
Eine Wärmepumpe zur Warmwasser- und Heizwärmeversorgung
Der Extrakt fuer die Numeriker zuerst:
Letzte Anlagenstatistik vom: 01.08.2000
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Betriebszeit insgesamt: |
3182 |
Tage | (1) |
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Stromverbrauch: |
8179 |
kWh | (1) |
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erzeugtes Warmwasser: |
629 |
m3 | (1) |
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erzeugte Brauchwasserwaerme: |
23177 |
kWh* | (1) |
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Betriebszeit Heizkreispumpe: |
3040 |
Std. | (2) |
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von WP erzeugte Heizwaerme: |
5157 |
kWh* | (2) |
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Waerme aus Gaskessel: |
4973 |
kWh | (2) |
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WP-Heizungs-Anteil |
51 |
% * | (2) |
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mittlere Arbeitszahl: |
3,47 |
* | (1) |
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Nutz-Wirkungsgrad: |
132 |
% * | (3) |
* = errechnet bzw. aus anderen Betriebsdaten abgeleitet
(1) = seit Erstinstallation Dezember 1991
(2) = seit Heizungseinbindung Herbst 1997
(3) = zum Vergleich: Oelheizung bis 90, Gas-Brennwert bis 107
1989 kauften wir eine Eigentumswohnung. Einer der Entscheidungsgruende war neben der Lage, der Lage und der Lage (kennen Sie den Werbespruch? ;-)) die fuer damalige Verhaeltnisse forschrittliche Niedrigenergie-Bauweise. Sie wurde jedoch nicht allzu konsequent bis ins letzte Detail durchdacht und so bereitete mir besonders die Warmwasserbereitung mit Strom in Durchlauferhitzern ein schlechtes Gewissen. Die 'edle' Energie Strom ist m.E. viel zu schade, um damit nur niedrigtemperierte 'Prozesswaerme' herzustellen, z.B. zum Heizen des Warmwassers. Dafuer sind die Wirkungsgrade unserer Kraftwerke mit ihren nicht mal 40% zu schlecht.
Heizung: Gas-Zentralheizung mit 128 kW fuer insgesamt 17 Wohnungen, lange Vor-/Ruecklaufstraenge mit entsprechenden Waermeverlusten; ist trotzdem gerade noch als Niedrigenergiehaus zu bezeichnen: Aussendaemmung mit 80 mm Styrodur und Isolierputz, ebenso isolierte Bodenplatte, Isolierverglasung, Rollaeden. Durch die kompakte Bauweise heizen sich die Wohneinheiten gegenseitig, allerdings haben die Aussenliegenden etwas das Nachsehen, sprich etwas hoehere Heizkosten. Dafuer sind sie auch etwas besser lichtdurchflutet.
Warmwasser: Versorgung dezentral mit Durchlauferhitzern in jedem Bad bzw. bei EG-Wohnungen im Kellerraum, Beistellspeicher drucklos fuer die Kuechen. Dies war der billigste Weg fuer den Bautraeger, er spart sich Speicher, Leitungen, Abrechnungsgeraete, Kamine; die hohen Energiekosten sollen spaeter die Eigentuemer tragen. Sehr kurzfristig gedacht!
Die Installation befindet sich im Wasch- und Lagerraum unserer Wohnung. Rundum sind clusterartig weitere Raeume dieser Art angeordnet, da auch die Bewohner der DG-Wohnungen des Mehrfamilienhauses dort noch einen Raum besitzen. Fast alle Raeume sind fensterlos, d.h. die von Haushaltsgeraeten produzierten Waermemengen koennen nicht an die Umgebung abgegeben werden und heizen die Raeume unnoetig auf. Vor der Installation der Anlage hatten wir dort auch im Winter ohne Heizung staendig mehr als 20 Grad C. War der Waeschetrockner in Betrieb, wurden durch die Abwaerme ueber 25 Grad erreicht. Die Waeschetrockner geben ihre Waerme direkt an die Raumluft ab, da es sich ueberwiegend um Kondensationsgeraete handelt. Das Abwasser der Waschmaschinen und Baeder wird in 50-l-Abwasserhebeanlagen gesammelt und durch Pegelschalter 2 m hoeher in die Kanalisation gepumpt. Dies war beim Bau erforderlich, da sich die Rueckstauebene relativ hoch befindet. Durch diese Betriebsweise wird mehr als die Haelfte der Abwaerme des Wassers wieder an den Raum abgegeben, da es eine ganze Weile dauert, bis es endgueltig in die Kanalisation gelangt und es sich inzwischen fast wieder auf Raumtemperatur abkuehlt. Dies ist eine (vermutlich in dieser Art vom Architekt nicht geplante) Art von 'Energie-Recycling'.
Wie funktioniert's:
Die Waermepumpe nutzt nun genau diese 'Abfallwaerme', um damit Wasser zu erhitzen. Sie ist im Prinzip nichts anderes als ein umgekehrter Kuehlschrank. Beim Kuehlschrank sind jedoch beide Medien Luft, innen wird Luft gekuehlt, aussen wird Luft aufgeheizt. Hier ist Wasser das die Waerme aufnehmende 'Sekundaermedium'. Zugrunde liegt dem der physikalische Carnot-Kreisprozess, darauf im Detail einzugehen wuerde aber an dieser Stelle zu weit fuehren. Nur soviel: er ist umso effektiver, je geringer die Temperaturdifferenz der beiden Medien ist, in unserem Fall bei 25 Kelvin waere theoretisch ein Wirkungsgrad von 11 moeglich. Real erreiche ich im Jahresmittel 3,5. Das zeigt, dass durch high-tech da noch etwas rauszuholen ist!
Die Arbeitszahl von 3,5 sagt aus, dass mit einer kWh elektrischer Energie dem Wasser 3,5 kWh Waerme zugefuehrt werden. Eine direkte elektrische Heizung im Boiler oder Durchlauferhitzer arbeitet immer nur mit einer Arbeitszahl von maximal 1 weil sie keine Umgebungswaerme nutzt.
Nutzeffekte dieser Loesung (was bringt's?):
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Wer noch mehr wissen moechte, hier geht's ins Eingemachte:
DOKUMENTATION:
Technische Daten, Installation, Betriebsdaten,
Geplante oder noch nicht abgeschlossene Arbeiten:
Mittlerweile angeschlossene Verbraucher (Warmwasser und Heizung):
Eingesetzte Mess- und Auswerttechnik (Vertrauen ist gut, ...):
(Extrakt aus Jahresmittelwerten)
Lufttemperatur im WP-Raum:
Waermeumsatz:
Waermepumpenbetrieb: etwa 10 Std. pro Tag (ca. 40% ED)
Waermebilanz:
Gesamtwaermeumsatz: 22 kWh
Quellen:
Primaerenergiebedarf:
CO2-Emissionen:
Vergleich zum System der Nachbarn bei gleichem Verbrauch:
Primaerenergiebedarf:
CO2-Emissionen:
Vergleich zum konventionellen System der Nachbarn:
Gesamtersparnis gegenueber Standardloesung des Bautraegers:
Dies entspricht einer Reduktion der CO2-Emission von 56% (in Worten sechsundfünfzig Prozent) gegenüber der Situation im Jahr 1990; damit glaube ich, meine Hausaufgaben bezüglich des Zieles der Bundesregierung gemacht zu haben (*) (25% weniger bis zum Jahr 2005); und das schon seit 1991!.
(*) - Auch wenn noch mehr moeglich gewesen waere, siehe "Solaranlage, nein danke!"
updated: 2000/10/19
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