Wie die Deutschen auf einen neuen Krieg
gegen Rußland vorbereitet werden

von Thomas Röper (Anti-Spiegel, 22. September 2025)

Anmerkungen & ergänzende Links: Nikolas Dikigoros

In Deutschland laufen die Vorbereitungen auf einen neuen Krieg gegen Russland auf Hochtouren. Sogar Helme russischer Soldaten werden bereits als Trophäen in deutschen Museen ausgestellt, und Rheinmetall berichtet auf seiner Seite fast schon stolz über seine Rolle in der Nazi-Zeit.

Ich lebe bekanntlich nicht in Deutschland und war 2020 das letzte Mal in Deutschland. Was der Deutschland-Korrespondent des russischen Fernsehens in seinem Beitrag für den wöchentlichen Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens gezeigt hat, finde ich daher ziemlich schockierend, weil das, was er da gezeigt hat, noch vor wenigen Jahren, als ich das letzte Mal in Deutschland war, undenkbar gewesen ist. Aber vielleicht ist das für Sie, liebe Leser, schon normal geworden, denn die meisten von Ihnen leben ja in Deutschland. Ich habe den russischen Bericht übersetzt, denn er zeigt, wie man die Vorgänge in Deutschland in Russland wahrnimmt.

Beginn der Übersetzung:

Die Regierung bereitet die Deutschen auf einen neuen Krieg mit Russland vor

Auf dem Plakat steht: "Die Toten der Weltkriege warnen uns: Nie wieder Krieg mit Russland". Unter diesem Motto fand in der Münchner Innenstadt eine Antikriegskundgebung statt. Linke wie Rechte sind vertreten. Die Kundgebung hat die unerbittlichsten politischen Gegner vereint. Heute sind sie einfach Deutsche, die keinen Krieg wollen.

Ein Demonstrant zeigt mir Bilder und erklärt mir: „Das ist Generalmajor Christian Freuding von der Bundeswehr. (Anm. Dikigoros: Das ist der, der freudig auf friedlich Demonstrierende gegen die Corona-Diktatur im allgemeinen und gegen den Lockdown-Terror im besonderen schießen ließ. Für dieses Verbrechen wurde er prompt zum Generalmajor befördert. Der preußische Leutnant Heinrich v. Kleist hätte wahrscheinlich gesagt:)

Neben ihm steht Oleg Romanow. Er ist Kommandeur des Asow-Bataillons. Sehen Sie, er hat Nazi-Tattoos. General Freuding konnte nicht übersehen haben, wer das ist. Man empfindet Verachtung, denn es ist nicht normal, mit solchen Leuten befreundet zu sein.“

Es gibt Nazi-Sympathisanten in der Bundeswehr. Ein aktueller Bericht enthüllte, dass in Einheiten Nazi-Hymnen gehört werden, sie ihre Arme zum charakteristischen Gruß erheben und dass es dort rassistische Gespräche gibt. (Anm.: So ein Quatsch. Seit wann gehören Russen und Deutsche unterschiedlichen Rassen an? Und Russen und Ukrainer sind sogar ein Volk. Durch solche unqualifizierten Bemerkungen macht sich der Autor völlig unglaubwürdig und entwertet seinen Artikel.)

Doch das Verteidigungsministerium ist weniger darüber besorgt als über die Unterbesetzung der Armee. Deutschland braucht mehr Soldaten, wie Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius erklärte: „Wir werden etwa 60.000 Soldaten mehr brauchen als heute. Die Wehrpflicht hilft uns jetzt nicht weiter, da wir nicht genügend Kasernen haben. Diese Kapazität muss erhöht werden. Bis dahin wird es freiwilligen Dienst geben. (Anm. Dikigoros: Davon werden die Kasernen auch nicht mehr :-) Wir werden mehr junge Männer und Frauen anwerben.“

Den Soldaten werden rund 2.000 Euro versprochen, und auch Bahnfahrten übernimmt die Bundeswehr. (Anm.: Ersteres ist stark untertrieben. Das Anfangsgehalt eines Soldaten auf Zeit beträgt 2.700 Euro p.m. Zu Dikigoros' Zeiten betrug es 820.- DM. Heimfahrten mit der Bahn waren damals für Wehrpflichtige auch kostenlos - und waren und sind es nach Dikigoros' Informationen auch in den russischen Streitkräften -; Zeitsoldaten bekamen 50% Rabatt. Was ist daran besonderes?!?)

