Autor: Gillian Leigh
Rating: NC-17
Kategorie: MSR, Mulder POV, Scully POV
Short-Cut: Ein Motel, dünne Wände und die Folgen....
Cover: Lady3Jane
Kontakt:![]()
Dana Scully lag im Bett und konnte nicht schlafen. Wie so oft in der letzen Zeit, aber in dieser Nacht fiel es ihr besonders schwer. Es war Juli und draußen war es auch noch bei Nacht brütend heiß. Außerdem war auch noch Vollmond, der ihr Zimmer so erhellte, dass sie ihre Augen einfach nicht schließen konnte. Unruhig warf sie sich im Bett hin und her. Ein kurzer Blick auf ihr Handy sagte ihr, dass es bereits zwei Uhr morgens war. Bei dem Gedanken daran, dass in sechs Stunden der Wecker klingeln würde, stöhnte sie kurz auf. Aber die Schlaflosigkeit war gnadenlos, sie hatte sogar schon versucht Schäfchen zu zählen, aber es half einfach nichts. Sie war hellwach.
> Wenn ich doch wenigstens zu Hause wäre, in MEINEM Bett... stattdessen liege ich HIER. <
Ihr entfuhr ein kurzes erneutes Stöhnen. Ja, wo war sie eigentlich? Irgendwo in Louisiana, in einem Ort namens Anaoui. Und warum lag sie nicht zu Hause in ihrem Bett, sondern in einem Motel namens „Anaoui Royal Motel“? Natürlich wegen Mulder. Er hatte sie am Vormittag angerufen und gesagt, er bräuchte dringend ihre Hilfe als Medizinerin. Eigentlich war es ihr freier Tag gewesen, doch sie hatte sich wieder überreden lassen. Wie immer. Er sagte etwas und sie tat es. Unfreiwillig musste sie lächeln, als sie an vergangenes Weihnachten zurückdachte, als sie und Mulder in diesem verlassenen Haus waren und irgendwelchen Geistern nachgejagt hatten. Nach diesem kleinen Abenteuer hatte sie sich eigentlich geschworen, dass sie nicht mehr, oder zumindest nicht immer, das tun wollte, was Mulder von ihr verlangte. Er tat ja auch nur sehr selten etwas, was sie wollte.
Aber sie konnte einfach nicht anders, sie konnte ihm einfach nichts abschlagen.
Woran lag das eigentlich? Ihr wurde doch nachgesagt, sie sei die ungekrönte „Ice-Queen“ des FBI. Unnahbar, kühl –und abweisend. Alle dachten, sie wüsste nichts von diesem Spitznamen, den man ihr gegeben hatte. Aber seit sie unfreiwillig einem Gespräch auf der Damentoilette gelauscht hatte wusste sie es. Der Name klebte nun an ihr genauso wie der Name „Spooky“ an Mulder.
Aber irgendwie stimmte es ja auch, sie lehnte oft Sachen ab, auch wenn es manchmal nur Kleinigkeiten waren, aber bei Mulder war das anders.
>Mulder. der schläft sicher schon.<
Na toll, schon wieder dachte sie an ihn. Sie atmete einmal tief durch. Der Tag war anstrengend gewesen. Flug, Autofahrt, eine Autopsie, ein Verhör, das zu nichts geführt hatte außer zur Freilassung des Hauptverdächtigen in diesem wieder mal ach so mysteriösen Fall. Eigentlich wunderte sie sich, dass Mulder diesmal keinen mexikanischen Ziegensauger oder einen Vampir verdächtigte.
>Damit kommt er dann sicher morgen... er wollte wohl heute noch mal meine Nerven schonen. <
Sie brauchte jetzt irgendwas, etwas, das sie hoffentlich etwas müder machen würde und sie außerdem entspannte. Sie beschloss ein Bad zu nehmen.
Sie schaltete die Nachtischlampe ein, stand auf, ging ins angrenzende Badezimmer und ließ Wasser in die Wanne ein. Sie zog sich ihren Schlafanzug aus und bevor sie in die Wanne stieg, öffnete sie noch das Fenster des Badezimmers
>Louisiana und eine verdammte Hitze. vielen Dank, Mulder!<
Sie glitt ins Wasser, lehnte sich zurück, schloss ihre Augen und atmete die Luft ein, die nun von draußen hereinströmte. Durch das etwas kühlere Wasser, das sie eingelassen hatte und die Luft von draußen, die schon etwas angenehmer war, als die stehende Hitze im Zimmer, fühlte sie sich schon gleich etwas besser.
Nachdem sie etwa fünf Minuten in völliger Ruhe gelegen hatte und den sogar noch nachts zwitschernden Vögeln gelauscht hatte, griff sie nach dem Waschlappen, der an der Wand hing. Sie tat etwas von dem Body Peeling das sie sich gestern neu gekauft hatte auf den Waschlappen und begann ihren Körper mit den feinen Körnern abzurubbeln. Das tat gut, und ihre Haut wurde dadurch noch weicher. Plötzlich musste sie an Mulder denken, was würde er wohl denken, wenn er sie jetzt so sehen würde. Nackt in einer Motelbadewanne, sich selber über den Körper streichelnd. Den Waschlappen hatte sie schon längst losgelassen, inzwischen glitten ihre Hände langsam über ihre wohlgeformten Brüste bis sie schließlich zwischen ihren Beinen ankam. Leise flüsterte sie dabei Mulder´ s Namen und tief in ihr begann ihr Herz weh zu tun.
