
1. Kurzbiographie
62 in Comum (Como) am lacus Larius (Comer See) in Oberitalien geboren. Er ist der Neffe und Adoptivsohn des berühmten C.Plinius Secundus Maior, des Verfassers der historia naturalis, einer enzyklopädischen Naturkunde (Sammelwerk aus über 400 lateinischen und griechischen Verfassern in 37 Büchern), der beim Ausbruch des Vesuvs 79 n. den Tod findet. Plinius´ Ausbildung ist exzellent, unter anderem studiert er in Rom beim berühmten Redelehrer Quintilianus Rhetorik. Bald schlägt er die politische Laufbahn ein, obwohl er von seinen Eltern reiche Besitztümer geerbt hatte und sich um seinen Lebensunterhalt nicht zu kümmern bräuchte.
81 beginnt er auch als Prozeßredner vor Gericht und erreicht als Sachwalter große Anerkennung.
82 ist er Militärtribun in der Provinz Syria,
88 Quästor,
91 Volkstribun,
93 Prätor.
100 ernennt ihn Kaiser Traian zum Konsul, wofür er sich in einer, Panegyricus genannten Festrede, die er vor dem Senat hält und später in Buchform herausgibt, bedankt.
103 wird er Augur (die augurii hatten aus der Vogelschau zu weissagen). Er bleibt bis zu seinem Tod Mitglied dieses Priesterkollegiums.
105 wird er für 2 Jahre Vorsteher der Strompolizei (curator alvei Tiberis et riparum et cloacarum urbis).
112 schickt ihn Kaiser Traian als Statthalter (legatus consulari potestate) in die Provinz Bithynia, wo er die verlotterten Zustände ins reine bringen soll. Hier kommt Plinius auch in seiner Eigenschaft als oberster Richter mit dem Christenproblem in Berührung.
113 stirbt er schließlich in seiner Provinz.
2. Werke
Hauptwerk des Plinius sind seine Kunstbriefe, die er in IX libri herausgegeben hat. Mit diesen, scheinbar an eine bestimmte Person gerichtet, aber für einen größeren Leserkreis gedacht, schafft Plinius die neue literarische Gattung des Feuilleton in Briefform. In jedem dieser kleinen Kunstwerke beschäftigt sich Plinius jeweils nur mit einem Thema. Am bekanntesten sind die beiden Briefe, die an Tacitus gerichtet sind und sich mit dem Tod des älteren Plinius während des Vesuvausbruchs beschäftigen (VI 16 und VI 20).
Weiters erhalten ist die Korrespondenz zwischen Plinius und Kaiser Traian als liber X. der Briefe (teilweise mit den Antworten des Kaisers), die in der Zeit der Statthalterschaft in Bithynien entstanden sind. Hier sind die Briefe über die Christen (epist. 96 und 97) wohl die bekanntesten.
Die Briefsammlung des Plinius (Bücher 1 9) ist in den Jahren 97 109 entstanden; die Adressaten sind Freunde des Plinius. Jeder Brief behandelt ein Thema, das bei Plinius Interesse geweckt hatte er hatte bestimmt nicht den kritischen, aufdeckerischen Geist seines Freundes Tacitus jedoch litt er unter einer gewissen Selbstüberschätzung. Dies soll aber in keiner Weise seine Bildung und Beliebtheit schmälern.
verschiedene Themen:
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literarische Probleme |
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Fragen der Erziehung |
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die Rolle der Sklaven im Leben der Römer |
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Anteilnahme am Leben und Tod von Zeitgenossen |
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Der Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 |
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etc. |
Auch noch ist der schon erwähnte Panegyrikus hier anzuführen.