Die Kriegspartei rückt getarnt vor. Wie so oft tarnt die NATO alles als Verteidigung der Demokratie. Am Gebäude des deutschen Verteidigungsministeriums ist nun ein Plakat aufgetaucht, auf dem die Deutschen gefragt werden: „Wie weit gehst du für unsere Demokratie?“ (Anm.: Dikigoros würde so weit gehen, das anti-demokratische Berliner Verbrecherregime zu stürzen, wenn er könnte - unter Berufung auf Art. 20 Abs. IV GG, auf das er einmal vereidigt wurde. Und er würde dabei auch über Leichen gehen - die der kriegstreibend:innen Verfassungsfeinde - Art. 26 GG! Leider ist er inzwischen nur noch ein alter weißer Mann, der dafür zu gebrechlich ist.)

Sogar die Straßenbahnen der Hauptstadt wurden militärisch bemalt. Neben den Eisernen Kreuzen prangt die Einladung zum Dienst.

Das Verteidigungsministerium hat bei jungen Leuten beliebte Blogger zur Rekrutierung aufgerufen. Das Eintauchen in das Leben in der Armee wird durch Kampagnenplakate, die an Computerspiele erinnern, so spannend wie möglich gestaltet. Sie zeigen Jugendliche in Militäruniformen. Und es gibt einen Appell an Schüler, der an die Hitlerjugend erinnert. Eine deutsche Bloggerin sagte: „Im Bereich ‚Karriere‘ auf der Bundeswehr-Website heißt es: ‚Schon in der Schule hast du gern das Zepter übernommen und andere inspiriert? Wir stärken, was in dir ist.‘ Die Werbung der Bundeswehr, die sich an junge Schüler richtet, wurde wiederholt kritisiert. Mit Einverständnis der Eltern kann man sich bereits ab 17 Jahren verpflichten.“

Das Bundesverteidigungsministerium wirbt auch bei Frauenfußball-Turnieren und in Kinos. Vor Filmvorführungen werden Werbevideos der Armee mit dem Frauenfußballteam gezeigt.

In Deutschland ist der Film „Tiger“ die Premiere der Woche. Eine Panzerbesatzung führt 1943 eine Operation in der Sowjetunion durch. Sie mäht Soldaten der Roten Armee am Ufer des Dnjepr nieder. Früher war es ihnen unangenehm, so was zu filmen. Jetzt applaudieren Filmkritiker dem Regisseur. „Mit einem gewissen Zynismus könnte man argumentieren, dass ‚Tiger‘ ein Film über die Situation in Europa ist, wo seit drei Jahren wieder Panzer unterwegs sind. Regisseur Gansel beginnt mit purer Action. Er zeigt eine Brücke mit sowjetischen Angreifern an einem Ende, deutschen Verteidigern am anderen und einem Tiger-Panzer in der Mitte. ‚Tiger‘ weicht vom Standard-Kriegsfilm ab – und auch vom Standard-Antikriegsfilm“, kommentieren deutsche Medien.

Das Kino und die Deutschen mit ihren neuen Maßstäben für den Zweiten Weltkrieg: Bei ihnen greifen die Sowjets an, und die Nazis sind die Verteidiger. Die Dreharbeiten begannen 2024. In Deutschland wird in letzter Zeit der Ton verändert.

Es wurde ein neues Monopoly-Spiel herausgebracht, dass über das mir Juri Christopher Kofner, Chefökonom des MIWI-Instituts, erklärt: „Die Spielfiguren sind ein Bundeswehrpanzer, ein Flugzeug, das einem Tornado-Jagdbomber sehr ähnlich sieht, eine Militärmütze und ein Schlachtschiff. Und auf den Spielkarten ist das Eiserne Kreuz der Bundeswehr zu sehen.“

Den Deutschen wird Monopoly als Kriegsspiel angeboten. Das harmlose Brettspiel wurde an das Format „Military“ angepasst. Die Erfinder der Idee wussten, worauf sie in Zeiten der Kriegshysterie setzen mussten.