>>Warum kann er nicht hier sein? Warum kann er nicht mit seinen Händen meine Haut berühren, mich küssen und mich lieben?<<
Stattdessen lag sie hier im Wasser und war dabei es sich selber zu besorgen. Wie so oft, zu oft. Mit ihrer linken Hand umspielte sie ihre Brustwarzen, bis sie hart wurden und mit den Fingern ihrer rechten Hand massierte sie an ihrer Clit. Schließlich kam sie zu dem Punkt, an dem sie sich nicht mehr kontrollieren konnte. Immer und wieder stöhnte sie auf und rief Mulder´ s Namen bis sie schließlich zum Orgasmus kam und seinen Namen regelrecht herausschrie.
„Titanic, das weiß doch jeder!“, sagte Mulder laut.
Er sah sich grade die Wiederholung von ´Who wants to be a millionaire´ an und beantwortete für sich die Frage nach dem erfolgreichsten Film aller Zeiten. Er rieb sich seine Augen, streckte sich auf der Couch aus und trank noch einen Schluck Bier. Obwohl er sehr müde war, konnte er einfach nicht schlafen.
>>Blöde Hitze. scheiß Vollmond.<<
Nachdem er sich eine Stunde im Bett herumgewälzt hatte und einfach keinen Schlaf finden konnte, war er schließlich aufgestanden. Jetzt saß er nur mit seiner Boxershorts und einem engen Shirt bekleidet auf der Couch und zappte gelangweilt durch Fernsehprogramm. Eigentlich hatte er überlegt, ob er den Vollmond ausnutzen sollte und sich nach Vampiren umsehen sollte. Seiner Meinung nach war der Fall zu dem er hinzugezogen worden war, ein klarer Fall von Vampirismus. Scully hatte er davon allerdings noch nichts gesagt.
>>Vermutlich hätte sie mich bei ihrer großartigen Laune heute erwürgt, wenn ich davon angefangen hätte. <<
Der Gedanke an Scully vermutliche Reaktion entlockte ihm ein sanftes Lächeln. Nicht das er von Scully erwürgt werden wollte, es war eher dieser * Das wäre eine typische Scully Reaktion auf Vampirismus* Gedanke.
>>Scully schläft sicher schon. <<
Als er grade daran dachte, blieben seine Augen plötzlich auf dem Bildschirm des Fernsehers hängen. Endlich hatte er den Sender gefunden, den er gesucht hatte. Den Porno Kanal natürlich. Er murmelte etwas als er dem Paar im TV zusah, das grade beim Vorspiel war. Eigentlich verschaffte ihm das sonst immer eine gewisse Ablenkung, aber heute Nacht war es anders. Er musste sich unweigerlich eingestehen, dass er im Grunde einsam und sexuell frustriert war. Wie lange war es her, dass er eine Frau richtig geliebt hatte? Ihr das Gefühl gegeben hatte, die einzige für ihn zu sein? Lange, sehr lange. Hatte er überhaupt jemals eine Frau richtig aus tiefstem Herzen geliebt?
>>Weiß ich überhaupt, was Liebe ist? !<<
Bei dem Gedanken daran musste er schlucken und es fiel ihm plötzlich schwer zu atmen. Er fühlte sich so einsam, das es schon begann weh zu tun. Immer hatte er gedacht, die Arbeit, die verbissene Suche nach Samantha wäre sein Lebensinhalt. Aber das war nicht alles, er sehnte sich nach einer Frau mit der er abends schlafen gehen konnte und morgens wieder aufstehen würde. Eine, die bei ihm blieb und immer für ihn da war. Sich Pornos anzusehen und Telefonsex konnten nicht der private Inhalt seines Lebens sein, zumindest nicht für immer.
Gab es überhaupt jemanden außer Scully, die scheinbar wirklich alles für ihn machte? Die für ihn da war, auch wenn es ihm nicht gut ging? Nein, gab es nicht. Es war traurig, aber es war die Wahrheit.
>>Oh... Scully....Dana.....<<
Er musste an sie denken, an ihre roten Haare, die sie genauso trug, wie er es bei Frauen mochte, an ihre Augen, die so tiefblau und unergründlich wie der Ozean waren, an ihr Lächeln, dass mindestens so schön wie ein Sonnenuntergang war und an ihren weiblichen Körper. Sie war einfach perfekt. Nicht nur wunderschön wie eine Traumgestalt, sondern auch noch intelligent. Die Perfektion einer Frau. Das sahen vielleicht nicht alle so, aber für ihn war es so.
>>Ich liebe dich so sehr. Dana....warum kannst du mich nicht auch lieben? Ich brauche dich. >>
Er war so in Gedanken und seiner Sehnsucht versunken, dass er darüber schon fast eingeschlafen wäre. Plötzlich hörte er durch sein geöffnetes Fenster einen Schrei, keinen richtigen Schrei, es war eher ein Rufen. Jemand rief seinen Namen. Scully.
„Mulder. Mulder....Mulder!“
Immer wieder. Sie hörte nicht auf. Schnell zog er sich seine Jeans über, nahm noch seine Waffe und stürmte aus seinem Zimmer raus. Warum rief sie seinen Namen? So laut und eindringlich? Ging es ihr nicht gut? Brauchte sie seine Hilfe?
Er klopfte an die Tür ihres Zimmers, das genau neben seinem lag. Keine Reaktion.
„Scully! Scully?? Alles okay? Was ist los?”, rief er, doch immer zeigte sie keine Reaktion. Sie rief nur seinen Namen, wieder und wieder. Er versuchte die Tür aufzumachen, doch sie war fest verschlossen. Etwas ratlos beschloss er auf die Rückseite des Gebäudes zu laufen, dort könnte er einen Blick durch das Fenster werfen und sehen, was los war. Gedacht, getan.
