Arianrhod bedeutet übersetzt "Silberrad". Ihre Geschichte wird im Mabigoni von Math erzählt:
Sie ist die Tochter der walisischen Göttin Don und Nichte des Math, König von Gwynedd. Math konnte nicht schlafen, wenn seine Füsse nicht im Schoss einer Jungfrau ruhten. Als sein Neffe Gilvaethwy durch List und mit Gewalt Goewin, die diesen Dienst bei Math inne hatte, ihre Jungfräulichkeit raubte, wurde Arianrhod berufen Goewins Platz einzunehmen. Um ihre Reinheit zu beweisen, musste sie über Maths Zauberstab steigen. Als sie dies tat, gebar sie sogleich zwei Söhne: Dylan und Lleu. Dylan stürzte sich sofort nach seiner Geburt ins Meer, wo er wie ein Fisch begann zu schwimmen, was ihn zum Gott des Meeres machte. Lleu wurde von seiner Mutter mit vielerlei Flüchen belegt, so sollte er nie einen Namen haben, keine Waffen und keine Frau von Menschengeschlecht, es sei denn Arianrhod würde sie ihm zuteilen. Mit der Hilfe seines Vaters aber überwand er die Flüche seiner Mutter."Arianrhod stand im grossen Saal vor dem Sessel von Math ab Mathonwy. Neben dem König sass seine Gemahlin, eine ruhige und unbeschwerte junge Frau, wie es schien. Ihrem Gesicht war nichts von der Schande anzumerken, die ihr widerfahren war. Ihr Blick begegnete Arianrhods Blick, und sie sahen sich tief in die Augen. (...)
Sie war stolz. Goewin sah es an der Haltung ihres Kopfes und ihres Körpers, als sie vor Math stand. Gwydion stand neben ihr, dunkeläugig und dunkelhäutig, stattlich und feurig. Er hielt seine Schwester am Arm und führte sich näher zum König. (...)
Gwydion stellte Arianrhod dem König vor, und Math schaute sie mit seinen alten klugen Augen nachdenklich an. Sie hatte etwas an sich, was ihre Jungfräulichkeit Lügen strafte - ein weltkluger Zug um die Lippen, eine hochmütige Neigung des Kopfes. Sie würde nicht das milde, sanfte, liebevolle Geschöpf sein, das Goewin gewesen war. Sie würde nicht so friedfertig sein."Caldecott M. Frauen in keltischen Mythen, 1996 p. 59ff