Versorgt werden alle Wiedergabeelemente – seien es Computerbildschirme, Lautsprecherboxen, Telefone oder auch sensomotorische Spielgeräte - über einen zentralen Server
im Keller und ein leistungsfähiges In-House-Breitbandnetz, das wie Stromleitung, Frisch- und Abwassernetz zum baulichen Standard geworden ist. Zahlreiche Anwendungen werden zudem über kleinzellige Funknetze
verteilt, deren Elektrosmog-Gefahr für die körperliche Gesundheit der Menschen in internationalen Studien als gegenstandslos beurteilt worden ist.Anders als viele vielleicht vermutet haben, hat
zwar das HDTV-Display Einzug in die Haushalte genommen, aber nicht, weil damit das Fernsehen attraktiver geworden ist, sondern weil Computerspiele und die neuesten Kaufvideos auf hochverdichteten
Speichermedien zur Verfügung standen. Die Blu-Ray-Disk verabschiedet sich langsam aus den Haushalten. Ihre Speichermöglichkeit ist begrenzt. Die Nutzer müssen schon wieder anfangen, ihre gesammelten
Medienbestände an Audio- und Videoscheiben sowie Computerspielen umzukopieren – sofern ihnen das überhaupt noch möglich ist:
Längst haben die Inhalteanbieter ihre Mediendateien mit hochwirksamen
Kopierschutzmechanismen ausgestattet, die dafür sorgen, dass ein einmal aufgezeichnetes digitales Angebot nur vom urspünglichen Aufzeichnungsgerät wiedergegeben werden kann. Die Videocassette mit Krieg der
Sterne genüsslich auch mal beim Bier mit dem Nachbarn anzusehen, das ist schon seit den großen Urheberrechtsreformen von 2010 nicht mehr möglich.
Im Medienraum hängt an der Wand eine ausziehbare
Rolle, die aussieht wie früher die Leinwand für den Diaabend. Nur sie besteht nicht aus kristallbeschichtetem reflektierendem Textil sondern aus OLEDs, organischen LEDs, die sich falten und rollen lassen und bei
jeden Lichtverhältnissen brillante Farbbilder wiedergeben. Plasma-Displays, wie Anfang des Jahrtausends werden im Zeichen der horrend gestiegenen Energiepreise nur noch als blödsinnige Art der elektrischen
Raumheizung aus Zeiten einer längst vergangenen Überflussgesellschaft angesehen.
Während die Eltern einen hochauflösende Spielfilm sehen, können die Kinder in virtuelle Spielewelten abtauchen. Der
Ton ist laut mit echten Sensurround-Effekten, doch niemand stört sich an dem Tongewirr, denn die Lautsprecher können punktgenau die Schallwellen projizieren, sodass niemand von den Geräuschen die der andere wahr
nimmt etwas mitbekommt.
Hochauflösende Angebote gibt es auch von Fernsehveranstaltern. Aber es sind nicht die ARD und das ZDF, die zu den Großanbietern gehören. Deren Programm sieht man weiterhin
auf relativ kleinen Normalbildschirmen. Auch Premiere hat im Wettbewerb nicht überlebt. Sony, Warner Brothers und der Discovery-Channel haben sich den Markt für hochaufgelöstes Fernsehen untereinander
aufgeteilt, die einen für Hollywood-Schinken, die anderen für hochwertige Dokumentationen, die sie rund um die Uhr anbieten, nicht nur eigenproduziert, sondern weltweit zusammengekauft u.a. bei der BBC und der
ARD.
Die Sportverbände und die Konzertvermarkter reiben sich die Hände. Sie verkaufen die Rechte für niedrigaufgelöste Versionen der Fußballweltmeisterschaft oder des Rolling Stones-Gedenkkonzert
zum 5. Todestag von Mick Jagger mit Gastauftritt von Keith Richard, der Standard-Auflösung und für HDTV getrennt an die Meistbietenden.
-boff-