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Costaguana,
ein fiktives südamerikanisches Land, um 1890: Charles
Gould (Colin Firth) kehrt nach Jahren mit seiner jungen
Frau (Serena Scott-Thomas) in das Land zurück in dem
sein Vater Jahre zuvor von einem Ausländerfeindlichen
Regime ermordet wurde. Seitdem liegt die Silbermine, die
er einst gründete brach. Charles Gould hat es sich zum
Ziel gesetzt, diese Mine zu neuem Leben zu erwecken und
dem Land so zu Wohlstand und Reichtum verhelfen will. In
dem Maße in dem Goulds Besessenheit mit der Mine
wächst, vernachlää ssigt er seine Frau und alles
andere. Als sich die instabilen Verhältnisse im Land zu
einer Revolution entwickeln ist Gould bereit die Mine und
sogar sich selbst zu zerstören, bevor er zuließe, daß
sie in die falschen Hände fällt. Als die Situation sich
zuspitzt, bittet Gould Nostromo (Claudio Amendola) um
Hilfe Nostromo ist ein Hafenarbeiter italienische
Herkunft, der bei allen Einwohnern großes Ansehen, denn
er gilt als findig und nicht korrumpierbar. Um das
wertvolle Silber vor korrupten Revolutionären zu retten,
soll er eine große Ladung an Silberbarren für später
in Sicherheit bringen und Unterstützung für den Kampf
gegen die Revolutionäre zu holen. Wenig später erreicht
Gould die Nachricht, Nostromo sei bei seiner Mission
umgekommen und jede Hoffnung auf Rettung scheint
verloren.
Technisches:
O-Titel: NOSTROMO
dt.
Titel: Nostromo
Der Schatz in den Bergen
Land
1996 ca. 300 Min. Abenteuer / Drama
Darsteller:
Claudio
Amendola (Nostromo) Colin Firth
(Charles Gould) Serena Scott Thomas (Emilia Gould)
Albert Finney (Doctor Monygham) Fernando
Hilbeck (Don Jose Avellanos) Ruth Gabriel (Antonia
Avellanos) Brian Dennehy (Joshua C. Holroyd)
Lothaire Bluteau (Martin Decoud) Arnold
Foa (Giorgio Viola) Claudia Cardinale
(Teresa Viola) Stefania Montorsi (Linda Viola)
Romina Mondello (Giselle Viola) Joaquim De
Almeida (Colonel Sotillo) Paul Brooke (Captain
Mitchell) Robert Escobar (Pedro Montero)
Xavier Burbano (Ramirez) Ismael E. Carlo (General
Barrios) Emiliano Diez (Major Don Pepe)
Nelson E. Guerrero (Father Corbelan) Ubaldo
Henriques (President Riberia) Allan Corduner
(Hirsch) Mario E. Sanches (Hernandez)
Regie: Alastair Reid
Drehbuch:
John
Hale nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Conrad
Kamera:
Franco Di Giacomo
Musik: Ennio
Morricone
Schnitt:
Frances
Parker
Kostüme:
Danilo
Donati
Drehorte:
Columbien
Produktion: Fernando Ghia Michael Wearing
Kommentare
(meine laienhafte Übersetzung)
Colin Firth über die
Rolle des Charles Gould und warum er sie spielen wollte:
" Mein Charakter hat einen
idealistischen Glauben an die Macht der
Industrie, die Welt zu zivilisieren. Her erweckt
eine stillgelegte Silbermine zu neuem Leben, die
sein Vater gegründet hatte. Aber als er mit der
Mine Erfolg hat, nahm seine Agenda einen anderen
Lauf. Schließlich war er bereit lieber die Mine
zu sprengen, ebenso wie sich selbst, als sie in
die falschen Hände zu geben. Er opfert seine
Frau, emotional, und auch alle anderen."
