DONALD TRUMPs Sieg für die Frauen im Sport

von Oliver M. Haynold (Die Achse des Guten, 02. Juli 2025)

Kürzungen, Anmerkungen & ergänzende Links: Nikolas Dikigoros

Donald Trump reagierte auf die Geschlechter-Absurditäten, die sich im Sport an US-Universitäten breit gemacht haben, mit einer Mittelsperre. Diese Holzhammer-Methode war offenbar notwendig, um endlich wieder Vernunft einkehren zu lassen.

Sieg von Präsident Donald Trump gegen seine (und meine) alma mater: Die University of Pennsylvania hat sich mit der US-Bundesregierung darauf geeinigt, künftig die Bürgerrechtsbestimmungen bezüglich der Teilhabe von Frauen am Universitätssport wieder zu achten, Männer und Frauen entsprechend ihrem biologischen Geschlecht im Wettbewerb antreten zu lassen, historische Rekorde und Ergebnisse entsprechend zu korrigieren, und sich bei betroffenen weiblichen Athleten einzeln zu entschuldigen. Im Gegenzug kann "Penn" [...] auf die Freigabe von 175 Millionen Dollar an wegen unzulässiger Geschlechterdiskriminierung eingefrorenen Fördergeldern hoffen [...] Geht doch!

Entzündet hat sich der Konflikt insbesondere um die Trans-Schwimmerin Lia Thomas. (Anm. Dikigoros: Gemeint ist der Schwimmer William Thomas.) Thomas ist 1,93 m (nach a.A. 1,85) groß, kräftig gebaut, schwamm seit ihrem 5. Lebensjahr Wettbewerbe als Junge, war darin auch recht erfolgreich, so dass sie sich für die Mannschaft dieser traditionsreichen Universität qualifizieren konnte. Auch darin war sie sehr gut, in einigen Wettbewerben die Beste ihrer Mannschaft, je nach Berechnungsmethode unter den besten hundert des Landes. Nationale Spitze war sie aber nie.

Das änderte sich, als Thomas im letzten Studienjahr nach abgeschlossener Hormonbehandlung als Frau in der Frauenmannschaft antrat. (Anm. Dikigoros: Was gibt es denn da "abzuschließen"? Da wäre allenfalls etwas abzuschneiden - nur dann wäre die Anerkennung einer "Geschlechtsumwandlung" vielleicht vertretbar. Noch besser wäre, wenn man für solche "Diversen" eine gesonderte Kategorie einführen würde - dann könnten sie, mutmaßlich ohne "Normalo"-Publikum, unter sich bleiben :-) Auf einmal schlug sie eine olympische Silbermedaillengewinnerin um Längen, trotz gegenüber der Zeit vor der Hormonbehandlung etwas gesunkener Leistungen. Jetzt war sie nationale Spitze, in einer Disziplin Landesbeste. Thomas machte sich Hoffnungen auf die Olympischen Spiele 2024, natürlich als Frau. Im Fernsehen erklärte sie, wie gut sie sich dabei fühlte, dass sie von niemandem Erlaubnis brauche, sie selbst zu sein - mit sonor-männlicher Stimme, dem Körperbau und der Armlänge eines durchtrainierten Mannes, und eindeutigen anatomischen Merkmalen im engen Badeanzug.

"Wahrscheinlich nie eine Stelle bekommen"

Weniger gut fühlten sich nachvollziehbarerweise manche weibliche Schwimmerinnen, die sich in einer Scharade um ihre Chance auf Titel im Universitätssport, die in Amerika einen Lebenstraum darstellen, gebracht sahen, und sich die Umkleidekabine mit einem Mann teilen mussten. Um deren Gefühle kümmerten sich die Universitäts- und Sportfunktionäre nicht [...] Sechzehn Mannschaftskameradinnen (Anm. Dikigoros: Was für ein Wort?! Politisch-korrekt müßte das doch jetzt "Frauschaftskameradend*inne" heißen!) erklärten in einem offenen, aber wohlweislich anonymen Brief, dass die Konkurrenz zu einem biologischen Mann unfair sei. Den Mannschaftskameradinnen wurde laut einer später eingebrachten Klage nicht nur erklärt, dass Thomas' Teilnahme in der Frauenmannschaft "unverhandelbar" sei, sondern dass "der Ruf derer, die sich über Thomas im Team beschweren, wegen Transphobie für den Rest ihres Lebens befleckt würde und sie wahrscheinlich nie eine Stelle bekommen würden." Es wurde ihnen allerdings großzügig psychologische Hilfe beim Überwinden ihrer Transphobie durch das psychologische Beratungszentrum der Universität sowie das LGBTQ-Zentrum angeboten [...]

