Wenn der Kunde nicht
zahlt, hat das für Unternehmen existenzielle Folgen: Rund 12
Prozent aller Insolvenzen in Deutschland resultieren aus der
schlechten Zahlungsmoral von kooperierenden Unternehmen. Knapp 15
Prozent der West- und sogar rund 37 Prozent der Ost-Unternehmen mußten
1996 mehr als ein Prozent Ihres Umsatzes als Forderungsausfall
verbuchen. Da sollten Sie vorbeugen.
KUNDENBONITÄT ÜBERPRÜFEN
Manchmal hilft ja schon der gesunde Menschenverstand weiter. Mögliche
Warnzeichen für einen Problemkunden:
die Maschinen/Büros sind in schlechtem Zustand
das Image der Produkte ist mies
die Angebotspalette ist dürftig
die Kapazitäten sind nicht ausgelastet
es wimmelt von Sonderangeboten und Rabatten.
Über Wirtschaftsauskunfteien oder über Uns können Sie gegen Gebühr
Informationen über Ihren Neukunden einholen. Wichtig für Sie sind
vor allem Bilanzdaten, die Umsätze und ihre Entwicklung,
Bankverbindungen und Zahlungsweise. Diese Daten werden von den
Auskunfteien in einem »Bonitätsindex« zusammengefaßt.
Für eine einmalige Inlands-Auskunft zahlen sie zwischen 120 und 280
€. Bei mehreren Anfragen wird es günstiger: Für eine Jahresgebühr
von 500 € können Unternehmen so etwa 60 telefonische
Kunden-Checks einholen. Die detaillierten Wirtschaftsauskünfte
kosten dann - je nach Umfang - zwischen 30 und 70 € .
Über die Zahlungsfähigkeit von Privatkunden können Sie sich bei
der SCHUFA informieren.
RECHNUNGEN MANAGEN
Erschreckend: 30 Prozent aller Kunden im Handel zahlen erst im
zweiten Monat ihre Rechnung, und 11,5 Prozent erst im dritten.
Stellen Sie Rechnungen sofort, wenn Sie geliefert haben. - Schreiben
Sie umgehend Mahnungen, wenn die Zahlungsfrist verstrichen ist. Mit
der 2. oder 3. Mahnung kündigen Sie ein gerichtliches Verfahren an.
FORDERUNGEN EINTREIBEN
Der Weg, Forderungen mit Hilfe von Mahnbescheid und
Gerichtsvollzieher einzutreiben, ist mühsam und langwierig. Ausweg:
Beauftragen Sie ein Inkassounternehmen mit dem lästigen Job.
Inkasso-Dienste haben das nötige Know-How und die entsprechende
Manpower, um der Forderung Nachdruck zu verleihen. Eine Mahnung mit
dem Briefkopf eines Inkasso-Unternehmens macht auch mehr Eindruck
als Ihre wiederholte Mahnung. Dazu kommt: Ein Schuldner, der in
Verzug gerät, muß den Schaden zahlen, der Ihnen entsteht - und
damit auch die Gebühren des Inkasso-Dienstes. Genau darum steigt
auch sein Druck, die offene Rechnung so schnell wie möglich zu
begleichen.
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