"Es reizt mich neurotische Charaktere zu
spielen, aber ich muß dem Impuls widerstehen,
mit diesen Leuten zu sympathisieren. Dieser in 'Nostromo'
ist ein schwieriger Charakter. Es ist nicht
einfach die alte Geschichte des Idealisten, der
sich zum Tyrannen entwickelt. Ich denke nicht,
daß ich ihn oder seine Besessenheit verstanden
habe, als ich ihn spielte. Und trotzdem bin ich
jetzt, wo ich den Film gesehen habe, zu frieden
damit, wie mit allem anderen, was ich gemacht
habe." [Chicago Tribune, 2.1.1997]
"Es
war Neugier. Ich dachte, da ist viel mehr an
Gould als auf den ersten Blick ersichtlich ist.
Ich habe mich in der seltsamen Situation wieder
gefunden, anzuzweifeln, was Conrad über ihn
gesagt hat, daß der Charakter keinen Sinn für
Ironie hat, und ich habe mich gefragt, ob das die
Wahrnehmung eines Engländers durch einen
Ausländer war. Es wäre durchaus möglich für
einen Charakter wie Gould einen starken Sinn für
Ironie zu haben und daß dieser fü r einen Polen
nicht ersichtlich ist." [Independent On
Sunday, 19.1.1997]
" Es ist ganz klar, was mit
Charles Gould passiert - er wird zu einem Mann,
der seine Seele verloren hat. Conrad erlaubt
seinen Charakteren nicht einfach zu sein. Gould
möchte mit Hilfe des Silbers ein Land
zivilisieren, das er für unzivilisiert hält. Er
möchte mit dem Silber all diese
Jahrhundertwende-Ideale erreichen - Schönheit,
Ordnung, Wahrheit. Er hält daran fest, selbst
als klar wird, daß er sich in ein Monster
verwandelt." [Orange County Register,
2.1.1997]
"[Gould]
verschließt sich mehr und mehr im Verlauf der
Geschichte. Es ist tatsächlich das genaue
Gegenteil von Mr. Darcy."
"Das Buch ist praktisch unlesbar. Ich habe
es nur durch schiere Sturheit bis zum Ende
geschafft und Conrad definiert seine Charaktere
sicherlich nicht in einer Art, die es einem
einfach macht, sie zu verstehen." [Saturday
Telegraph, 11.1.1997]
" Nostromo ist kein leichtes
Material, ein Everest für mich zu lesen, denn
das Geschriebene hat eine gewisse Schwere und
einen unzugänglichen Humor, aber trotzdem hat es
sich gelohnt, denn das Buch hat mich danach
verfolgt, verfolgt mich immer noch.
"Ich habe Charles anfangs nicht verstanden.
Er hat nicht die normalen identifizierbaren
Beweggründe, die einen Industriellen antreiben -
Ruhm, Wohlstand, Macht. Ich habe versucht,
herauszufinden, was es in mir gibt, das sich mit
ihm identifiziert. Ich war schon so besessen von
meiner Arbeit, daß ich mich kopfüber
hineingestürzt habe und alles andere
vernachlässigte, aber ich bin zu der
Überzeugung gelangt, daß er so eine Art
verzerrten romantischen Traum hat, sehr im
Gegensatz zur Annahme seiner Frau, er sei streng
praktisch und unsentimental. Da war eine große
Neugier.
Ich wußte, für solange nach Kolumbien zu gehen,
wäre eine Erfahrung, die mein Leben verändern
würde, und das war es ganz sicher. Ich habe
Freundschaften und Beziehungen geknüpft, die ein
Leben lang halten werden." [Radio Times,
Feb. 1997]
" ... das war so ein Fall von
Firth als Clint Eastwood, einer meiner Träume
wurde tatsächlich wahr. Ich durfte auf einem
Pferd durch eine südamerikanische Stadt reiten,
durch die alten spanischen Slums,
schlammverkrustet, dreckig, verfilzt, mit einer
Pistole in der Hand und dem Schmettern der Musik
Enrico Morricones und Explosionen im
Hintergrund." [Time Out 19.-26.3.1997]
Colin Firth
über die Dreharbeiten in Kolumbien:
I ch habe den Versuch
aufgegeben nicht zu sagen, daß es fürchterlich
war. Die dicken, kratzigen Edwardianischen
Kostüme in dieser Hitze zu tragen war eine
Tortur. Die Frauen wurden rechts und links von
einem ohnmächtig. Viel schlimmer war die
Unangemessenheit inmitten gräßlicher Slums zu
drehen. Du ißt dein geschmackvoll angerichtetes
Essen, während Gruppen hungernder Kinder bei den
Mülleimern auf das warten, was du wegwirfst. Die
Unterschiede so deutlich zur Schau zu stellen war
obszön." [Chicago Tribune, 2.1.1997]
"Du
sitzt auf einem schlecht trainierten Pferd vor 50
oder 100 anderen Pferden und Kutschen in einer
dreckigen Straße, in Slums, die Kameras
meilenweit entfernt, mit einer riesigen
Menschenmenge, Sprachbarrieren und Explosionen.
