
Erste und
letzte Warnung!
Das Selbermachen eines Vollanzuges ist weder ein einfaches noch ein
billiges Vorhaben. Wer sich daran wagt, sollte bereits
gründliche Erfahrungen mit dem Anfertigen größerer
Kleidungsstücke gemacht haben. Auch das Einsetzen eines
Reißverschlusses sollte bereits geübt sein. Eingedenk der sehr
schwierigen und zeitintensiven Arbeit - und auch der Materialkosten - mußt
Du Dir bewußt sein, daß Du gegenüber dem Kauf eines
maßgefertigten Anzuges wahrscheinlich kaum Geld sparen wirst. Der wirkliche
Ansporn, einen solchen Anzug selberzumachen, ist der Reiz, ihn nach eigenen
Wünschen perfekt zu gestalten. Aus diesem Grund sollten die hier gemachten
Vorschläge auch nicht als Bauanleitungen aufgefaßt werden, deren
exaktes Nachvollziehen eine automatische Erfolgsgarantie enthält.
Getauchte Latexwäsche ist oft der preiswerte Einstieg in die Welt der Fetishkleidung. Solche Kleidungsstücke können aber auch als Basis für ambitionierte Eigenanfertigungen dienen. Falls es Dir gelingt, ein langärmeliges Hemd und eine lange Hose zu kaufen, die Dir sehr gut passen, kann diese Variante eine relativ einfache Lösung sein. Benötigt wird an Material:
Außerdem sollte eine schmale (10cm breite) Schneidunterlage zur Verfügung stehen.
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Diese Variante erlaubt die Anfertigung nach Maß, ist aber ziemlich schwierig und zeitaufwendig. Die größten Probleme bereiten die engen Bögen im Schritt und in den Achselhöhlen. Das Schnittmuster und das Zusammenfügen der Einzelteile hängt maßgeblich von der Verfügbarkeit/Größe des Materials ab. Wenn Teile zusammengesetzt werden müssen, dann bevorzugt an glatten Flächen, die geringen Belastungen ausgesetzt sind. Obwohl dieser Bauvorschlag die Verwendung von Latex- oder Gummituch voraussetzt, werden ggf. getauchte Teile hinzugekauft. So ist z.B. das Selbermachen von Handschuhen aus Latextuch ein nahezu aussichtsloses Unterfangen. Besser: getauchte Handschuhe kaufen und passend einsetzen. Die hier vorgestellten Aspekte sind mögliche Lösungen der ein- oder anderen Aufgabe. Du kannst Dir also Deine persönliche Fassung selber zusammenstellen.
Zusätzlich zum Latexmaterial und dem üblichen Werkzeug wird benötigt:
| Hauptschwierigkeit 1: Abmessungen. Zunächst heißt es: Messen, messen, messen! Du benötigst viele genaue Maße, um einen Vollanzug anzufertigen. Hilfreich ist es, wenn Du aus früheren Projekten schon die Maße kennst, Schnittmuster hast, oder wenn Du ein paar gut passende Kleidungsstücke hast, von denen die Maße abgenommen werden können. Plane den Zuschnitt in jedem Fall ausreichend groß. Da hauptsächlich innenliegende Nähte verwendet werden, ist das Verkleinern immer noch möglich. Nur Größermachen geht nicht, insbesondere wenn Du einen vulkanisierenden Kleber verwendest. | |
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Fertige anhand der Abmessungen ein Schnittmuster an. Überlege, wie
Du das verfügbare Material am besten und sparsamsten einsetzen kannst.
Oft müssen Teile zusammengesetzt werden. Von der geschickten Anordnung
der Klebekanten hängt die Stabilität des Kleidungsstückes
entscheidend ab. Falls Du unsicher bist, ob Deine Schnittmuster stimmen,
mache ein Probestück aus Stoff! Verwende dazu irgendeinen glatten, billigen
Kaufhaus-Restposten, schneide gemäß Schnittmuster und nähe
mit der Nähmaschine. Diese Arbeit ist in wenigen Minuten gemacht
(vorausgesetzt, Du kannst mit der Nähmaschine umgehen) und kostet kaum
Geld. Schlitze für Reißverschlüsse werden einfach eingeschnitten
und nach dem Anziehen des Probestückes mit Klebebändern wieder
geschlossen. Nach dem Anpassen können vom Probestück die
geänderten Abmessungen genommen werden.
