Göttersterne
Michael Johne
Wenn ich Euch, Ihr Sterne, im Angesicht,
seh' ich des Mitte Euren Herzens reines Licht,
stell' ich mir die Frage, welch' unglaublich Aug' und Hand
hat Euch in dieses Maß gebannt.
Euch, Ihr gewaltigen Götter
wurdet verehrt um so öfter
vor vielen Gezeiten lang
von Menschens Vorfahren, ein Ehrendank.
Seither weilt Ihr nun dort an jenen unbekannten Ort
an jenen unbekannten Ort.
Geträumt hat der Mensch seither,
Euch zu entdecken in der tiefen Leer'.
Ihr seid der Liebenden Zeitzeugen
seit die Urmenschen vor Euch verbeugen.
Gebt den beiden das ewige Liebesbund.
Lebt glücklich, lebt lang und gesund.
So lebt der ewige Fortbestand
durch Eures Glückes Hand.
Der Fortbestand der Menschen soll ewig sein
auf der Erde, ihren Heim.
Hell leuchtet Ihr gar mächtig,
grell strahlt Ihr gar prächtig.
Funkelt Ihr auch tausendfacher sehr,
seid Ihr dennoch ein Nichts im Sternenmeer.
Sterne seid Ihr immer,
unendlich leben aber nimmer.
Erschaffen seid Ihr vom Schöpfungsakt,
habt aber nie das Geheimnis des ewigen Leben geknackt.
Ihr habt gewaltig' lange Lebenszeiten
und tragt riesige Maße in Weltalls Weiten.
Wir Menschen jedoch sind wie Eintagsfliegen,
die nie Eure Göttlichkeit erkriegen.
Es blickt im Spiegels Schein
der Gegensatz von groß und klein,
von kurz und lang, bös' und lieb;
all diese Kontroversen im Naturgesetz niederschrieb'.
Die Macht, die jene Gottes Kraft;
Wer hat das unglaubliche Werk erschafft?
Wer hat den Widerwille festgelegt,
der die Gottes Macht beträgt?
Ihr, liebliche Sterne, seid
in der Urechsens Zeit,
der unfaßbar Macht Abgesandten
und allen den des reinen Herzens ihrer Gefühle Garanten.
Aus einem unvergeßlichen Krieg
wurde einst ein glorreicher Sieg
über den Kampf zwischen Chaos und Liebe, dem Heeresstreit,
der durch Tod und Furcht geleit'.
Gereicht wurde die Menschenhand
auf Erdens aller Land,
gestärkt mit der Sternenmacht
war der Sieg vollbracht.
Sieg war es nun, alle Zeit Fried' auf Erden
als die neue Mächte gesetzt werden.
Verband sich das aller Menschen Froh',
geschrieben war es und geschah auch so.
Sterne, Ihr Allwissende,
Ihr seid geheiligt, Allküssende,
durch unseren Menschens Worten
an unseren heilig' Orten.
Wir erkennen nun bald das Wissen
mit dem sich Priester missen.
Wenn die Zeit anreift
haben wir das Wissen ergreift.
Das Wissen alles trägt,
was das lieben prägt:
Von der Liebe über Zeit und Raum,
von Schmerz über Wirklichkeit und Traum.
Wo auch immer die Gesetze stehen?
Wie auch immer ihre Wächter aussehen?
Kein Sterblicher, Tier oder Pflanze gar
Kann machen die Gesetze veränderbar.
Ihr göttliche Sterne wißt es: Irgendwann,
wenn Schicksal Wende nimmt, dann
verliert alles an Bedeutung,
wenn es klingt Schicksals Läutung.
Alles Lebewesen werden sich lieben
und keine Vagabunden Böses trieben.
Dann ist Liebe die Ewigkeit
und es gibt keine Gezeitenkeit.