Manŭel Rovere

Nun aŭ neniam (Audio)

(Refreno:)
Nun aŭ neniam, ĉirkaŭbraku* min
Donu viajn kisojn, ĉar** mi amas vin
Jam morgaŭ ne estos tempo plu
Nun aŭ neniam, la ŝanco por ni du.

Kiam mi vin vidis la unuan fojon,
tuj mi enamiĝis, vi kaptis mian koron
Viaj varmaj lipoj jam deziras kisojn,
do ne atendu havi novan ŝancon.***

Refreno

Kvazaŭ plorsalikoj, ploros ni dumvive,
se ni perdos amon, dediĉon reciprokan
Kaj, en ĉi momento, pligrandiĝas mia sento,
ĉar realiĝas mia amorevo.

Refreno


Hier einige eklatante Fehlgriffe, die Zamenhof beim Zusammenstellen des Esperanto-Vokabulars unterlaufen sind - alle mit französischen Lehnwörtern.
(Der Umstand, daß auch mir z.T. nichts Besseres einfällt, zeigt, daß das keine bloßen Einzelfälle sind, sondern daß sein Konzept grundlegende Schwächen aufweist.****)
*oweiowei... das spricht doch dem Konzept der Einfachheit Hohn: Zwar erkennt man irgendwie, was gemeint ist, nämlich der Imperativ von "umarmen" (frz. "embrasser", von "bras" [Arm]), aber das umständliche Einflechten der pseudo-lateinischen Vorsilbe wirkt doch eher peinlich (frz. "embarassant")! Warum nicht einfach die französische Vorsilbe "em-" stehen lassen oder die deutsche Vorsilbe "um-" verwenden? Antwort: weil sie schon anderweitig vergeben sind - übrigens beide in ziemlich unglücklicher Funktion: "em" ist eine Zwischensilbe, die eine Tendenz/Neigung ausdrückt - und als solche ziemlich überflüssig ist, denn so viele Wörter dieser Art gibt es nicht -; "um" ist eine Art Passe-partout und Passe-nirgends, denn diese Silbe drückt per definitionem Alles aus, wofür es im Esperanto sonst keine bestimmte Silbe gibt. Mein Vorschlag? "Hagi" (Imperativ "hagu"), von engl. "hug"; aber ich gebe zu, daß das in keiner anderen Sprache vorkommt und deshalb schwierig zu vermitteln ist. [Auf die Zeile würde es übrigens problemlos passen: "Hagu min forte!"]
**Das spricht sich "tschar"; deshalb ist selbst für Franzosen akustisch kaum zu erkennen, daß dahinter das französische Wort "car" [denn] steckt. Warum der Zirconflex? Weil es ohne auch nicht besser wäre, denn dann würde es sich "tsar" sprechen. Und warum hat Zamenhof für "denn" nicht einfach "kar" genommen? Vielleicht, weil es dann selbst für Franzosen optisch nicht mehr zu erkennen wäre ;-) Nein, mir fällt auch nichts Besseres ein, denn das englische "for" ist mehrdeutig, und überdies ist auch "for" in Esperanto schon anderweitig vergeben, ebenso das englische "'cause" (als "kaŭze", in leicht anderer Bedeutung. [Wie ich persönlich das Problem umschiffe? Ich meide Sätze, die mit "denn" beginnen, und stelle statt dessen ein "enim" ("nämlich" - aus dem Lateinischen übernommen) nach; das ist zwar korrekt, aber nicht weit verbreitet, so daß leider die Gefahr besteht, von Anfängern nicht verstanden zu werden.]
***Das ist ein besonders dicker Klops. Zugrunde liegt frz. "chance" - aber Zamenhof gebraucht es in deutscher Bedeutung, nämlich "Gelegenheit" (frz. "occasion" - jedenfalls damals; heute bedeutet es vor allem "Sonderangebot ;-) Frz. "chance" bedeutet jedoch "Glück". Vier Zeilen zuvor war das noch nicht weiter tragisch, denn dort könnte ja Beides gemeint sein, also auch "das Glück für uns Zwei"; aber hier ist eindeutig eine "neue Chance" gemeint, kein neues Glück. Überhaupt ist dieses Wort ganz un-glücklich gewählt, weil es Franzosen akustisch an "Chanson" erinnert und Deutsche an Schanze. Was ich statt dessen vorschlagen würde? Einen Rückgriff auf Pseudo-Griechisch. (Zamenhof verwendet beklagenswert wenige griechische Wörter, und wenn, dann äußerst unglücklich. Paradebeispiel ist das Wörtchen "kaj" (und), das nichtmal Griechen verstehen - die sprechen es nämlich "kjä" oder sogar "kschä" aus, und zwar schon seit schätzungsweise 2.000 Jahren ;-) Warum nicht "kajrio" (von "evkairía")? Oder meinetwegen "kajrio" - aber Zamenhof hat sich grundsätzlich gegen die Verwendung der Vorsilbe "eŭ-" entschieden - einer seiner schwersten Fehler überhaupt, der es Kritikern wie George Orwell leicht machte, Esperanto als "Newspeak" zu karikieren: Wenn man ein Vokabular schon auf Gegensätzen aufbaut, müssen dann wirklich 50% aller betroffenen Wörter mit "mal-" anfangen? Wäre es nicht viel besser (da flexibler - und auch nicht viel lern-intensiver), wenigstens ein paar umgekehrt zu bilden, nämlich ("enim" ;-) mit einer positiven Vorsilbe? Nicht nur für "ernste" Fälle, sondern auch für ironische Nuancen. Wie soll man z.B. in Ermangelung von "eŭhomo" das Wort "Gutmensch" übersetzen? Etwa "malšurko"? Das fände ich völlig unpassend, denn tatsächlich ist damit doch "Schurke" gemeint ;-)

