TAGEBUCH
Pushkar - Sonntag, 29.12.02
...Seit gestern sind wir in Pushkar, ein kleines Staedtchen, das
besonders durch seinen Kamelmarkt beruehmt wurde, der einmal pro Jahr stattfindet. Die Stadt ist heilig, das heisst Alkohol, Drogen, nichtvegetarisches Essen (auch Eier!), Kuessen und Umarmen in der Oeffentlichkeit, sind strengstens verboten. Die Stadt hat auch einen heiligen See, an dessen Ufer man nur barfuss laufen darf. Die Schuhe muessen in einer Mindestentfernung vom Ufer abgelegt werden. Gestern abend besuchten wir eine Vorstellung von Zigeunern, die traditionelle Musik und Taenze vorfuehrten. Einige Reisende aus Europa, traten mit einer sehr beeindruckenden Feurshow auf. Heute kauften wir uns sehr schoenen Silberschmuck, ein paar Ringe und ein Kettchen. Ausserdem kauften wir uns je eine Wolldecke, es wird naemlich langsam sehr kalt nachts( je weiter wir Richtung Norden ziehen) Hier lauft fast jeder anstatt mit einer Jacke, mit einer Decke umschlungen herum. Das ist uebrigens sehr gemuetlich. Ok, ich glaube ich habe mein Defizit an schreiben wieder aufgeholt. Ich hoffe ihr hattet alle frohe Weihnachten und wuensche euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr! Soeren
Bangkok - Samstag 18.01.02
Puh..jetzt muss ich mich sehr anstrengen mich an alles zu erinnern :-) also: von Pushkar aus sind wir weiter nach Varanasi gezogen, das ist eine Stadt die am  Fluss Ganges liegt. Sie ist heilig fuer Inder und der Ganges ebenso. Wer in Varanasi stirbt, bricht aus dem Zirkel der Wiedergeburt aus und darf direkt ins ahh Paradies glaube ich. Viele Menschen kommen also nach Varanasi um dort zu sterben. Die Toten werden dann nach Tradition am FLussufer (Ghat) verbrannt. Wir haben uns das angesehen. Die Toten werden von ihren Verwandten (nur den Maennern, die Frauen muessen zu Hause Abschied nehmen) auf einer Bahre ans Flussufer getragen. Sie sind mit Tuechern bedeckt, weisses Tuch bedeutet es ist ein Mann, farbiges eine Frau und plus Gold bedeutet dass die Person sehr alt war. Kinder, Leprakranke, schwangere Frauen und durch Schlangenbiss Getotete werden nicht verbrannt, sondern direkt im Fluss versenkt. Die Toten werden zur Verbrennung auf einen Scheiterhaufen gelegt und dann angezuendet. Ich hatte beim erstenmal gerade davor gegessen. Ich habe es dann vorgezogen mir das an einem anderen Tag nochmal anzusehen (mit leerem Magen). Ok, ich uebertreibe ein bisschen, es war nicht ganz so schlimm aber schon gewoehnungsbeduerftig, vor allem der Geruch.
Viel haben wir in Varanasi nicht gemacht, da auch das Wetter sehr schlecht war. Wir mussten dann auch schon bald weiter nach Nepal, da unser Flug nach Bangkok am 13.01 war.
Die Fahrt nach Nepal meisterten wir per Bus. Zehn lange Stunden bis zur Grenze und dann nochmal zehn von der Grenze bis Kathmandu, der Hauptstadt Nepals. Wir hatten Glueck und fanden das wahrscheinlich beste Guest House in Kathmandu :-) Es war erst einen Monat alt und wurde von zwei 21-jaehrigen gefuehrt. Das war natuerlich schoen, alle Leute waren sehr nett und wir sassen nachts trotz ziemlicher Kaelte auf dem Flachdach und machten Feuer in einer kleinen Tonne. Einer der Besitzer spielte klasse Gitarre und sang dazu. Leider konnten wir nur eine Woche bleiben. Wir moechten auf jeden Fall nochmal nach Nepal, die  eine Woche hat Lust auf mehr gemacht. Es gibt sehr guenstige Wollwaren, aus Yak-Wolle, das ist so ein Tier, eine Mischung aus Schaf und Stier :-) sieht jedenfalls etwa so aus mit den langen Haaren. Wir haben uns schoene Wollsocken gekauft und ausserdem zwei Schlafsaecke. Wir wollen naemlich in Australien und Neuseeland wenn moeglich, campen.