Etwa eine halbe Minute später traf er auf der Rückseite des Gebäudes ein, und suchte das Fenster, das zu ihrem Zimmer gehörte.
>>Welches ist es, welches nur? !<<
Er war wirklich in Sorge. Scully würde nie um halb drei morgens sinnlos nach ihm rufen. Da endlich sah er ihr Fenster. Es war das aus dem ein schwacher Lichtschein kam, und es war offen. Er hielt vor dem Fenster an und wollte grade erneut nach ihr rufen, als sein Herz plötzlich für einen Moment stehen blieb und er unfähig wurde, auch nur ein Wort zu sagen.
Da war sie. In der Badewanne. Nackt. Eine Hand auf ihren Brüsten, die andere zwischen ihren Beinen. Und sie rief seinen Namen.
Sein Verstand sagte ihm, er sollte einfach zurückgehen in sein Zimmer, das war schließlich und eindeutig ihre
Privatsphäre. Aber er konnte seinen Blick einfach nicht von ihr abwenden.
>>Oh mein Gott. Scully.. Dana. sie macht es sich selber und ruft meinen Namen.<<
Er wusste nicht, ob er darüber glücklich oder traurig sollte. Schlagartig wurde ihm klar, wie einsam auch sie sein
musste. So einsam, dass ihr kein anderer Name als seiner einfiel.
Das machte ihn traurig, denn wenn sie einsam war, dann verbarg sie es gut.
>>Aber ich bin ja auch nicht besser. <<
Aber vielleicht rief sie seinen Namen auch nicht aus Einsamkeit, sondern vielleicht aus Sehnsucht. Vielleicht loderte
die Flamme des Verlangens auch in ihr, das
Verlangen nach ihm, nach dem Menschen, den sie jeden Tag sah, mit dem sie zusammenarbeitete und nach dem
Menschen,
der ihr in ihren dunkelsten Stunden beigestanden hatte.
Er beobachtete sie weiter, wie sie sich im Wasser hin- und herwand, immer noch rief sie seinen Namen, ihr Atem
wurde schneller, die Bewegungen ihrer Hände
heftiger. Schließlich kam sie zum Orgasmus, schrie sie seinen Namen heraus und bäumte sich dabei auf. Dann legte
sie
sich langsam zurück und sagte noch einmal leise seinen Namen. Ihre Augen waren immer noch geschlossen, noch.
Plötzlich wurde ihm klar, was passieren würde, wenn sie ihn hier mitten in der Nacht stehen sah. Wenn sie wüsste,
was er eben beobachtet hatte.
Eigentlich war er unfähig zu denken, so überwältigt war er von dem, was er da eben gesehen hatte und von ihrer
Schönheit. Jetzt wo sie so ruhig da lag, und ihr
Gesicht völlig entspannt war, etwas beleuchtet von dem Licht des Zimmers und dem von außen eindringenden
Mondscheins,
war sie schöner als je zuvor.
>>Mulder, beherrsch dich. sie kann ihre Augen jeden Moment öffnen....wenn sie dich hier sieht, dann ist alles aus
.<<
Langsam bewegte er sich, er musste leise sein, da hier draußen absolute Totenstille herrschte. Jedes Geräusch
würde sie dazu veranlassen ihre Augen zu öffnen.
Jedoch war er kaum drei Schritte gegangen, machte es ´Knack´. Er war auf einen Ast getreten, den er nicht
gesehen hatte.
>>Scheiße... schnell weg hier! <<
Mulder lief so schnell er konnte weg. Als er an seiner Zimmertür ankam, wartete er kurz. Es war still, kein Geräusch.
Leise ging er zu Scully´s Tür und lauschte.
Nichts, kein Geräusch aus ihrem Zimmer.
Schnell und leise schlich er sich in sein Zimmer. Er legte sich aufs Bett, die Ereignisse hatten ihn müde gemacht.
Mit dem Gedanken an Scully in der Badewanne
schlief er endlich im Licht des Mondscheins ein.
Scully
Allmählich verlangsamte sich ihre Atmung wieder, und auch ihr Herz und ihr Puls rasten nicht mehr so. Aber die
Gedanken waren dieselben.
>>Mulder, Mulder, Mulder... <<
Sie liebte ihn. Und wie sehr sie ihn liebte. Es war doch offensichtlich. Sie dachte ständig an ihn, sie tat alles für
ihn und sogar, wenn sie es sich selber machte,
dachte sie an ihn.
´Knack´! Sie öffnete ihre Augen. Sie hatte es deutlich gehört, draußen vor ihrem geöffneten Fenster hatte etwas
geknackt.
>>Mein Gott, was? Wer? Okay, ganz ruhig bleiben, Dana! <<
Langsam setzte sie sich auf, nahm sich ein Handtuch, legte es sich um ihren nassen Körper und stieg aus der
Wanne aus. Sie ging zum Fenster und guckte heraus.
Da war nichts, absolut nichts und niemand. Es war totenstill, selbst die Vögel hatten aufgehört zu zwitschern.
>>Du hast dich getäuscht. Du bist übermüdet, mach dich nicht verrückt. Und wer sollte überhaupt um diese Zeit vor
deinem Fenster stehen? !<<
Grade wollte sie das Fenster schließen, als ihr Blick auf die Erde vor dem Fenster fiel. Da waren Fußabdrücke,
ganz deutlich im Mondlicht zu erkennen.
Instinktiv zog sie das Handtuch enger um sich. Dabei sah sie etwa einen Meter von ihrem Fenster entfernt einen
gebrochenen Ast.
Was für ein Irrer hatte da vor ihrem Fenster gestanden und sie beobachtet? Und vor allem wie lange? Sie gesehen
wie sie...
