Karl Meister
Ich knüpfte manche zarte Bande
Ich knüpfte manche zarte Bande,
studierte die Pariserin,
die schönsten Frau'n im Sachsenlande,
in Deutschland, Ungarn und in Wien.
Ich kenn' der Frauen Reiz im Süden,
Neapel, Rom, Florenz, Madrid,
drang auch bis zu den Pyramiden,
nahm Afrika zum Teil noch mit.
Hab' an des Ganges Strand gesessen
und tauschte dort gar manchen Kuß
Ich liebelte bei den Tscherkessen
mit schönen Frau'n des Kaukasus.
Noch schöner schien mir die Kreolin
Doch all die Schönheit schnell verbleicht,
wenn man dagegen hält die Polin
Der Polin Reiz bleibt unerreicht.
Die Polin hat von allen Reizen
die exquisitesten vereint
Womit die Ander'n einzeln geizen,
bei ihr als ein Bukett erscheint.
Die Nase hat sie griechisch-römisch,
Glutaugen von der Spanierin
Der üpp'ge Mund ist slawisch-böhmisch,
Und lieblich wienerisch das Kinn.
Von der Pariserin das Füßchen,
und von der Britin die Figur
Von allem Reizenden ein bißchen,
doch immer grad' das Beste nur.
Sie borgt sogar von der Mongolin
etwas Pikanterie vielleicht
Und g'rade dadurch wird die Polin
von keinem ander'n Weib erreicht.
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