Zur Dokumentation eines nicht zu Ende geführten Projektes:
Das war mein Sommerfrust 1997 .....
ABSCHLIESSENDE INFORMATION
..... für alle, mit denen ich in den letzten Wochen und Monaten in
Sachen
Solaranlage
Kontakt hatte, sei es beratend, fachsimpelnd,
neugierig oder interessiert an der Sache.
Wir mussten im September nach viel Enthusiasmus eine Idee
zu Grabe tragen, die am Anfang so vielversprechend war.
Doch immer schön Eins nach dem Anderen.
Die Lebensgeschichte und ein Nachruf:
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(Geburt):
Erstmals machte ich Erfahrung mit Solarenergie als Schuljunge, der
mit einer Lupe über der Hand spielend feststellte "uiuiui,
hat DIE Power" (unser Zentralgestirn, die Sonne).
Fortan tauchten immer wieder im Leben solare Erfahrungen auf.
Irgendwann erwarb ich mit meiner Frau eine Eigentumswohnung, hin
und wieder kamen wieder die alten Ideen auf, doch: "was das kostet"
.... und ... "wir wohnen Parterre, das Dach gehört uns nicht
alleine, der Garten ist zu sehr abgeschattet". Zu fragen, ob ich
Kollektoren vor die Balkone hängen
darf, traute ich mich auch nicht, es wäre auch von der
Leitungsführung etwas umständlicher.
Im FH-Studium lernen wir Vieles zum Thema Astronomie, Fusionsreaktionen
der Sonne, Klima der Erde, Strahlung usw. usw.
.... die Idee brodelt weiter.
Juni dieses Jahres war es soweit, ein Verbündeter gab sich zu
erkennen. Ich stand mal wieder mit dem neuen Nachbarn im Garten,
man klönt und kommt zum Thema Warmwasserbereitung, die mit
Durchlauferhitzern vom Bauträger billigst und umweltschädlichst
realisiert wurde. "Unser DLE funktioniert gar nicht gut, da muss
was passieren, .... mein Traum war ja schon immer eine Solaranlage",
waren seine Worte. Und schon waren wir Partner. Lass' es uns tun,
war unser Motto.
Gemeinsam hat jeder nur minimale Kosten und das sommerliche
Energie-Überangebot lässt sich besser verwerten. Zwei Kollekoren
nah am hohen Dachfirst stören doch niemanden, sie machen keinen
Krach, stinken nicht und keiner ausser uns hat Arbeit damit. Ganz
im Gegenteil, die gesamte Wohnanlage gewinnt an Umwelt-Wert; eine
Solaranlage in einem Niedrigenergiehaus - macht sich doch gut ...
(dachten wir).
Nähere techn. Details bedürfen hier nicht der Erläuterung.
Die Sache war bis in die letzte Lötstelle von mir fertig konzipiert,
sogar eine energetische Amortisationsrechnung mit
Strahlungsdaten
dieses Jahres
spielte ich zum Spass durch, meine
Wärmepumpe
sollte
über's Jahr mehr als die Hälfte ihrer Arbeit abgenommen bekommen.
In einer mühsamen Fragebogenaktion klärte ich persönlich alle
15 anderen Miteigentümer auf, fast alle waren positiv bis neutral
dazu eingestimmt, nur einmal kam die Frage "Bringt das denn was?",
aber ich verzichtete auf das Umherwerfen mit Solarkonstante,
Wirkungsgrad, Globalstrahlung, Absorption etc. und erwiderte nur
"ja, uns schon".
"Nach Wohnungseigentumsgesetz hätte dies in einer Versammlung als
Tagesordnungspunkt angesprochen gehört", wurde von anderer Seite
eingeworfen, doch die ist erst Ende des Jahres. Aha, wir sind also
doch in Deutschland, der Schimmel wiehert!
Gibt es 1998 noch die Zuschüsse von Land und Kommune, wer weiss?
Wir wollten JETZT handeln, also liessen wir uns auf eine ausserordentliche
Versammlung ein .... und hatten dabei dann Wochen später
wieder mehr als 80 prozentige Zustimmung erzielt.
Einen etwas bitteren Nachgeschmack verursachten jedoch die Gegenstimmen,
die nicht mit der (geringen) Angst eines Spätschadens unserer Montage
auf dem Dach leben wollten. Wir wählten bewusst die Aufdachmontage
mit Winkeln, die so konzipiert ist, dass Dachschäden und Undichtigkeiten
ausgeschlossen sind; doch alles Reden war sinnlos.
Trotzdem, die rechtlich nötige Mehrheit war gesichert, nur die 4
Wochen Einspruchsfrist nach Protokoll-Verteilung mussten wir noch
abwarten, um ganz sicher zu sein. Wir waren guter Dinge ...
... bis dann der "Einspruch zur Weiterleitung an das zuständige
Amtsgericht" kam. Einer der Nachbarn hatte "die Notbremse gezogen",
nach Diskussionen allerorts. Es ging nicht mehr um die Sache,
sondern nur noch um ... ja um was eigentlich, ich versuche nur
in Fragmenten, es zu formulieren. "Wie werden nach Jahren
potentielle Schäden am Dach nach Verursachern zugeordnet",
"Wer klagt dann wie gegen wen um was?" sind nur einige Schlagworte.
Aus Gut wurde Böse, könnte man überspitzt formulieren.
Damit wurde die Sache begraben, Ruhe und Frieden sollte wieder
hergestellt werden. Als solchen Selbstläufer hatten wir uns
das nicht vorgestellt. "Schade um die gute Idee", hallte es
noch aus einigen Ecken.
Die Zeit war noch nicht reif, aber die Idee wird nicht ewig ruhen
und erneut aufleben, um irgendwann von mir realisiert zu werden,
wie und wo auch immer!
Von Beileidsbekundungen bitte ich Abstand zu nehmen, kauft statt
Blumen lieber eine "Phoenix" des
BDE
und führt es auf einem
eigenen Dach für mich zu ENDE!
(frühe Jahre):
1978 erwarb ich meine ersten Solarzellen (PV) mit insgesamt etwa
1 Watt. Daraus baute ich später in mein erstes Auto mit Hilfe von
Gleichstrommotor und Modellbaupropeller eine automatische Frischluft
zufuhr. Der Effekt war eher theoretischer Natur, auch bei 47 statt
50 Grad nach einigen Stunden in der Sonne kam man etwas ins Schwitzen,
doch das Wichtigste war: es funktionierte, keine Batterie, kein Stecker,
keine fossile Energie! Mittlerweile sah ich dies sogar schon als Extra
bei manchem Autohersteller, integriert ins Schiebedach.
Nach eingehendem Studium eines Solaranlagenbuches stand für mich fest:
"das ist es! Warum macht das nicht jeder im grossen Stil?"
(Blütezeit):
(Fast am Ziel):
(die letzten Züge):
(der Exitus):
(Ein letztes Wort des Initiators):
P.S.: ach ja, wen es interessiert: wir (mein Nachbar und ich)
sind jetzt doch noch Energiepartner geworden, wir haben unsere
Warmwasserbereitung gekoppelt. Meine
Wärmepumpe
heizt das Wasser, den
Kubikmeter für rund 3,- DM statt 10,- DM, die der Durchlauferhitzer
benötigte. Auch auch er spart jetzt Geld und Strom, die Wärmepumpe
amortisiert sich umso schneller. Wir sparen Energie und vermeiden
Emissionen (allein an CO2 rund 1,5 Tonnen im Jahr), auch wenn
deutlich mehr möglich gewesen wäre.
updated: 1998/01/08
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