Der Bundestag will den sogenannten Holodomor als Genozid an den Ukrainern anerkennen. Das ist eine rein politische Entscheidung vor dem Hintergrund der aktuellen Lage und hat mit der Realität nichts zu tun.Die deutschen Blockparteien SPD, FDP, Grüne und CDU/CSU wollen den so genannten Holodomor als Genozid anerkennen. Der Spiegel schreibt in einem Artikel mit der Überschrift "Holodomor vor 90 Jahren - Ampel und Union wollen Hungersnot in der Ukraine als Völkermord anerkennen" dazu: GeschichtsfälschungDas Problem dabei ist, dass über die Hungersnot, die Anfang der 1930er Jahre in der Sowjetunion geherrscht hat, unwahr berichtet wird. Es ist nämlich keineswegs so, dass es sich dabei um die bewusste Herbeiführung einer Hungersnot in der Ukraine handelte, mit der Stalin Ukrainer töten wollte. Die Hungersnot hat vielmehr die gesamte Sowjetunion und alle ihre Völker, auch die Russen, getroffen. Aber da wir in einer Zeit leben, in der die USA die Geschichte schreiben, weil viele sich zum Beispiel auf Wikipedia informieren, erfahren das in Deutschland nicht einmal die Menschen, die versuchen, sich zu informieren. Im deutschen Wikipedia erfährt man nichts darüber, dass die Hungersnot die ganze Sowjetunion getroffen hat; dafür erfährt man aber, wer möchte, dass wir alle ahnungslos bleiben: Das Problem ist, dass es sich bei der "Historikerin" Anne Applebaum nicht um eine Historikerin handelt, die ernsthafte Forschung betreibt. Anne Applebaum ist vielmehr eine in der US-Regierung und den US-Geheimdiensten bestens vernetzte Dame (Anm. Dikigoros: u.a. befreundet mit Sarah Nudelmann, die anno 2014 den Putsch auf dem Maidan von Kijiw persönlich anführte), die ihre Aufgabe darin sieht, die Interessen der USA und den Weltmachtanspruch der USA zu fördern. Wenn die Dame sich zu geschichtlichen Themen äußert, dann tut sie das immer mit Blick auf die aktuellen politischen Interessen der USA, die Russland derzeit verteufeln und isolieren wollen und seit 2014 jedes pro-ukrainische Narrativ stützen, das diesem Ziel dienen kann. Dazu gehört auch die Einordnung des Holodomor. Die Wahrheit über den HolodomorDie Abgeordneten des Bundestages, die nun fordern, den Holodomor als Genozid an den Ukrainern anzuerkennen, müssen nicht Wikipedia lesen, um sich zu informieren. Sie können auf den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages zurückgreifen (Anm. Dikigoros: Na ja, was von dem zu halten ist, kann man z.B. hier nachlesen), der dazu schon 2008, also bevor das geschichtliche Thema Spielball der Tagespolitik geworden ist, eine 23-seitige Ausarbeitung geschrieben hat. Und das interessante ist, dass diese Ausarbeitung im Großen und Ganzen die russische Version der Geschichte stützt, nicht aber die ukrainische. 1931 und 1932 gab es zwei Missernten in der Sowjetunion, die zu einer Hungersnot geführt haben. Diese wurde dadurch verstärkt, dass die kommunistischen Machthaber das Getreide aus den Dörfern abtransportieren ließen. Die Hungersnot betraf daher in erster Linie die Landbevölkerung und die Bauern, weniger die Städte. In der Folge starben bis zu sieben Millionen Menschen in der Sowjetunion am Hunger, maximal die Hälfte davon in der Ukraine, wobei etwa 20% dieser Opfer in der Ukraine keine Ukrainer waren. Das bestätigt auch der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages, und er schreibt weiter, dass auch andere Gebiete in der Sowjetunion betroffen waren, darunter russische Gebiete im Ural, Gebiete im Kaukasus und Kasachstan. Da der Hunger vor allem die bäuerliche Landbevölkerung getroffen hat, stellen die Ukrainer, die damals vornehmlich Bauern waren, wahrscheinlich die größte Gruppe der Opfer der Hungersnot, aber sie machen insgesamt nicht einmal die Hälfte der Opfer aus, die es dabei in der Sowjetunion gegeben hat. Ob die kommunistische Führung den Hunger dabei bewusst gegen die Bauern eingesetzt hat, die sich der Kollektivierung widersetzt haben, ist umstritten. Nicht umstritten ist hingegen, dass die Hungersnot die meisten Völker der Sowjetunion getroffen hat, nicht nur die Ukrainer. Dass die Hungersnot bewusst herbeigeführt worden ist, ist auch nicht wahr. Der Grund waren zwei Missernten (Anm. Dikigoros: Die wurden doch erst durch die Zwangskollektivierung ausgelöst!) und nachdem darauf wieder