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KfW Mittelstandsbank stellt "Unternehmerkapital" vor
[19.12.2003] Frankfurt am Main
(ots) - Hans W. Reich, Sprecher des Vorstands der KfW Bankengruppe, stellte
gestern in Frankfurt die mezzanine Produktfamilie "Unternehmerkapital"
der KfW Mittelstandsbank vor. Über die Programmfamilie Unternehmerkapital können
Gründer, junge Wachstumsunternehmen und etablierte Mittelständler ab 1. März
2004 langfristige Nachrangfinanzierungen für Investitionen beantragen, mit
denen neue Arbeitsplätze geschaffen bzw. bestehende Arbeitsplätze
gesichert werden. Mezzanines Kapital enthält eigenkapitalähnliche Elemente
und bündelt damit die Vorteile von Fremd- und Eigenkapital.
Ein wichtiger Aspekt dieser Art der Finanzierung ist, dass das
Unternehmen für die KfW-Nachrangdarlehen keine Sicherheiten stellen muss.
Mit dem Unternehmerkapital wird gleichzeitig der erste Baustein der
"Initiative Finanzstandort Deutschland" (IFD) umgesetzt, die
Anfang Dezember ihr Konzept vorgestellt hatte. Die Banken und Sparkassen
haben im Rahmen der IFD zugesagt, das Unternehmerkapital mit eigenen
Finanzierungsinstrumenten zu begleiten, wodurch die Wirkung des Programms für
den Mittelstand nachhaltig verstärkt wird.
Mezzanines Kapital ist ein interessantes Finanzierungsinstrument: es
steht langfristig bereit, bindet keine Sicherheiten und erfordert im
Gegensatz zur Aufnahme externen Eigenkapitals keine Änderung der
Gesellschafterstruktur. Der Bedarf an mezzaninem, unbesichertem Kapital ist
in der letzten Zeit stark angewachsen, da Banken bei der Kreditentscheidung
zunehmend moderne Ratingverfahren benutzen, um die Bonität eines
Unternehmens einzuschätzen.
Eine maßgebliche Rolle bei der Bonitätsbewertung kommt dabei der
Eigenkapitalquote zu: "Um künftig noch Zugang zu Kapital zu haben,
muss der Mittelständler sein Eigenkapital aufbessern. Das geht natürlich
nicht über Nacht. Mit unserem Mezzanine-Angebot helfen wir deshalb
Unternehmen, diese Zeit des Aufbaus zu überbrücken, indem wir ihnen den
Zugang zu Kapital offen halten", sagte Reich. Deshalb ist das
Unternehmerkapital mit langen tilgungsfreien Anlaufzeiten ausgestattet, so
dass der Unternehmer Spielraum erhält, in der Zwischenzeit die
Eigenkapitaldecke zu verbessern.
Der auf der Pressekonferenz anwesende Mittelstandsbeauftragte der
Bundesregierung, der Parlamentarische Staatssekretär Rezzo Schlauch, begrüßte
das neue Programm der KfW Mittelstandsbank: "Mittelständische
Unternehmen brauchen ausreichende Eigen- und Fremdmittel. Mit dem jetzt
beschlossenen Vorziehen der Steuerreform und dem damit verbundenen Absinken
der Steuersätze bleibt mehr Geld auch in den Kassen mittelständischer
Unternehmen."
Unter der Programmfamilie "Unternehmerkapital" werden drei
Bausteine angeboten: für Gründer, für junge Unternehmen in der
Wachstumsphase und für etablierte Mittelständler. Die einzelnen Bausteine
sind eine Weiterentwicklung der bestehenden Programme ERP Eigenkapitalhilfe
und Kapital für Arbeit. Beide Programme werden im März 2004 in die
Programmfamilie Unternehmerkapital integriert.
Allen Bausteinen ist gemeinsam, dass die Banken vom Bund bzw. der KfW von
den Risiken aus einem etwaigen Ausfall des Nachrangkapitals entlastet werden.
Darüber hinaus werden die Zinsen für Gründer und Wachstumsunternehmen
durch Mittel aus dem ERP-Sondervermögen vergünstigt.
Im zweiten und dritten Baustein des Programms, also bei der
Wachstumsvariante und der Variante für etablierte Unternehmen, gelten je
nach Risikolage des geförderten Unternehmens unterschiedliche Zinssätze.
Dadurch wird sichergestellt, dass jeder Kreditnehmer eine Risikoprämie in
der Höhe zahlt, die aus seinem statistischen Ausfallrisiko abgeleitet ist.
Unternehmen mit guter Bonität profitieren also von niedrigen Zinssätzen,
schwächere Unternehmen erhalten durch die risikogerechte Preisgestaltung
weiter Zugang zu Kapital.
Die Konzeption des Unternehmerkapitals ist ein weiterer Schritt im Rahmen
der Neugestaltung der Programmlandschaft der KfW Mittelstandsbank, nachdem
die DtA auf die KfW Bankengruppe im Sommer dieses Jahres fusioniert ist.
Schon im September 2003 führte die Förderbank den Unternehmerkredit als
großes Fremdkapitalprogramm ein.
Weitere Informationen:
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