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Beachte bei Deinem Zuschnitt, daß der Anzug exakt passen
soll. Plane also keinesfalls, ihn enger zu machen, als der Körper der
Person ist, die ihn später tragen wird. Bedingt durch die Vorgehensweise
bei der Arbeit ergibt sich die richtige Enge von allein.
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Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, den bzw. die geplanten
Reißverschlüsse einzusetzen. Erst wenn die Reißverschlüsse
eingebaut sind (Abdeckleisten sind jetzt noch nicht nötig), ist es
möglich, das Kleidungsstück erneut anzuprobieren. Beachte, daß
bis zu diesem Zeitpunkt die innenliegenden Nähte noch nicht umgeklebt
wurden und entsprechend empfindlich sind. Bei Anziehen sollte also auf jeden
Fall eine helfende Person zugegen sein. Vergleiche dazu
Bemerkung 1.
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Hauptschwierigkeit 2: Achseln. Die innenliegende Naht wird hier stark beansprucht und sollte auf der Innenseite sehr sorgfältig geklebt werden. Bedingt durch die engen Bögen ist das Einschneiden von Schlitzen mit Entlastungsöffnungen unbedingt notwendig. |
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Nach dem Wenden sollte erwogen werden, die Außenseite der innenliegenden Nähte durch einen längs aufgeklebten Streifen zu verstärken. Dies hat nicht nur den Vorteil, die Zugfestigkeit der Verbindung zu erhöhen, sondern auch kleine Unsauberkeiten beim vorangegangenen Kleben zu kaschieren. Zudem kann der Streifen, falls er farblich kontrastiert, als Gestaltungselement eingesetzt werden. Zum Kleben der gebogenen Konturen sollte ein Stützbrett verwendet werden - eine Bauanleitung dafür findest Du hier. |
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Es ist keine schlechte Idee, zunächst ein Kleidungsstück mit
halblangem Arm und halblangem Bein zu planen. An den Oberarmen bzw. Oberschenkeln
können dann getauchte Handschuhe bzw. Strümpfe angesetzt werden,
was die Arbeit erheblich verkürzt. Zum Ansetzen sollten Handschuhe bzw.
Strümpfe innen liegen; Ärmel und Beine des Anzuges außen.
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Lange Ärmel und Beinstücke erfordern in der Regel das Ansetzen von Teilen. Wenn Hände und Füße freibleiben sollen, ist das relativ einfach. Wenn Du aber Handschuhe und Füßlinge willst, mußt Du dennoch zu getauchten Teilen zurückgreifen - die dann aber entsprechend kürzer ausfallen können. Ungenauigkeiten beim Ansetzen (1,2) machen sich aber eher bemerkbar als bei der vorigen Lösung. |
| Hauptschwierigkeit 3: Schritt. Eine einfache innenliegende Naht funktioniert an dieser Stelle nicht. Es sollte auf jeden Fall ein etwa 7cm bis 11cm breiter, keilförmiger Streifen mit zwei innenliegenden Nähten eingesetzt werden. Auch hier muß sehr sorgfältig umgeklebt werden; Entlastungsöffnungen nicht vergessen! Die rißgefährdete Zone wird auf diese Weise verstärkt und die Zuglasten Richtung Bein abgeleitet, wo technisch günstigere Bedingungen geschaffen werden können. Der Streifen kommt außerdem den anatomischen Gegebenheiten besser entgegen, was von getauchter Wäsche oft nicht behauptet werden kann. | |
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| Wer den Anzug ohne Handschuhe und Füßlinge anfertigt, geht größeren technischen Schwierigeiten aus dem Weg; zumal vor dem Anziehen des Anzuges kurze Handschuhe und Socken angezogen werden können. In Verbindung mit den unten beschriebenen geknöpften Anschlüssen ist eine optisch gute Lösung möglich, die sich auch sehr angenehm trägt. | |
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Anschlüsse an Hand- oder Fußgelenken sollten bei dieser Art von Anzug verstärkt werden. Im einfachsten Fall kann dies durch einen elastischen Streifen auf der Innenseite erfolgen. Aufwendiger, aber auch schöner ist die Variante, einen kurzen Schlitz vorzusehen und die Anschlüsse knöpfbar zu machen (alternativ ist auch ein Klettverschluß möglich, sieht aber ohne zusätzliche Maßnahmen nicht so gut aus). Vergleiche dazu Bemerkung 2. |
