>>Die Wand<<


Autor:

Marlen Haushofer wurde in Frauenstein(Ober�sterreich) am 11.April 1920 geboren und starb am 21.M�rz 1970 in Wien.
Die �sterreichische Schriftstellerin studierte Germanistik in Wien und Graz.
Sp�ter lebte sie in Steyr. Bereits in ihren ersten Ver�ffentlichungen, u.a. dem Roman >Eine Handvoll Leben< (1955) und der Novelle >Wir t�ten Stella< (1958), zeichnete sich die f�r sie grundlegende Thematik von Einsamkeit und Problematik der zwischenmenschlichen Beziehungen ab, gesehen aus der weiblichen Perspektive. Eine endzeitvision vom �berleben allein in der Natur ist der Roman >Die Wand< (1963), der Kindheit sp�rt der Roman >Himmel, der nirgendwo endet< (1966) nach.
Genauigkeit der Beobachtung und einfacher, klarer Stil kennzeichnen ihre Prosa. Haushofer schrieb auch H�rspiele und Kinderb�cher.

Weitere Werke:
Erz�hlungen
� Das f�nfte Jahr (1951)
� Die Vergissmeinnichtquelle (1956)
� Schreckliche Treue (1968)
Romane
� Die Tapetent�r (1957)
� Die Mansarde (1969)
Kinderb�cher
� Bartls Abenteuer (1964)
� Brav sein ist schwer (1965)
� M�ssen Tiere draussen bleiben? (1967)

Die blo�en Zahlen des Lebenslaufs sagen nichts dar�ber aus, wie es im Innern der Autorin aussah. Klaus Antes schrieb: "Selbst von ihren guten Freunden, mit denen sie sich im Caf� Raimund traf, wenn sie - ganz selten- nach Wien kam, trennte sie oft eine Wand, das Wissen um die Unm�glichkeit von N�he. (...) Vermutlich schrieb sie, weil sie so, wie sie sein wollte, nicht werden durfte. Deshalb ging sie in die innere Emigration, lebte ihr eigentliches Leben in ihrer Literatur, in der sie litt, mehr als im Leben drau�en ...". Das Familienleben f�llte sie nicht aus, also schrieb sie, trotz aller Widerst�nde in der Familie. In ihren fr�heren Erz�hlungen "Begegnungen mit dem Fremden" liefern Kindheits- erlebnisse, erste Einsamkeits- und Verlusterfahrungen, exemplarische, pr�gende Situationen den Stoff f�r die Geschichten. F�r Marlen Haushofer bedeutete die Natur einen Ort der Geborgenheit, der Sicherheit. Deshalb tauchen in vielen ihrer Werke Naturbeschreibungen und Tiere auf, so auch in der "Wand". Sie �bergab das Manuskript ihrem Mentor Hans Weigel mit den Worten: "Hier eine Katzengeschichte", die Orte ihrer Kindheit, die Haidenalm, die Lackenh�tte im Sengsengebirge, beide verewigt in der "Wand". Das Buch war damals kein Erfolg, jedoch wurde "Haushofers Zivilisationskritik in den 80er Jahren zum feministischen Kultbuch und zu einer fr�hen Warnung vor der �kokatastrophe hochstilisiert"

Inhalt:

