Staatsbesuch - Türken-Wulff nimmt
Türken in Schutz und rügt Seehofer

[Bundesmufti Türken-Wulff - Präsident aller Muslime]

von: WELT/AFP/mac (19. Oktober 2010)

Anmerkungen und Links: Nikolas Dikigoros

Zum Auftakt seines Türkei-Besuchs hat Bundespräsident Christian Wulff vor Pauschalurteilen in der Integrationsdebatte gewarnt.

Zum Auftakt seines Türkei-Besuchs hat Bundespräsident Christian Wulff der These von der mangelnden Integrationsfähigkeit von Türken widersprochen. "Zu behaupten, eine ganze Gruppe könne und wolle sich nicht integrieren, halte ich für falsch“, sagte Wulff nach Angaben des Bundespräsidialamtes in einem Interview der türkischen Zeitung "Hürriyet“. "Ich wende mich gegen jedes Pauschalurteil.“ Wulff rief die in Deutschland lebenden Türken auf, die deutsche Sprache zu lernen, das Grundgesetz anzuerkennen und Respekt vor der deutschen Gesellschaftsordnung zu haben.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte mit seiner Bemerkung, Zuwanderer aus der Türkei oder arabischen Staaten täten sich bei der Integration schwerer, weil sie aus "anderen Kulturkreisen“ kommen, viel Kritik auf sich gezogen. Auf die Frage, ob Türken nicht integrierbar seien, sagte Wulff in der "Hürriyet“, es komme auf den einzelnen Menschen an.
(Anm.: Da hat Seehofer ausnahmsweise mal Recht. Dikigoros kannte als Kind viele der noch wenigen Türken in Deutschland, die sich im Sinne des Türken-Wulffs "integriert", insbesondere die deutsche Sprache erlernt hatten. Was taten sie als gute - Dikigoros setzt das bewußt nicht in Anführungsstriche - Türken gleichwohl? Sie kehrten eines Tages, als sie genug gutes Geld - damals noch harte DM, keine windelweichen T€uros - verdient hatten, in ihr Heimatland zurück, vorzugsweise an die türkische Riviera, und eröffneten dort Würstchenbuden für deutsche Touristen, die ihr Volksgenosse Öger in Massen anzukarren begann. Auch das war eine Form von europäischer "Integration" - und sicher nicht die schlechteste!)
Der Staat müsse Angebote zur Integration machen, die der Einzelne dann aber auch annehmen müsse. "In streng religiösen Milieus“ gebe es unter Zuwanderern in Deutschland "nicht akzeptable Abschottungen und Auffassungen, die mit unserer Rechtsordnung nicht vereinbar sind“.

Wulff, wird am Dienstag von seinem türkischen Amtskollegen Abdullah Gül offiziell begrüßt und als erster deutscher Bundespräsident eine Rede vor dem Parlament halten. In dem "Hürriyet“-Interview bekräftigte Wulff, die türkischen EU-Beitrittsverhandlungen müssten "fair und ergebnisoffen“ geführt werden.
(Anm. Dikigoros: Das geht den Türken-Wulff gleich gar nichts an. Als Bundesmufti Bundespräsident hat er laut Grundgesetz - das er freilich nie gelesen, geschweige denn "respektiert" haben dürfte - lediglich repräsentative Aufgaben; in die Politik hat er sich nicht einzumischen. Schließlich ist er der Präsident aller Muslime in der BRDDR, also auch derer, die sich dort nicht integrieren wollen! :-)
(Nachtrag: 14 Jahre später verzichtete die Türkei offiziell auf eine Mitgliedschaft in der - am Rande des Zusammenbruchs stehenden - EU und stellte statt dessen einen Aufnahmeantrag bei den BRICS.)

Zugleich betonte der Bundespräsident die Bedeutung der Türkei als Land zwischen Ost und West. Viele Menschen setzten ihre "Hoffnungen auf die Türkei als Modell eines modernen säkularen Staates, der sich seiner Wurzeln bewusst ist“. Für diese Modellfunktion sei aber religiöse Toleranz wichtig: "Wenn die Türkei als ein Land mit überwiegend muslimischer Bevölkerung zeigen kann, dass sie Toleranz und Religionsfreiheit nicht nur für den Islam, sondern auch für andere Religionen wie Christentum und Judentum in vollem Umfang verwirklichen kann“, dann werde sie eine "wichtige Vorbildfunktion erfüllen“.
(Anm. Dikigoros: 1. Wenn... 2. Für wen? Kein guter muslimischer Staat würde sich so etwas zum "Vorbild" nehmen!)


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