Widerstand regte sich allerdings nicht nur auf Penn, sondern auch von anderen Sportlerinnen landesweit. Riley Gaines, eine Schwimmerin der University of Kentucky, die sich auf einem Wettbewerb einen 5. Platz mit Thomas teilen musste, wurde dessen Speerspitze. (Anm. Dikigoros: Anschauen, bevor der Videoclip gesperrt wird - die Ausführungen von O.M.H. greifen hier viel zu kurz!) Die war mit nicht nur weiblicher Biologie, sondern auch von blendendem weiblichem Aussehen, amerikanischem Lächeln, blonden Haaren, als ausgesprochene Christin und als Studentin einer staatlichen Universität im Landesinneren in jeder Hinsicht ein kultureller Gegenentwurf zu Lia Thomas. Sie war sauer über ihre sportliche Benachteiligung, genauso wie darüber, sich eine Umkleidekabine mit einem biologischen Mann teilen zu müssen. Daraus hat Gaines, die ursprünglich Zahnärztin werden wollte, seitdem eine Medienkarriere als Aktivistin gemacht. Bei einem Auftritt musste sie sich, von Polizisten geschützt, stundenlang in einem Raum vor gewaltbereiten Demonstranten verstecken.

Geschlecht als Bürgerrecht

Um diese Vorgänge zu verstehen, muss man "Title IX", ein amerikanisches Bürgerrechtsgesetz aus dem Jahre 1972, also aus dem Feminismus vor der Transbewegung, kennen. Das schreibt vor, dass niemand wegen seines Geschlechts ("sex", nicht "gender") in vom Bund geförderten Bildungseinrichtungen - in der Praxis damit nahezu allen - benachteiligt werden dürfe. Das wird nicht nur als Gleichheit der Möglichkeiten gesehen, z.B. dass alle Studenten sich an geschlechtsoffenen Sportwettbewerben beteiligen dürften, sondern als praktische Gleichheit, so wie tatsächliche Gleichheit vergebener Sportstipendien, an denen in Amerika Zugang zu sozialem Aufstieg wie Prestige hängen.

Das wiederum hat den Effekt, dass, weil eine Männersportart wie Football wegen der hohen Spezialisierung der Spieler und der Möglichkeit des kompletten Auswechselns sehr viele Spieler hat, zahlreiche Randsportarten für Männer gestrichen werden, während von beiden Geschlechtern ausgeübte Sportarten wie Fechten nur für Frauen angeboten werden bzw. Stipendien erhalten. Zuwiderhandlungen gegen das Gleichheitsprinzip können sehr teuer werden.

Ernsthafter als Absurditäten im Sport ist es, dass zur Vermeidung von Haftung unter Title IX, aber sicher auch ideologie-motiviert, Universitäten bei Anschuldigungen sexuellen Missbrauchs durch Frauen gegen Männer oftmals Scheinverfahren mit effektiver Umkehr der Beweislast und Verweigerung aller sonst üblichen Rechte für die Beschuldigten vornehmen. Dieser Zustand wurde schon vor einem Vierteljahrhundert von einem Juraprofessor der University of Pennsylvania im sehr lesenswerten Buch Shadow University behandelt und beklagt.

