
Alle hier zusammengetragenen Beiträge sind
von mir selbst recherchiert worden. Literatur- und Bildquellen sind wie
üblich angegeben. Redaktionelle Anmerkungen von mir innerhalb von Zitaten
sind in kleinerer Schrift und dem Kürzel rh kenntlich gemacht.
Ansonsten gelten die Aussagen, die ich zum
Copyright ohnehin gemacht habe.
Die Jagd nach den 1000
Hits: Jaja, das Bild...ist wie wir hier in Bayern sagen,
ein "B'schies". Es handelt sich mitnichten um RubberHans, der hier sein
Gerät zeigt, sondern um Robert (nicht Rubbered) "Bob" Summers,
der am 12.11.1965 auf dem Salzsee bei Bonneville mit 639,341 km/h den bis
heute ungebrochenen Geschwindigkeitsweltrekord
für radangetriebene Automobile fuhr. Summers' immer
noch - auch in Sachen kompromißloser Ästhetik
(träum-schwelg) - unübertroffene Fahrzeug "Golden Rod" hatte
eine Antriebsleistung von beachtlichen 1814kW, also umgerechnet knapp
zweieinhalbtausend Pferdestärken. Mit so einem Kübel kann man schon
richtig Gummi geben - allerdings ist das zugehörige Gebiet der
Höchstgeschwindigkeitsreifen ein Thema,
das ich momentan hier nicht auch noch detailliert ausbreiten
will - sonst verzettle ich mich in filigranen Details. (Inzwischen hab ich's
ja doch getan) Fest steht: solche Pneus sind keine gewöhnlichen Pneus.
Die Historie der schnellsten Gummis der Welt wird zumindest bei mir noch
ein wenig auf sich warten lassen. Ein, zwei Beiträge kommen aber bald....
ich kann's halt nicht lassen; wozu bin ich Automobilingenieur aus Begeisterung
und Technikhistoriker mit Leidenschaft?
Das Bild übrigens ist ganz dreist geklaut -ähh- gescannt, und zwar
aus der Publikation
Käsmann,
Ferdinand C. W.: Automobil-Weltrekorde.
P.S.: was die Ästhetik betrifft, hält für mich Harold Seagrave's Fahrzeug gemeinsam mit "Golden Rod" den ersten Platz. Obwohl es nicht gar so flink war (war aber auch einige Jahre vorher). Der 7-Meter-8-Tonnen-Renner ist doch eine Augenweide:
----
Warum werden eigentlich heute keine solch' schönen und zugleich funktionalen Höchstgeschwindigkeitsautos gebaut?
Hochgeschwindigkeitsreifen (III):
Formel-1-Rennreifen werden im Fahrbetrieb extremen Bedingungen
ausgesetzt. Hier ist besonders der subtile Kompromiß zwischen Lebensdauer
und erreichbarer Geschwindigkeit, zwischen Haftfähigkeit und
verschleißendem Abrieb interessant. Bei diesen Reifen stellt auch heute
noch Naturlatex die wesentliche Basis für die Gummiherstellung dar,
da dieses Material sich im Fahrbetrieb weniger leicht erhitzt. Allerdings
haben Reifen auf dieser Basis höheren Abrieb als das Reifenmaterial
für Serien-PKW's.
Hochgeschwindigkeitsreifen (IV):
Serien-PKW-Reifen sind zwar keine Hochgeschwindigkeitsreifen.
Wenn man jedoch bedenkt, daß in den frühen fünfziger Jahren
die Formel-1-Piloten Geschwindigkeiten fuhren, die heute jedem betuchten
Familienvater zugänglich sind, lohnt es sich doch, einen Blick auf die
Standard-Reifen zu werfen. Sie zeichnen sich durch stabile Karkassen und
langlebige Laufflächen aus. Das Standard-Design nimmt Rückscht
auf Alltagssituationen. Für Höchstgeschwindigkeiten sind diese
Reifen nur bedingt ausgelegt, da sie bei ihnen unmäßig starg
verschleißen. Das Interpretieren der Beschriftungen auf den Wänden
der PKW-Reifen ist eine Kunst für sich. Hier die Aufstellung der wichtigsten
Codierungen:
.....
Gary Gabelich: Blue Flame
In den frühen siebziger Jahren waren in der Hochgeschwindigkeits-Szene
zwei Namen in aller Munde: Gary Gabelich und Craig Bredlove. Wer fährt
Weltrekord? In der Tat war die Frage müßig. Beide fuhren
Weltrekord.... "Blue Flame" den für Automobile, "SonicII" den für
Motorräder (Radanzahl und -Anordnung!)
