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Käpt´n Guido bittet zur Kreuzfahrt: Wird er uns zu neuen Ufern führen oder fährt er den Dampfer gegen einen Eisberg? Lassen wir uns doch einfach überraschen, schlimmer als die Anderen wird er nicht sein... |
"Auf jedem Schiff, das dampft und segelt,
Gibt´s einen, der die Sache regelt.
- UND DAS BIN ICH"
Mit diesen furiosen Worten, die in der Weltgeschichte ihresgleichen suchen, meißelte Guido Westerwelle seine Begeisterung in unsere Seelen. Ja, ich gebe es offen zu: Noch nie haben die Worte eines Politikers mich so gerührt. Mag sein, dass heute noch niemand begreifen kann oder will, was diese Worte wirklich bedeuten, aber jede revolutionäre Idee hat es schwer.
Selbst das DDM, bisher geprägt von zynischer Politikverdrossenheit, kann seit diesen Worten nicht mehr so weitermachen. Guido Westerwelles Genialität hat die gesamte DDM-Redaktion so beeindruckt, dass sie sich entschlossen hat, den guten Guido jederzeit und überall zu unterstützen.
Denn Guido Westerwelle ist nicht nur der, auf den wir gewartet haben, er ist der, den wir brauchen.
Von Helmut Kohl, diesem alten, schwerfälligen Dinosaurier hatten wir nach 16 Jahren wirklich alle genug. Gerhard Schröder ödet uns schon nach 3 Jahren an. Und die Grünen - bitte, wer braucht DIE denn? Nein, in Guido Westerwelle habe ich die Zukunft Deutschlands gesehen!
Viele kritisieren seine angeblich mangelnde Erfahrung. Er ist erst 39, und damit der jüngste Parteivorsitzende aller Zeiten. Aber diese Kritiker sollten sich einmal eines vor Augen halten: Jesus war weitaus jünger als Guido Westerwelle, und auf seine Worte hört man noch heute, nach 2000 Jahren!
Deshalb gibt es nur hier, im DDM, EXCLUSIV eine Chronik der kommenden Ereignisse:
22.9.2002, der Wahlabend der Bundestagswahlen. Alle sind gespannt, ob der Rot-Grüne Staatsverschönerungsverein es wieder schafft. DOCH WAS IST DAS??? Mit zitternder Stimme lesen in allen deutschen Sendern die Nachrichtensprecher/innen das selbe, unglaubliche Wahlergebnis vor:
Erdrutschsieg für die FDP, Guido Westerwelle wird überraschend Kanzler. Auf die Fragen von den Journalisten, die ebenso überrascht wie Guido Westerwelle sind, was er denn nun zu tun gedenke, antwortet er nur:
"Ich sag´ euch, Leut´, ihr habt mein Wort
Wo Back - und auch wo Steuerbord!"
Auf eine weitere Frage, ob er sich von nun an nur noch in Reimen ausdrücken wolle, sagt er nur:
"Der Reim ist jeder Weisheit Quelle -
Das sagt euch Guido Westerwelle."
Bis zum Januar 2003 hört man wenig von dem neuen Kanzler. Aber dann geht es los!
1.1.2003: Guido Westerwelle erkennt, woran es mangelt: AM GELD! Wenn alle Menschen mehr Geld hätten, würde es der Wirtschaft besser gehen. Also beschließt er die Abschaffung aller bisher üblichen Währungen und erlaubt jedem Bürger, sich sein Geld selbst zu drucken. Das macht ihn zum beliebtesten Politiker aller Zeiten. Seine Bemerkung dazu:
"Muss irgendwo der Schornstein rauchen,
Tut man dafür Kohle brauchen!"