****Esperantisten werden das nicht gerne hören bzw. lesen, aber ich maße mir an, das beurteilen zu können. Esperanto war von Anfang an eine Fehlkonstruktion, die nie das Zeug hatte, zur Weltsprache zu werden, nichtmal zur Weltzweitsprache. Warum nicht, da es doch scheinbar so leicht zu erlernen ist? Weil letzteres ein Trugschluß ist, dem auch ich anfangs erlag. Na klar, wenn man eine Muttersprache mit indoeuropäischer Syntax hat und wenn man alle zugrundeliegenden Sprachen schon beherrscht und daher null Probleme mit dem Vokabular hat, dann ist das ein Kinderspiel. (Aber dann braucht man ja eigentlicht garkein Esperanto mehr ;-) Für alle Anderen, die sich daran versuchen, ist es dagegen furchtbar schwierig, wie mir vor allem in Asien immer wieder versichert wurde.
Ein weiterer Grund wird einem klar, wenn man E. mal mit Englisch vergleicht und sich fragt, warum ausgerechnet letzteres zur Weltsprache geworden ist. (Wohlgemerkt zur gesprochenen Weltsprache - die Rechtschreibung ist ja selbst für "native speakers" eine Zumutung!) Ganz einfach (im wahrsten Sinne des Wortes): Die heutige englische Umgangssprache besteht zu über 90% aus ein- und zweisilbigen Wörtern, die kaum flektiert werden. (Anders als andere germanische - und erst recht slawische - Sprachen hat sie auch so gut wie keine schwer auszusprechenden Konsonantengruppen - aber das nur am Rande.) Und diese Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen: Das Englische ist gerade dabei - von den sogenannten Sprachwissenschaftlern in ihren Elfenbeintürmen m.W. noch unbemerkt -, die Endungen seiner Adverbien abzustoßen und so die Zahl der mehrsilbigen Wörter weiter zu reduzieren. Adjektive auf "-ly" haben sie bereits verloren, die übrigen Adjektive auf "-y" sind gerade dabei; und vielleicht werde ich noch miterleben, daß alle Adjektive ganz endungslos auch als Adverbien verwendet werden.
Ganz anders E. Mein Esperantolehrer wies seine Schüler einmal stolz auf die kunstvoll-geniale Bildung des Wortes "ĉuesulino" [Jedermannsfrau] hin. Heute würde ich ihm antworten: Dieser Fünfsilber ist nicht kunstvoll gebildet, sondern umständlich gekünstelt und viel zu lang! Die meisten anderen Sprachen drücken das mit maximal zwei Silben aus, das englische sogar mit nur einer: "whore"! (Über die Orthographie läßt sich streiten - aber die könnte man ja mal reformieren.)

Hansis Schlagerseiten