Erika Pluhar

Bitter und süß

Und hier war die enge Tür von dem Friseurgeschäft
Und dann die Glaserei, in der die dicke Frau
so wie ein Meerschwein saß und immer Kekse aß
Hier war auch die Fabrik.

All die Mauern und Zäune war'n mein Tagebuch, mit Kreide vollgeschmirt,
mit Herzen und mit Pfeilen - ich war gerade 10
Die Herzen sind verlöscht, die Pfeile blieben steh'n.

(Kehrreim:)
Meine Kindheit war so, war ein Feuer aus Stroh
Ich spür' noch den Geschmack: Er ist bitter und süß (fine)

Und es gab damals Prinzipien, die uns heilig waren,
z.B. auf's Klosett gingen wir nur zu dritt
Und kam ein Junge mit, dann mußte er uns schwören:
Ich lieb' Euch mehr als Gott!

Zu den Tanzstunden trug ich einen roten Hut
und stahl Eau de Cologne aus Vaters Ärzteschrank
Und einmal riß ich aus - ich wollt' nach Hollywood,
als neue Mickymaus.

Kehrreim

(parlando:)

Ich saß auf dem Gehsteig, und der Mond war wie ein Heftpflaster
Durch ein Fenster konnte ich die Frau des invaliden Tabakhändlers beobachten,
wie sie ihre Ringe ablegte und das Licht brennen ließ
Ich erzähle keine Witze
Ja, Max machte die Räuberleiter,
und ich habe sogar ihr Korsett und ihre unrasierten Beine bis zu den Knöcheln gesehen
Das war an einem 23. Juni und hat mich drei Ohrfeigen gekostet
Aber ich bedaure nichts, nein, nichts!

da capo al fine

(Coda:)

bitter und süß!

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