Insulare Schriften
Diese Schriften sind auf den Britischen Inseln entstanden. Dabei gibt es sowohl eine irische als auch eine angelsächsische Schrift. Dabei unterscheidet die Paläographie zwei verschiedene Spielarten.
Rundschrift
Amen dico vobis ubicumque
praedicatum fuerit hoc
Diese Schrift ähnelt sowohl der Unziale (d, e, n, r, s) als auch der Halbunziale (a, g). Kennzeichnend sind die großen, runden Buchstaben mit sich leicht nach links biegenden Schäften, vor allem bei b und l. Leitbuchstabe ist das r, das einen weit herabhängenden Schulterstrich aufweist.
Spitzschrift
flans urbi incendia sparserat contra meridiem
reflexus primo
vim sui furoris a lesione locorum quae contra
erant abstraxit ac mox fun-
Diese Schrift zeigt einen fast kursiven Charakter, auch wenn sie sich in der Buchstabenform von der Rundschrift ableitet. Die Minuskel-Schrift weißt zudem spitz zulaufende Unterlängen und Schäfte auf. Kennzeichnend für die Spitzschrift sind das dreieckförmige a, das f mit Unterlänge und Mittelstrich auf der Grundlinie. Außerdem seien hier g, r genannt (mit herabhängenden Schulterstrichen), das s (dem r ähnlich) und das runde d, das die Spitzschrift von der ähnlichen karolingischen Minuskel abhebt.
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