Dadurch fanden sich die Universitätsadministratoren mit dem Erstarken der Transbewegung in der Zwickmühle, gleichsam zwischen Skylla und Charybdis. Würden die Sportverbände, und, wichtiger, die Politik und die Gerichte, dieses Gesetz auf das empfundene Geschlecht beziehen, dann würde man es verletzen, wenn man Transathleten benachteiligen, also nicht in ihrem empfundenen Geschlecht antreten ließe. Würde es aber - der Formulierung von "sex" statt "gender" als geschützter Kategorie nach sprachlich plausibler - im Sinne des biologischen Geschlechts interpretiert werden, dann wäre das Gegenteil der Fall, und die Vergabe sportlicher Möglichkeiten an umetikettierte Männer wäre eine verbotene Benachteiligung der Frauen. Auch hier vermischte sich aber rechtlicher Druck mit eigenem Aktivismus der Universitätsadministratoren, und die Ivy League, die eigentlich eine Sportliga von acht der traditionsreichsten Universitäten ist, soll Druck auf nationale Verbände zu einer Interpretation im Sinne der Transathleten ausgeübt haben.

Keine Hochzeitstorte, kein Olympia

Der Rest der Welt sah die Sache wohl mehrheitlich anders als die abgehobenen Administratoren gewisser amerikanischer Universitäten. Lia Thomas verlor schon 2024 eine Klage gegen den internationalen Schwimmverband World Aquatics mit dem Ziel, sich Zugang zu internationalen Schwimmwettbewerben als Frau einzuklagen. Auch aus der Teilnahme an den Olympischen Spielen wurde nichts. Mit der Wiederwahl Donald Trumps, der diesen Kulturkampf in seinem Wahlkampf gerne aufnahm, drehte sich der Wind dann auch im amerikanischen Universitätssport. Am 20. Januar 2025, gleich zu Anfang seiner Amtszeit, gab Trump einen Präsidentenerlass heraus mit dem Titel "Frauen vor Gender-Ideologie-Extremismus verteidigen und biologische Wahrheit in der Bundesverwaltung wiederherstellen." Darin wird die Bundesbürokratie angewiesen, sich nur noch auf das biologische Geschlecht zu beziehen, insbesondere in Bezug auf Bürgerrechtsgesetze und Zugang zu geschlechtsspezifischen Räumen, und dem widersprechende vorherige Anordnungen zurückzuziehen. Daraus resultierte dann die Androhung des Zurückhaltens finanzieller Förderung an Penn und die gestrige Einigung nach zweimonatigen Verhandlungen. (Anm. Dikigoros: Damit ist Penn noch verdammt viel zu gut weggekommen. Trump hätte die Fördergelder zurück halten sollen, bis das gesamte Verwaltungs- und Lehr-Personal, das an jenen Skandalen beteiligt war, entlassen war - was gar keiner fristlosen Kündigung bedurft hätte, denn an US-Universitäten sind das keine Beamten auf Lebenszeit, sondern Angestellte mit auf ein Studienjahr befristeten Arbeitsverträgen, die man nur nicht zu erneuern bräuchte.)

Eine besondere Posse leistete sich dabei eine Professorin für Recht und Wirtschaftsethik auf Penns Managementschule Wharton, Amanda Shanor. Sie beschwerte sich in der Universitätszeitung, dass Title IX sehr wohl die Teilnahme von Transathleten vorschreibe, dass es aber "die Strategie" der Regierung Trump sei, "den Einsatz so weit zu erhöhen, dass Institutionen umkippen und sich ihrem Willen beugen, egal wie ungesetzlich oder verfassungswidrig ihre Verlangen sind."
Der Witz dabei: Shanor war als aktivistische Anwältin daran beteiligt, einen Prozess bis vor den Obersten Gerichtshof zu treiben, in dem es darum ging, eine kleine Konditorei unter Androhung von existenzvernichtenden Strafen dazu zu zwingen, entgegen der Glaubensvorstellungen des Besitzers eine Hochzeitstorte für eine schwule Hochzeit zu fertigen und zu dekorieren. Der Konditor hatte ausdrücklich keine Probleme damit, Homosexuellen so wie allen anderen seine Waren zu verkaufen, er wollte lediglich keine schwule Hochzeitstorte verfertigen. Schon damals, 2018, hat Shanor verloren, dabei aber offenbar die Dreistigkeit bewahrt, es angemessen zu finden, einen kleinen Konditor unter Androhung des Existenzverlusts zu einem seiner Religion widersprechenden künstlerischen Ausdruck verdonnern zu wollen, dann aber zu meckern, wenn die Bundesregierung finanziellen Druck ausübt, um eine Universität mit einem Stiftungskapital von 23 Milliarden Dollar und mit den besten Juristen an der Schikane biologisch-weiblicher Sportlerinnen zu hindern.

