TAGEBUCH
Australien (Datum ???)

Wir blieben etwa eine Woche in Maroochydore, wo wir die Zeit hauptsaechlich am Strand mit bodyboarden und Surfen(wellenreiten) verbrachten. Letzteres ist ziemlich schwierig, da man die Welle richtig erwischen muss und sich dann auch noch auf das Brett stellen. Sehr anstrengend, da man ausserdem immer wieder raus ins Meer schwimmen muss, wobei man gegen die Wellen, die an den guten Surfstraenden sehr hoch sind, ankaempfen muss. Die Wellen sind manchmal so gewaltig, dass man das Surfboard nicht festhalten kann und es fliegt einem um die Ohren. Da muss man echt aufpassen, denn ein Surfboard ist nicht so leicht wie es aussieht. In Maroochydore wohnten wir die meiste Zeit bei Freunden, die wir zuvor in einer Jugendherberge kennengelernt hatten und die sich dann eine Wohnung mieteten. Sie sind Neuseelaender und boten uns schlicht und einfach an, bei ihnen zu wohnen, wobei wir sie aus der Jugendherberge nur fluechtig kannten.
Als es uns langweilig wurde, nahmen wir einen Bus und fuhren ein stueck weiter Richtung Norden, immer an der �Sunshine Coast� entlang. Wir hielten in Noosa und gingen dort auf einen Campingplatz. Dieser war sehr schoen gelegen, mitten in der Natur und auch ziemlich leer. Dort sahen wir zum erstenmal K�ngurus. Und zwar huepften sie direkt vor unserem Zelt herum. Das sind vielleicht witzige Tiere, sie sehen aus als seien sie von einem Comiczeichner entworfen worden.. die Art und Weise, wie sie so locker auf ihren Hinterbeinen huepfen, und dabei die Vorderpfoten so witzig runterhaengen lassen. Wir sahen in Australien ausserdem mehr Tiere in freier Wildbahn, als in jedem anderen Land wo wir bis jetzt waren. Ausser den K�ngurus sahen wir Possums, Tiere die etwa so gross sind wie Otter(falls euch das hilft), aber auf Baeumen leben und grosse kugelrunde Augen haben. Wir sahen sie nachts als wir mit einer Taschenlampe in die Baeume leuchteten. Sie hatte ein Junges, das sich auf dem Ruecken der Mutter festkrallte und echt niedlich aussah.
In den Baeumen wimmelte es foermlich von Voegeln: weisse Kakadus, schillernd bunte Papageien, weisse Papageien, riesige Pelikane(nicht in den Baeumen, am Fluss) und dann noch ein typisch australischer Vogel, der Kookaburra, der einen sehr lauten Ruf hat und sich sehr gerne frueh morgends vor das Zelt stellt und losschreit�
Eine australische Familie mit ihren drei Kindern lud uns am ersten Abend zum Essen ein und bot uns sogar an, die Kueche in ihrem Campingwagen zu benutzen wenn sie nicht da sind.(sie kannten uns erst f�r 1 Stunde!!!) Die naechsten Abende grillten wir meistens, einmal ging ich angeln und hatte auch Glueck und wir grillten die Fische, sie waren sehr lecker. Wir genossen die Zeit in der Natur, umgeben von so vielen Tieren, die wir nur aus dem Zoo kennen. Einmal fuetterte Amandine die Papageien, und sie waren so zutraulich, dass sie kamen und sich auf ihren Kopf, Schultern und Arme setzten. An einem Abend wurden wir von ein paar anderen auf eine Party mitgenommen, sie fand in einem anderen Gaestehaus statt und der Hoehepunkt des Abends war ein Kr�tenrennen! Ja, man konnte sich vorher eine Kr�te ersteigern, sie hatten bunte Baendchen um den Hals, damit man sie auseinanderhalten konnte. Die �Rennbahn� war ein Kreis mit ca. 2 Meter Durchmesser. Alle Kroeten wurden in einen Eimer gelegt, der dann in der Mitte des Kreises umgedreht wurde. Die Kroete, die als erstes den �usseren Ring �durchbrach�, kam in die naechste Runde. Die Zuschauer standen drumherum und feuerten ihre Kroeten an, echt mal was anderes und vielleicht eine gute Idee fuer die naechste Party J