>>Nein. das darf nicht sein.......das ist.....<<
Unweigerlich stöhnte sie auf und begann zu zittern. Plötzlich war ihr eiskalt. Eigentlich war sie tough und nichts
konnte sie so schnell in Angst versetzen,
aber das hier war einfach zu viel für sie.
Sie schlug das Fenster zu und zog die Vorhänge zu. Das tat sie auch im Schlafzimmer. Erschöpft und zitternd legte
sie sich so wie sie war aufs Bett und
begann zu weinen. Irgendwann schlief auch sie ein.
Das Telefon klingelte. Mulder war schlagartig wach und griff nach dem Hörer. Am anderen Ende der Leitung war der Weckdienst des Motels, der ihm mitteilte, dass es halb sieben sei und ihm außerdem noch einen angenehmen Tag wünschte. Das erste, woran er denken musste war Scully. Seine Scully.
>>Jetzt übertreib mal nicht, sie ist nicht deine Scully und wird es wahrscheinlich auch nie sein. <<
Er stand auf, ging ins Bad und duschte. Während das Wasser auf seinen Körper prasselte, ging er in Gedanken alle möglichen Theorien durch. Allerdings keine, die auf den Fall bezogen waren. Er überlegte, wie für Scully die vergangenen Nacht wohl weitergegangen war und ob sie wohl etwas bemerkt hatte.
>>Es gibt da drei Möglichkeiten. Erstens sie hat gar nichts bemerkt, zweitens sie hat es bemerkt, weiß aber nicht, WER da vor ihrem Fenster war und drittens sie weiß, dass DU da vor ihrem Fenster gestanden hast. <<
Spontan tippte er auf die zweite Möglichkeit. Woher sollte sie auch wissen, dass grade er sie beobachtet hatte? Es könnte ebenso gut irgendein Betrunkener gewesen sein, der auf dem Nachhauseweg gewesen war. Was ihm allerdings mehr Sorgen bereitete war die Frage, wie er sich heute ihr gegenüber verhalten sollte.
>>Am besten ganz normal. Du weißt von nichts, du hast die ganze Nacht friedlich in deinem Bett geschlafen. So ist es am besten. <<
Als er so in Gedanken versunken war, klingelte plötzlich sein Handy. Wer rief ihn denn um diese Zeit an? Scully etwa?
Schnell stellte er das Wasser ab und stürmte zu seinem Handy, das auf der Fensterbank lag. Er hatte noch nicht mal seinen Namen ganz ausgesprochen, als er schon die Stimme von Skinner hörte. Und die klang nicht grade sehr freundlich. Nach einer kurzen Diskussion, in der es wieder einmal um die Zuständigkeit und das Budget ging, erhielt er von seinem Vorgesetzten den Befehl noch heute nach Washington zurückzukehren.
>>Na bestens, der Tag fängt ja schon mal wunderbar an. <<
Genervt zog er sich an und fing an seine Tasche zu packen.
´Piep, piep, piep´. Das Klingeln des Weckers riss Scully aus ihrem traumlosen und unruhigem Schlaf. Noch ganz schläfrig schaltete sie ihn aus und schloss ihr Augen wieder. Sie dachte an die vergangene Nacht, an den „Vorfall“, der ihr einen ziemlichen Schrecken eingejagt hatte, und natürlich an Mulder.
Sie begann sich zu fragen, wann sie sich eigentlich in ihn verliebt hatte. So richtig verliebt, nicht mehr nur den Kollegen oder den Vertrauten ihn ihm gesehen hatte. Sie wusste es nicht. Damals als sie im Krankenhaus lag und gegen den Krebs kämpfte, hatte sie ihn da schon geliebt? Vielleicht ein wenig. Nachdem sie sich fast bei ihm im Flur geküsst hätten und sie dann von der Biene gestochen wurde? Ja, in dem Zeitraum musste es gewesen sein. Jedenfalls hatten sie nie über diesen fast Kuss geredet und sie hatte das Gefühl, dass Mulder darüber auch nicht reden wollte. Außerdem hatte sie sich selber lange versucht einzureden, dass diese knisternde Spannung zwischen ihnen damals nur durch die akute Stresssituation ausgelöst worden war. Aber so war es nicht. Das sagte ihr jedenfalls ihr Herz.
>>Jetzt hör aber endlich auf soviel nachzudenken. Du musst aufstehen... <<
Mit schmerzenden Knochen regte sie sich im Bett. Ihr alles weh. Sie stand auf und dabei fiel das Handtuch, das sie sich nach dem nächtlichen Bad umgelegt hatte auf den Boden.
>>Mein Gott, Dana... sieh dich mal an, jetzt schläfst du sogar nur noch in einem Handtuch. <<
Sie ging ins Bad und wusch sich ihr Gesicht, danach zog sie sich an. Anschließend zog sie die Vorhänge auf und guckte hinaus. Obwohl es erst kurz nach sechs Uhr morgens war, schien schon die Sonne. Es war keine Wolke am Himmel, es würde ein heißer Tag werden, sehr heiß. Für einen Moment genoss sie die warmen Sonnenstrahlen in ihrem Gesicht, aber die letzte Nacht ging einfach nicht aus ihrem Kopf.
>>Vergiss es einfach. Da war einfach ein betrunkener Typ, der sich ein bisschen amüsieren wollte. Du kennst ihn nicht, er kennt dich nicht und die Wahrscheinlichkeit, dass er dir mal über den Weg läuft, ist sehr gering. <<
Plötzlich musste sie daran denken, dass der Typ an ihrem Fenster ja auch Mulder hätte sein können.
