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Dr. Latinos Sport- und Umweltpoesie
 
Wie bereits gemeldet, darf Lucky Latino sich seit einigen Monaten
'Dr. poe.sp.', also 'Doktor der Sportpoesie' nennen. Gestern nun
wurde die Doktorwürde in einer Feierstunde an der Universität
Palermo auf den Bereich der Umweltpoesie ausgeweitet. Dr. Latino
ist nun also Dr. poe.sp.oec. Lucky Latino
Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl seiner Werke:
 
21.01.2007:
Poetischer Traum vom romantischen Glück
 
Sie träumt von Ritter Eisengert,
reich geschmückt mit Pferd und Schwert.
Sie steht für ihn an seinem Herd
und fühlt sich dabei noch geehrt.
Doch als all dies zu lange währt,
da hat sie sich halt doch beschwert,
sie wollt' nicht länger nur an' Herd
von Ritter Gert, trotz Pferd und Schwert.
 
Kinderliederverballhornung #26
 
Wer will fleißige Handwerker seh'n?
Der muss in den Schlachthof geh'n:
Schwein auf Schwein, Schwein auf Schwein,
der Viehtransport muss fertig sein.
 
Kostbar läuft es stets im Kreis
 
Am Himmel bin ich oft zu seh'n,
doch kann ich auch in Tälern steh'n.
In Flüssen sieht man mich sehr oft,
treff' euch im Freien unverhofft.
Ich steige hoch, ich falle runter,
bin in den Bergen meist sehr munter.
Bin heimisch auch im Ozean
und auf der Wiese nebenan.
Selbst in den Menschen steck' ich drin,
kannst du mir sagen, wer ich bin?
 
Die Bundesligisten-Büttenrede 2006 / 2007
 
Ohne den Weltpokalsiegerbesieger
startete gestern die Bundesliga.
Sankt Pauli fehlt, doch das ist nicht so schlimm,
reizvoll ist trotzdem das ein� oder andere Team.
Da sind erst mal die, die sich zum Siege eiern,
man nennt sie die Spieler des FC Bayern.
Dann ein Trikot, es tat den Augen fast weh,
es war gelb und wieß und drauf stand �BVB�.
Ganz in Orange dagegen kleidet ein Genie
die Jungs von der Cottbuser Energie.
Die Stadt hat viele Mainzelmännchen, der Verein hat nur eins:
Jürgen Klopp, Trainer der 05er aus Mainz.
Die schlugen heute im direkten Duell
den von einem Schweizer trainierten Bochumer VfL.
Erst am Sonntag wollen sich zum Spiele bequemen
die Spieler des SV Werder Bremen.
Sie kicken auswärts in der Schröder-Stadt,
das heißt, sie machen Hannover platt.
In Wolfsburgfahren die Menschen VW
und nennen ihre Fußballteams �VfL� statt �FC�.
Wird ihnen nur genug Apfelwein gebracht,
leben alle Frankfurter in voller Eintracht.
Eine Mannschaft enttäuschte und spielte recht mau:
das Fischkopfteam vom HSV.
Schlimmer jedoch, �des war nemme schee!�,
spielte der Schwabenstolz, der VfB.
Dabei hieß es, in Stuttgart wird alles superer,
dann kam das 0:3 gegen Nürnberg, die Cluberer.
Stark wie ein Bär, schnell wie ein Falke,
bissig wie ein Löwe oder doch nur Scheiße wie Schalke?
Dann doch lieber zünftig am Busen schmusen,
als `ne Dauerkarte für Bayer Leverkusen.
Ne Zecke im Mittelfeld � ein komischer Name,
das gibt�s nur bei Hertha, der alten Dame.
Ohne Willi Landgraf habt ihr in der Liga nichts zu lachen,
liebe Verantwortliche von Alemannia Aachen.
Es fehlt euch an Routine, vielleicht auch an Geld,
dafür ist eure Stadt nicht so hässlich wie Bielefeld.
Der Trainer ist stark, die Mannschaft spielt Quark,
Euro statt Mark im Gladbacher Borussiapark.
Das soll�s sein gewesen,
du hast jetzt gelesen,
was der Autor sich denkt,
wie er sich das Hirn verrenkt.
Latino, so heißt er
und Bayern wird Meister!
 
Ode an die Sportjuristerei
 
Erfolg, Erfolg, du wandelnder Gesell',
kommst selten ohne Fleiß,
Vielleicht auch selten ohne Geld,
hat doch auch jeder Sieg sein' Preis.
 
Traurig ist's mit anzuschau'n,
Moral und Sportsgeist fehlen,
dem Unparteiischen Geld oder Frau'n?
Man muss nur den richtigen wählen.
 