Wir entschlossen uns dann, am Strand entlang weiter noerdlich zu trampen. Der Strand ist naemlich an vielen Stellen in Australien so breit, dass er als Autobahn dient. Wenn Ebbe ist, ist der Sand schoen hart und mit einem Allradfahrzeug kommt man sehr gut voran. Dort trampten wir also etwa 60km weiter nach Norden. Der Fahrer der uns mitnahm, zeigte uns ausserdem auf dem Weg alle moeglichen Dinge und erklaerte uns vieles. Zum Beispiel hielt er an und zeigte uns wie man Pipis findet. Das ist eine besondere Muschelart, die etwa eine Handlaenge tief im Sand vergraben liegt. Man findet die Stelle, da an dem Punkt eine flache Mulde im Sand ist. Dort graebt man dann etwas in den Boden und man findet sie. Sie sind optimal als Koeder zum Angeln, aber man kann sie auch essen, und zwar roh, direkt aus der Schale. Das zeigte er uns und wir probierten auch eine. Meiner Meinung nach schmeckten sie sogar besser als Austern, suesser.

Fraser Island, Australien

Bei Ankunft im naechsten Gaestehaus, buchten wir sogleich einen Trip zu der nahegelegenen Insel �Fraser Island�, einer der groessten reinen Sandinseln der Welt. Dort verbrachten wir mit einer Truppe von acht Leuten und einem Allrad Jeep, drei Tage. Am ersten fuhren wir per Faehre auf die Insel und dann am Strand entlang bis zur noerdlichesten Spitze der Insel. Dort schlugen wir unsere Zelt auf und verbrachten die erste Nacht dort. Wir bestiegen eine Klippe, von der aus man ins Meer schauen konnte. Einfach Wahnsinn: Man konnte von dort oben riesige Meeresschildkroeten, noch groessere Rochen, die wie grosse schwarze Teppiche dicht unter der Wasseroberflaeche dahinschwebten, eine grosse Gruppe Riffhaie und zur Kroenung noch zwei oder drei riesige Tigerhaie, beobachten! Wie im Zoo, nur viel besser. Wir blieben lange dort um das Treiben ca. 50 Meter unter uns zu beobachten. Die Haie sind auch der Grund, warum auf Fraser Island sehr stark vom Schwimmen im Meer abgeraten wird�aber dafuer gibt es ja auf Fraser Island wunderschoene Seen, die wir am folgenden Tag besuchten. Vorher wagten wir uns aber doch noch fuer ein erfrischendes Morgenbad ins Meer, jedoch an einer Stelle, die Champagner-Pool genannt wird (da es kleine, natuerliche Becken in den Klippen sind,  die von den Wellen staendig aufgefuellt werden und  das Wasser staendig sprudelnd frisch ist), diese Becken sind durch die Klippen vom Ozean getrennt (und somit schoen Haisicher :-).
Danach fuhren wir wieder ein Stueck zurueck am Strand entlang und wanderten durch ein Waldgebiet an einen wunderschoen still gelegenen See, dessen Ufer an einer Seite aus Wald, auf der anderen aus riesigen Sandduenen bestand. Dort hatten wir viel Spass mit Baden und die Sandduenen herunterrennen und ins Wasser springen. Abends zelteten wir jedoch am Strand am Meer. Es war ein sehr schoener Platz zum Campen, die Gruppe mit der wir unterwegs waren, war sehr nett und wir kochten zusammen und sassen abends ums Lagerfeuer. Auf Fraser Island leben ausserdem Dingoes, eine Art wilder Hund, der aber doch eher einem Wolf aehnelt. Diese schlichen nachts um uns herum, und wir hatten vor dem Trip Anweisungen bekommen, wie uns verhalten mussten, wenn sie zu nahe kamen oder uns bedrohten. Wir sollten dann alle aufstehen, die Arme vor der Brust verschranken und dem Dingo in die Augen starren, also keine Schwaeche zeigen. Wir mussten dies einige Male tun,  wurden aber niemals angegriffen.
Ausserdem sollten wir uns nie alleine vom Feuer wegbewegen, also immer zu zweit zum Pinkeln gehen.
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