>>Komm, das ist nun echt lächerlich. Mulder hat wahrscheinlich tief und fest geschlafen! <<
Aber so abwegig war der Gedanke gar nicht. Immerhin hatte sie seinen Namen gerufen, und Motelwände waren nicht grade sehr dick. Es könnte sein, dass er es gehört hatte, sich Sorgen gemacht hatte und nachsehen wollte. Und dann aber etwas anderes gesehen hatte, als er eigentlich erwartet hätte.
>>Hör jetzt auf, Dana, du weißt selber, dass das nicht sein kann. Es war nicht Mulder, okay? <<
Wie auch immer, es würde ihr ja nicht erspart bleiben, ihm heute noch in die Arme zu laufen. Immerhin ermittelten sie zusammen in einem Fall, und darauf musste sie sich konzentrieren. Ihr Handy begann zu klingeln. Etwas überrascht ging sie ran und hörte die aufgebrachte Stimme von Skinner. Er sagte, Mulder sei schon informiert und sie sollten noch heute Nachmittag sich zu einer Besprechung in seinem Büro einfinden.
>>Na großartig. Das hast du davon, wenn du immer nur machst, was Mulder will.<<
Sie packte ihre Tasche, schminkte sich anschließend und verließ das Zimmer. Als sie raus kam war es schon halb acht. Da draußen niemand zu sehen war, klopfte sie etwas zaghaft an Mulder´ s Tür. Lange brauchte sie nicht warten, bis er ihr öffnete. Nachdem er ihr einen guten Morgen gewünscht hatte, sah er sie etwas merkwürdig an.
„Mulder, alles klar?“, fragte sie ihn.
„Oh ja, natürlich, es ist alles in Ordnung, ich habe mich nur ein bisschen gewundert.“
„Und warum, wenn ich fragen darf?“
„Nun ja, weil sie, äh, sozusagen im Freizeitlook angezogen sind, obwohl wir ja im Dienst sind.“
>>Was redet er da? Freizeitlook? Ich bin doch ganz normal. ohhhhh!<<
Sie stellte fest, dass er Recht hatte. Anstatt ihres normalen Business Outfits hatte sie eine blaue Jeans mit einem engen Shirt an.
>>Wie durcheinander war ich denn? Ich habe noch nicht mal gemerkt, dass ich... oh Mann... <<
Schnell suchte sie nach einer Erklärung.
„Na ja, Mulder, es ist ziemlich heiß und da Skinner mich angerufen hat und gesagt hat, wir sollen noch heute nach Washington zurück, dachte ich mir... wo wir dann eh nur im Auto und Flugzeug unterwegs sein werden.. also, na ja, sie wissen schon..“
„Na, ist doch in Ordnung. Sie können ja auch selber entscheiden, was sie anziehen. Wie gesagt, es hat mich nur etwas überrascht!“
Er lächelte sie an. Dieser Blick und dieses Lächeln. Am liebsten hätte sie ihn sofort geküsst.
>>Träum ruhig weiter, Dana! <<
Sie wollte etwa sagen, aber sie konnte nicht. Am liebsten hätte sie ihm alles gesagt, was sie grade bedrückte, von der letzten Nacht, wie einsam sie war und dass sie ihn so sehr liebte und sie endlose Sehnsucht nach ihm fast umbrachte.
„Also gut, wollen wir dann?“
Eigentlich hätte er sich die Frage auch sparen können, er hatte ohnehin das Gefühl, sie würde ihm gar nicht richtig zuhören. Er nahm ihr ihre Tasche ab, lief zum Auto und lud das Gepäck ein. Dann hielt er ihr die Beifahrertür auf und sie stieg ein.
>>Oder ob sie lieber fahren will? Eigentlich fahre ich ja immer. aber ich frage besser nicht.<<
Zwei Stunden Autofahrt, zwei Stunden am Flughafen und noch mal zwei Stunden Flug lagen vor ihnen. Am frühen Nachmittag würden sie wieder in Washington sein. Aber er hatte das Gefühl, dass diese sechs Stunden sehr lang werden würden. Und er hatte Recht, während der Autofahrt sprach Scully fast gar nicht. Sie starrte nur aus dem Fenster, ab und zu murmelte sie irgendetwas, wenn er mal etwas sagte. Als sie schließlich am Flughafen waren und auf ihren Flug warteten, riss ihm schließlich der Geduldsfaden.
„Scully, was ist denn los mit Ihnen? Seit Stunden sind sie so komisch.“
Keine Reaktion. Scully schaute noch nicht mal von der Zeitung auf, die sie sich gekauft hatte.
>>Oh Mann, sie weiß ES. sie weiß es sicherlich.....<<
Irgendwie musste er sie doch zu einer Reaktion bringen. Er überlegte, dann fiel ihm etwas ein, vielleicht würde sie dann ihre Augen von dem Artikel abwenden können.
„Scully, ich habe grade keine Hose an!“
Nichts. Sie reagierte einfach nicht.
„Scully? !“, fragte er noch mal vorsichtig.
Und endlich schaute sie von ihrer Zeitung auf.
„Was ist denn, Mulder?“
„Haben sie nicht gehört, was ich gesagte habe?“
„Doch.“
„Und warum haben sie, äh, nicht reagiert?“
„Wissen sie, Mulder, selbst wenn sie das Bedürfnis hätten, grade mal ihre Hose auszuziehen, bin ich mir sicher, sie würden es nicht grade hier in einer Flughafenhalle machen!“
Das saß. Ein Satz und schon bereute er, überhaupt etwas gesagt zu haben.