eine gute Ernte folgte, war die Hungersnot vorbei. Kritisieren kann man bestenfalls, wie die Sowjetführung den Mangel verwaltet hat, denn Stalin sah damals die Priorität darin, die noch rückständige und agrarisch geprägte Sowjetunion im Eiltempo zu industrialisieren. Entsprechend hatte die Versorgung der Stadtbevölkerung Priorität. Dass in dieser Situation Getreide sogar ins Ausland verkauft wurde, um mit den Devisen Industrieprodukte für die Industrialisierung einzukaufen, war aus heutiger Sicht menschenverachtend, entsprach aber den Zielen, die Stalin sich gesetzt hatte. Man kann über die Gründe für diese oder jene Entscheidung lange diskutieren und Historiker werden das sicher auch tun, aber von einer bewusst herbeigeführten Hungersnot zur Vernichtung des ukrainischen Volkes, also von einem Genozid, kann man beim Holodomor nicht sprechen. In Russland wird diese Hungersnot übrigens auch thematisiert, aber in Russland ist die Sichtweise so, dass die Hungersnot, der ja auch viele Russen zum Opfer gefallen sind, der Preis war, den das Land für die unglaublich schnelle Industrialisierung bezahlen musste. Hätte Stalin die Industrialisierung nicht so forciert, hätte die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg keine Chance gegen Nazi-Deutschland gehabt. (Anm. Dikigoros: Quatsch. Aus eigener Kraft hätte die ach-so-industrialisierte UdSSR auch so keine Chance gehabt, sondern nur Dank der massiven Belieferung mit Industrie-Erzeugnissen durch die USA. Ohne deren Getreidelieferungen - seit der Machtergreifung Roosevelts - wäre die Hungersnot ab 1933 auch nicht plötzlich "vorbei" gewesen; denn daß damals "wieder eine gute Ernte folgte" ist ein Märchen. Diese Getreidelieferungen - zum Nulltarif oder nur knapp darüber - wurden übrigens auch noch in der Zeit des "Kalten Krieges" fortgesetzt - Dikigoros schreibt darüber an anderer Stelle mehr, in Fußnote 3, unter "great grain robbery". Erst als Ronald Reagan diese Lieferungen einstellte, brach die UdSSR zusammen - trotz all ihrer Industrien und fruchtbaren Böden.) Daher ist man in Russland einhellig der Meinung, dass sich Stalins Entscheidungen dieser Zeit im Nachhinein als richtig herausgestellt haben, denn ansonsten hätte Hitler möglicherweise den Zweiten Weltkrieg gewonnen, und die Folgen wären weitaus schlimmer gewesen als die Hungersnot. (Anm. Dikigoros: Für wen?) Die ukrainische StaatslegendeDie Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages ist bei der Frage, ob der Holodomor ein Genozid war, sehr hilfreich, denn sie geht auf das Für und Wider der Genozid-These ausführlich ein: Dass es vor allem ukrainische "Forscher" sind, die den Holodomor als Genozid einstufen wollen, liegt daran, dass die Ukraine eine eigene Sage braucht, eine Legende, die ihre Staatlichkeit begründet, denn vor dem Zerfall der Sowjetunion hat es keine ukrainische Geschichte und erst recht keinen ukrainischen Staat gegeben. Noch im 19. Jahrhundert wusste kaum jemand, was Ukrainer sind, denn damals war noch von "Ruthenen" die Rede, also von Russen, die nicht unter russischer Herrschaft lebten, sondern unter der Herrschaft der westlichen Nachbarstaaten. Die ukrainische Kultur bildete sich erst im 19. Jahrhundert heraus, vorher hatte es keine ukrainische Kultur und keine Ukrainer gegeben. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages schreibt zur ukrainischen Sichtweise auf den Holodmor als Genozid: Die ukrainischen Regierungen ab 1991 haben den Holodomor seit der Unabhängigkeit ihres Landes zu einer Art Gründungsmythos ihres Landes aufgebauscht, um sich von ihrer tatsächlichen Vergangenheit abzugrenzen. Das mag man verständlich finden, es ist aber eine bewusste Geschichtsfälschung.
Wenn der Bundestag den Holodomor auf Betreiben der Blockparteien SPD, FDP, Grüne und CDU/CSU als Genozid einstuft, beteiligt sich der Bundestag an einer im Grunde innerukrainischen Kampagne zur Geschichtsfälschung, um das Kiewer Regime politisch zu unterstützen. (Anm.: Wie nicht anders zu erwarten war, hat die BRDDR diese Einstufung bald nach Erscheinen dieses Artikels vollzogen - wie die meisten anderen Staaten des
"Wertewestens" auch. Das erinnert Dikigoros irgendwie an die Posse um die "Anerkennung" der Armenien-Massaker von 1915 als "Genozid": zurück zu Wie im Irrenhaus |