Ĉu bonvolas vi aŭskulti la rakonton
pri l' knabino* kiu dolorigis min?
Temas pri la ofta tipo de virino,**
kiu sorĉas kaj perfidas ĝis la fin'
Knabino.... Knabino...
Ŝi promesis veran amon kaj dediĉon,
tamen sentojn ŝirkolektis nur sur ŝin
Valoregis por ŝi nur, ke viroj ŝin admiru:
vera estis ŝi koketulin'.
Knabino.... Knabino...
Inoj foje ŝatas vin ŝajnigi stulta ul' ĉe l' geamikoj
Viroj ofte ne konscias, ke ekzistas inoj
malvarmaj, sendankaj, egoismaj, kruelaj
Knabino.... Knabino...
Kiomfoje ŝi min eĉ neglektis kaj per larmoj,
poste, pardonpetis ŝi sen hont'
kaj ĵuradis, ke ŝi ne plu tiel agos
sed perfidis min refoje en estont'.
Knabino.... Knabino...
*Schon mein Opa, der sich mal kurz mit Esperanto beschäftigt hatte, mokierte sich über diese unglückliche Wortschöpfung Zamenhofs: "la knabo" und "la knabino" - wie soll das zusammenpassen?
Die Antwort ist ganz einfach: Garnicht! Wobei Opa freilich übersah, daß auch im Deutschen "das Mädchen" nicht gerade logisch ist - aber das steht hier ja nicht zur Debatte.
Bei einer Kunstsprache hätte man doch mal ernsthaft darüber nachdenken können, ob Artikel überhaupt sein müssen. Viele Sprachen kamen und kommen gut ohne sie aus. Welchen Zweck haben bzw. welchen Sinn machen sie? Doch nur, etwas anzuzeigen, das man den Substantiven alleine nicht ohne weiteres ansehen oder -hören kann, z.B. Geschlecht und/oder Singular/Plural, also auch beim Esperanto. (Jedenfalls teilweise - den Plural sieht und hört man ja an der Endung.) Aber wenn alle Artikel gleich sind, dann wird dieser Zwecke eben nicht erreicht, und der Sinn verkehrt sich in Unsinn.
(Zwischenbemerkung: Deshalb machen auch die Artikel "a[n]" und "the" im Englischen keinen Sinn - ich erwarte, daß sie irgendwann wegfallen werden.)
Und wie nicht anders zu erwarten, sind diese überflüssigen Artikel bei Esperantisten wie M.R. zu bevorzugten Opfer von Kürzungen geworden, d.h. so wie er bei Substantiven die Endung "-o" wegläßt, wenn das dem Versmaß dienlich ist, so läßt er auch das "-a" beim Artikel weg, so daß nur noch ein "l'" übrig bleibt, wie in seiner Muttersprache Italienisch. (Und im Französischen beim "le" vor Vokalen und im gesprochenen Spanisch beim "la" vor allen Vokalen.)
**Quod erat demonstrandum: "la viro" [der Mann] und "la virino" [die Frau] sind ebenso unsinnig. Aber diese Wendung zeigt, daß es eben auch ohne Artikel geht, denn "de" ist ja bloß ein Partitivpartikel - und der reicht vollauf!