>>Dann eben nicht. da bemühe ich mich um eine Unterhaltung und sie.....ach was, vergiss es doch und lies weiter!<<
Er sagte nichts mehr, er kaufte sich einen Kaffee und eine Zeitung und so verging die Zeit bis ihr Flug aufgerufen wurde. Der Gedanke noch zwei Stunden neben einer schweigenden Scully sitzen zu müssen, brachte ihm auch keine bessere Laune. Sie gingen ins Flugzeug und Scully setzte sich wortlos auf den Platz am Fenster.
>>Eigentlich ist das ja mein Platz. aber soll sie doch aus dem Fenster gucken!<<
Das Flugzeug startete und nach etwa einer halben Stunde Flugzeit stand Mulder auf um auf die Toilette zu gehen, obwohl er eigentlich gar nicht musste. Mittlerweile war er richtig wütend auf Scully. Was dachte sie sich eigentlich dabei so eine Show abzuziehen? Er schloss die Tür zu und setzte sich auf die Toilette und wollte einfach nur einen Moment nachdenken.
>>Kann sie ES wissen? Ihr Verhalten lässt darauf schließen. aber wie sollte sie wissen, dass er es war vor ihrem Fenster? Eigentlich kann sie es gar nicht wissen. oder sie ist einfach nur schlecht drauf........wenn ich nur ihre Gedanken lesen könnte.<<
So saß er da und dachte an Scully, wie es sich wohl anfühlte ihre elfenbeinfarbene Haut zu streicheln, ihre vollen und sinnlichen Lippen zu küssen, durch ihre Haare zu streichen. Wie es wohl wäre, wenn sie sich lieben würden. Und letztlich, sie sagen zu hören, sie würde ihn lieben. Was wäre das für ein Gefühl?
>>Dana. bitte sag es mir doch. bitte.......>>
Er hatte so intensiv an sie gedacht, dass ihm gar nicht aufgefallen war, wie erregt er war. Sein Schwanz zeichnete sich sichtbar in seiner Hose ab. Schnell öffnete er seine Hose, umfasste und massierte ihn.
>>Dana. Dana.......Dana....<<
Er kam schnell und heftig. Nachdem er sich wieder einigermaßen beruhigt hatte, wusch er sich die Hände, warf noch ein Blick in den Spiegel und verließ die Toilette, vor der sich schon eine etwas längere Schlange gebildet hatte. Als er zum Platz kam, sah Scully ihn irritiert an.
“Mulder, sie waren ja ganz schön lange weg.....“
>>Redet sie wirklich mit mir? !<<
„Ja, ich, äh. ich musste ziemlich lange warten bis ich an der Reihe war.“
Sie lächelte. Sie lächelte ihn wirklich an. Es war wieder okay. Er fragte sich zwar grade zum hundertsten Mal, was nun eigentlich genau ihr Problem in den letzten Stunden gewesen war, aber scheinbar war sie jetzt wieder so normal wie früher. In der verbleibenden Flugzeit unterhielten sie sich über den Fall und darüber, was sie Skinner nun eigentlich genau berichten wollten.
Mulder war aufgestanden. Wortlos war er Richtung Toilette gegangen. Er schien wirklich sauer auf sie zu sein. Aber sie hatte in den vergangenen Stunden einfach nicht mit ihm reden geschweige denn ihn ansehen können. Es tat einfach zu weh.
>>Reiß dich zusammen, heulen kannst du heute Abend, wenn du zu Hause bist. Versuch normal zu sein, wenn er wieder zurück kommt. Das kannst du, du bist stark. <<
Und das war sie dann auch. Als er zurückkam, tat sie so, als ob gar nichts gewesen wäre. Sie unterhielt sich mit ihm so normal wie es ging, achtete aber darauf nur über den Fall zu reden, nichts privates.
Nachdem sie in Washington gelandet waren, fuhren sie gleich vom Flughafen aus zum Hoover Building. Sie wollten die Besprechung mit Skinner so schnell wie möglich hinter sich bringen. Erst gingen sie jedoch in ihr Büro, weil Mulder noch nach irgendwelchen Akten suchen wollte. Eine halbe Stunde später saßen sie in Skinner´ s Büro.
„Wissen sie eigentlich, dass ich schon wieder lügen musste, um sie zu schützen? Diese Reise war keinesfalls vom FBI genehmigt“.
Skinner war wütend. Mulder versuchte zu erklären, aber Scully hielt sich größtenteils aus der Diskussion heraus. Die Reise war schließlich Mulder´ s Idee gewesen und nicht ihre.
>>Hoffentlich ist der bald fertig... ich will nur noch nach Hause! <<
„Und was haben sie da überhaupt an? ! Sie wissen, dass das nicht der offiziellen Kleiderordnung entspricht! Agent Scully???? Träumen sie??“
„Was? Oh, entschuldigen sie bitte, Sir! Ich habe grade über etwas nachgedacht.“
„Würden sie dann so freundlich sein und es mir erklären?“
„Was erklären, Sir?“
„Warum sie in diesem Aufzug hier sitzen. Und worüber sie nachgedacht haben.“
„Das geht sie gar nichts an.“
„Wie bitte? Ich glaube ich habe mich verhört. Ich sage es noch mal: beantworten sie meine Fragen und zwar auf der Stelle. Sie sind hier beim FBI und nicht in der Schule.“
Das reichte ihr. Sie würde sicher nicht sagen, dass sie sich grade vorgestellt hatte, wie es wohl wäre, wenn Mulder an ihrem Ohrläppchen knabbern würde. Wortlos stand sie auf. Mulder und Skinner starrten sie an. Ohne ein Wort zu sagen, verließ sie das Büro des Assistant Directors. Sowohl Mulder´s als auch Skinner´s Rufe nach ihr ignorierte sie.
