Udo Jürgens
Entre la multitud, en mi camino
por la ciudad soñé,* oh oh
De pronto me quedé como acordido*
Cuando la vi estremecí*, sí!
|: Rubia :| de ti me enamoré**
|: Rubia :| todo te hablaré.*/**
Intrumental
Al ver mi turbación* me sonría,
pero después se esfumó*, oh oh
Mi pobre corazón siempre contía*
que cualquier* día le encontraré*, sí!
$
|: Rubia :| de ti me enamoré**
|: Rubia :| cuando te veré?**
La la la...
dal $egno al fine
*Das ist zwar nicht Alles ganz falsch, aber auch Vieles, was man gerade noch so durchgehen lassen könnte, ist Wörterbuch-Spanisch, und kein "native speaker" würde es so sagen, selbst wenn er - wie ich - ein ziemlich "altmodisches", hochgestochenes Kastilianisch spräche.
Im Einzelnen:
- "soñé" kann man zwar theoretisch sagen, wenn man plötzlich einen Traum hat; aber dann geht der Kontrast zur folgenden Zeile verloren. Ich würde hier Imperfekt setzen, also "soñaba", das "a" schön lang ziehen und dafür das - offenbar mehr oder weniger gedankenlos aus der
italienischen Fassung übernommene - "oh oh" weglassen.
- "acordido" gibt es nicht; es soll wohl "angewurzelt" bedeuten; aber das hieße "clavado", und selbst "[mit einer Kordel] angebunden" hieße "atado". (Im übrigen will ich nicht päpstlicher sein als der Papst; ich weiß, daß meine Landsleute grundsätzlich kein korrektes spanisches "d" sprechen können - die meisten können ja auch das stimmhafte englische "th", das recht ähnlich ist, nicht richtig aussprechen ;-)
- "erschaudern" ist im Spanischen reflexiv, richtig wäre also "me estremecí". (Und es wäre auch zulässig, das "mestremecí" auszusprechen; es gibt also keine Ausrede von wegen "würde nicht auf die Zeile passen".)
- "hablar" sagt man, wenn man "[allgemein] sprechen" meint, z.B. "hablar castellano", aber nicht, wenn man Jemandem Etwas - geschweige denn Alles - sagen will; dann muß man "diré" gebrauchen - was auch viel besser auf die Zeile passen würde.
- "turbación" ist viel zu stark - das bezeichnet eine geistige Verwirrung, nicht bloß eine plötzliche Überraschung. Warum nicht einfach "confusión"?
- "esfumarse" bedeutet zwar wörtlich "sich in Rauch [oder Luft] auflösen" - und das ist wahrscheinlich auch gemeint, denn es soll sich ja um ein Traumbild handeln (oder nicht?); aber abgesehen davon, daß ich ein so ausgefallenes Wort nicht in meinen aktiven Wortschatz aufnehmen würde, übersetzte es schon mein altes Schulwörterbuch (Auflage 1965, also ein Jahr vor Erscheinen dieses Liedes) mit "sich aus dem Staub machen", "sich verdrücken", "verduften".
- "contía" kann man zwar sagen, aber es klingt ebenso gespreizt, als würde man auf Deutsch [mein Herz] "rechnete damit" oder "zählte darauf" sagen. Besser wäre "ansía".
- "cualquier" ist zwar korrekt, aber schon arg hochgestochen; selbst ich würde eher "algun día" sagen.
- Der Gebrauch des Futurums "encontraré" ist hier zwar nicht ganz korrekt - oder war es jedenfalls anno 1966 noch nicht -; aber ich will mal zugunsten des Texters davon ausgehen, daß er seiner Zeit um ein paar Jahrzehnte voraus war; heute kann man es wohl so sagen. Ich selber täte es freilich noch immer nicht, sondern würde "encontraría" sagen, die Endungsvokale schön lang ziehen und das "sí" weglassen.
**Wer nur ein wenig Französisch gelernt hat, aber kein Spanisch, kann nicht wissen, daß der accent aigu hier nicht bedeutet, daß das "é" geschlossen gesprochen wird, sondern nur, daß es betont wird. Aber das hätte man ihm doch sagen können/sollen/müssen - es ist ja nicht so, daß das schwierig auszusprechen wäre! (Und für das erste "e" in "veré" gibt es schon garkeine Ausrede, denn das trägt ja keinen Akzent!) Im übrigen will ich auch hier nicht päpstlicher sein als der Papst, wenn es um die korrekte Aussprache des "v" geht, die zwischen dem deutschen "w" und dem deutschen "b" liegt.
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