| TAGEBUCH |
| Sonntag, 1. Dezember 02 Heute haben wir uns mit dem Touristenfuehrer die Stadt und seine Umgebung angesehen. Die Landschaft ist wahnsinnig, ueberall ockerbrauner Sand mit riesigen Felsbrocken dazwischen. Dann immer wieder Tempelanlagen und Ruinen. Die Tempel sind mit sehr schoenen, in Stein gehauenen Bildern, manchmal ganzen Geschichten versehen. Es gibt auch riesige, beeindruckende Steinstatuen von Goettern. In einem Tempel gab es die sogenannte "Musik-halle", dies war ein Gebilde aus ueber 50 grossen Steinsaeulen, die jeweils ein Musikinstrument repraesentierten. Diese Saeulen waren wiederum von kleineren Saeulen umgeben. Wenn man gegen die kleinen Saelen klopfte, erzeugte der Stein den Klang des dargestellten Musikinstruments und das, obwohl die kleinen Saeulen auch aus massivem Stein waren! Uns wurde erklaert das dies nach dem gleichen Prinzip funktioniert wie bei einer Stimmgabel. - Beeindruckend. |
| Dienstag, 3. Dezember 02 Gestern haben wir Hampi auf eigene Faust erkundet und waren etwas Shoppen. Es gibt sehr schoene Klamotten hier. Heute haben wir einen Tempel besichtigt, der, etwas von der Stadt entfernt, auf einem hohen Berg steht. Er heissts "Affentempel", zum einen, weil der Berg von Affen nur so wimmelt, und zum anderen ist laut der Sage dort oben der Affengott geboren. Um dorthin zu gelangen mussten wir den Fluss ueberqueren, der Hampi teilt. Es gibt jedoch keine Bruecken, sondern einen kleinen Faehrbetrieb. Der besteht aus kleinen runden aus Bambus geflochtenen Booten, die mit Teer wasserdicht gemacht sind. Ein paar Jungs paddeln einen dann ueber den Fluss. Am anderen Ufer mieteten wir uns Fahrraeder und fuhren durch mehrere kleine Doerfer zu dem Berg auf dem der Tempel steht. Wir muessen 670 Treppen, die in strahlendem Weiss gestrichen den Berg hinauffuehren, ersteigen, um auf den Gipfel zu kommen. Von oben bot sich uns eine sagenhafte Aussicht ueber die Landschaft um Hampi. Sie erinnerte mich an die Beschreibungen aus der Bibel. Der ausgetrocknete, ockerfarbene, sandige Boden, mit grossen Felsbrocken uebersaeht, die wegen des Staubes fast die gleiche Farbe haben. Dazwischen kleine, gruene Inseln von Palmen und in der Mitte der Fluss, der auch fuer etwas gruen im Tal sorgt. Wahnsinn, echt. Der Tempel war da eher zweitranging.. |
| Mittwoch, 4. Dezember 02 Amandine hat sich heute ein wunderschoenes Muster mit Henna auf die Hand malen lassen, es sicht echt super aus. Ich habe mir stattdessen eine schoene Ruecken-und Nackenmassage gegoennt, was sie hier sehr gut koennen :-) Amandine hat sich ausserdem ein indisches Gewand (Salwar) gekauft, das nach ihren Wuenschen und Massen angefertigt wurde. (das ist sehr billig hier) Morgen werden wir in Richtung Norden aufbrechen. Es wird langsam Zeit, da wir ja Mitte Januar in Nepal sein muessen. |
| Samstag, 7. Dezember 02 heute sind wir in Aurangabad angekommen. Die Reise hierher hat seit Donnerstag Abend angedauert, da wir sehr lange Aufenthalt in Hyderabad hatten. Wir haben also zwei Naechte im Zug verbracht. Wir hatten aber Schlafabteile gebucht, was also schoen entspannt ablief. Abends fingen alle Inder an, ihr mitgebrachtes Essen zu verzehren. Wir wurden jedesmal gefragt, ob wir denn schon gegessen haetten, weil ihnen auffiel dass wir ausser Keksen nichts dabei hatten. Als wir verneinten, wurden wir zum Essen eingeladen, was wir dankend annahmen. Von einer Frau wurden wir eingeladen, am naechsten Tag mit zu ihr nach Hause zu kommen, weil sie Geburtstag hatte. Wir haetten das liebend gern gemacht, konnten aber aufgrund unseres Fahrplans nicht. Von Aurangabad werden wir einige Hoehlen besichtigen, die von Menschenhand in Stein gehauen wurden. Bis bald, Soeren. ( tut mir leid dass ich jetzt fuer eine Woche nicht geschrieben hatte, das Internet war sooo langsam in Hampi..) |