Diesen Montag sind wir in Bangkok angekommen. Ich war anfangs etwas geschockt, als wir mit dem Flieger ueber Bangkok waren, sah die Smog-Wolke, die ueber der 13 Millionen Stadt hing aus, wie eine dunkle Gewitterwolke..nur dass sie braun-gelb war. Angekommen sahen wir nach Langem mal wieder Rolltreppen, Verkehrsregeln und herausgeputzte Leute. Es gibt sehr viele Touristen hier, und manche Strassen koennten auch auf Mallorca zu finden sein. Da diese Touristengegenden die guenstigsten sind, haben wir uns auch dort einquartiert. Mir gefaellt die Stadt sehr gut. Vor allem das  Essen, das man in den etlichen Strassenstaenden -und Maerkten kaufen kann -phantastisch. Ich war die ersten zwei Tage krank, muss wohl in Kathmandu am Schluss noch was Schlechtes zu essen erwischt haben. Da haben wir meinen Geburtstag eher  im Stillen gefeiert. Macht aber nix, am naechsten Tag gingen wir dann schoen essen, mit einem Freund den wir in Kathmandu kennengelernt haben und mit dem wir uns hier wieder trafen. Er kommt ganz aus meiner Naehe im Ries. Achja, eine schoene Massage habe ich mir natuerlich gegoennt:-) das war es auch wirklich wert. Ansonsten habe ich an einem Meditationsunterricht in einem Tempel, gefuehrt von einer Nonne, teilgenommen. Es war sehr interessant, aber fuer meinen Geschmack etwas zu religios(buddhistisch) ausgelegt. Die buddhistischen Tempel finde ich viel interessanter und auch schoener als die hinduistischen. Sie funkeln vor Gold und haben an allen Ecken auf dem Dach so eine Art Horn,das nach oben absteht und sehr schoen ausieht.Ich weiss leider nicht die Bedeutung. Am Montag werden wir Bangkok verlassen und etwas Richtung Sueden ziehen. Danke an alle, die an meinen Geburtstag dachten und mir so liebe Glueckwuensche geschickt haben! Ich habe mich sehr gefreut. Wir haben uebrigens heute ein paar neue Photos auf die Webseite gestellt. Viel Spass beim Anschauen. Also dann, bis bald, ich hoffe es geht euch allen gut. Soeren
Ko Pha Ngan, Do. 30.01.02
So, wir sind also weiter Richtung Sueden gezogen. Wir nahmen den Bus und fuhren erstmal aus Bangkok heraus, einfach weg von der Stadt. Wir wollten erst einen National Park der nicht weit von Bangkok entfernt ist. Wir uebernachteten also in einer kleinen Stadt Phet Buri. Aber abends lasen wir nochmal die Karte und entschlossen uns dann noch ein bisschen weiter nach Sueden zu fahren und dort in einen National Park zu gehen. Dorthin zu kommen war etwas kompliziert, da keine oeffentlichen Verkehersmittel direkt dorthin fuehren. Wir wollten erst trampen, aber wir hatten leichte Verstaendigungsprobleme und fanden nicht die richtige Strasse die zum Park fuehrte.  Wir nahmen also letzendlich ein Taxi fuer die letzten Kilometer. Im Park angelangt machten wir uns mit unseren grossen Rucksaecken auf den Weg. Wir wollten an eine bestimmte Stelle im Park, wo wir laut Karte Zelte mieten koennten. Wir wanderten an der Kueste  direkt am Meer entlang, durch einen sehr steilen aber wunderschoenen Pfad, mit atemberaubendem Ausblick aufs Meer. Durchgeschwitzt an der anderen Seite angekommen,  durchkreuzte ein unfreundlicher Parkwaechter mit Pistole im Guertel unsere Plaene und hinderte uns am Weitergehen. Er wollte wohl dass wir in einem SEINER Bungalows uebernachten. Das lehnten wir aber dann natuerlich ab und wir fuhren per Boot wieder zurueck zu der Stelle wo wir  losgelaufen waren. Von dort trampten wir dann los, was innerhalb des Nationalparkes wunderbar funktionierte, wie sich herausstellte. Die Leute dort haben fast alle grosse Jeeps mit Ladeflaeche, auf der wir dann hinten sassen. Wir kamen also doch an denStrand wo wir die Zelte mieten konnten. Als wir die Preise sahen, entschlossen wir uns aber doch, einfach unter freiem Himmel zu schlafen. Also spannten wir unser Moskitonetz am Strand auf ( mit einer interessanten Konstruktion aus Stoecken), und schliefen dort in unseren Schlafsaecken. Abends machten wir noch ein Feuer, damit wir uns nicht so ganz allein fuehlten. Ein streunender Hund leistete uns Gesellschaft und bewachte uns.
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