Willkommen auf Jacques Stereo3D Seite
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Was ist Stereo3D?
Wie funktioniert das?
Was brauche ich, um selber soetwas zu machen?
Welche Spiele sind denn 3D fähig?
Das leidige Treiberpoblem :-(
Die Bauanleitung
Es geht los
Was ist Stereo3D
Mit Stereo3D ist es möglich, auf dem heimischen PC stereoskopische
Bilder zu sehen. Das sind Bilder, bei dem jedes Auge (das linke und das
rechte ;-) ein seperates Bild sieht und das Gehirn aus den Unterschieden
den Tiefeneindruck "berechnet". Genauere Erklärungen des Phänomens
gibts bei Christoph Bungert auf www.Stereo3D.com,
DIE Homepage in Sachen Stereo3D. Viele Infos und praktische Tips gibts
auch bei www.stereovision.net.Wer
will, kann auch mal hier rein schauen, eine
kleine Abhandlung zum Thema stereoskopische Bilder am PC (englisch, ca
362kB).
Wie funktioniert das?
Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach. Jedes Auge sieht ein seperates
Bild, dabei wird bei der Berechnung der Bilder für beide Augen ein
gewisser Abstand der virtuellen Kameras (Augen) eingehalten, um so das
Prinzip des menschlichen Sehens mit zwei örtlich versetzten Augen
zu simulieren. Das kann man leicht nachvollziehen, wenn man sich einfach
mal einen Gegenstand recht nah vors Gesicht hält und dann abwechselnd
das linke und rechte Auge schließt. Man sieht dabei zwei unterschiedliche
Bilder, aus denen unser Gehirn dann eben die Tiefeninformation bildet.
Um nun für jedes Auge ein sepeates Bild anzeigen zu können, gibt
es verschiedene Möglichkeiten. Bei dem hier beschriebenen Projekt
wird das sogennante LCD Shutter Prinzip verwendet. Man trägt eine
Brille, die mit ein bischen Elektronik am PC hängt, und diese Brille
verdunkelt abwechselnd das linke und rechte Auge (naja, das Auge eigentlich
nicht, eher das Glas vor dem Auge ;-) Diese Gläser sind Liquid Crystal
Displays, auf gut deutsch Flüssigkristallanzeigen. Die selben Dinger
die auch in jeder Armbanduhr drin sind, nur ein bischen gößer.
Während das linke Auge Sehen kann, wird das Bild für das Linke
Auge angezeigt (logo) und das rechte Auge sieht nichts. Für das rechte
Auge dito. Um nun ein flinmmerfreies Bild zu erhalten sollte die Bildwiederholfrequenz
pro Auge nicht unter 60 Hz (Bilder pro Sekunde) abfallen, d.h. der Monitor
muß 120 Hz verarbeiten können, was die allermeisten Monitore
heute ohne Probleme machen. Als nächstes kommt die Grafikkarte. Die
müsste jetzt auch 120 Hz ausgeben, was bei den heutigen Gafikkarten
eigentlich auch kein Problem ist. Doch aus verschiedenen Gründen kommt
ein anderes Verfahren zum Einsatz. Und das ist auch der Grund weshalb man
doch ein bischen mehr Elekrtonik braucht (keine Bange, um das nachzubauen
muß man kein Diplomingenieur sein ;-). Das verwendete Verfahren heißt
Top-Bottom, auf gut deutsch Oben Unten. Dabei wird in der oberen Bildschirmhälfte
das Bild für das eine Auge (meist links) und in der unteren Bildschirmhälfte
das Bild für das andere Auge (meist rechts) angezeigt. Hmmmm. Doch
was nun? Da sehe ich ja alles doppelt??! Nein, denn hier kommt jetzt die
Elektronik zum Zuge. Die Elektronik, welche zwischen Grafikkarte und Monitor
eingeschleift wird, verdopplet die Bildwiederholfrequenz. Damit stellt
der Monitor die (urspünglich) obere Bildschirmhälfte als Vollbild
dar, ebenso die unter Bildschirmhälfte. Dabei wird das Bild in vertikaler
Richtung auf die volle Bildschirmgröße ausgedehnt, d.h. es muß
vorher bei der Berechnung auf die halbe vertikale Ausdehnung gestaucht
werden. WOW!!!!!!!! Und was bringt das? Nun, die Grafikkarte muß
nur ein Bild mit 60 Hz wiedergeben (man sieht, das Verfahren kommt aus
einer Zeit als Hardwarepower noch recht rar war). Der Nachteil des Verfahrens
liegt darin, daß die vertikale Auflösung halbiert wird, da sich
beide Augen quasi den Bildschirm teilen. Doch bei 800x600 Punkten ist das
noch ganz erträglich.