Doch spricht hernach das Recht ein Wort:
"So darf's nicht weitergehen" -
Proteste in Politik und an jedem Ort,
da bleibt kein Urteil bestehen.
 
"Wofür nur werden wir bestraft?" -
für Einsicht sind wir uns zu schade.
Schließlich sind wir Weltmeister -
das ist doch ein Grund für Gnade.
 
Lächerlich mutet dies alles an,
Niveau der untersten Stufe,
bleibt mir der Mund offen steh'n,
sag' ich nur noch: "Forza, Juve!"
 
Alt und Jung 2006 - das dadaistische Tour-de-France-Gedicht
Klöden Fothen Klöden Klöden Fothen Klöden
Klöden Klöden Fothen Fothen Fothen Klöden
Klöden Fothen Fothen Klöden Fothen Klöden
Klöden Klöden Klöden Klöden Fothen
Klöden Fothen Fothen Fothen Fothen Fothen Klöden
Klöden Klöden Fothen Klöden Klöden Fothen
Klöden Klöden Fothen Fothen Klöden Klöden
Klöden Klöden Klöden Fothen Fothen Fothen Fothen
Klöden Fothen Klöden Fothen Klöden Fothen Fothen
Klöden Klöden Klöden Fothen Klöden Klöden
 
Lucky Latinos Sport-Limericks:
 
Gummersbach
In Gummersbach, da spielt man Handball
und interessiert sich nicht für�s Weltall.
Doch dann landete da
einst ein Ufo ganz nah,
das steht jetzt bei Dieter im Kuhstall.
 
 
Verschifft!
In Wien pinkelte einstmals ein Reiter,
sein Pferd lief derweil munter weiter.
Als die Blase geleert
fand er nicht mehr sein Pferd.
Er sucht es noch heut�, unser Reiter...
 
 
Bundesrats-Kopfball
Ein Fußballspieler aus Bremen
sagt nichts zu politischen Themen.
�Hä? Stoiber, Edmund? -
Wie� ich nur: Ball ist rund!�
Oh Miro, du solltest dich schämen!
 
 
Wintertour
In den Alpen da stehen vier Schanzen,
wer siegt, darf mit den Schönsten tanzen.
Außer er stinkt,
oder er singt,
oder ernährt sich von Pflanzen.
 
 
Drin!
Ein Sportschütze aus Herbertingen
der wollte es zu etwas bringen.
Er übte so viel
doch verfehlte das Ziel.
Seine Frau wird jetzt nie wieder singen.
 
Ausgeschieden
 
Trauer überrollt das Land,
prescht voran wie ein Orkan,
Tränen laufen über die Wangen,
Verteidiger schimpft er sich -
von wegen!
Nichts verteidigt er mehr,
nicht mal sich selbst.
Ein lächerlicher Fehler -
Wie konnte nur?
Warum?
Zu klein? Zu langsam?
Die falsche Position -
lamentieren hilft, trauern nicht.
Hätte nicht der Mann am Pfosten?
Nicht wirklich...
Nachdenken umsonst.
Gedanken fliegen.
Holen feuchte Männchen.
Rinnen herab die Wangen.
Vorbei.
Weltmeister? Jetzt wahrscheinlich Deutschland!
 
penalty rewind
 
Einschlag!
Jubel braust durch das Oval!
Noch ein Meter -
ein Luftzug streift die Fingerspitzen.
Noch zwei Meter -
Glanz im Auge des Schützen.
Noch drei Meter -
wenn er ihn nicht hält, dann...
Noch vier Meter -
Der Pfosten rückt näher.
Noch fünf Meter -
in Vollstreckung gegen die Vollstreckung.
Noch sechs Meter -
halber Weg, nicht halbe Miete.
Noch sieben Meter -
Unglück droht, die Gelegenheit verpasst?
Noch acht Meter -
ich hab's gewusst, ich hab's gewusst!
Noch neun Meter -
er hat's gewusst, er hat's gewusst!
Noch zehn Meter -
Die Ecke dort, da flieg' ich hin.
Noch elf Meter -
Die Ecke dort, da schieß' ich ihn.
Sekunden vorher -
Naht jetzt die Entscheidung?
 
La tour de farce 2006
 
Hulle, Wulle, Hulle Wulle,
Hulle, Wulle, ohne Ulle,
Wulle wuh, wulle wuh,
auf Paris, fahr'n wir zu.
hizzebizze, hizzebizze,
wegen einer kleinen Spritze,
zei ei ei, zei ei ei,
oder zwei, oder drei,
sausefraus, sausefraus,
bleibt der Ulle jetzt zuhaus'.
wassassasso, wassassasso,
auch nicht mit darf Ivan Basso,
reziproki, reziproki,
reziproki und Beloki.
 
