Anton ["Toni"] Sailer

(17.11.1935 - 24.08.2009)

[Toni Sailer]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1935
17. November: Anton ["Toni"] Sailer jun. wird als drittes von vier Kindern der Eheleute Anton und Maria Sailer im Tiroler Winterkurort Kitzbühel geboren.
Der Vater ist Spengler [Klempner], die Mutter Hausfrau; die ganze Familie läuft Ski. Angeblich bekommt Toni schon als Einjähriger seine ersten Skier - als vorgezogenes Geschenk zum 2. Geburtstag.
Kitzbühel ist nicht nur ein Winterkur-, sondern auch ein Wintersportort. Seit 1931 finden am dortigen "Hahnenkamm" (1.700 m) Skirennen statt. 1937 wird die berühmt-berüchtigte "Streif" abgesteckt, die damals als schwierigste und gefährlichste Rennstrecke der Welt gilt. (Obwohl es noch keine Irren gibt, die jene 3,3 km in weniger als 2 Minuten hinunter rasen und dabei Kopf und Kragen riskieren.)

1943
Puskás bestreitet sein erstes Ligaspiel für Kispest FC. (Er wird für den Verein in 349 Pflichtspielen 358 Tore erzielen.) Er spielt "linker Halbstürmer" im offensiven Mittelfeld.

1945
20. August: Puskás bestreitet sein erstes Länderspiel für Ungarn (5:2 gegen Österreich) und erzielt sein erstes Länderspieltor. (Insgesamt wird er in 85 Länderspielen 84 Tore erzielen.)

1949
Puskás heiratet die Kispest-FC-Handballerin Elisabeth ("Erzsébet"), geb. Hunyadvári (1932-2015). Aus der Ehe geht eine Tochter hervor.


Kispest FC wird vom ungarischen Kriegsministerium übernommen und in "Honvéd Budapest FC" umbenannt. Der Verein wird zum Armeesportclub; die Spieler erhalten als "Staatsamateure" Dienstgrade der Armee.
8. Mai: Puskás gewinnt mit der ungarischen Nationalmannschaft den "Gerö-Cup" (6:1 gegen Österreich).

1950
14. Mai: Puskás verliert mit der ungarischen Nationalmannschaft - die danach vier Jahre ungeschlagen bleibt - ein Freundschaftsspiel gegen Österreich (3:5).
Puskás wird zum Kapitän der ungarischen Nationalmannschaft ernannt.

1952
02. August: Puskás gewinnt mit der ungarischen Nationalmannschaft die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen von Helsinki (2:0 gegen Jugoslawien). Er wird zum Major befördert.

1953
17. Mai: Puskás gewinnt mit der ungarischen Nationalmannschaft erneut den "Gerö-Cup" (3:0 gegen Italien).
25. November: In London bringt Puskás mit der ungarischen Nationalmannschaft England die erste Heimniederlage (3:6) gegen ein nichtbritisches Team bei.


(Der 25.11. wird daraufhin in Ungarn zum heimlichen National-Feiertag :-)

1954
04. Juli: Bei der Fußballweltmeisterschaft in der Schweiz belegt Ungarn nach einer überraschenden Endspielniederlage gegen Deutschland (2:3) lediglich den zweiten Platz, da eines der beiden von Puskás erzielten Tore wegen Abseits nicht anerkannt wird. Danach fallen die einstigen Sporthelden bei der politischen Führung Ungarns in Ungnade. Auch in Deutschland ist Puskás "persona non grata", da er den Gerüchten, daß die "Wunderelf von Bern" gedopt* gewesen sein, neue Nahrung verleiht.

1955
Mai: Puskás bestreitet drei Länderspiele - die ersten seit Juli 1954 - auf einer kurzen Tournee durch Skandinavien.
27. November: Puskás gewinnt in Budapest mit der ungarischen Nationalmannschaft zum letzten Mal den "Gerö-Cup" (2:0 gegen Italien).


