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Radio über Satellit

Radio über Satellit:

ARD fasst ihre Hörfunkprogramme zusammen und experimentiert mit Raumklang

    Atmo: WDR 2 Klassik-Trailer, nach ca. 20 Sek. darüber:

    Sprecher: Keine Angst, ihr Radio ist noch vollkommen in Ordnung. Sie sind auch weiterhin bei WDR 5 eingeschaltet und es ist eher Zeit fürs Abendessen als fürs Frühstück. Das war lediglich ein kleiner Tonfetzen mit ziemlich ungewohnten Tönen für WDR-Hörer.

    Das war der Trailer von WDR 2 Klassik, einem Programm, dass es zwar schon seit Jahren gibt, aber das bislang nur für eine kleine Minderheit von Hörern überhaupt empfangbar war, nämlich denjenigen, die sich ein digitales Radio nach dem DAB-Standard angeschafft hatten. Bei diesem Angebot des WDR handelt es sich um das ganz gewöhnliche aktuelle Wortprogramm von WDR zwei. Nur die Musikfarbe hat sich geändert: statt Pop und Rockmusik, kommen hier die Liebhaber von klassischer Musik auf ihre Kosten und werden dennoch wie gewohnt informiert.

    Seit Anfang September nun ist dieses Programm in Millionen weiteren Haushalten empfangbar, und dies nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern in ganz Deutschland, ja sogar in ganz Westeuropa: Und mit ihm können geneigte Hörer auch alle 52 weiterer Hörfunkangebote der ARD-Anstalten empfangen, zu Hause, aber auch im Ferienhaus in Spanien oder wenn sie mit dem Campingwagen unterwegs sind und eine Satellitenschüssel auf dem Dach haben.

    Federführend für die ARD war hier der WDR. Rüdiger Mahlfeld, Hörfunksendeleiter des WDR:

      Mahlfeld: Das Interessante ist zunächst einmal die extrem gute Tonqualität, mit denen man jetzt an Orten, in denen vielleicht das Radiohören in den letzten Jahren zu kurz gekommen ist, beispielsweise im Wohnzimmer, alle Radioprogramme der ARD-Landesrundfunkanstalten zur Verfügung hat.

    Sprecher: Digitales Satellitenradio gab es ja schon länger in verschiedenen Verfahren. Nur konnte es sich bisher nicht durchsetzen, weil dazu eigenständige Empfangsgeräte angeschafft werden mussten. Der Clou an dem neuesten Angebot ist, dass die Hörer keine neuen Geräte benötigen – vorausgesetzt allerdings, sie haben für ihren Fernsehempfang schon eine digitale Satellitenanlage nach dem DVB-S-Standard. Diese Set-Top-Boxen sind schon seit langem auch für den Hörfunkempfang vorbereitet und es gab auch schon eine ganze Reihe von ARD-Hörfunkprogrammen über die Astra-Satelliten zu hören, meist im Huckepack zu den TV-Kanälen der einzelnen ARD-Landessender. Jetzt aber ist die ARD hingegangen und hat alle Hörfunkangebote auf einem einzigen Satellitenkanal zusammengefasst. Das bedeutet, die Programme können mit höheren Datenraten abgestrahlt werden und so kommen selbst HiFi-Enthusiasten in den Genuss besserer Tonqualität als bisher.

    Mehr noch: die Satellitenübertragung bietet sogar Raum für weitere Experimente.

      Mahlfeld: Die wichtigste Neuerung ist sicherlich Radio im sogenannten „Surround Sound“, also im Raumklang, wie man ihn vom Kino her kennt. Also: nicht nur Lautsprecher vorne, sondern im Raum verteilt. Insgesamt fünf Boxen und eine Bassbox.

      Viele Leute haben das schon in ihren Wohnzimmern stehen, nämlich diejenigen, die Heimkino von der DVD her gucken und genießen wollen. Und die brauchen eigentlich zu ihrem digitalen Satellitenempfänger und dieser Surround-Sound-Anlage nur ein kleines Stück Kabel - Glasfaser oder Koaxialkabel - und schon können sie Radioproduktionen - egal ob das ein Sinfoniekonzert ist oder ein Hörspiel – in diesem Raumklang hören. Und das ist eine wirkliche Innovation, weil es für die originären Kunstformen des Radios, wie das Hörspiel oder das Feature, völlig neue künstlerische Möglichkeiten erschließt.

    Sprecher: Schon in Kürze gibt es die ersten Live-Übertragungen von Sinfoniekonzerten und die Erstausstrahlung von Surround-geeigneten Hörspielen.

 

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