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Schwarze Kassen, Grüne Jungs

Was ist der Unterschied zwischen Joschka Fischer und Helmut Kohl? Man könnte diese Frage auf Äußerlichkeiten reduzieren und sagen, der eine war früher dick und ist jetzt dünn, der andere war schon immer dick und wird mit den Jahren noch dicker. Aber wer meine Kommentare kennt, weiß, dass ich nicht auf Äußerlichkeiten achte. Es geht mal wieder um das Innenleben.

Über unseren Außenminister sagt man in letzter Zeit so böse Sachen. Er soll früher einmal ein richtiger Krimineller gewesen sein. Er soll Steine (und andere Sachen) auf Polizisten geworfen und sich mit Terroristen getroffen haben.

Über Helmut Kohl sagt man auch in letzter Zeit so böse Sachen. Er soll Geld - natürlich nur zum Wohle der Partei und Deutschlands, also letztendlich für unser aller Wohl - entgegengenommen haben, ohne es offiziell zu verbuchen. Natürlich bekommt man Geld nicht einfach so geschenkt, und viele Leute glauben jetzt, dass unser Ex-Kanzler bei der einen oder anderen politischen Entscheidung sein gewichtiges Wort für gute Freunde in die Waagschale (oder wohin auch immer) geworfen hat.

Um hier gleich von Anfang an eines klarzustellen:

Ich mag Helmut Kohl nicht. Ich habe ihn 18 Jahre lang ertragen müssen, und ich war heilfroh, als wir alle 1998 von dieser Last befreit wurden.

Aber ich mag auch Joschka Fischer und seine Partei nicht. Auch ich war einmal 18 Jahre alt, ich durfte das erste Mal wählen, und ich habe die Grünen gewählt. Dafür schäme ich mich heute noch.

Jedenfalls gibt es zwischen Fischer und Kohl einen wirklich großen Unterschied:

Fischer hat kriminelle Sachen gemacht, bevor er Politiker wurde. Kohl hat Scheiße gebaut, als er schon Politiker war. DAS, UND NUR DAS ist der Unterschied!

Was ist schlimmer? Ein Krimineller zu sein und dann Politiker zu werden, oder Politiker zu werden, und dann kriminelle Sachen zu machen?

Irgendwie ist diese Frage nicht leicht zu beantworten. Versuchen wir also, uns der Thematik aus der Sichtweise des Geschichtswissenschaftlers zu nähern.

In der Geschichte der Menschheit war es schon immer so, daß die Oberschicht (Priester, Könige, Kaiser, Präsidenten, was auch immer...) besondere Rechte hatte. Das schloss auch das Recht mit ein, Dinge zu tun, für die normale Menschen drakonisch bestraft wurden. Insofern hat Helmut Kohl etwas getan, das vollkommen normal ist. Ein Politiker darf eben Dinge tun, die ein Normalbürger nicht darf. Ein Politiker hat eben auch eine Verantwortung der Geschichte, seinem Volk, dem Staat und allen möglichen Dingen gegenüber. Außerdem, das wissen wir alle, verdirbt Macht den Charakter.

Ein Steinewerfer und Randalierer hatte und hat dagegen kein Recht, jemals eine höhere Existenzebene zu erreichen. Womit sollte er sich auch rechtfertigen? Für was muss er Verantwortung übernehmen? Na also! Ein solcher Mensch hat kein Recht, für sich Vergebung zu erhoffen. Herr Fischer hätte es so machen sollen wie alle anständigen Menschen: Mit seinen Straftaten warten, bis er zu den oberen Zehntausend gehört. Dann würde sich auch niemand darüber aufregen. Aber so...

Je nun, Herr Fischer, vielleicht setzen Sie ja demnächst wieder etwas Kummerspeck an. Dann werden Sie wenigstens SO unserem größten Ex-Kanzler aller Zeiten etwas ähnlicher...

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