Joana

Und das Haar hängt mir im Wind

Ich bin nicht häßlich und nicht schön
Ich werde meistens überseh'n
und bin nicht nur verfolgt vom Glück
Ein guter Ruf eilt mir voraus,
doch bittesehr, den gleich' ich aus
durch einen liederlichen Blick.

Meine Nase ist ziemlich schief,
dafür hab' ich sie exclusiv,
und meine Stimme klingt nach Rauch
Meine Bluse, die ist lebendig,
und der Rest ist hochprozentig,
na, wie bei Ander'n auch.

Neugier läßt manchem keine Ruh',
d'rum fragt man mich so ab und zu:
Hast Du denn auch 'nen Mann, mein Kind?
Dann kommt's vor, daß ich mich erklär',
mein ständiger Begleiter der ist,
na, wer denn schon? Der Wind!

Er bläst mich an in einem fort,
mal heiß aus Süd, mal kühl aus Nord,
und manchmal geht er fremd
Nun ja, er hat sehr viel zu tun,
denn immerhin hat man ihn nun
auch schon in manches Lied gezwängt.

Müßt ich was sagen über mein
Innenleben, dann sagt' ich:
Da drinnen ist wohl alles schön im Lot
Und fügt' hinzu mit Heiterkeit:
Ich bin so lustig wie die Zeit
Hoffentlich lach' ich mich nicht tot!

Mir scheint, ich hab' ein Fluidum,
ich, Tochter aus Elysium, 
das alles zieht in seinen Bann,
daß sogar's Hündchen, wenn es bellt,
mich für'n Laternenpfählchen hält
und tut, was es nicht lassen kann.

Weil mich Besitz terrorisiert,
drum hab' ich mich nicht etabliert
und schreib' auch nie mein Testament
Wird mich Freund Hein einst überraschen,
na, dann komm' ich auch ohne Taschen
im letzten Hemd zum Happy-end.

Ich lebe meistens von Absinth
Ich bin kein wohlerzog'nes Kind
Und das Haar hängt mir im Wind.

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