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und Kritiken - Theater
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Lebenslänglich Berliner Kurier (21.08.1996) Katharina und das Brautpaar Die
erfolgreiche Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach (42)
unternimmt einen Ausflug ins Varieté.Freitag feiert sie im "Wintergarten"
mit "Lebenslänglich!", einem Hochzeitsvarieté in vier Akten,
Premiere."Es ist ein Versuch von mir, Artistik und eine kleine Theatergeschichte
miteinander zu verbinden", sagt sie. Die Schauspieler Ilona Schulz und
Max Gertsch singen und spielendie Hochzeit eines jungen Paares, das
sich nach nur sechs Wochen gegenseitigen Kennens zur Heirat entschlossen
hat. Internationale Artisten sorgen mit ihren atemberaubenden Nummern
für zusätzliche Unterhaltung. Kritik - Berliner Kurier (25.08.1996) Varieté -Experiment mit der Thalbach leider ein Reinfall Zugegeben,
es war ein Experiment. Experimente können scheitern - diesmal war
es leider so. Dabei haben wir alle so fest die Daumen gedrückt:
Theater-Star Katharina Thalbach inszenierte "Lebenslänglich" -
eine Mischung aus Theater und Varieté mit einer richtigen Geschichte
um ein Brautpaar. Die Premiere Berlins Varieté-Tempel Nr. 1,
dem Wintergarten an der Potsdamer Straße, wollten sich auch Stars
wie Sabine Christiansen, Otto Sander, Ulrich Meyer und Harald Juhnke
nicht entgehen lassen. Aber alle wurden enttäuscht. Was da über
die Bühne ging, war nämlich nur profanes Hin- und Hergehopse
der beiden Hauptdarsteller Ilona Schulz und Max Gertsch, gepaart mit
unpassenden Songs von Thomas Pigor und einpaar nicht besonders mitreißenden
Akrobatik- und Zaubernummern. Spannung? Fehlanzeige."Dem Staunen gewidmet"-
das Wintergarten-Motto verkehrte sich an diesem Abend in "Dem Gähnen
gewidmet" .Zugute halten kann man der Wintergarten-Leitung, dass
sie überhaupt ein solches Experiment gewagt hat. Aber ein großer
Name allein macht noch keine Show! Angesichts des niederschmetternden
Ergebnisses sollte man wohl doch besser zum Nummern-Programm zurückkehren.
Kritik - Berliner Zeitung (26.08.1996) Begnadigt wegen schlechter Führung"Lebenslänglich!" - ein Hochzeitsvariete von Katharina Thalbach im Wintergarten "Heirat",
geistreichelte Alfred Hitchcock, "ist die einzige lebenslängliche
Verurteilung, bei der man aufgrund schlechter Führung begnadigt
werden kann."So gesehen haben Maria und Jörg beste Aussichten auf
raschen Straferlaß: "Kotzbrocken" und "Pißnelke" sind noch
nicht die häßlichsten Ausdrücke, die sich die Jungvermählten
- in vollem Brautstaat und vor versammelter Hochzeitsgesellschaft -
an den Kopf schmettern. Im neuen Wintergarten-Programm "Lebenslänglich!"
- am Freitag war Premiere - wird geheiratet, dass die Fetzen fliegen.
Doch
mit dem Buch hätte Regisseurin Katharina Thalbach nicht so zaghaft
verfahren sollen: Wo die Geschichte ausufert, wo derbe Worte statt Wortwitz
dominieren, wo schriller Klamauk überhand nimmt und das Publikum
sich zu langweilen beginnt, da wünschte man sich schon deutliche
Striche im Text. Der Exzentriker Avner Eisenberg aus den USA gibt den Hausmeister, der beim Saubermachen rund um die Festtafel auf rührende Weise mit den Tücken von Besen, Streichhölzern und Zigarettenschachteln kämpft. Ein Kabinettstückchen ist der von einem Glas Wein gekrönte Verzehr eines größeren Stapels Servietten, die der Künstler schließlich als unendlich lange Papierschlange wieder aus dem Schlund zieht. Vier
junge Kanadierinnen, die Gruppe "Totem", führen mit perfekt ineinanderfließenden
Bewegungen eine eher kunstvoll-ästhetische als waghalsige Nummer
am Trapez vor und spielen gleichzeitig die munteren Nichten der Braut.
Die "Chen Brothers" aus Portugal als finstere mafiotische Onkel zeigen
aufregend kraftvolle, schnörkellose Hand-auf-Hand-Akrobatik.
Die Brautleute Ilona Schulz und Max Gertsch - die einzigen Schauspielprofis im Ensemble - küssen und schlagen sich mit Verve und werden erst als Ex-Ehepaar gemeinsam glücklich. Warum allerdings die überkandidelte Mutter des Bräutigams mit der Amerikanerin Julie Goell besetzt wurde, deren eingepaukter deutscher Text kaum zu verstehen war, bleibt ein Rätsel. Schwiegermütter, die jedes Klischee bedienen, haben wir doch wohl selbst genug. zurück zu Max Gertschs Theater Rollen | Übersicht: Max Gertsch |