Szepter gegen Holzhammer

Donald Trump ist ein Mann fürs Grobe, ein Spezialist für Probleme, die sich durch Poltern lösen lassen. Bei komplexen Problemen wie der Zoll- oder Einwanderungspolitik funktioniert das bisher weniger gut. Es funktioniert aber offenbar bei Universitätsadministratoren, die es - sei es aus eigener Überzeugung, sei es aus Angst vor dem woken Mob - angemessen finden, Sportlerinnen einen nackten Mann vor's Gesicht zu knallen, der ihnen die Titelchancen nimmt, auf die sie nahezu ihr ganzes bisheriges Leben hart hingearbeitet haben. Dieses Problem bedarf keiner diffizilen Deliberation, sondern des Holzhammers.

Nun könnte man sich in der Tat beschweren, dass der Stil des Holzhammers eines amerikanischen Präsidenten unangemessen sei. (Anm. Dikigoros: Wieso? Schon das politische Motto Präsident Theodore Roosevelts war: "Carry a big stick!" :-) Wie auch gegenüber einer altehrwürdigen Universität, die älter ist als die Vereinigten Staaten von Amerika, [...] die ihre Geschichte und Unabhängigkeit (Anm. Dikigoros: welche? Die von staatlichen Fördergeldern offenbar nicht!) alljährlich mit Flaggen, Blasmusik und einem riesigen Szepter bekräftigt.

Diese Universität will aber nicht nur in großem Umfang Bundesmittel haben, sondern sie hat [...] achtzehnjährigen Sportlerinnen nicht nur mit dem Verlust der sportlichen Karriere, die ihr Lebensinhalt ist, gedroht, sondern mit dem Verlust der sozio-ökonomischen Existenz für ihr ganzes Leben. Über Umgangston und Erpressung können sich ihre Funktionsträger damit kaum beschweren. Sie können ja dem Rat folgen, den sie damals den Sportlerinnen gegeben haben: sich vom psychologischen Beratungszentrum der Universität oder dem LGBTQ-Zentrum Rat und Trost zu suchen.


Oliver M. Haynold wuchs im Schwarzwald auf und lebt in Evanston, Illinois. Er studierte Geschichte und Chemie an der University of Pennsylvania und wurde an der Northwestern University mit einer Dissertation über die Verfassungstradition Württembergs promoviert. Er arbeitet als Unternehmensberater, in der Finanzbranche und als freier Erfinder.


LESERPOST
(ausgewählt und z.T. leicht gekürzt von Dikigoros)

dr. gerhard giesemann (02.07.2025)
[...] Selbst wenn man Frauen und Männer bei gleicher Körpergröße und gleichem Gewicht beim Boxen aufeinander los ließe, dann hätten die Frauen dennoch ein Problem wegen der Muskeln [...] (Anm. Dikigoros: Das ist nicht nur beim Boxen so. Eine Kugelstoßerin stößt die 4-kg-Kugel bei gleicher Technik und gleicher Trainingsintensität nie so weit wie ein gleich großer und gleich schwerer Mann die 7,5-kg-Kugel. Ähnlich beim Speer- und Diskuswerfen. Dagegen ist Schwimmen ein schlechtes Beispiel: Beim Langstreckenschwimmen - vor allem außerhalb eines geheizten Hallenbads und ohne Neophrenanzug - sind Frauen Männern sogar überlegen, da sie eine natürliche Speckschicht zwischen Lederhaut und Muskulatur haben, die sie länger vor Auskühlung schützt. Die kann frau zwar durch übermäßige Hungerkuren verlieren, aber man[n] kann sie sich durch noch so viele Freßkuren nicht aneignen :-)

Barbara Strauch (02.07.2025)
Nachdem schon der ganze Kulturbetrieb seit Jahrzehnten unheilbar verseucht ist, kann man auch den Sportbetrieb langsam aber sicher vergessen. Es wird immer schwieriger, noch was Genießbares zu finden. Wohl dem, der selber musiziert, Sport treibt oder Bücher liest!


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