Anfertigen der Schlitze:
Die nächsten Arbeitsschritte müssen für jeden der Schlitze ausgeführt werden. Wenngleich die Schlitze einzeln nacheinander fertiggestellt werden sollten, ist es rationeller, alle benötigten kleinen Zuschnitte schon vor der Arbeit vorzubereiten. |
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Damit ist dem Einreißen des Schlitzes wirkungsvoll vorgebeugt. Im nächsten Schritt werden die knöpfbaren Bänder angebracht. Auch hier sollten vor den Arbeiten alle Zuschnitte vorbereitet werden. |
Benötigt werden für jeden Anschluß
Die Länge der Streifen richtet sich nach dem Umfang des Armes bzw. Beines des Trägers. Außerdem sollte auch der Umfang der Ärmel bzw. Beinöffnung berücksichtigt werden. Wenn sauber gearbeitet wurde, dann sollten diese beiden Längen ziemlich gleich sein Die Länge der Streifen sollte sein: Umfang +6cm. Dies gibt ausreichend Schnittreserve beim Anpassen des Kleidungsstückes. |
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Zuerst wird der Streifen vorbereitet.
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Jetzt wird der Streifen an das Ende des Ärmels bzw. Beinteiles
angebracht.
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Nun muß der noch freie Teil des Streifens nach innen umgeklebt
werden, was nicht ganz einfach ist.
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Ein Stehkragen ist nicht ganz einfach einzusetzen. Die Grundidee ist dieselbe wie bei den Hand- bzw. Fußgelenken. Da aber hier kein glatter Übergang erfolgt, ist das Kleben schwieriger. Achte beim Kragen darauf, daß er an den Ansätzen der Reißverschlüsse geteilt wird. Die Teilung selbst wird durch einen Druckknopf- oder Klettverschluß verbunden. Alternativ ist auch die Verwendung einer schmalen Gürtelschließe möglich. Zum Einsetzen sollten Die Einzelteile des Kragens mit Klebeband gegeneinander fixiert werden. |
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Der Halsausschnitt sollte von innen hinterklebt werden, um ihn zu verstärken. Wer einen Stehkragen haben möchte, sollte aber erst den Kragen einsetzen und danach die Verstärkung kleben. Auf diese Art wird auch der Kragen besser in seiner Position gehalten. |
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Wenn das Vollanzugprojekt auf schon gesicherten Schnittmustern und Erfahrungen basiert, ist es zweckmäßig, die Reißverschlüsse vor dem Zusammenfügen von Vorder- und Rückenteil einzusetzen. Die Arbeit an einer glatten Fläche ist leichter als an einem halbfertigen Kleidungsschlauch.
Beachte, daß nicht jede Kombination von Abschlüssen möglich ist! Im Text werden nur Aspekte der ein- oder anderen Lösung vorgestellt. Gute Kombinationen sind:
| Kein Schlitz | Die Innenseite darf nur mit einem dünnen, elastischen Streifen verstärkt werden. Gewebeverstärkter Gummistoff ist hier fehl am Platze, denn er verhindert wirkungsvoll das spätere Anziehen des Kleidungsstückes! |
| verstärkter Schlitz, Klettverschluß | Der Schlitz sollte wie beschrieben keilförmig verlaufen. Der Klettverschluß hat den Vorteil, daß man den Abschluß individuell straffziehen kann. Der Nachteil: er ist optisch nicht so schön. Abhilfe: Bevor der Klettverschluß geklebt wird, wird das Kleidungsstück angezogen und die Verschlüsse mit Klebeband in der gewünschten Position fixiert. Markiere die Anschlußkanten. Nach dem Ausziehen werden die Anschlüsse passend gekürzt und mit Ziernieten, die innen nicht überstehen, versehen. Dann Klettverschluß kleben. Ergebnis: sieht genauso gut aus wie ein Druckknopfverschluß und ist in der Enge besser einstellbar. |
