Home
aktuelles
Texte
HDTV
Archiv
Audios
Consulting
Medienwitzbolde
DVB-T in Frankreich

Frankreich startet DVB-T

Am 31. März um 18 Uhr ist auch in Frankreich das Zeitalter des digitalen terrestrischen Fernsehens (DVB-T) angebrochen. Seitdem werden im Nachbarland auf einem Gebiet, das etwa 35 % der Bevölkerung abdeckt, insgesamt 14 frei empfangbare Fernsehprogramme abgestrahlt, die per Hausantenne zu empfangen sind.

Im Gegensatz zu Deutschland spielt die Hausantenne in Frankreich noch immer eine große Rolle. Etwa zwei Drittel der Haushalte empfangen dort ihre Fernsehprogramme noch auf terrestrischem Wege. 14 digitale Programme in DVB-T ist mehr als eine Verdoppelung des bisherigen Programmangebotes. Analog waren landesweit zwischen drei und sechs Programmen zu sehen. Hinzu kam eine terrestrische Sendekette, die vom Pay-Sender „Canal+“ genutzt wurde.

Im September 2005 soll in einem weiteren Schritt das Frequenzspektrum auch für Pay-TV-Sender geöffnet und weitere Regionen versorgt werden. Zunächst sind die größten Städte Paris, Marseille, Lyon, Toulouse, Bordeaux und Lille und ihr jeweiliges Umland sowie die Bretagne von der Umstellung betroffen. Im September 2005 wird die gesamte Westküste und damit etwa 50 % der Bevölkerung erreicht und im Juni 2006 hofft man, schon ein weitgehend lückenloses Sendernetz vom Westen her bis nach Burgund und um die flachen Randgebiete des Zentralmassivs herum aufgebaut zu haben. Selbst große Teile der gebirgigen Insel Korsika sollen dann mit  - wie es in Frankreich heißt – TNT (Télévision numérique terrestre) bestrahlt werden.

Insgesamt geht die Französische Aufsichtsbehörde CSA davon aus, dass bis zum Jahre 2010 etwa 80 % der französischen Bevölkerung mit DVB-T erreicht werden. Der Rest muss für den Digitalempfang auf den Satelliten zurückgreifen. Ein konkreter Abschaltungszeitpunkt für das analoge terrestrische Fernsehen ist derzeit noch nicht bekannt. Angepeilt ist das Jahr 2010, allerdings abhängig von einem noch zu erstellenden Bericht der CSA über die Möglichkeiten und Auswirkungen der Abschaltung.

Im Übrigen experimentiert Frankreich mit einer Erweiterung des DVB-Standards. Es ist im Gespräch, über die terrestrischen Senderketten in Zukunft auch HDTV auszustrahlen. Dafür reicht der bisherige Videocodierstandard MPEG-2 nicht aus. HDTV braucht wegen der enormen Datenmengen mindestens das Codierverfahren MPEG-4. Der soll auch schon für die in Standardauflösung vorgesehenen Pay-TV-Programme ab September 2005 genutzt werden. Das französische Medienministerium hat in Zusammenarbeit mit der Industrie die finanzielle Förderung von einigen MPEG-4-Produkten in Angriff genommen, um so zu verbrauchergerechten Preisen zu gelangen.

-boff-

 

[Home] [aktuelles] [Texte] [HDTV] [Archiv] [Audios] [Consulting] [Medienwitzbolde]
Hosted by www.Geocities.ws

1