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Dirigentenbericht JM 1998/99

Werte Damen und Herren, Musikantinnen und Musikanten

Die letztjährige Saison verlief eigentlich ganz erfreulich, ist es der Jugendmusik doch gelungen, ein nicht ganz einfaches Programm ziemlich gut gemeistert zu haben. Ich denke da nur an die Werke "Mission Impossible", "The lost world"," It’s all about Dave Brubeck" und" Peter Gunn".

Anfangs Saison hätte ich es kaum geglaubt, dass die Jugendlichen diese Stücke konzertreif hinkriegen würden, versteckten sich doch einige, vor allem rhythmische Hürden in diesen Partituren. Aber bis auf ein Stück, die "American Symphony" von Michael Kamen, übrigens ein Werk, dass ich der Belalp wärmstens empfehlen kann, konnten wir doch alle geplanten Werke mit grosser Zufriedenheit zur Aufführung bringen. Auch das Motto des letztjährigen Jugendmusiktages in Saas Fee "Humor in der Musik" erwies sich als toller Aufhänger, konnten wir doch dadurch wieder einmal den Rap "Whoomp" von Paul Lavender mit riesigem Applaus zum Besten geben. Unser Rapper Ambros Werner stand einem Profirapper in nichts nach. Sehr erfreut durfte man auch feststellen, wie auch die andern jungen Solisten ihre Solos doch ganz frech und erstaunlich sicher zum Besten gaben.

Also alles in allem darf man mit dem Niveau unserer Jugendmusik recht zufrieden sein, natürlich ist ein Jugendmusikkonzert nie perfekt, da gibt es immer ein paar Ecken und Kanten, die man noch glätten sollte. Durch das doch relativ recht hohe Niveaugefälle ist es schlicht und einfach nicht möglich, ein makelloses Konzert zu erarbeiten, aber ich glaube, das ist auch nicht das Ziel einer Jugendmusik. In erster Linie betrachte ich das Wecken der Freude an der Musik als erstrebenswert.

Wie es möglich wäre, den Niveauunterschied der jugendlichen Bläserinnen und Bläser auf eine Waage zu bringen, über das Problem habe ich mir schon viel den Kopf zerbrochen. Der einfachste Weg wäre sicher derjenige der Selektion, aber dadurch riskiert man, plötzlich nur noch eine völlig unmögliche Besetzung aufweisen zu können, mit der man ausser Kammermusik nichts mehr aufführen könnte, da nicht selten die schwächeren Leute, die ja bei einer gerechten Selektion über die Klinge springen müssten, auf den eher seltenen Instrumenten zu finden sind.

Dazu kommt, dass es immer wieder Menschen geben wird, die einfach die nötige Begabung nicht haben, aber doch sehr gerne musizieren möchten. Denjenigen aber die Möglichkeit, in einer Musik mitzuwirken, einfach infolge mangelnder Fähigkeiten abzuschlagen, empfinde ich persönlich als sehr schlecht, man denke nur einmal an die Wirtschaft von heutzutage, da reüssieren nur noch die Begabten, die Schwächeren werden kurzerhand und ohne Gnade auf die Strasse gestellt, passiere mit ihnen, was wolle. Niemand macht sich Gedanken über mögliche psychologische Auswirkungen auf solche Menschen, gerade die Schwächeren sollte man doch wenigstens in unseren Musiken nicht auch noch abweisen, eine Musik darf doch nicht zu einer elitären Equipe ausarten.

Somit bleibt also nur die Hoffnung, dass es doch immer wieder auf allen Instrumenten recht gute Bläserinnen und Bläser geben wird, die eben doch sehr wichtig sind, um gute Musik spielen zu können.

Mit diesen persönlichen Gedanken möchte ich den diesjährigen Bericht abschliessen, möchte es aber nicht unterlassen, allen Anwesenden, besonders aber meinen Kolleginnen und Kollegen vom Vorstand ganz herzlich zu danken für die tolle Zusammenarbeit, danke.

Alex Rüedi

 

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