| verstärkter Schlitz, Druckknopfverschluß | Keilförmiger Schlitz wie oben. Hat den Vorteil, optisch gut auszusehen, aber den Nachteil, daß die Festlegung der Enge ein- für allemal festgelegt wird. Wer die Enge individuell einstellen will, sollte die etwas aufwendigere Arbeit mit Ziernieten und Klettverschluß auf sich nehmen. |
| verstärkter Schlitz, Gürtelschließe | Keilförmiger Schlitz wie oben. Alternativ zu Druckknöpfen und Klettverschluß ist auch das Anbringen einer kleinen Gürtelschließe möglich. Dies ist aber aufwendiger als das hier beschriebene Anfügen eines Streifens, da die Schließe selbst auch am Bund gehalten werden muß. Beachte, daß die Schließenlöcher mit passenden Metallösen verstärkt werden müssen! |
| verstärkter Schlitz, Schnürung | Breiterer keilförmiger Schlitz als oben. Der Schlitz sollte ähnlich wie eine Korsage verstärkt und hinterklebt werden. Mit eingesetzten Ösen und einem durchgezogenen Band läßt die gewünschte Enge schnüren. Optisch reizvoll, aber arbeitsaufwendig. Kann an den Ärmeln ohne helfende Person nicht angezogen werden. |
| Schlitz, Reißverschluß | Hier sollte der Schlitz nicht keilförmig verlaufen, sondern
in der Breite, die die übliche Arbeitstechnik erfordert. Der
Reißverschluß/Schlitz wird nach dem Einsetzen hinterklebt. Auf
der Außenseite sollte der Reißverschluß sichtbar sein.
Dies ist einer der wenigen Fälle, in denen ein Reißverschluß
mit kräftigen, verchromten Metallzähnen verwendet werden sollte.
Der Schieber kann und sollte hinter einer Lasche mit
Klett-/Druckknopfverschluß versteckt werden. Dies ist nicht nur optisch
von Vorteil, sondern verhindert auch das Hängenbleiben an empfindlichen
Gummiteilen. Allerdings sollte ein solches Kleidungsstück aufgrund der
scharfkantigen Metallzähne der Reißverschlüsse mit der gebotenen
Vorsicht an- und ausgezogen werden. Vorsicht: Da Ärmel- und Beinöffnungen in aller Regel zu schmal für den Einsatz der Klebevorrichtung sind, sollte eine ganz schmale Vorrichtung aus einer geschlitzten Spanplatte angefertigt werden. Trotz alledem bleibt das Einsetzen von Reißverschlüssen an diesen engen Stellen schwierig. |
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Reißverschlüsse anzuordnen. Da sie ein notwendiges Übel sind, sollte man das Beste daraus machen. Also: entweder gut verdecken oder als Gestaltungselement einsetzen und optisch hervorheben. Die Reißverschlußvarianten können natürlich kombiniert werden. P.S.: wenn hier steht "einfach einzusetzen", dann ist das relativ gemeint. Tatsächlich ist das Einsetzen von Reißverschlüssen insgesamt eine etwas knifflige Angelegenheit...
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Reißverschluß auf der Vorderseite. Einfach einzusetzen und praktisch. Allerdings sichtbar. |
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Reißverschluß auf der Rückseite. Einfach einzusetzen. Ist zwar von vorne nicht sichtbar, aber das Anziehen eines solchen Kleidungsstückes ist ohne fremde Hilfe nahezu unmöglich. Außerdem hat der Rückenreißverschluß den Nachteil, das er das Krümmen des Rückens behindert. (Latex ist dehnbar - die Stoffkante des Reißverschlusses nicht!) |
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Seitliche Reißverschlüsse an der Halsöffnung oder Schulter. Zweckmäßig, aber schwierig einzusetzen, da sehr genau gemessen werden muß, damit das Kleidungsstück hinterher auch gut aussieht. Bei dieser Reißverschlußanordnung ist in der Regel eine zweite Person nötig, die beim Anziehen hilft. |
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Reißverschluß am Schritt/durch den Schritt. Schwierig anzusetzen. Kann nicht bei getauchten Basiskleidungsstücken angebracht werden. Sehr sorgfältige Arbeit ist auf jeden Fall nötig, damit das Kleidungsstück später an dieser hochbeanspruchten Stelle nicht reißt. |