4.1.2003: Guido Westerwelle setzt seine Ideen vom schlanken Staat konsequent in die Tat um. Er entlässt alle Minister und Staatssekretäre und kümmert sich von nun an selbst um alles. Interessierte Bürger können über die "Guido-Line" anrufen und ihre Verbesserungsvorschläge persönlich unterbreiten. Das ist endlich mal Demokratie, wie wir sie wollen! Guido meint dazu nur:
"Nur der auf Nummer sicher baut,
Der dem Volk auf´s Maul geschaut!"
10.1.2003: Guido Westerwelle nimmt den Rücktritt des Bundespräsidenten gelassen in Kauf. Sein Kommentar:
"Den brauchen wir jetzt auch nicht mehr -
Denn Guido kann es viel besser!"
12.1.2003: Guido Westerwelle gründet seinen eigenen Fernsehsender, auf dem 24 Stunden am Tag zu sehen ist, wie er sich für das deutsche Volk abrackert. Wenige Stunden später schalten sich alle anderen Fernsehsender freiwillig selbst ab, weil sie keine Zuschauer mehr haben. Guido´s freundlicher Rat für die Zuschauer:
"Ihr seht es, Leut´, so schön und schick
Ist nur ein Ding: Die Politik"
14.1.2003: Guido Westerwelle verleiht sich selbst das Bundesverdienstkreuz. Dann bricht er zu einer weltweiten Promotion-Tour für seine neue Art der Politik auf. Von Bord der Guido-Force 1 spricht er zu seinen treuen Anhängern folgendes:
"Ich mach´ hier nicht nur Reisespesen.
An Guido soll die Welt genesen!"
19.1.2003: Guido Westerwelle und seine revolutionären Methoden versetzen die Menschen weltweit in einen Begeisterungssturm. Alle wollen nur noch Guido!
25.1.2003: Nach tagelangen Unruhen in den USA tritt George Bush jr. zurück und überlässt das Weiße Haus Guido Westerwelle. Inzwischen hat sich weltweit herumgesprochen, dass Guido Westerwelle´s Politik das einzig Wahre ist. In allen Staaten kommt es zu Unruhen, Regierungskrisen und spontanen Rücktritten von Staatsoberhäuptern. Überall auf der Welt feiert man Guido Westerwelle!
30.1.2003: In allen Staaten weltweit haben sich die Regierungen aufgelöst. In allen? Nein, in Kuba nicht. Aber das ist egal, denn Guido Westerwelle ist ab diesem Tag praktisch alleiniger Herrscher der Welt. Über 6 Milliarden Menschen feiern diesen Sieg der Vernunft und bilden eine weltweite Lichterkette zu Ehren von Guido Westerwelle.
1.2.2003: Jürgen Möllemann wandert aus und beantragt die kubanische Staatsbürgerschaft.
2.2.2003: Fidel Castro ernennt Jürgen Möllemann zu seinem Stellvertreter. Möllemanns Kommentar dazu:
"Meine Weste war immer weiß wie Schnee,
Und ich hab´ so manch pfiffige Idee!"
3.2.2003: Guido Westerwelle verabschiedet sein großes Reformwerk, wonach in Zukunft alle Abkürzungen ohne Punkte geschrieben werden sollen. Seine Meinung dazu:
"Punkte sind wie Fliegendreck,
Drum machen wir die Punkte weg!"
Ob damit auch die Punkte als Satzzeichen gemeint sein sollen, ließ Guido Westerwelle aber offen. Und: Was wird aus dem Doppelpunkt?
5.2.2003: Der Papst tritt zurück, und vollkommen überraschend wird Guido Westerwelle zu seinem Nachfolger ernannt. Guido Westerwelle ist natürlich vollkommen überrascht, meint aber nur:
"Segnen, predigen und das ganze Trara
Kann ich so gut wie Voitila!"
8.2.2003: Guido Westerwelle gibt erstmals zu, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Auch er habe Fehler gemacht, so berichtet er in einem Interview. Das komme aber nur daher, dass er nicht den richtigen Überblick habe. Das, so seine weiteren Ausführungen, werde er aber in den nächsten Tagen konsequent ändern. Das Volk, so meinte er, habe ein Anrecht auf den vollkommenen Über-Politiker, der alles kann und alles weiß. Aber zuerst werde er sein Buch, "Guidos gesammelte Weisheiten" herausbringen.
