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Editorial |
HIER ENTSTEHT DAS DDM! (Ein Klick auf dieses Bild... und es geht mit noch mehr Unsinn weiter!) |
Und hier, liebe Leser, ist das mehr oder weniger neue Dichter und Denker
Magazyn. Anders als sonst hier üblich, wollen wir Ihnen heute etwas beibringen. Es geht um einige Missverständnisse, die es in der Vergangenheit gab, und natürlich auch um die, die noch kommen werden.
Ein offener Brief an alle, die mich für den schrecklichsten Menschen auf der Welt halten...
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"...Jetzt seh´ ich meine eig´ne Torheit ein Und fühle Reu´, doch hoffnungslos, zu spät. Ohne Verstand bin ich unheilbar nun, Verworren und verdunkelt ist mein Sinn Und ebenso mein Reden, Denken, Tun, Blind um die Wahrheit irr´ ich her und hin. ..." William Shakespeare, aus dem 147. Sonett |
Liebe Leser!
Sie halten mich für ein Monstrum, einen Perversen, einen Rechten oder Linken, einen infantilen Deppen, einen Geisteskranken, einen Existentialisten (welch eine Ehre!) oder auch für einen Versager, einen Zyniker (womit Sie ausnahmsweise Recht haben), für ein versoffenes Genie oder für was auch immer, sonst würden Sie das hier nicht lesen.
Warum können Sie sich nicht einfach damit abfinden, dass ich ein ganz normaler und durchschnittlicher Mensch bin?
Vielleicht denke ich über einige Dinge zu sehr nach. Aber wenn das ein Fehler sein sollte, dann erklären Sie mir doch bitte, wie ich es richtig machen soll! Na? Keine Idee?
Natürlich nicht. Warum sollten wir uns diese Mühe machen.
Viele Menschen sind, genau wie ich, der Meinung, dass wir in einer total verrückten Zeit leben. Sie nehmen es als selbstverständlich hin und sagen ihre Meinung NICHT. Aber das ist falsch!
Wenn es jemals eine GUTE, ALTE Zeit gegeben hat, dann war es die, in der der Hofnarr - und NUR der Hofnarr - dem König alles sagen durfte, und mit alles meine ich auch ALLES. Nach und nach wurde der Narr dann zum reinen Faxenmacher; aber wie gesagt, wir wollen uns hier an die wirklich guten alten Zeiten erinnern...
Eines der ruhmreichsten Kapitel der deutschen Geschichte war wohl die Regierungszeit des deutschen Kaisers Karl V.
In dem Reich, das er beherrschte, ging die Sonne nicht unter. Er besiegte fast alle seine Feinde und sorgte für Wohlstand und Frieden... so lernen wir es, wenn überhaupt, im Geschichtsunterricht. Die Wahrheit ist wesentlich komplizierter:
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Karl V. von Habsburg: Ein mächtiger Kaiser oder ein schlechter Spieler? |
Sein Großvater Maximilian konnte die habsburgische Erbfolge in Böhmen sichern, Spanien (und alle spanischen Kolonien) für sein Reich gewinnen, unterwarf die rebellischen Stände in den Niederlanden und verteidigte in einem jahrelangen Krieg gegen Frankreich das burgundische Erbe.
(1477 heiratete er Maria von Burgund, die Erbtochter Karls des Kühnen von Burgund. Seine Ansprüche auf die burgundischen Besitzungen - u.a. das Herzogtum und die Freigrafschaft Burgund, die Herzogtümer Lothringen und Luxemburg, die Niederlande und die Picardie - wurden ihm allerdings von König LudwigXI. von Frankreich streitig gemacht.)
Maximilian verbündete sich mit Frankreich gegen Venedig, dann wieder mit England und dem Papst gegen Frankreich, und so ging es immer weiter; Freunde und Feinde wechselten in dieser Zeit sehr schnell. Der einzige Feind, der erhalten blieb, war das Osmanische Reich.
1530 Starb Maximilian und hinterließ seinem Enkel Karl ein unglaublich großes Reich. Nach deutschem Recht musste der Kaiser aber von den Kurfürsten gewählt werden, und diese verlangten unverschämt hohe Bestechungsgelder von Karl, ansonsten, so drohten besonders Sachsen und Brandenburg, würden sie Franz I. von Frankreich zum Kaiser wählen. Karl machte den Fehler und zahlte die Gelder. Jahrelang wurde alles Gold, was aus den spanischen Kolonien in Südamerika geraubt wurde, für diese Erpressung an die verräterischen Kurfürsten geliefert. Diese rüsteten damit zum Krieg gegen den Kaiser.
