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Champagne-Burgund 2001 (21.6.-30.6.)Eine zehnt?igen Radtour durch südliche Champagne und nördliches Burgund
Montags sind die Geschäfte zuAber wir sind ja donnerstags gestartet und hatten deshalb am Anfang damit noch keine Probleme. Die lothringische Schichtstufenlandschaft an den Flüssen Mosel, Maas und Marne fordert schon von Anfang an eine bergtaugliche Gangschaltung. Vom Moseltal südlich von Toul hoch konnten wir die Stufe in einem eingeschnittenen Bachtal mit geringer Steigung überwinden. Aber in Vaucouleurs ging es gleich eine Zehnprozentsteigung hinauf. Wenn wir nicht einen Höhenmesser dabei gehabt hätten, der die zurückgelegten Höhenmeter addiert, wir hätten nie geglaubt, dass man auf dem "flachen Land" so viel an Steigungsmetern zu überwinden hat. Dafür wird es am zweiten Tag flacher. Wir kommen jetzt in die Gegend südlich vom Lac du Der-Chantecoq, dem größtem künstlichen See Frankreichs, in den 60er Jahren aufgestaut, um den Zufluss der Seine zu regulieren. Die Landschaft ändert auch in den Dörfern ihr Aussehen. Die Häuser sind nicht mehr aus Kalkstein gebaut, sondern sind jetzt Fachwerkhäuser mit Lehmfächern, sogar einige Kirchen in diesem Stil sind zu sehen - ein völlig ungewohntes Bild. In einem ehemaligen Bauernhof haben wir für zwei Tage eine kleine Ferienwohnung. Die deutschen Besitzer sind dabei, das Anwesen mit der traditionellen Lehmbaumethode zu renovieren. Von hier aus starten wir zu einer Rundtour um den See, die etwas länger ausfällt als geplant, weil ein großes Waldgebiet auch für Fußgänger und Radfahrer vollkommen abgesperrt ist. Dafür belohnt uns die Strecke mit einem schönen Rastplatz an einer ehemaligen Zisterzienserabtei, die auch als Ruine noch die frühere Schönheit erkennen lässt. Ziemlich flach geht es durch einen Parc naturel regional nach Troyes. Hier könnte der Fahrradtourismus stärker gefördert werden, wenn man auch den Chemin de Halage (Leinpfad) als Radweg ausbauen würde. Abends in Troyes keine Kathedrale, ab 17.00 Uhr ist alles zu. Na dann nicht. Die Kirchen in der Landschaft um Troyes sind oft geprägt von Kirchenfenstern, die der "Schule von Troyes" zuzurechnen sind. In dem kleinen Villemoiron-en-Othe hat uns der Bürgermeister einige zur Verfügung gestellt. Wo zielt der Schütze mit seinem Schießgewehr hin bei der Verurteilung Jesu durch Pontius Pilatusß Und dann war Montag. Der Weg zu einem Supermarkt in Troyes hätte uns langweilige und wie wir meinten überflüssige vier km zusätzlich gebracht. Es gibt unterwegs so viele Dörfer, in denen es bestimmt auch Geschäfte gibt. Im ersten Dorf hat man uns im Cafe neben der geschlossenenen Bäckerei immerhin zwei große Flaschen Volvic verkauft. Dann kamen viele km mit Berg- und Talfahrt, aber ohne Geschäft. Dann wieder ein Cafe in dem man uns den Tipp gab, es doch im nächsten Dorf zu probieren. Dort empfahl man uns einen Abstecher in ein weiteres Dorf, auf diesen Umweg kam es uns jetzt nicht mehr an, aber es war trotzdem vergebens. Wir hatten ja noch einen Rest Spagetti und eine angebrochen Stange Salami in den Fahrradtaschen, außerdem noch einige Müsliriegel. Damit wollten wir uns dann halt begnügen. Zuerst galt es aber das Quartier zu finden. Dass auch Reiterhöfe einige Km außerhalb zu Dixmont gehören, wussten wir vorher auch nicht. Nach Umwegen kamen wir dann doch noch ans Ziel. Dort hatte man dann aber ein Herz für uns, es wurde zwar nicht gekocht, aber die Vorräte aus der Küche (Eier, Melone, Joghurt, Spagettisauce) wurden uns zur Verfügung gestellt, sodass wir doch noch zu einem vollwertigen Abendessen kamen. Jetzt weiß ich auch, warum in der ADFC-Ausrüstungsliste für große Touren "genügend Nahrungsmittel" steht. Schönes Wetter ist beim Radfahren zwar angenehm, der folgende Tag brachte aber etwas viel des Guten, zudem die Strecke mit dem meisten Verkehr und den unangenehmsten Straßen rund um Auxerre. Wir waren froh, wieder außerhalb und auf kleinen Straßen zu sein, die uns dann auf den letzten km zu unserer Unterkunft in Pesteau brachten. Der Reiterhof mit einem schönen Zimmer und einem hervorragenden Menu hat uns mit vielem versöhnt. Das Gewitter kam dann erst so richtig am anderen Morgen, zum Glück noch vor unserer Abfahrt, sodass wir sein Ende im Trockenen abwarten konnten. Unterwegs dann doch noch ein Rest, der uns aber nicht mehr sonderlich störte, zumal die Landschaft wieder einige sehr schöne Streckenabschnitte bot. Vezelay war ein kultureller Höhepunkt unserer Fahrt: Basilika Ste. Madeleine, Übernachtung in der Pilgerherberge, Menu in einem guten Restaurant. Avallon, Montreal, Epoisses, Semur-en-Auxois und Flavigny-sur-Ozerain am nächsten Tag, jeder dieser Orte hätte für sich allein ein Ziel ein können: historische Stadtbilder, alte Kirchen, dafür waren wir ja auch hierher gekommen. Der Schluss war dann nicht weniger schön: schönes Zimmer mit gutem Essen in altem
Gemäuer in Flavigny und auf Bauernhof in Salives, dazu die Seine-Quelle und wiederum viel
schöne Landschaft mit einsamen Straßen auf dem Weg nach Langres, das wir mit dem Rad auf
der Stadtmauer umrundeten, und wo wir dann abgeholt wurden. Strecke:Wir haben unsere Strecke ausgesucht nach folgenden Kriterien:
Als Kartenmaterial reicht die Michelin-Karte 1: 200 000 (Nr. 61, 62, 65, 66)
vollständig aus. Die Karte des IGN im Maßstab 1: 100 000 bietet zwar viel mehr Details
und auch Hinweise auf Sehenswürdigkeiten, ist aber in der Handhabung unterwegs nicht so
praktisch, weil man nicht eine ganze Tagesetappe auf einmal in das Sichtfenster der
Kartenhülle bekommt.
Es gibt außerhalb der Hauptreisezeit keine Probleme, ein Quartier zu finden. Wir haben
uns von Tag zu Tag durchtelefoniert. Suchlisten im Netz: In einem Gite d'etape muss man seinen eigenen Schlafsack mitbringen, auch in den Jugendherbergen empfehlenswert. Die Küchen sind gut und vollständig ausgestattet. Ein Problem ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln, da oft kein Geschäft in der Nähe ist, deshalb früh genug einkaufen! In einem Chambre d'hotes hat man Bettwäsche und Handtücher zur Verfügung, aber keine
Küche. Wenn die Vermieter kein Abendessen ("Table d'hotes" oder etwas einfacher
"repas") anbieten, gibt es immer ein Restaurant in der Nähe.
letzte Änderung: 17.02.07 |