Quein, quein,
oh, nein!
brugg, brugg,
ich kuck'
prer, prer,
daher,
pfar, pfar,
dies' Jahr
schluhr, schluhr,
nicht Tour.
 
tinneninneninneninnen,
ich glaub, Radsportler, die spinnen,
minneninneninneninnen,
wer soll dieses Jahr gewinnen?
zinneninneninneninnen,
etwa Dänen oder Finnen?
keiseisein,
oh nein! Oh nein!
rarararararararer,
bleibt nur noch EIN Siegesfahrer,
bamalamen, bamalamen,
kann zwar nix, doch hat 'nen Namen,
wollehollewolleholl,
klingt elastisch, klingt so voll,
biran biran biran biran,
Ahnt ihr's schon? - Grischa Niermann!
sogisö, sogisö
sag' ich: "Tschüß, allez les bleues!"
 
Ode an die Verletzung
 
Knirschen.
Es knirscht
und kracht fatal
wenn es bricht, das
Rückenmark.
 
Meniskus,
der du,
treu mir anvertraut,
von meinen Eltern einst.
Kaputt!
 
Bleibt!
Bleibt heil!
Zerbrecht doch nicht!
Ich habe nur zwei
Kniescheiben.
 
Muskel,
du bestehst
aus Fasern und
die können auch reißen:
Muskelfaserriss.
 
Bumm,
es spritzt,
rot und saftig,
direkt über dem Auge -
Platzwunde.
 
Da!
da kommt
Khalid Boulahrouz angestürmt!
Nichts wie weg hier!
Aua!
 
Besser
eine Zerrung
oder eine Prellung
als gegen England zu
verlieren.
 
Dr. Latinos Sport-Poesie - heute: die Sportarten
 
1. Fußball
 
Den Ball am Fuß, den Kopf daneben,
die Pille stets mit Zug zum Tor,
sie scheint am Lederschuh zu kleben,
so kommt es Fans und Gegnern vor.
 
Von der Stirne heiß
schussgewaltig, angriffsstark,
rinnen muss der Schweiß
trifft den Gegner er ins Mark.
 
Winddurchzauste, bunte Fahnen,
geschwenkt in streng gelegten Bahnen,
Siegessucht von Rom bis Mainz.
 
konnt' man's ob der Freude ahnen,
Sportfans hüpfend wie Fasanen,
Ja, das war das vier zu eins!
 
 
2. Handball
 
Einst zogen Ritter vom Morgenland,
Hochmut im Kopfe, die Lanze in der Hand
hoch zu Ross dem Feind entgegen,
er möge sich aus dem Wege bewegen.
 
Tat dieser nicht, wie er gebeten,
und blieb im Wege steh'n
erdolchten ihn die stolzen Athleten,
er ward fortan nicht mehr geseh'n.
 
Nun überkam uns die Moderne,
hielt Einzug in Länder, nah und ferne,
die Ritter wollt' nun keiner mehr,
nicht einmal die Bundeswehr.
 
Nun aber kämpfen weiter Leute,
die Rüstung haben sie abgelegt,
streiten sportlich nun um Beute,
in kurzen Hosen mit Sportgerät.
 
Sind's nicht mehr Ritter vom Morgenland,
sind's Spanier nun oder Portugiesen,
mit Ball statt Lanze in der Hand,
in Sporthallen statt auf Freiluftwiesen.
 
Nun geht es um Ehre und Pokale
auch Preisgelder sind oft zu sehn,
und Tore fallen viele Male,
im Extremfall auch mal dreißig zu zehn.
 
Doch eines hat der Sport bewahrt auf Dauer,
aus dieser alten Ritterszeit,
ein Mann läuft im Kreis, liegt auf der Lauer,
will durch die Mauer, zum Tore bereit.
 
Bekommt er einen Siebenmeter,
soll nie verwandeln eben er,
ohne diesen Aberglauben
wär er ein schlechter Handballer
 
 
3. Eishockey
 
Hatschi, Genossinnen und Genossen,
ich hab' am Tor vorbei geschossen.
Doch wie sollte die Scheibe rein?
Das Tor ist doch so winzig klein.
Die Scheibe tut schrecklich weh dabei,
schon ein komisches Spiel, dieses Eishockey!
 
 
4. Hochhaus-Zielfliegen
 
Es rummst, es blitzt, es kracht,
im 93. Stock wird's Nacht.
 
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