Was brauche ich, um selber soetwas zu
machen?
einen PC; für Standbilder reicht ein kleiner 486er, bei Spielen gilt
je schneller umso besser (mein K6-II/300 läuft gut)
eine LCD-Shutter Brille; gabs mal bei Pearl
für ca. 40 DM, ist jedoch ausverkauft; das Angebot sieht in Deutschland
etwas trübe aus; ELSA will auf dem Sektor was rausbringen, allerdings
ein Komplettsystem für das man diese Seite eigentlich nicht mehr braucht
(dafür eben ein bischen mehr Kohle), wer hat kann eine 3D Brille von
Sega nehmen
die magische BlackBox, die die Frequenzverdopplung sowie LCD Ansteuerung
macht
3D fähige Spiele, gibts mittlerweile in rauhen Mengen
Welche Spiele sind denn 3D fähig?
Im Prinzip alle Spiele, die OpenGL, Direct 3D oder Glide benutzen. Also
GLQuake, Quake2, Heretic II, Unreal, Sin, Colin McRae Rally und
so weiter und so weiter. Für einige ältere Spiele gibt es
manchmal Spezialversionen. Testberichte über verschiedene Spiele gibts
hier.
Das leidige Treiberpoblem :-(
Zuerst die gute Nachricht. Stereoskopische 3D Bilder kann man sich mit
fast jeder Grafikkarte anschauen. Nun die schlechte. Bei Spielen braucht
man fast immer eine Voodoo (1, 2, Banshee, V3 noch nicht getestet) Beschleunigerkarte,
da im Moment nur hierfür Treiber existieren. Also nix mit Riva TNT.
Für alle Spiele, die auf der Quake2 Engine basieren, bzw. die mit
einer opengl.dll laufen (z.B. GLQuake, GLDoom) kann man den Treiber für
Heretic II verwenden. Den gibts für Voodoo
I und
Voodoo II / Banshee Karten. Einfach
die originale DLL umbenenen (Backup.dll oder so ähnlich) und die neue
DLL unter dem richtigen Namen einsetzen. (Bei GLQuake opengl32.dll, bei
Quake2 3dfxgl.dll usw). Wer auch Spiele mit Direct3D oder Glide spielen
möchte, braucht die StereoVision Treiber CD (Eyescream von Metabyte),
die enthält einen Treiber für alle Voodoo II Karten mit 3D Unterstützung
für OpenGL, Direct3D und Glide. Den Treiber gibt es mittlerweile NICHT mehr zum
Download bei Metabyte/Wicked3D :-(.
Die Bauanleitung
Ok, hier kommt das eigentliche Kernstück des Ganzen, die magische
Black-Box. Die Schaltung ist aus verschiedenen anderen Schaltungen im Netz
zusammengeklaut, ähhhhh ich meine inspiriert. Mal im Ernst, ich habe
versucht die Vorteile der verschiedenen Schaltungen zu vereinen und eine
Schaltung zu entwickeln, die ein Maximum and Einfachheit, Zuverlässigkeit,
Leistung und Nachbausicherheit hat. Klingt nach der Eierlegenden Wollmilchsau
;-) OK, lange Rede kurzer Sinn, jetzt gehts los.