1956
14. Oktober: Puskás bestreitet sein letztes Länderspiel für Ungarn (2:0 gegen Österreich).
Noch im selben Monat beginnt der ungarische Aufstand gegen das sowjet-russische Besatzungsregime, der von Panzern der Roten Armee niedergewalzt wird. Puskás und seine Mannschaft - die sich gerade zu einem Europapokalspiel in Spanien aufhalten - weigern sich, nach Ungarn zurück zu kehren. Sie organisieren statt dessen eine Fußballtournee durch die westliche Welt. Die Moskau-hörige UEFA sperrt die Spieler daraufhin für 18 Monate.

1957-58
Puskás versucht vergeblich, in Österreich und Italien einen neuen Verein zu finden. Zur Begründung muß sein "fortgeschrittenes Alter" oder sein Übergewicht (das er freilich immer hatte) her halten; die wahren Gründe sind jedoch politischer Natur.

1958
Das viel geschmähte Franco-Regime bietet Puskás und seiner Familie in Spanien Asyl und ersterem eine neue fußballerische Heimat.** Puskás - von seinen Kritikern nur "Pancho [Dickbauch]" genannt - speckt in 6 Wochen 12 kg ab und avanciert bei Real Madrid zum "Comandante galopante"; in 179 Ligaspielen wird er 155 Tore erzielen (viermal als Torschützenkönig), außerdem in 39 Europapokalspielen 35 Tore.

1959
Puskás gewinnt mit Real Madrid den Europapokal der Landesmeister. (Dieser Wettweberb wird seit der Saison 1955/56 ausgetragen und zunächst fünfmal in Folge von Real Madrid gewonnen.)


1960
18. Mai: Puskás gewinnt mit Real Madrid erneut den Europapokal der Landesmeister. Im Endspiel gegen Eintracht Frankfurt (7:3), das als eines der besten seiner Karriere gilt, erzielt er alleine vier Tore. Anders als seine Mitspieler von 1954 - welche die unglückliche WM-Niederlage gegen die DFB-Auswahl nie verwinden konnten - begräbt er danach seine Rachegelüste gegenüber "den" Deutschen; wenige Jahre später versöhnt er sich auch mit DFB-Trainer Josef ('Sepp') Herberger.

1961
Puskás wird spanischer Staatsbürger.

1961-65
Puskás gewinnt mit Real Madrid fünfmal in Folge die spanische Fußballmeisterschaft.

1962
Puskás erzielt im Endspiel des Europapokals der Landesmeister 3 Tore gegen Benfica Lissabon. Dennoch unterliegt Real Madrid dem Titelverteidiger mit 3:5 Toren.
Puskás nimmt für Spanien an der Fußball-Weltmeisterschaft in Chile teil.

1964
Spanien wird - ohne Puskás - Fußball-Europameister.

1966
Real Madrid gewinnt zum letzten Mal den Europapokal der Landesmeister. (Der Wettbewerb wird 1992 abgeschafft und durch die so genannte "Champions League" ersetzt.)

1967
Puskás beendet seine aktive Fußballerlaufbahn und wird Trainer bei Hércules Alicante.
Noch im selben Jahr wechselt er in die USA, wo er die San Francisco Golden Gate Gales trainiert.

1968
Puskás wechselt nach Kanada zu den Vancouver Royals.


1974
.

1976
August: Sailer heiratet Gaby, geb. Rummeny, mit der er bereits einen einjährigen Sohn hat. (Die Ehe hält, bis ihr Tod sie 24 Jahre später scheidet.)

1976-90
Puskás arbeitet als Trainer in Saudi-Arabien, Griechenland, Ägypten und Paraguay, kann jedoch nicht mehr an seine alten Erfolge anknüpfen.

1985
.


1986
Sailer wird Rennleiter des Hahnenkamm-Rennens in Kitzbühel.

1990-92
Puskás arbeitet als Sportdirektor für den Verein South Melbourne Hellas, mit dem er 1991 australischer Fußballmeister wird.

1993
Puskás wird von der neuen Regierung Ungarns rehabilitiert, zum "Sportler des Jahrhunderts" gewählt und für kurze Zeit Trainer der ungarischen Nationalmannschaft.


1999
Die "Sports Media Austria [SMA]" - dummdeutscher germenglischer neuer Name für die einstige VÖS - kürt Sailer zu "Österreichs Sportler des Jahrhunderts".