Craig Bredlove: Sonic II
Die Antriebsleistungen ihrer Boliden stehen außerhalb der Vorstellungskraft
des Normalbürgers. Craig Bredlove benutzt ein Apollo-Raketentriebwerk
zur Beschleunigung. In 6 Sekunden schafft sein Fahrzeug den Vortrieb von
0 auf 480km/h! Die stärksten PKW's (Ferrari, Porsche, Viper) sehen gegen
diesen Schlitten lahm aus. Selbst einem heutigen Formel-1-Renner zeigt Craig
bereits nach einer halben Sekunde nur noch die rasch kleiner werdende
Auspuff-Flamme. Gary Gabelich hält mit einer Erdgas-getriebenen Rakete
("Blue Flame") dagegen, die ihm bereits 1970 zum Titel "schnellster Mensch
auf Rädern" verhalf (1001,676km/h) Gary war damit der erste, der die
1000km/h-Mauer überschritt. (Beide Bilder aus: Hobby, Magazin der Technik,
Nr. 23,/1971, S. 58ff.)
Weiteres nach Bedarf, Lust und
Laune...
Hochgeschwindigkeitsreifen (I):
Hobby, das Magazin der
Technik schrieb 1960: "... Der Laie kann sich schlecht vorstellen,
was man unter anderem für die Entwicklung und Fertigung der für
den letzten Automobilweltrekord (damals seit 1947 immer noch John
Cobb auf Railton Mobil Special mit 634,403 km/h - rh)
vorgesehenen Pneus alles aufwenden mußte. Als Cobb (siehe
Bild, a.a.O. - rh) nach dem zweiten Weltkrieg mit seinem sieben
Tonnen schweren Auto auf 630 und mehr km/h aus war, richtete Dunlop erst
einmal ein eigenes, einzig in der Welt dastehendes
Höchstgeschwindigkeits-
Hochgeschwindigkeitsreifen (II):
Natürlich wieder Hobby,
das Magazin der Technik (Nr. 9/1960/S.156). Der RubberHans hat
erneut einige Stunden in seinem Archiv gekramt, erinnerte er sich doch dunkel
daran, dort vor 25 Jahren einmal das Bild eines "Bürstenreifens" erblickt
zu haben. Siehe da! Treffer! Kurioserweise ist es auch dieselbe Ausgabe,
die über die "Kaugummijäger von Yukatan" berichtet. Und so
liest sich der zu den Bürstenreifen gehörige Text: "Bürstenreifen
wurden vor kurzem von der bekannten amerikanischen Firma Goodyear entwickelt.
... kam man auf die Idee, einen Reifen aus Metall zu konstruieren. Der
Bürstenreifen ist, wie unser Foto zeigt, nichts anderes als eine
scheibenförmige Drahtbürste, deren Borsten aus hochwarmfesten
Legierungen bestehen, die Temperaturen bis rund 1100° standhalten
können. Alle Versuche mit diesem neuen Reifentyp verliefen
zufriedenstellend. Hinsichtlich der Elastizität und des
Dämpfungsvermögens darf ein solcher Reifen ohne weiteres mit einem
Kfz-Hochdruckreifen verglichen werden." Wie man unschwer sieht, handelt es
sich um einen Heißen Reifen. Was aus der Erfindung in der praktischen
Umsetzung wurde, ist mir allerdings nicht bekannt. Habt Ihr Informationen?
Hinweise bitte an
[email protected].
Hochgeschwindigkeitsreifen (V):
Auf welchen Reifen fuhren "Blue Flame", "Sonic II" oder
"Budweiser Rocket"? Wie baut man Reifen, die Geschwindigkeiten nahe der
Schallgeschwindigkeit aushalten? Das sind oft keine Hochgeschwindigkeitsreifen
mehr, sondern Metallscheiben mit scharf profilierter Kante, die sich wie
ein Messer in den Käse gräbt. Selbst hochbelastbare Gummimischungen
hielten den resultierenden Fliehkräften selten stand. Folglich werden
Räder für Höchstgeschwindigkeitsfahrzeuge (speziell mit Jet-
oder Raketenantrieb) auf Seitenführung optimiert. Vortriebsfähigkeit
spielt bei bei diesen Reifen/Rädern keine Rolle mehr, da der Antrieb
von einen Reaktionstriebwerk erzeugt wird.