Am ersten Tag haben sie mir ein ziemlich
unkontrollierbares Pferd gegeben, eine Mustang
oder so und ich bin das erste Mal in meinem Leben
abgeworfen worden - eine ziemlich würdelose
Erfahren, denn ich rühme mich eigentlich ganz
gut zu reiten.
Und dann ist da eine Szene in der ich mit der
Garrotte hingerichtet werden soll. Wissen sie was
eine garrottieren heißt? Da wird ein
Metallhalsband um meinen Hals gelegt, um mich zu
erdrosseln und irgendjemand hat irgendwelche
Instruktionen gerufen, die ich nicht verstand.
Meine Hände waren hinter meinem Rücken
gefesselt und ich spreche kein Spanisch, so daß
ich ihnen hätte sagen können, daß sie WIRKLICH
dabei waren mich zu erdrosseln und aufzuhören.
Und trotzdem waren wir rechtzeitig fertig und es
sieht großartig aus." [Orange County
Register, 2.1.1997]
Gut zu wissen:
[...] der Pole Jozèf Teodor
Konrad Korzeniowski [schrieb] nicht in
seiner Muttersprache, sondern wurde unter dem
Namen JOSEPH CONRAD (1857 -
1924) ein gefeierter englischer Schriftsteller.
[... er lernte] aber erst als Erwachsener
Englisch, als er als Seemann die Tropen befuhr.
1884 nahm er die britische Staatsbürgerschaft an
und veröffentlichte 1895 seinen ersten Roman, Almayer's
Folly (Almayers Wahn). Wie in seinen meisten
Büchern schildert er hier - vor dem Hintergrund
einer ebenso schönen wie grausamen Natur - die
Auswirkung einer dramatischen Krise auf die Seele
eines Menschen, wobei der Held alle Gefahren
durch Pflichtbewußtsein und Ehrgefühl
überwindet. Conrad hatte sehr ritterliche Ideale
und blieb im Herzen immer ein altmodischer
Gentleman. Sein Leben war hart, und seine Bücher
fanden zwar lobende Erwähnung, brachten ihm aber
keine sofortige Popularität ein, was ihn schwer
enttäuschte; er sprach von seiner "großen
Isolation von der Welt". Seine beiden
wichtigsten Romane, The Nigger of the
Narcissus (Der Nigger von der Narzissus) und
Lord Jim, erschienen 1898 und 1900, doch
kam erst 1914 mit Chance (Spiel des
Zufalls) - der Geschichte einer gefährlichen
Liebe - endlich der literarische Durchbruch und
damit die finanzielle Sicherheit, die er so lange
ersehnt hatte. [Quelle: Illustrierte
Geschichte der Weltliteratur, Naumann &
Göbel Verlagsgesellschaft Köln, 1991]
Bei den Dreharbeiten zu
Nostromo lernte Colin Firth Livia Giuggiolo
kennen, eine italienische Studentin, die dort als
Produktionsassistentin arbeitete. Die beiden
haben im Juni 1997 geheiratet.
Für das italienische
Fernsehen wurde ein "Making of
Nostromo" gedreht. Darin erzählt der
Produzent Fernando Ghia, daß das alte Zentrum
von Cartagena für die Dreharbeiten drei Wochen
lang gesperrt wurde.
Bücher zum Film:
Joseph Conrad: Nostromo;
Penguin
Books, ISBN: 0-14-018371-x (engl.)
Joseph Conrad: Nostromo;
dtv; ISBN: 3-423-12648-5 (dt.)
Video/DVD/Soundtrack: 
PAL Video, engl.
NTSC Video, engl.
Links:
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