Dazu erregte sich Kofner: „Noch vor zwei oder drei Jahren wurde in Deutschland alles, was mit Militär zu tun hatte, verurteilt, auch von den Politikern. Jetzt hat sich plötzlich alles um 180 Grad gedreht. (Anm. Dikigoros: Na, wenigstens nicht um 360° :-) An Bushaltestellen, im öffentlichen Nahverkehr, sogar in Spielen und Kindersendungen hört man Kriegsrhetorik. Es ist Wahnsinn!“

Die Gewinner sind die Waffenhersteller. Rheinmetall ist eines der wenigen deutschen Unternehmen mit Milliardengewinnen. Die Produktion in Unterlüß, heute Standort der größten Munitionsfabrik Europas, wurde kürzlich erweitert. Die Umgebung wird von den täglichen Tests auf dem örtlichen Testgelände erschüttert. Die Anwohner klagen über den Lärm der Explosionen.

Eine deutsche NDR-Journalistin schlendert in ihrer Reportage durch die Stadt, in der das reiche Unternehmen eine Fabrik nach der anderen baut, und wundert sich lachend über die Explosionen. Die Anwohner klagen über einen Mangel an Bahnverbindungen, Geschäften und Kindergärten in der Stadt, in der Rheinmetall der größte Arbeitgeber ist. Eine Straße in Unterlüß wurde nach dem Unternehmen benannt. Das Unternehmen verfügt über ein ausgedehntes Netz von Produktionsstätten im ganzen Land. Und es hat eine reiche Geschichte.

Hitler besuchte die Fabrik einst (Anm. Dikigoros: Wie viele russische Rüstungsunternehmen, die heute noch bestehen, besuchte einst Stalin?) und sagte in seiner Rede: „Der deutsche Soldat dankt euch, den Rüstungsarbeitern, für die Herstellung seiner Waffen. Ihr habt die Waffen geschmiedet, mit denen die Soldaten zum Sieg marschieren konnten.“

So dankte Hitler im Dezember 1940 dem Rheinmetall-Werk in Düsseldorf. Die Arbeiter in den Werkshallen hoben die Arme. Das Unternehmen war seit frühester Zeit mit den Nazis verbündet. (Anm. Dikigoros: Das war die Sowjet-Union damals auch noch! :-) Der Rüstungskonzern hatte die Nationalsozialisten mit Geld versorgt. Hitler dankte es mit einem Weltkrieg – und Rheinmetall wurde daraufhin mit Aufträgen überhäuft.

Auf der Website des Unternehmens wird diese Zeit unschuldig dargestellt: "Im Jahr 1943 war die Deutsche Wehrmacht an allen Fronten im Westen und im Osten in schwere Kämpfe verwickelt [...] Was bei allem Mangel und Notstand jedoch noch ausgezeichnet zu funktionieren schien, war die Bürokratie. Selbst die [...] notwendige Waffenfertigung wurde durch sie immer wieder ausgebremst. Das betraf sowohl die Beschaffung von Arbeitskräften, selbst die von Zwangsarbeitern."

Zwangsarbeiter waren Kriegsgefangene des Dritten Reiches, die in die Rheinmetall-Werke gebracht wurden. Fotos und Dokumente sind erhalten geblieben. Darin berichtet der Rüstungsgigant akribisch über das Geld, das er der SS für jüdische Frauen zahlte, die in das Werk geschickt wurden, um Granaten herzustellen. Das Dokument erwähnt diese Stadt Unterlüß, wo heute in drei Schichten Munition produziert wird.

Das moderne Rheinmetall-Werk in Unterlüß entstand nicht aus dem Nichts. Das Unternehmen eröffnete hier Ende des 19. Jahrhunderts seine ersten Werkstätten. Es produzierte Waffen für den Ersten Weltkrieg und belieferte im Zweiten Weltkrieg aktiv die Nazis. In der Nähe befanden sich Konzentrationslager, und die Gefangenen wurden zur Arbeit in die Fabrik getrieben. Man muss nicht lange suchen, um Zeugnisse dieser schrecklichen Tage zu finden.

Am Eingang zum örtlichen Friedhof stehen die Namen der im Rheinmetall-Werk gefolterten Menschen: Iwan, Elena, Galina, Wassili, Anatoli. Die meisten hier begrabenen sind Russen. Dies ist eines der Gräber, hier sind 34 russische Kinder begraben. Ihre Todesdaten liegen zwischen 1941 und 1945. Auf diesem Friedhof gibt es mehrere solcher Grabsteine.