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Guido Westerwelle kurz vor dem Start. Lächelnd und siegesgewiss wie immer geht er die Sache an. |
14.2.2003: Guido Westerwelle zieht die einzig wahre Konsequenz aus seinem mangelnden Überblick und beschließt, die Welt von nun an von ganz oben zu regieren. Die Raumstation I.S.S., äh, Entschuldigung, ISS wird deswegen als neuer Regierungssitz ausgewählt.
15.2.2003: Guido Westerwelle startet zur ISS.
16.2.2003: Guido Westerwelle kommt wohlbehalten auf seinem neuen Regierungssitz an. Er hat zuerst gewisse Probleme mit der Schwerelosigkeit, aber - wie er selbst sagt - es hat manchmal auch Vorteile, wenn man nicht weiß, wo oben und unten ist.
17.2.2003: Guido Westerwelle hat sich wohl die Bedienungsanleitung der ISS nicht richtig durchgelesen. Er drückt irgendwo auf den falschen Knopf, woraufhin sich die Station mit ihrem Roboterarm selbst zerlegt. Leider überlebt Guido Westerwelle das nicht. Ein undefinierbares Zischen ist alles, was man noch hört, dann verschwindet die ISS von den Überwachungsmonitoren. Die Parteibasis versucht noch stundenlang, Guido über den Notfallsender zu erreichen - vergebens!
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Liberale im Weltraum: Guido Westerwelle predigt aus über 200 Kilometer Höhe die Grundsätze einer neuen Weltordnung. Auf die Frage der Parteibasis, ob es da oben nicht sehr einsam wäre, sagt er nur: "In so einem Containerhaus Halte ich es ewig aus!" Na ja, wer bei BIG BROTHER mitgemacht hat, ist eben einiges gewohnt... |
Eine schnell organisierte Rettungsaktion bringt uns Guido nicht zurück, wohl aber sein Parteiprogramm. Aber das lindert den großen, weltweiten Schmerz über diesen Verlust auch nicht mehr. Die Welt versinkt in großer Trauer, denn ohne Guido sind wir nicht schlauer. Höchstens etwas weniger dummer, doch was nutzt uns das in uns´rem Kummer.
11.3.2003: Etwas mehr als zwei Wochen nach dem tragischen Ende von Guido Westerwelle geht auf der Erde alles wieder den normalen Gang. Alle früheren Staatschefs sind wieder in Amt und Würden, der Papst ist aus der Kur zurück, und bei einer eilig angesetzten Neuwahl fällt die FDP wieder auf die üblichen einstelligen Werte ( 7%) zurück. Alles scheint wieder beim Alten zu sein, aber etwas fehlt noch... Was war denn das noch mal?
Ach ja...
12.3.2003: Die amerikanische Küstenwache rettet Jürgen Möllemann von einem Floß, mit dem er in letzter Sekunde von Kuba fliehen konnte. Sein Kommentar:
"Mein Vertrauen zu Fidel war fatal.
Denn DER war nicht liberal!"
Wenn man schon so blöd fragt... ABER: Wird Möllemann das schaffen, was Westerwelle geschafft hat? Oder muss er voller Neid eingestehen, dass er DAS nie hinbekommen hätte? Wir werden sehen - demnächst ist bestimmt wieder irgendwo eine Wahl!
All diese Begebenheiten sind natürlich nur erfunden. Sie werden aber hoffentlich bald Realität! Darum:
Oder, um es kurz und schmerzlos zu sagen:
"Wir standen an des Wahnsinns Schwelle.
Und bei uns - Guido Westerwelle."
Gute Nacht - wo auch immer Sie sein mögen.