Costa Cordalis

Troja und das alte Pferd

Jedes Jahr im Juli verreisen viele Leute
teils zu der Erholung, und teils zu ihrer Freude
Ich kann nur empfehlen ein Ziel auf dieser Welt,
das jedem, der davon was hält, bestimmt gefällt:

(Kehrreim:)
Troja und das alte Pferd 
sind schon eine Reise wert
Wo die alten Tempel steh'n
kann man die Antike seh'n,
wo Agamemnon einst getobt,
wo Helena einmal gewohnt,
wo Paris so an sie geglaubt
und sie deshalb auch prompt geraubt.

Instrumental

Ja, die alten Griechen, die bauten, wo sie konnten,
während sich die Ander'n das ganze Jahr lang sonnten
Und in ihrer Faulheit erfanden sie den Neid 
und hatten mit den Griechen bald den schönsten Streit.

Kehrreim

Instrumental

All die vielen Trümmer und angeknackten Säulen
sind genaugenommen doch eigentlich zum Heulen
Aber die Geschichte, von der man sehr viel hält,
sie bringt dann letzten Endes doch noch sehr viel Geld.

Kehrreim


Um einen solchen Text zu verfassen und zu singen, braucht man ein gerüttet Maß an Ignoranz und/oder eine gehörige Portion Chuzpe. Da es so viele Punkte sind, verzichte ich ausnahmsweise mal auf einzelne Sternchen und schreibe die Anmerkungen im Fließtext. Ich könnte viele Reiseziele auf der Welt empfehlen - aber eines ganz bestimmt nicht: Troja und das "alte" Pferd in der heutigen Türkei, zumal im Juli, wenn es dort außer einem Sonnenbrand gleich garnichts zu holen gibt: Das Ruinenfeld ist für Touristen u.a. archäologische Laien - mit Recht - nicht zugänglich; und das Pferd, das die Türken dort zwecks Touristennepps aufgestellt haben, ist alles andere als "alt" - es datiert aus dem 20. Jahrhundert. Übrigens kommt es in der Iliás garnicht vor, sondern erst in der Oδýsseia; aber darauf kommt es letztlich nicht an, denn der ganze trojanische Krieg, so wie ihn uns der Hómeros überliefert hat, ist ohnehin ein Märchen, pardon, eine Sage. Gewiß hat es Troja gegeben, hat es auch Kriege geführt, ist es auch zerstört worden - mehrmals sogar, wie man seit Schliemanns Ausgrabungen im 19. Jahrhundert weiß. Aber frei erfunden ist, daß es um das Jahr 1.200 v.C. (auf diesen Zeitpunkt - plusminus 30 Jahre - datieren die meisten Historiker die in der Iliás geschilderten Ereignisse) von Griechen zerstört wurde. Damals gab es noch garkeine Hellenen im heutigen Griechenland; folglich kann es weder das dorische Sparta noch dessen Königin "Helenä" gegeben haben, deren angeblicher Raub als Vorwand für den Krieg herhalten mußte. Die Träger der "mykenischen" Kultur, die gen Troja zogen, waren vielmehr Pelasgíer - wo immer die ethnisch einzuordnen sein mögen -, die erst später von der griechischen ("dorischen") Völkerwanderung überrollt wurden. Übrigens trauten sich die tapferen Mykener erst an Troja heran, nachdem es durch ein schweres Erdbeben zerstört und von den Δarδanern nur notdürftig wiederaufgebaut worden war. (Der einzige "Grieche", der an der Zerstörung Trojas maßgeblich beteiligt war, war also Poseiδón, der Gott der Erd- und Seebeben - wenn man denn die Götter als Griechen ansehen will ;-) Der Treppenwitz ist, daß die Eroberer, als sie heimkehrten, feststellen mußten, daß inzwischen auch ihre eigenen Burgen durch Erdbeben zerstört worden waren; und nun wiederholte sich die Geschichte, denn die "Hellenen" im Norden nahmen das zum Anlaß, die so geschwächten Mykener anzugreifen und mit ihnen zu verfahren wie einst sie selber mit Troja. (Wann genau das passierte, darüber streiten die Historiker bis heute - aber Einigkeit herrscht, daß es deutlich nach dem trojanischen Krieg war.) Die alten Griechen bauten, wo sie konnten? Na, wenn ich die Quellen studiere, dann übten sie sich eher in Zerstörung! [Lest mal "Der peloponnesische Krieg" - ein grauenhaftes Buch, selbst mit Maßstäben des 20. Jahrhunderts gemessen, das diesbezüglich ja so einiges erlebt hat! Fast noch schlimmer ist die kalte, lapidare Sachlichkeit, mit der Thukyδíδäs all die Greuel schildert - er nimmt sie offenbar als die natürlichste Sache der Welt.] Und die heutigen Griechen sind ja um kein Deut besser! Haben die jemals selber etwas aufgebaut? Wenn man sich außerhalb der Hauptstadt Athen - wo die internationalen Konzerne den Griechen alles hingesetzt haben (zumeist auf Pump, d.h. auf Kosten vor allem der deutschen Steuerzahler) - begibt, in die Kleinstädte und Dörfer, so sieht man dort allenthalben Bauruinen, d.h. noch nicht fertiggestellte Rohbauten. Man hat mir erzählt, das geschehe absichtlich, weil irgendwelche Steuern und Abgaben erst mit der Fertigstellung eines Gebäudes fällig werden. Wenn das wirklich so ist, dann sollte man vielleicht mal was am griechischen Steuersystem ändern - und zwar schleunigst! Aber laut C.C. sind ja "die Ander'n" schuld, die das ganze Jahr faul in der Sonne liegen und die Griechen um ihre tugendhafte Tüchtigkeit beneiden! Geht's noch? Wenn ein Volk in dem Ruf steht, das ganze Jahr faul in der Sonne zu liegen und sich die von Anderen finanzierten gebratenen Tauben ins Maul fliegen zu lassen, dann sind es die Griechen - und das mit Recht! Die Griechen haben das Lob der Faulheit erfunden, und zwar schon die "alten" Griechen. (Schon mal was von Δiogénäs gehört?) Und die "alten" Griechen haben auch den Neid der Götter erfunden, der Fleiß und Tüchtigkeit bestraft - und ihre Nachkommen handeln bis heute dementsprechend. Nur die letzte Strophe - die 1970, als dieses Lied entstand, noch stimmte - paßt heute nicht mehr: Seitdem Griechenland mit Millionen moslemischen Immivasoren überflutet wurde, ist der devisenbringende Tourismus - mit dem Griechenland früher sein Außenhandelsdefizit ausgleichen konnte - weitgehend zum Erliegen gekommen. Aber was soll's: Die doofen Deutschen finanzieren die Faulheit der Griechen ja auch so, indem sie über die EZB ihre "Staatsanleihen" [von den Griechen "Volksanleihen"] genannten Junkbonds - die auf dem Weltfinanzmarkt längst keine 10% des Nennwerts mehr erzielen würden - zum vollen Kurs aufkaufen - und das in unbegrenzter Höhe!

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