Stattdessen ging sie zurück ins Kellerbüro und setzte sich auf Mulder´ s Schreibtischstuhl. Einen eigenen hatte sie ja nicht. Sie starrte an die Decke und zählte die Bleistifte, die immer noch dort oben hingen. Ergebnis ihres letzten freien Wochenendes, an dem Mulder sich offenbar so gelangweilt hatte, dass er eben Bleistifte angespitzt und in die Decke geworfen hatte.
>>Männer......<<
Sie war grade bei zwanzig angekommen, als Mulder ins Büro stürmte.
„Scully.....verdammt, was sollte das denn nun schon wieder? Wissen sie, dass ich vor Skinner niederknien musste, damit er ihnen nicht gleich eine Kündigung in die Hand drückt?!“
„Soll er doch...“
„Scully???????!!!!!“
„Wissen sie.....ich habe Medizin studiert, ich könnte einen anderen Job machen als diesen....als ewig mit ihnen irgendwelchen Phänomenen nachzujagen, die es ohnehin nicht gibt. Als mich ständig in Gefahr bringen zu lassen...“
„Wie bitte????!“
Mulder guckte sie ungläubig an, und wütend, oh ja, er war richtig wütend. Langsam erhob sie sich vom Stuhl und ging um den Schreibtisch herum direkt auf ihn zu.
„Mulder....ich meine das jetzt nicht persönlich, aber die ganzen letzten Jahre. Was habe ich denn schon erreicht? Nichts, rein gar nichts. Außer ständig in Gefahr zu sein, entführt zu werden ,Krebs zu bekommen, unfruchtbar zu werden?“
„Scully ... es war ihre Entscheidung beim FBI anzufangen, ganz allein ihre Entscheidung.“
„Ja, das ist richtig. Aber ich habe auch nie damit gerechnet, Außerirdischen und Mutanten nachzujagen. In den letzten Jahren ist mein ganzes Leben zerstört worden.......alles was ich wollte, werde ich nie haben......und alles ist nur Ihre Schuld!“
Sie wollte es nicht sagen. Wirklich nicht, aber es platze so aus ihr raus. In dem Moment als sie es gesagt hatte, bereute sie es. Sie sah in seine Augen, sie waren fast schwarz vor Wut und Kummer.
>>Verdammt.....das wollte ich nicht.......<<
„Mulder, hören sie, ich wollte das nicht, es tut mir so leid......ich wollte das nicht sagen....ich bin so durcheinander.“
Er packte sie. Er hielt sie fest, und zwar so, dass sie ihm in die Augen sehen musste. Es kam so überraschend, das sie darauf nicht reagieren konnte. Und dann schrie er sie an.
„Verdammt, Scully, wissen sie überhaupt ,was ICH durchgemacht habe?! Denken sie, es geht mir gut bei dem Gedanken daran, wie oft ich sie in Gefahr gebracht habe?! Denken sie das?! Denken sie während sie gegen den Krebs kämpften, dass es mir da gut ging? Denken sie, dass ich einfach so damit leben konnte?!“
Sie machte ihre Augen zu und wünschte sich ein Loch, in dem sie hätte versinken können. Ihr Hals war trocken. Sie wollte weg, nur noch weg.
„Mulder, lassen sie mich los. Sofort!“
„Nein, Scully, nein. So nicht! Sie denken also, ich bin schuld an allem. Vielleicht bin ich das, Gott, vielleicht bin ich das wirklich. Aber es war keine Absicht. Ich würde sie nie absichtlich in Gefahr bringen!“
„Ich habe doch gesagt, ich, es tut mir leid, ich habe etwas falsches gesagt, ich wollte das nicht!“
„Zu spät, Scully. Erst denken, dann handeln. Sie hätten auf der Akademie besser zuhören sollen.“
Sie wollte schreien, nur noch schreien. Aber sie war wie betäubt. Sein Griff war so fest, er tat ihr weh.
„Mulder, bitte, lassen sie mich los, sie tun mir weh. Verdammt noch mal!“
„Vielleicht wollen sie das ja?“
Für einen Moment dachte sie, sie hätte sich verhört. WAS hatte er da eben gesagt?
„Was? Mulder? Was? Was reden Sie da? Wovon reden Sie?“
„Das wissen Sie doch ganz genau! Sie wissen ES doch! Sie haben es doch bemerkt, deswegen sind Sie den ganzen Tag schon so komisch drauf.“
„Mulder, ich weiß nicht wovon Sie reden und jetzt lassen Sie mich los!!!“
„Ach, erzählen Sie doch nichts! Sie wissen doch genau, dass ich, dass ich Sie gestern Nacht beobachtet habe!“
Sie erstarrte. Sie konnte nicht mehr denken, noch handeln. Um sie herum begann sich alles zu drehen. Er war es also gewesen.
>>Oh mein Gott ... er hat mich.....er ...oh Gott......<<
Irgendwie schaffte sie es sich aus seinem Griff zu befreien und sich loszureißen. Sie stürmte aus dem Büro raus in Richtung Fahrstuhl. Sie wollte nur noch nach Hause.
Sie war weg.
Er hatte es nicht sagen wollen. Die Worte waren einfach aus ihm rausgekommen. Er war über sich selber erschrocken.
>>Oh nein ... was habe ich da nur getan?!<<
Er wollte doch nur mit ihr reden und dann war alles ausgeartet. Ihm wurde bewusst, dass er ihr wehgetan hatte. Psychisch und physisch. Als sie sich von ihm befreit hatte, hatte er seine Händeabdrücke auf der Haut ihrer Arme gesehen. Die Stellen waren fast blutig. Und sie hatte geweint. Nicht laut, sondern leise. Er konnte es nicht ertragen. Er wusste, dass jetzt alles vorbei war. Alles. Sie würde kündigen. Er würde sie nie wieder sehen, seine Dana. Er musste tief durchatmen um nicht laut loszuweinen. Er wollte nur noch nach Hause.
