Die kommerziellen Spiele in Tokio

von Micha Dinnebin (Freie Welt, 27.7.2021)

[Die Covidiotischen Spiele 2021]

Bilder, Anmerkungen und Links: Nikolas Dikigoros

Niemand hat ihn bisher bei den derzeit in Tokio stattfindenden Sportwettkämpfen zu Gesicht bekommen und ich gehe davon aus, dass er dort auch nicht anzutreffen ist: der olympische Geist. Denn mit dem olympischen Gedanken haben die kommerziellen Spiele in Tokio nichts zu tun. (Anm. Dikigoros: Die in Tōkyō auch nicht :-)

Die Spiele von Tokio sollten analog zum bisherigen Vier-Jahres-Rhythmus 2020 stattfinden. Doch wegen der P(l)andemie wurden sie auf dieses Jahr verschoben. Es stand sogar im Raum, sie komplett abzusagen, aber dem machte das Internationale Olympische Komitee unter dem Vorsitzenden Thomas Bach aus Deutschland einen Strich durch die Rechnung. Die Spiele müssen statt finden, entschied das IOC. Schließlich kassiert man ja für die Übertragung der Wettkämpfe jede Menge Geld. Von vier bis fünf Milliarden Euro ist die Rede, die die Kassen des IOC füllen werden. Gezahlt wird das Geld von den übertragenden TV-Sendern, in Deutschland sind das ARD und ZDF. Letztlich also zahlt der geschröpfte Gebührenzahler dafür, dass er sich mitten in der Nacht aparte weißrussische Gewichtheberinnen oder ebenso zart gebaute tadschikische Ringerinnen anschauen kann. Nun gut, wem's gefällt... (Anm. Dikigoros: Das waren immerhin noch echte ["Bio"-]Frauen. Andere Länder, wie Neuseeland und Algerien, schickten Trans["frau"]en zu den Olympischen Spielen - schon 2016, und wieder 2024 -, wo sie u.a. die Boxwettbewerbe gewannen.)

Zuschauer in den Stadien gibt es nicht. Angeblich wegen Corinna. Auch einige Weltklassesportler haben ihre Teilnahme abgesagt. Sie schieben Verletzungen vor, hinter vorgehaltener Hand aber geben sie zu, dass sie keine Lust darauf haben, vor leeren Rängen anzutreten.

Sogar die beiden großen japanischen Sponsoren Toyota und Panasonic haben sich zurückgezogen. Toyota hat sogar den TV-Sendern untersagt, extra für die Spiele fertiggestellte Werbefilmchen auszustrahlen. Man will nicht in Zusammenhang mit diesen Spielen gebracht werden, das sei schlecht fürs Image, heißt es aus der Firmenzentrale in Japan. Bis zu ARD und ZDF hat sich diese Anweisung aber offenbar noch nicht herumgesprochen. Die schalten nämlich eifrig zwischen die einzelnen Wettkämpfe Werbung, und auch von Toyota wird da immer wieder ein Werbespot gebracht. Da stellt sich natürlich die Frage, ob Toyota Deutschland eine andere Sprache spricht als die Zentrale in Japan oder aber, ob man sich bei den deutschen TV-Sendern einfach über die Vorgabe des Automobilkonzerns hinwegsetzt.

Die Kommerzspiele sind für den IOC ein Erfolg, für Japan wird es teuer. Schätzungen zufolge wird der japanische Staat ein Minus von umgerechnet 20 Milliarden Euro machen, die Verluste muss dann der japanische Steuerzahler tragen. Da ist es wenig verwunderlich, dass die Ablehnung der Japaner gegenüber den kommerziellen Spielen in ihrer Hauptstadt sehr groß ist und Thomas Bach als einer der unbeliebtesten Menschen der Gegenwart gilt. (Anm. Dikigoros: Das sollte er erst anno 2024 selber toppen - bei den Trans-olympischen Spielchen von Paris!)

Ihn juckt das nicht. Der Reingewinn des IOC ist groß genung, diesen Erfolg wird er für sich reklamieren und hofft darauf, auch weiterhin als IOC-Präsident fungieren zu dürfen. 2024 sollen die Spiele in Paris sein und natürlich die Kasse auch wieder fett machen. Man wird sehen, ob dieser Plan aufgeht.


KOMMENTARE zum Artikel
(ausgewählt und z.T. leicht gekürzt von Dikigoros)

Werner Hill (28.07.2021)
Nicht der olympische Geist, sondern die Corona-Mafia dominiert [...] diese Olympiade [...] Es ist verwunderlich, daß vor leeren Rängen und angesichts der lächerlichen Masken-, Test- und Quarantäne-Schikanen überhaupt noch Sportler bereit sind, dort anzutreten. So sterben zuerst die Lebensfreude und dann die Menschen. Aber nach dem Great Reset wird alles besser!

Hajo (28.07.2021)
[...] In jungen Jahren kann man es noch verstehen, wenn sich einige martern, aus Spaß an der Freud oder aus dem Ehrgeiz heraus, eine besondere körperliche Leistung zu erbringen, was ja legitim ist, wenn man es nicht übertreibt. Nachdem nun aber andere erkannt haben, daß damit viel Geld zu verdienen ist, wurde Hochleistung kommerzialisiert, und der Urgedanke des alten Griechenlands ist leider immer mehr in den Hintergrund gerückt und aus den Muskeln, aber auch dem Willen des Einzelnen hat man nun ein Geschäft gemacht, wo die Organisatoren weit mehr partizipieren als die Athleten selbst. Die ruinieren auf Dauer ihre Körper [...] Die Spätfolgen einer Profikarriere können sich furchtbar auswirken, und dann kommen immer wieder neue, die sich auch ruinieren wollen, denn eines ist doch klar: Der menschliche Körper ist nicht für Daueranstrengung gemacht; es mag Spitzen geben durch unterschiedliche Anlässe, wer aber überzieht wird es später büßen müssen; und wenn er es zugibt, dann wird er noch belächelt.

Nikolas Dikigoros (29.07.2021)

JAPAN VERRECKE!


Wer des Japanischen nicht mächtig ist
möge den Kopf nach rechts neigen

Damit meint Dikigoros nicht etwa nur die Regierung - wie in anderen Staaten der Welt, in denen die Corona-Diktatur errichtet wurde -, sondern das ganze Drecksvolk, das diese aus vollem Herzen uneingeschränkt befürwortet. 1945 wurden japanische Offiziere durch alliierte Militär-Tribunale zum Tode verurteilt und hingerichtet wegen schlechter Behandlung von Kriegsgefangenen (von den Siegern, die ihre Gefangenen noch viel schlechter behandelten - und dafür mit Orden ausgezeichnet wurden; aber das nur nebenbei). Doch so schlecht wie die Japaner die Olympia-Teilnehmer von Tōkyō anno 2021 behandelt haben, behandelten sie nicht mal ihre Kriegsgefangenen.


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