>>Die Deutschstunde<<



Bei dem Buch �Die Deutschstunde� handelt es sich um einen Roman der Nachkriegszeit, der sich mit der Vergangenheits- reflexion besch�ftigt.
Roman: literarisches Werk erz�hlender Dichtung in Prosa, in dem oft das Schicksal von Menschen in der Auseinandersetzung mit der Umwelt oder der Gesellschaft geschildert wird.

Autor:

Siegfried Lenz wurde am 17.3. 1926 in Lyck geboren.
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er zur Marine eingezogen und geriet in amerikanische Gefangenschaft. Ab 1945 lebte Lenz in Hamburg, wo er zun�chst als Journalist, ab 1951 dann als freier Schriftsteller arbeitete; seit 1952 geh�rte er zur �Gruppe 47�.
Bereits sein erster Roman(�Es waren Habichte in der Luft�, 1951) ist durch ein sp�ter immer wiederkehrendes autobiograph. Moment und eine klare, modernist. Experimenten abgeneigte Sprache und Zeitn�he seiner Inhalte gekennzeichnet. Seine Kurzgeschichten sind u. a. von E. HEMINGWAY und W. BORCHERT beeinflu�t. Grundthemen seines Werks sind die Verstrickung in Schuld und Verfolgung, Erlebnis von Einsamkeit und Versagen und die Auseinandersetzung mit dem Individuum und der Frage nach dessen Anpassung an die gesellschaftlichen Verh�ltnisse. Charakteristisch sind besonders Stoffe, Motive und Personen aus der masur. Heimat (�Heimatmuseum�, 1978), so auch die heiteren Erz�hlungen ???
1961 wurde Siegfried Lenz f�r das Drama �Zeit der Schuldlosen� mit dem Gerhart-Hauptmann-Preis ausgezeichnet. International bekannt wurde Lenz mit dem Roman �Deutschstunde� (1968), welcher bereits in einer Erstauflage von 700 000 Exemplaren ver�ffentlicht wurde.
Siegfried Lenz erhielt 1988 den Friedenspreis des B�rsenvereins des Dt. Buchhandels.

weitere Preise: Rene-Schickele-Preis(1952); Bremer Literatur- preis, der bereits G�nter  Grass zugesprochen, auf politische (SPD-)Intervention aber wieder aberkannt worden war(1961); Gerhart-Hauptmann-Preis(1961); Ostdeutscher Literaturpreis (1961); Hamburger Lesepreis(1966); Andreas Gryphius-Preis(1979); Thomas-Mann-Preis der Stadt L�beck(1984)

Werke: Es waren Habichte in der Luft (1951)
        Duell mit dem Schatten(1953)
                      So z�rtlich war Suleyken (1955)
        Der Mann im Strom (1957)
        J�ger des Spotts (1958)
        Brot und Spiele (1959)
        Das Feuerschiff (1960)
        Stimmungen der See (1962)
        Der Spielverderber (1965)
        Das Vorbild (1973)
        Der Geist der Mirabelle (1975)
        Einstein �berquert die Elbe bei Hamburg (1975)
        Heimatmuseum (1978)
        Der Verlust (1981)


Inhalt:

Thema der �Deutschstunde ist der Konflikt zwischen Kunst und Macht, dargestellt an einem Malverbot im Dritten Reich.

Der Roman ist in 20 Kapitel unterteilt und l�sst sich in 3 Abschnitte unterteilen:
� Das 1. Kapitel informiert �ber den Erz�hler, den Gegenstand der Erz�hlung und die Situation des Erz�hlers.

� Kapitel 2 bis 17 handeln zum gr��ten Teil von den Kindheitserinnerungen, in die aber immer wieder Teile der Erz�hlergegenwart eingeschoben sind.
�  Die letzten 3 Kapitel schlie�lich kehren zur�ck in die Gegenwart.