Hier gibts erst mal die Stückliste, das
Layout,
den Schaltlan sowie den Bestückungsplan
als normale Bilder. Das ganze gibts auch noch als Archiv
im Eagle Format, da läßt sich das Layout besser drucken. Eagle
Freeware gibts bei Cadsoft.
Als erstes braucht man die Platine. Ätzmaterial gibts günstig
z.B. bei C****D. Benötigt werden eine photobeschichtete Leiterplatte
(die Schaltung paßt mit 55x65 mm^2 auf eine viertel Europlatine),Entwickler
und Ätzlösung.
1.) Belichten, Entwickeln und Ätzen
Layout auf Folie drucken (mit Grafikprogramm mit 300dpi, besser ist jedoch
die Benutzung von Eagle), so schwarz wie möglich, Druckdichte auf
Anschlag setzen, Helligkeit runter, Kontrast hoch. Im leicht abgedunkeltem
Raum die Schutzfolie der Leiterplatte entfernen, Layout drauflegen und
mittels CD Cover beschweren, damit die Folie gleichmäßig anliegt.
Hinweis: Die Schrift auf dem Layout muß lesbar sein, d.h. die Tinte
liegt auf der Platine. Das dient der Vermeidung von Schatten beim Belichten.
Platine mit UV belichten, je nach Lampe zwischen 30 Sekunden und 5 Minuten.
Bei meiner UV Lampe (Quecksilberdampflampe) 1min Aufwärmzeit und 45sek
Belichtungszeit. Wer noch keine Erfahrung hat, muß vorhr die richtige
Zeit ausprobieren (kleine streifenförmige Probeplatine machen, abdecken,
Lampe einschalten, nach ca 2 min Aufwärmzeit alle 30 Sekunden die
Abdeckung ein Stück verschieben, sodaß die Platine schrittweise
freigelegt wird. 5 Schritte sollten genügen. Dabei wird der erste
Streifen am längsten belichtet, der letzte am kürzesten. Dann
entwickeln und schauen welche Belichtungszeit optimal ist). Nach dem Belichten
kommt das Entwickeln. Das sollte ca 1-2 min. dauern und ein scharfes Leiterbild
ergeben. War das Layout auf der Folie zu schwach, kommt es zu Haarrissen
und Verwaschungen des Leiterbilds -> Schrott. Meine Erfahrnung zeigt, lieber
ein paar Sekunden weniger belichten und dafür laenger entwickeln.
Letzter Schritt ist das Ätzen. Ätzbad anwärmen (ca 40-50
C) bringt Vorteile, muß aber nicht unbedingt sein.
Die geätzte Platine.
2.) Aufbau
Platine bohren, Bohrer 0.8 mm. Ich habe dafür eine kleine Spielzeugbohrmaschine
mit Ständer, eine normale Bohrmaschine (mit Ständer) geht aber
auch. Bestücken der Brücken, Sockel, Widerstände, Kondensatoren,
Transistoren und Schalter. Die ICs noch nicht einsetzen. Loop-Through Adapter
vekabeln. Alle Pins außer Pin 14 direkt verbinden, Pin 14 des SubD
Steckers ist VsyncIn, Pin14 der SubD Buchse ist VsynchOut, VsyncGND ist
Pin 10 (bei mir Flachbandkabel 3adrig, ca 1.5m; Klingeldraht geht natürlich
auch). Beim verkabeln des Zweifachumschalters S2 aufpassen, wenn hier Kabel
vertauscht werden wird die Brille falsch angesteuert. Die Anschlüsse
mit der Bezeichnung Middle, Left und Right gehen an eine 3,5mm Klinkenbuchse,
die für die Verbindung mit der LCD Brille sorgt. 1.Test Betriebsspannung,
an allen Sockeln muß zwischen Pin 7 und 14 (8 und 16) die Betriebsspannung
von 5 V anliegen. Die LED muß leuchten. Jetzt können die ICs
(Spannung wieder abklemmen!!!) eingesetzt werden und wenn ihr alles einigermaßen
richtig gemacht habt sollte es jetzt gehen. Wenn nicht, sind sicherlich
Leiterzüge unterbrochen bzw kurzgeschlossen (durch Lötzinn),
deshalb alles genau anschauen. Wenn alle Verbindungen in Ordnung sind,
sollte es funktionieren, es muß nichts eingestellt werden.