2006
Sailer beendet seine Tätigkeit als Rennleiter in Kitzbühel und heiratet in 2. Ehe Hedwig, geb. Fischer.


2008
Sailer erkrankt an Kehlkopfkrebs.

2009
24. August: Anton "Toni" Sailer stirbt in Innsbruck an Kehlkopfkrebs (nach anderen Quellen: an einem Hirntumor). Er wird in Kitzbühel beigesetzt.

[Toni Sailers Grab]

* * * * *

2015
Zu Sailers 80. Geburtstag - und zum 75. Jubiläum des Kitzbüheler Hahnenkamm-Rennens - gibt die Österreichische Post zwei Sonder-Briefmarken zu 62 bzw. 70 T€uro-Cents heraus.

[Briefmarken]

2018
Januar: Das Wiener Boulevardblatt Der Standard greift die längst entkräfteten Vorwürfe von 1974 wieder auf, unterstellt, daß die österreichischen Behörden die Sache damals "vertuscht" und das Ermittlungsverfahren "niedergeschlagen" hätten und tritt dieses Märchen im Rahmen der berüchtigten "MeToo"-Kampagne auf einschlägigen "unsozialen Medien" breit. Glauben tut das freilich weder Dikigoros noch sonst irgend jemand, der auch nur 2+2 zusammen zählen kann.
(Warum nicht? Nein, nicht weil Frau Dikigoros von Kindesbeinen an ein großer Sailer-fan war und ist - und sogar ihren Mann überredet hat, diese Seite in Angriff zu nehmen -, sondern weil es einfach nicht glaubhaft ist, daß jemand, dem Frauen und Mädchen in Scharen nachlaufen und sich ihm an den Hals werfen, es nötig hätte, eine zu vergewaltigen - da haben wohl gewisse Zeitungsfritzen von sich auf andere geschlossen. Als Jurist erlaubt sich Dikogoros noch den Hinweis, daß die Vergewaltigung einer Prostituierten 1974 in Österreich noch gar nicht strafbar gewesen wäre - ebenso wenig wie in der BRD -; aber das zu wissen kann man von Schmierenjournalisten wohl nicht erwarten.***)
Oktober: Das miese jüdische Schmierenblatt rote Wochenblatt äußerst seriöse Nachrichtenmagazin Der LÜGEL SPIEGEL - Arbeitgeber des für den Wahrheitsgehalt seiner Artikel berühmten Star-Reporters Claas Relotius und ähnlich glaubwürdiger Ehrenmänner, -frauen und -diversen - nimmt einen neuen Anlauf und verleumdet Sailer, im Januar 1975 - also kurz nach den angeblichen Vorfällen in Polen - ein 14-jähriges Mädchen - dem das erst nach 43 Jahren wieder eingefallen sei (vermutlich nachdem man ihrem Gedächtnis mit einer namhaften Summe auf die Sprünge geholfen hatte) und das anonym bleiben möchte (wenn es denn überhaupt existiert) - vergewaltigt zu haben.


Vor allem jüdische Zeitungen und Zeitschriften in aller Welt - und natürlich die Internet-Verblödungsplattform Wikipedia - greifen diese Behauptung begierig auf und versuchen, sein Andenken damit in den Dreck zu ziehen, wobei sie darauf vertrauen, daß Tote sich gegen derartige Vorwürfe nicht mehr zur Wehr setzen können.


*.

**.

***Ähnliche Vorwürfe aus längst vergangenen - und verjährten - Zeiten werden via Der Standard auch gegen andere Angehörige des ÖSV erhoben, vor allem gegen Sailers Nachfolger als Olympiasieger und Sportler des Jahres Franz Klammer sowie gegen dessen Trainer Charly Kahr, die Dikigoros für ähnlich [un]glaubhaft hält. Wohlgemerkt: Er weiß aus zuverlässiger Quelle, daß in den 1970er Jahren z.B. beim DLV und dem NOK der BRD Athletinnen nicht nach ihren sportlichen Leistungen zu Olympischen Spielen u.a. internationalen Wettkämpfen geschickt wurden, sondern nach dem Grad ihrer Bereitschaft, mit den zuständigen Funktionären ins Bett zu gehen - aber gerade deshalb hätte es doch keiner von denen nötig gehabt, eine von ihnen zu vergewaltigen!


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