehr oder weniger zu einem gleichberechtigten Partner f�r sie. Sp�ter kommt dann auch noch die Kuh Bella hinzu. Sie bilden jetzt fast soetwas wie neue Familie. "Nach allem, was wir gemeinsam erlebt haben, ist Bella mehr als meine Kuh geworden, eine arme geduldige Schwester, die ihr Los mit mehr W�rde tr�gt als ich"
Die Waldtiere sind f�r die Heldin einerseits Bedrohung, andererseits Nahrungsquelle, die Haustiere sind Trost in der Einsamkeit, Motivation zum �berleben, gro�e Verpflichtung und Familienersatz. Die Tiere �bernehmen einen sehr wichtigen Teil ihres Lebens. Doch die F�rsorge von der Frau ausgehend, ist gleichzeitig auch Last, Sorge und B�rde. Daraus resultiert die starke Bindung und Verantwortung ihnen gegen�ber; ein Selbstmord wird f�r sie unm�glich. Sie sind aber auch ein Segen und ein Geschenk in ihrer Lage, weil sie mit ihnen eine liebende Gemeinschaft(Familie) bildet, sie sitzen sozusagen alle in einem Boot. Das T�ten der Waldtiere ist ihr sehr zuwider und sie tut es aus reiner Notwendigkeit.
�ber Bella sagt sie einmal: "die Vernunft sa� bei ihr im ganzen Leib und lie� sie immer das Richtige tun", �ber Luchs sagt sie: "er war vern�nftiger als ich". "Ich hatte ja nur noch die Tiere, und ich fing an, mich als Oberhaupt unserer merkw�rdigen Familie zu f�hlen�. Auf mich macht es den Eindruck als sieht sie ihre Tiere st�ndig in gewisser Bedrohung, was auch verst�ndlich ist, da sie den gr��ten Teil ihres Lebens ausmachen, sie sind sozusagen ein Menschenersatz. Wenn sie �ber sich und den Hund spricht, benutzt sie das Wort "wir", die Kuh gilt in ihren Augen als "arme, geduldige Schwester". Das Verh�ltnis Mensch- Tier wird im Verlauf des Romans immer verwaschener. Sie bewundert die Katzen in einer Weise, da sie ungebunden und frei sind. Man k�nnte sie fast als ihr e Vorbilder bezeichnen, sie beneidet sie um diese Eigenschaften.

Die Heldin befindet sich in einem st�ndigen inneren Zwiespalt. Einerseits m�chte sie ihre Hoffnung auf eine eventuelle Rettung behalten, andererseits hat sie aber Angst, dass ihre Hoffnungen unerf�llt bleiben k�nnten und sie ihr ganzes restliches Leben in diesem sogenannten �Waldgef�ngnis� verbringen m��te. Das ist der Grund weshalb sie st�ndig versucht ihre Gedanken und ihre Phantasien zu unterdr�cken und sich mit Arbeit abzulenken. �Ich f�rchte mich auch heute noch, weil ich wei�, dass ich nur leben kann, wenn ich gewisse Dinge nicht begreife.�
�ich erinnere mich sehr gut, wie wenig Phantasie die meisten Menschen besa�en. Wahrscheinlich war das ein Gl�ck f�r sie. Phantasie macht den Menschen �berempfindlich, verletzbar und ausgeliefert. .....manchmal habe ich sie sogar beneidet.� ..?
Die Stimmungen der Protagonistin schwanken ziemlich h�ufig,  von Angst �ber Freiheit und Leichtigkeit, dann wieder Kummer, und Zufriedenheit, Gleichg�ltigkeit, Mutlosigkeit, Gelassen- heit, usw. Sie befindet sich in einer st�ndigen Entwicklung in der ihre Gef�hle schwanken.
Sie wei�, dass sie all ihre Sinne beisammen halten mu� und nicht aufgeben darf �- Das ist ihre einzige Chance um �berleben zu k�nnen, da sie v�llig auf sich selbst gestellt, ihr Leben und �berleben in den Griff bekommen mu�.
Ich glaube auch, dass es f�r sie schaffbar ist, sich in diese neue Welt mehr oder weniger einzufinden, da ihr vorheriges Leben sie auch nicht richtig gl�cklich machte. Sie hat eine Familie, Kinder, ist stark in ihren Alltag eingebunden und ich habe das Gef�hl ihr Leben verlief eher oberfl�chlich durchschnittlich  und stellte sie wenig zufrieden. Ich denke sie ist mehr einzelg�ngerisch veranlagt. Sie bemerkt in ihrer neuen Welt immer mehr, dass ihr von ihrem �altes� Leben fast nichts geblieben ist. Es war vollkommen anders aufgebaut als ihr jetziges. Es ging darum es anderen recht zu machen und viel zu inszenieren. �Ich besa� nichts mehr von allem, was vierzig Jahre lang mein Leben ausgemacht hatte.�
�Von vielen Dingen wu�te sie ein wenig, von vielen gar nichts...Es reichte gerade f�r die Gesellschaft, in der sie lebte...Aber eines m�chte ich ihr zugute halten: sie sp�rte immer ein dumpfes Unbehagen und wu�te, dass dies alles viel zuwenig war.� Ebenso langsam wie sie diese Techniken erlernt, begreift sie von Tag zu Tag mehr, da� sie nichts mehr mit der St�dterin, die sie einmal war, gemeinsam hat. Alle Konventionen, Verpflichtungen und Zw�nge sind von ihr abgefallen, und sie mu� sich nicht mehr verstellen, um f�r andere Leute ein denen genehmes Bild abzugeben.
�u�erlich pa�t die Hauptfigur in �Die Wand� immer mehr an seine Umgebung an, andere Menschen kontrollieren sie ja nicht mehr.
Das Aussehen dient als zweckm��ige Anpassung an die Umgebung. Zu Beginn ist sie vom �u�eren her weiblich gerundet, sp�ter mager und man kann sagen eckig.
Die Priorit�ten verlagern sich nun auf ganz andere Dinge als Aussehen Wirkung auf andere Menschen oder gesellschaftliche Konventionen. Sie wird nicht wegen dieser Dinge gesch�tzt, sondern wegen ihrer Taten oder einfach aufgrund ihrer Anwesenheit.
Das Auftauchen des letzten Mannes ist ein bedrohliches Ereignis f�r die Frau, der Mann stellt eine Gefahr f�r sie da. Er t�tet ohne erkennbaren Grund Stier und Luchs verh�lt sich ihr sozusagen �berlegen. Daraufhin erschie�t sie den von ihr Unverstandenen, den Wahnsinnigen, aus Rache. Die Tat geschieht eigentlich aus Notwehr, aus einem Reflex heraus, sie versucht das zu Retten was noch zu retten ist und ihre Tiere und sich selbst zu verteidigen, da der Mann  in die Familie eingedrungen ist und damit den gr��ten und wichtigsten Teil ihrer derzeitigen Welt zerst�rt hat.
b.a.c.k
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