Meine eigene Geschichte ist lang und unerfreulich. Schon in meiner Kindheit
und Jugend erlitt ich verschiedene Formen von Gewalt, auch sexueller Gewalt.
Die frühesten Zwischenfälle, an die ich mich deutlich erinnere, liegen
zwischen meinem fünften und sechsten Lebensjahr; der Täter war ein
entfernter Nachbar, der als Handwerker gelegentlich im Haus meiner Eltern
arbeitete. Die jüngsten schlimmen Erfahrungen begannen vor etwa 16
Jahren mit zunehmenden Belästigungen am Arbeitsplatz und hatten für
mein weiteres Leben in beruflicher und persönlicher Hinsicht sehr
schwerwiegende Konsequenzen; mein Leben ist hierdurch in mehr als einer Hinsicht
und zum Teil irreversibel beschädigt.
Da der T�ter mein
ehemaliger Vorgesetzter war und zwischen ihm und mir in meiner damaligen
Situation (als Berufsanf�ngerin) ein enormes Machtgef�lle bestand,
f�hrte sie -
teilweise aus damaliger juristischer Unkenntnis meinerseits,
teilweise wegen damals noch nicht vorhandener
Nachweism�glichkeiten - zu einer Kette von Prozessen, Phasen von
Arbeitslosigkeit, zu unerlaubten und die Tatsachen verzerrenden
Eintr�gen in meine Personalakte, die den Tatbestand der �blen
Nachrede erf�llten und deren R�cknahme ich gl�cklicherweise
erreichen konnte, aber schlie�lich trotzdem zur Aufgabe meiner
wissenschaftlichen Arbeit, weil ich auf meinem Fachgebiet gegen den
Willen meines m�chtigen Feindes und seiner m�chtigen Freunde
nie mehr eine permanente Stelle an
einer Universit�t gefunden h�tte; bedauerlicherweise war eine selbstbestimmte,
wissenschaftliche
Arbeit eines der wenigen Ziele, die ich jemals im Leben hatte. Zwischen meinem
19. und meinem 35. Lebensjahr habe ich ausschließlich auf dieses Ziel
hin gelebt und gearbeitet; übrigens sahen mich auch meine
(Studien-)Kolleginnen, teilweise auch Kollegen und viele der Hochschullehrer,
mit denen ich im Fortgeschrittenen-Studium und danach Kontakt hatte,
als Wissenschaftlerin. Neben der erniedrigenden Erfahrung sexueller Gewalt am
Arbeitsplatz auch mein Fachgebiet und die für meine
Promotion bestimmten Ergebnisse an andere, u.a. an den Täter, zu verlieren,
und am Ende erkennen zu müssen, daß ich die Verluste an Zeit,
an Zahl und Qualität meiner Veröffentlichungen nicht mehr aufholen
konnte und daher mein Lebensziel aufgeben mußte, hat mein Leben
über Jahre erschüttert.
Inzwischen geht es mir wieder - einigermassen! - gut, aber dies war ein
langer und m�hsamer Weg...
So etwas sollte sich nicht wiederholen! Es geht auch anders!!! Frauen
haben inzwischen viel mehr Rechte im Proze� und insgesamt bessere Chancen
als noch vor 10 oder 15 Jahren, sich zu wehren!!!
Mit diesem Website m�chte ich ein wenig dazu beitragen, dass
Betroffene ihre Chancen wahrnehmen und die T�ter endlich bestraft
werden - auch im Strafrecht sollte es hierzu noch einige �nderungen
geben! Bitte hab'/haben Sie Mut, Deine/Ihre Erfahrungen mit anderen
Überlebenden sexueller Gewalt
zu teilen und vielleicht so - auf lange Sicht - etwas zu bewegen, auf allen
Ebenen, der persönlichen, aber auch der juristischen und politischen.
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