Marlen Haushofers Roman "Die Wand" erschien 1963 und handelt von einer Frau, die nach einer weltweiten Katastrophe durch eine gl�serne Wand von dem Rest der Au�enwelt abgeschnitten ist. Die Frau mu� lernen zu �berleben. Die Schilderung des Kampfes gegen die Natur und ihrer �berlegungen zu ihrem fr�heren Leben, in dem sie sich nie selbst verwirklichen konnte, machen den Hauptanteil des Romans aus.
Sie will auf Einladung und mit ihrer Kusine Luise und deren Mann Hugo ein Wochenende auf dem Jagdhaus der beiden verbringen. Am Abend gehen die Gastgeber ins Dorf hinunter, w�hrend die Frau auf dem Jagdhaus zur�ckbleibt und sich schlafen legt. Am n�chsten Morgen sucht die Heldin die beiden und findet sie nicht, daf�r mu� sie aber etwas anderes entdecken, ein Ph�nomen, das sich sp�ter als eine Art Wand herausstellt. Au�erhalb dieser unsichtbaren, unzerbrechlichen und undurchdringlichen Wand erscheint alles Leben erstarrt. Dieser Verdacht best�tigt sich auch dadurch, da� das Radio des Autos, mit dem die drei herkamen, nicht mehr funktioniert. Da diese Wand das Jagdhaus und die Natur au�enherum komplett umgibt, ist sie vollkommen isoliert und sucht anfangs auch nach einer Erkl�rung f�r dieses Geschehen, das sie sp�ter als "humanste Teufelei" bezeichnet, denn alles Leben auf der anderen Seite der Wand scheint schnell und schmerzlos ausgel�scht worden zu sein. Die Frau beginnt also ein neues Leben, das anfangs ganz auf die Lebenserhaltung f�r sich und den Jagdhund Luchs, der den Gastgebern geh�rte, ausgerichtet ist. Zweieinhalb Jahre nach dem Ungl�ck schreibt sie die Erlebnisse, Gef�hle usw in einem "Tagebuch der Einsamkeit" in den Wintermonaten vom f�nften November bis zum f�nfundzwanzigsten Februar nieder. Sie ist nicht traurig und denkt nicht mehr an Ver�nderung.
Sie ist gefangen und hat sich damit abgefunden. Da sie die Wand nicht sehen kann, steckt sie die Grenze mit Haselb�schen ab. F�r die Versteinerten hinter der Wand hat sie Mitleid
.
Aber sie wei� auch nicht, ob sie als einzige �berlebt hat, sie hat Angst vor Menschen, und deswegen h�ngt ein geladenes Gewehr neben ihrem Bett, das sie manchmal widerwillig benutzt, um Tiere zu t�ten, um Nahrung zu haben. Eines Tages l�uft ihr eine Katze zu, die jedoch ihre Freiheit und Unabh�ngigkeit beh�lt, beide sitzen im gleichen Boot. Die Kuh, die ihr zul�uft, stellt einen wichtigen Teil f�r die Lebenserhaltung dar, denn sie gibt Milch und ist tr�chtig, geb�rt sp�ter ein Stierkalb. Sie legt einen Acker an und sie geht jagen und fischen, um ihr Eigenes und das �berleben ihrer Tiere zu sichern. Diese physisch extrem belastenden T�tigkeiten nehmen den Gro�teil ihres Tagesablaufs in Anspruch, und je mehr sie vorsorgt, desto se�hafter wird sie. Als sie krank wird, bleiben alle Uhren stehen, und sie beginnt nach Kr�henzeit zu leben. Im zweiten Sommer zieht sie auf die Alm oberhalb des Jagdhauses in eine Jagdh�tte um, da dort die Umgebung besser f�r die Kuh ist. Im Winter steigt sie wieder ins Tal hinab, sie betrachtet das Jagdhaus als Zuhause, und der Marsch zur Alm ist ihr mittlerweile egal. Die Katze bekommt Junge, von denen ein Teil wieder stirbt. Eines der Jungen ist der von ihr benannte �Tiger�, welcher sp�ter wahrscheinlich in den Wald entl�uft und nicht mehr zur�ckkehrt. Sie ist physisch und psychisch abh�ngig von ihren Tieren, da die Kuh Milch gibt und sie die einzigen sind die ihr in ihrem isolierten Leben noch geblieben sind.
Gegen Ende des Romans kommt ein Mann auf die Alm, der Luchs und Stier erschl�gt, aus welchem Grund ist unbekannt. Daraufhin wird er von ihr erschossen und sie kehrt zur�ck zum Jagdhaus.

Interpretation:

Der Gro�teil des Romans besteht aus Kommentaren, (Selbst-) Beobachtungen  und Erinnerungen, und nat�rlich dem chronologischen Bericht , aber auch Vorausschauen, in denen sp�tere Ungl�cke angek�ndigt werden, wie z. B. der Tod des Hundes oder des Stiers.
Seit dem Erscheinen des Romans "Die Wand" wurde er von Journalisten, Kritikern und Literaturwissenschaftlern als "weibliche Robinsonade" charakterisiert. Dem stimmten zwar nicht alle zu, aber eine Interpretation als Robinsonade ist auf jeden Fall m�glich.
Die Entwicklung des Handlung geschieht mehr oder weniger auf einer psychologischen Ebene; Haushofer beschreibt sehr gut die Entwicklung des psychischen Zustands der Frau, wie sie L�sungen sucht und findet und wie sie sich gewissen Situation versucht anzupassen. Da sich die Hauptfigur nat�rlich in einer extrem labilen psychischen Lage befindet.
Zu Anfang hat sie noch Hoffnung auf eine m�gliche Rettung und m�chte diese auch behalten, doch sie nimmt die Gegebenheit schon bald hin (obwohl die Hoffnungen sich nie richtig aus ihrem Kopf verbannen lassen.). F�r sie ist von Anfang an klar: sie will �berleben. �Um ernstlich an Selbstmord zu denken, war ich nicht mehr jung genug.� Au�erdem hat sie ihren Tieren gegen�ber ein viel zu gro�es Verantwortungsgef�hl. Sie, ganz besonders Luchs und Bella, sind von ihrer Pflege abh�ngig. Ich denke, dass sie auch noch eine gewisse Neugierde �ber den Ausgang dieses unerkl�rlichen Geschehnisses  ihren Lebens- willen aufrecht erh�lt.
b.a.c.k
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