Auch der Übertritt zum protestantischen Glauben hatte bei einigen der Kurfürsten nur machtpolitische Gründe. Religion, Kultur, Ehre und viele andere Begriffe, die vor dieser unruhigen Zeit noch etwas gegolten hatten, wurden zu leeren Worthülsen, um die Meinung des Volkes zu manipulieren. So musste Karl immer wieder Kriege führen, obwohl er das Reich eigentlich neu strukturieren wollte. Ihm schwebte eine Wiedergeburt des Reichs von Karl dem Großen vor, und er war von der Idee eines einheitlichen Staates mit zentraler Verwaltung fasziniert.
Paradox wurde es, als sich der französische König mit dem Papst und dem türkischen Sultan (!) verbündete, um die Macht des Hauses Habsburg einzuschränken. Denn auch der Papst sah sich sowohl in seiner Stellung als oberster Herr der christlichen Welt, als auch als Herrscher von Mittelitalien (Vatikanstaat) gefährdet. Diese Entwicklung führte schließlich zum Sacco di Roma, der monatelangen Besetzung und Plünderung Roms durch deutsche und spanische Söldner. Der Papst wurde entmachtet, die christliche Welt spaltete sich in verschiedene Glaubensrichtungen, und anstatt sich gegen äussere Feinde zu verbünden, zerfleischten sich die europäischen Fürsten in dynastischen Kriegen.
Diese Zeit ging nicht spurlos am Kaiser vorbei, zumal er durch Krankheiten und den Tod seiner Frau innerlich zermürbt war. 1556 dankte er ab und hinterließ seinem Sohn Philipp das spanisch-atlantische Imperium, während sein Bruder Ferdinand die habsburgischen Erblande und den Kaisertitel bekam.
Karl zog sich in das Kloster San Jerónimo de Yuste in der Extremadura in Spanien zurück, wo er am 21.September 1558 starb.
Fast hundert Jahre Geschichte, gefüllt mit Machtgier, wechselnden Koalitionen, Korruption, Größe und Zerfall gingen so zu Ende. Niemand machte sich damals die Mühe, die Toten der Kriege zu zählen; das kam erst später in Mode. Weitere Kriege sollten folgen und Europa fast komplett zerstören.
Ich weiß natürlich nicht, ob in diesen Zeiten der Narr noch die weiter oben geschilderten Rechte hatte. Aber wenn es so war, dann hat es auch nichts genutzt, denn wer hört schon auf einen Narren. Vielleicht hätten einige der Mächtigen es tun sollen, denn in einer verrückten Welt, die es auch schon damals gab, hat sich ein Narr sicher besser zurechtgefunden als ein König.
Was sollte aber jetzt diese Lektion in Geschichte?
Diese Zeit, die fast 500 Jahre vorbei ist, war unserer sehr ähnlich. Wechselnde Koalitionen, Freunde und Feinde, die sich beliebig abwechseln und vom Einen zum Anderen wandeln, plötzlich auftauchende Propheten, ständig neue Entdeckungen... Es war für die damals lebenden Menschen nicht leicht, sich zu entscheiden, was sie glauben sollten. Zweifel an der "gottgewollten Ordnung" stellten sich ein, als man sah, wie lächerlich sich die Mächtigen benahmen und wie gering sie ihre eigenen Grundsätze achteten, wenn es um Geld und Macht ging.
Ein Narr erkennt die Welt. Ein Narr sagt die Wahrheit, und er sagt sie sogar den Mächtigen, was sonst keiner darf. Ein Narr bedient sich unkonventioneller Mittel, um Nachdenklichkeit zu verbreiten.
In diesem Sinne bin ich ein Narr und will immer einer sein. Wenn Sie auf diesen Seiten Dinge finden, die ihnen nicht gefallen, dann ist das vielleicht so gewollt. Ob Sie erkennen, was ich damit sagen will, wird sich zeigen.
Ruhmreiche und goldene Zeiten vergehen. Was bleibt, ist die Weisheit und ein Lachen.