Das waren die Kinder sowjetischer weiblicher Kriegsgefangener. Allein in Unterlüß beschäftigte das Unternehmen 3.500 Zwangsarbeiter. Unter Hitler rühmte sich Rheinmetall dafür, mehr Zwangsarbeiter einzusetzen als andere Unternehmen.

Von diesem Friedhof bis zu dem Werk, das Deutschland heute stolz als größten Munitionsproduzenten Europas bezeichnet, sind es weniger als zwei Kilometer. Deutsche, denen die Geschichte nicht gleichgültig ist, treffen sich am Werk manchmal zu Gedenkveranstaltungen. Plakate am Zaun erinnern an die Knochen, auf denen die Werkshallen stehen.

„Das Herz von Rheinmetall schlägt in Unterlüß“, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns. Das Werk dort ist das größte des Konzerns und produziert den Schützenpanzer Puma sowie Waffen und Munition für Panzer. Die Produkte werden meist nachts abtransportiert, vor allem in die Ukraine.

Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Armin Papperger erklärte: „Die Bedrohung, der wir in Europa ausgesetzt sind, ist groß. Auch die Bedrohung, der wir in Deutschland ausgesetzt sind, ist groß. Die Bevölkerung muss das verstehen! Wenn ich Berichte über einen möglichen Angriff auf Deutschland im Jahr 2028 oder 2030 lese, verstehe ich, dass wir uns vorbereiten müssen.“

Rheinmetalls Kriegsgeschichte ist eine halbe Autostunde entfernt ausgestellt, in Deutschlands größtem Panzermuseum, unter der Schirmherrschaft der Bundeswehr. Die Exponate stammen aus dem Ersten Weltkrieg. Genau so, wie vor damals mit Kreuzen und Hakenkreuzen.

Die Bundeswehr kann sich nicht beruhigen. Um den gewünschten Eindruck zu erwecken, wurde im Bundeswehrmuseum ein Fahrrad unter die Ketten eines sowjetischen T-34-Panzers gelegt. Dass diese Panzer die Nazis, die in die UdSSR einmarschiert sind, zurückschlugen, steht hier kein Wort. Stattdessen erinnern sie an die Niederschlagung der Proteste in Ostdeutschland. Anschließend folgt eine ausführliche Darstellung des Kalten Krieges, und am Ende der Ausstellung wird eine neue Phase beleuchtet, die hier als „Europäische Front“ bezeichnet wird. Zu sehen sind Fotos moderner deutscher Waffen in der Ukraine.

Es gibt auch Trophäen. Das Exponat des Monats ist im Bundeswehrmuseum ein russischer Soldatenhelm. Er wurde am Haupteingang ausgestellt. Auf der Website des Museums heißt es dazu: „Im April 2023 nahmen Ukrainer in Ugledar nach einem Gefecht zwei russische Soldaten gefangen. Dieser Helm gehörte einem von ihnen. Der Besitzer hatte darauf sein Rufzeichen Lochmaty geschrieben. Über das Schicksal des russischen Soldaten ist nichts bekannt.“

Daran, wofür der russische Soldat kämpft, erinnerten Teilnehmer der Kundgebung in München deutsche Politiker. Sie entrollten eine Karte mit den Grenzen der NATO, die versprochen hatte, sich nicht nach Osten auszudehnen. Alexandra Motschmann, die Organisatorin der Kundgebung, sagte dazu: „Die NATO dehnt sich weiter nach Osten aus, und das stellt natürlich eine Gefahr für Russland dar, das verstehe ich sehr gut. Aber leider haben wir derzeit Politiker an der Macht, die sich im Kriegswahn befinden, sich der NATO-Rhetorik unterwerfen und den Krieg nur anheizen. Wir sehen, dass Diplomatie nicht gefördert wird.“

Die Demonstranten gehören zu jenen Deutschen, die die Lehren der Geschichte nicht vergessen haben. Sie sammeln nun Unterschriften, um ihre neue Kriegsmaschinerie zu stoppen. Es gibt viele Menschen in Deutschland, die weder einen Dritten Weltkrieg noch ein Viertes Reich wollen.

Ende der Übersetzung


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