Zu Beginn des Romans wird der Erz�hler vorgestellt. Dabei handelt es sich um den fast einundzwanzigj�hrigen Siggi Jepsen, der Insasse einer Strafanstalt f�r schwer erziehbare Jugendliche auf einer Elbinsel bei Hamburg ist.
Seine momentane Situation stellt er selbst dar: Er ist in einer Zelle eingeschlossen, um dort eine Strafe f�r ein in der Deutschstunde leer abgegebenes Heft einzub��en. Den Aufsatz �ber die �Freuden der Pflicht�, den er in dieser Stunde nicht bew�ltigen konnte, soll er nun �isoliert vom normalen Anstaltsleben- nachschreiben. Das Aufsatzthema behandelt er inhaltlich mit einer R�ckblende auf f�r ihn entscheidende  Kindheitserlebnisse. Der Ort des Geschehens ist Rugb�ll, seine Heimat. Die Zeit, in der sich die Ereignisse zugetragen haben, liegt w�hrend bzw. gegen Ende des zweiten Weltkriegs.

Im Jahre 1943 ergeht von Berlin ein Malverbot an den Maler Max Ludwig Nansen. Der Vater Siggi Jepsens ist n�rdlichster Polizeiposten Deutschlands und erh�lt den Auftrag, dieses Malverbot zu �berbringen und zu �berwachen. Die jahrelange Freundschaft zu dem Maler h�lt Jepsen nicht davon ab, seine Pflicht ordnungsgem�� zu erf�llen. Diese Handlungsweise des Vaters verunsichert den kleinen, ca. zehnj�hrigen Jungen und wird f�r ihn zum Problem: Zum einen hat er sehr guten Kontakt zum Maler, da er sich h�ufig in seinem Atelier aufh�lt, wo er ihm bei der Arbeit zusieht und seine Bilder bewundert. Zum anderen wird er von seinem Vater dazu angehalten, ihm bei der Ausf�hrung des Auftrags zu helfen. Die enge Bindung an den Maler einerseits und die Forderung des Vaters andererseits, l�sen den Zwiespalt aus. Dementsprechend handelt der Zehnj�hrige: Er gibt seinem Vater auf dessen Aufforderung hin, ab und zu Hinweise, versteckt aber gleichzeitig auch Bilder des Malers, vor seinem Vater.
Dieses Sicherstellen von Bildern nimmt bei Siggi in dem Ma�e zu, wie sich die Pflichtauffassung des Vaters zur Freude steigert. Was f�r ihn zun�chst nur Ausf�hrung eines Auftrages war, entwickelt sich allm�hlich zu einem Zwang � denn er tut mehr als seine Pflicht. Selbst als das Malverbot aufgehoben und der Krieg zu Ende ist, gibt es Jens Ole Jepsen nicht auf, Bilder zu beschlagnahmen und zu zerst�ren. Dieser Umstand ruft gleichzeitig in Siggi den Zwang hervor, Bilder �bevor sie in Gefahr sind- vor ihrer Zerst�rung retten zu m�ssen. Auf diese Weise entwickelt sich Siggi allm�hlich, in den Augen seiner ganzen Umwelt zum Bilderdieb. Aufgrund dessen wird er verhaftet und in eine Besserungsanstalt f�r schwer erziehbare Jugendliche eingeliefert.

Diese Haupthandlung wird durch einige Nebenhandlungen erg�nzt
So m�chte z.B. die Schwester Hilke einen Epileptiker heiraten, den die Mutter als Zigeuner beschimpft und sich bei dessen Anwesenheit immer einschlie�t.
Au�erdem taucht Siggis Bruder Klaas auf. Dieser versucht durch Selbstverst�mmelung dem Kriegsdienst zu entgehen und fl�chtet aus dem Lazarett, Seine Eltern haben ihn versto�en und sein Vater versucht sogar ihn den Beh�rden auszuliefern.

Interpretation:

In einem Interview formulierte Lenz selbst das Thema seines Romans so: >Konflikt zwischen Macht und Kunst, dargestellt am  Beispiel eines Malverbots in Deutschland.<
Siggi ist der Ich-Erz�hler des Romans. Der beherrschende Schauplatz des erinnerten Geschehens ist Rugb�ll. Er ist der Lebensraum des zutiefst provinziellen Nationalsozialismus.
b.a.c.k
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