das Alphabet der kyrillischen Schrift

die kyrillische Schrift

Das kyrillische Alphabet ersetzte nicht nur die klassische mongolische Schrift in der Mongolei sondern auch die Klare Schrift in Kalmückien und die Vagindra Schrift in Burjatien, wenngleich letztere wohl niemals zu einer Nationalschrift werden konnte. Der Grund für diese Parallelität der Ablösung der verschiedenen Schriften durch eine neue Schrift, ist natürlich der starke Einfluß Rußlands auf Zentralasien zu dieser Zeit. Die neue kyrillische Schrift war vor allem in Kalmückien und Burjatien, die ja direkt unter sowjetischem Einfluß standen, sicherlich auch eine praktische Erwägung. In einem so riesigen Staat schuf eine einheitliche Schrift wohl weniger Probleme in der Verwaltung als viele regional verschiedene. Zum anderen war es sicherlich auch Machtdemonstration.

In der Äußeren Mongolei, die sich zwar stark an der Sowjetunion orientierte, ihr aber nicht direkt unterstand, entschied man sich 1941 ebenfalls zur Einführung eines leicht modifizierten kyrillischen Alphabets. Nach der Volksrevolution von 1921 stand die Regierung vor dem Problem, daß ein Großteil der Bevölkerung Analphabeten waren. Ähnlich wie in Deutschland waren Lesen und Schreiben auch in der Mongolei bis ins 20. Jahrhundert weitestgehend besonderen Schichten vorenthalten gewesen. Da ein Bürgertum in einem nomadisch lebenden Volk selbstverständlich fehlte, war die Schrift den Fürsten bzw. vor allem deren Schreibern und den Lamas vorbehalten gewesen.(1) Nun aber, wo die Mongolei den Sozialismus übernahm, wurde dies zu einem ideologischen wie auch praktischen Problem. Die Bevölkerung mußte also alphabetisiert werden. Interessanterweise schied dabei die klassische mongolische Schrift, die ja immer noch benutzt wurde, aus, und es wurde einige Jahre lang zwischen lateinischer und kyrillischer Schrift hin und her überlegt. Natürlich liegt ein Grund für die Abwendung von der klassischen Schrift in ihrer  Historizität, aber hier spiegelt sich meiner Meinung nach auch das politische Verhalten der damaligen Zeit, das auf Europa und vor allem eben auf die Sowjetunion fokussiert war. Insofern überrascht es wenig, daß sich die Mongolen schließlich für ein leicht modifiziertes kyrillisches Alphabet entschieden,das bis heute als offizielle Schrift in der Mongolei verwendet wird.

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(1) Allerdings gab es auch schon im 19. Jahrhundert einzelne Volksschulen, an denen auch Kinder einfacher Viehzüchter

     unterrichtet wurden. (zurück zum Text)

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