Die BlackBox fertig aufgebaut. Links der Loop-Through Adapter, rechts
die bestückte Platine.
Das komplette 3D Set mit Netzteil, Adapter, BlackBox und LCD-Brille
Es geht los
Nachdem noch mal alles kontrolliert wurde, (Leiterbahnen, Lötverbindungen)
kann es nun los gehen. Das erste ist ein prinzipieller Test. Also Adapter
zwischen Grafikkarte und Monitor einschleifen (wer eine Voodoo hat, natürlich
zwischen Voodoo und Monitor), Netzteil anstecken, Computer einschalten.
Dabei sollte der Schalter für die Frequenzverdopplung (S1) auf
normal stehen, d.h. die Bildwiederholfrequenz wird nicht verdoppelt. Der
Computer sollte nun ganz normal hochfahren. Im Windows 95 angekommen, muß
zunächst die Bildwiederholfrequenz auf 60 Hz eingestellt werden, da
die meisten Monitore max. 120 Hz darstellen. (Wer einen Monitor hat, der
140Hz schafft, kann das später ändern). Das ereicht man über
Start->Einstellungen->Systemsteuerung->Anzeige->Einstellungen->Erweitert->Bildwiederholfrequenz.
Hier sollten mehrere Frequenzen anwählbar sein. Wenn nur Standard
und Optimal verfügbar ist, muß ein anderer Bildschirm eingestellt
werden (Standardtypen 1200x1024 oder ähnlich, danach Windows neu starten;
klappt meistens). Nun sollte der Bildschirm auf 60 Hz laufen. Jetzt wirds
spannend. Todesmutig schalten wir auf Frequenzverdopplung. BOOM. Nein,
das sollte nicht passieren, vielmehr sollte der Monitor auf 120 Hz laufen
und man sieht ein komisches Bild, denn es wird die obere und unter Hälfte
des Bildschirms übereinander projeziert. Viele Monitore können
außerdem die aktuellen Bildfrequenzen im Menu anzeigen. Wenn dem
so ist, ist alles in Butter.Als nächstes braucht man Software. Ein
Bildbetrachter(Win
95, ca 1.2 MB) der Firma
Brightland
ist eine gute Wahl, denn der läuft auf fast jeder Grafikkarte. Installieren,
starten, VIEW TB (Top-Bottom) klicken, danach auf Frequenzverdopplung schalten.
WOW. Das ist jetzt echtes 3D oder??!!! Wahrscheinlich sind noch linkes
und rechtes Auge vertauscht, deshalb einfach umschalten (S2). Wenn die
Einstellung richtig ist, verbiegt sich das Bild wenn man den Kopf seitlich
bewegt. Ebenfalls ist die Einstellung des Bildversatzes von Mensch zu Mensch
verschieden. Einfach ausprobieren. Ist bis hierher alles gut gegangen,
will man natürlich das ultimative Quake 3D Erlebnis. Also Treiber
tauschen (siehe Treiberprobleme)
und GLQuake, Quake2 oder ähnlichs starten, Konsole aufmachen und eingeben
cl_stereo 1
vid_restart
Jetzt sollte man zwei Bilder sehen, die mittels Frequenzverdopplung
zum 3D Bild werden. Na, was sagt man da????? Mittels
cl_stereo_separation 0.5
kann man den Versatz wieder einstellen (0- 1).
Ok, wenn ihr Anregungen, Hinweise, Vorschläge, Fragen, überschüssige
Martiniflaschen
(voll natürlich ;-) und andere schöne Dinge habt, könnt
ihr mir ja ne Mail schreiben.
Jacques T.S.A.K.A.M.M
Letzte Änderung am 14.10.1999