| Pushkar - Sonntag, 29.12.02 Hallo! Ich weiss, es ist an der Zeit dass ich wieder schreibe.. zu meiner Entschuldigung muss ich sagen dass das Internet in den Orten wo wir zuletzt waren, sehr sehr langsam war. Das letzte Mal schrieb ich von Aurangabad. Das ist ueber 2 Wochen her. Wir fuhren also per Zug nach Udaipur. Das liegt in Rajasthan, das ist eine Region Indiens, die als eine der farbenfrohsten Indiens gilt. In Udaipur hatten wir ein sehr schoenes Hotel direkt am Ufer eines Sees, dessen Restaurant auf dem Dach einen sehr schoenen Ausblick bot. Der See hat mehrere kleine Inseln, auf denen schneeweisse Palaeste stehen. Hier wurde einmal der James Bond Film "Octopussy" gedreht. Im Hintergrund wurde der See durch Berge abgegrenzt, was bei Tag und bei Nacht, wenn die Palaeste beleuchtet waren, wunderschoen aussah. Wir blieben hier einige Tage und besuchten einige Museen und Schloesser. Bei einem Spaziergang wurden wir von einer indischen Familie zum Essen eingeladen. Es war sehr nett, wir durften alles moegliche probieren, unter anderem kleine Brotbaellchen, die in einem Feuer aus Kuhdung gebacken wurden. Sie schmeckten echt klasse. Hier in Udaipur schnitten Amandine und ich uns gegenseitig die Haare. Wir machten uns eine praktische "Reisefrisur", beide ca. 2mm lang. Als naechstes fuhren wir nach Jodhpur, was wir nach einer ungemuetlichen Busfahrt mitten in der Nacht erreichten. Uns war von anderen Reisenden ein Hotel empfohlen worden, das erst vor 2 Monaten eroeffnet hatte. Wir hatten wahnsinniges Glueck. Die Besitzer gaben sich alle Muehe der Welt um uns wie zu Hause fuehlen zu lassen. Das ist auch gelungen. Wir durften in die Kueche spazieren, uns die Sachen aus dem Kuehlschrank nehmen, oder er gab uns Matrazen und Decken, damit wir nachts vom Dach aus den Sternenhimmel und die Aussicht auf die wahnsinnige Burg Jodhpurs geniessen konnten. Wir lernten einige nette Leute kennen, mit denen wir nach ein paar Tagen weiterzogen. Der Besitzer des Hotels kam fuer zwei Tage mit uns mit und wir besuchten ein Dorf in der Wueste, wo wir als Gaeste empfangen wurden. Das heisst uns wurde so ziemlich jeder Wunsch erfuellt den wir aeusserten. Wir assen leckeres Essen, einen besonderen Thali(verschiedene Toepfchen mit Sossen, Reis, Gemuese und knusprigem Brot) Manche der Zutaten wachsen nur in der Wueste. Wir uebernachteten in einem kleinen Haus aus Lehm, mit Strohdach. Dort bereiteten die Dorfbewohner uns mit Decken ein gemuetliches Nachtlager. Am naechsten Tag fuhren wir mit dem Traktor in die Wueste, und sie zeigten uns die Sandduenen und die kleinen Doerfer. Es war sehr schoen, vor allem die unglaubliche Gastfreundschaft die wir erfuhren. Als naechstes fuhren nach Jaisalmer, eine Stadt mitten in der Wueste, nahe der pakistanischen Grenze. Die Stadt besitzt eine riesige Burg, die inmitten der kahlen, flachen Landschaft sehr beeindruckend auf einem Berg ueber der Stadt thront. Fuer Heiligabend buchten wir eine Tour, die uns mit anderen Reisenden per Jeep in die Wueste brachte. Dort feierten wir am Lagerfeuer und schliefen spaeter dort. Glaubt mir, es kann verdammt kalt in der Wueste werden..:-) |
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