Tränen bildeten sich in ihren Augen und liefen lautlos ihre Wange hinunter. Endlich erreichte sie den Fahrstuhl, wartete bis er sich öffnete und die Türen sich hinter ihr schlossen. Endlich war es still, nur das Surren des Fahrstuhls war zu hören, als er sich nach oben bewegte. Sie stand unter Schock, das was da eben im Büro mit Mulder passiert war, das konnte doch gar nicht wahr sein.
>>Das war nur ein Traum, du wachst gleich auf und stellst fest, dass das alles nicht geschehen ist. <<
Aber es war kein Traum. Sie sah auf ihren Arm. Mulder´ s Griff hatte einen fast blutigen Abdruck in ihrer hellen Haut hinterlassen. Als er sie festgehalten hatte, hatte sie das Gefühl gehabt, er würde ihren Arm zerquetschen. Noch nie zuvor, war ihr bewusst gewesen, wie stark er war. Sie wusste nicht, was sie mehr durcheinandergebracht und verletzt hatte; die Tatsache, dass es Mulder war, der sie in der letzten Nacht beobachtet hatte oder das, was er ihr eben grade angetan hatte. Sie war so durcheinander, dass sie keinen klaren Gedanken fassen konnte, nur einer Sache war sie sich sicher, sie musste nach Hause, nur nach Hause, raus aus dem FBI Gebäude. Und bis sie zu Hause war, musste sie es irgendwie schaffen, ihre Fassung zu bewahren. Der Fahrstuhl hielt an, schnell wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht und atmete tief durch. Die Fahrstuhltür öffnete sich.
>>Jetzt bleib ganz cool. Es muss dich niemand in dieser Verfassung sehen. <<
Wie in Trance ging sie den langen Gang entlang auf den Ausgang zu; die Tür, die sie von hier wegbringen würde. Das Lächeln der Kollegen, die ihr entgegenkamen, nahm sie kaum wahr. Der Weg, der höchstens eine halbe Minute dauerte kam ihr vor wie mindestens eine Stunde. Und dann war sie endlich draußen.
>>Okay, jetzt zum Auto. wo ist dein Auto?<<
Nach kurzer Zeit fand sie die Stelle, an der sie gestern ihr Auto geparkt hatte, bevor sie mit Mulder zu dieser Reise aufgebrochen war.
>>Kann ich jetzt überhaupt fahren? In diesem Zustand? <<
Sie stieg ein und umfasste mit zitternden Händen das Lenkrad. Dabei fiel ihr Blick wieder automatisch auf die Stelle auf ihrem Arm, die schon etwas dunkel geworden war. Aber es tat nicht mehr weh, das einzige was weh tat, war ihr Herz. Es fühlte sich so an, als ob jemand ständig mit einem Messer darauf einstechen würde.
Irgendwie schaffte sie es den ganzen Weg nach Hause zu fahren. Nachdem sie geparkt hatte, warf sie einen Blick auf ihre Uhr, es war schon halb fünf, und immer noch war es so heiß, drückend heiß, unerträglich. Sie stieg aus dem Auto aus, ging in ihr Haus und schloss die Tür zu ihrem Apartment auf. Dann knallte sie die Tür hinter sich zu. Sie hatte es geschafft, sie war zu Hause.
Was sollte sie jetzt nur tun? Sie musste nachdenken, wichtige Entscheidungen treffen. Es konnte so nicht weitergehen. Die letzten Stunden hatten ihr Leben radikal verändert. Aber sie konnte sich nicht beruhigen, sie zitterte so stark und ihr war trotz der gnadenlosen Hitze eiskalt.
>>Dana... werde ruhig. Komm schon, das kannst du. Du bist sonst auch immer ruhig. <<
Aber jetzt war ja auch nicht wie sonst. Sie beschloss sich zuerst einmal umzuziehen, raus aus der engen Jeans und dem Shirt. Sie holte eine weiße Schlafanzughose und ein enges, hellblaues, ärmelloses Top aus ihrem Schrank. Danach wusch sie sich ihr Gesicht. Und allmählich gewann sie ihre Fassung wieder. Sie setzte sich an ihren Küchentisch und starrte aus dem Fenster. Sie ordnete ihre Gedanken und dachte nach. Zuerst einmal würde sie dieses ganze Wochenende mit niemandem sprechen, am Montag morgen würde sie bei Skinner anrufen und um eine Versetzung bitten. Sie könnte wieder in Quantico unterrichten, an der Akademie. Soweit stand ihr Plan fest. Nach dem Vorfall im Büro würde sie nicht länger mit Mulder zusammen arbeiten können. Das war einfach unmöglich.
>>Und außerdem will ich diesen verdammten Bastard nie wieder sehen, nie wieder in meinem ganzen Leben. Ich hasse ihn! <<
Ihr Atem wurde heftiger. Was hatte er ihr nur angetan? Sie konnte es weder nachvollziehen noch begreifen. Er hatte sie verletzt wie es noch nie jemand anderer getan hatte. Er war in ihre Privatsphäre eingedrungen und hatte sie beobachtet. Er hatte sie beobachtet, wie sie nackt in der Badewanne gelegen hatte und es sich selber gemacht hatte, wie sie gekommen war. Und sie verfluchte sich dafür, dabei seinen Namen voller Verlangen gerufen zu haben. Aber noch schlimmer war die Sache im Büro gewesen. Im aller ersten Moment als er sie gepackt hatte, hatte sie geglaubt, er würde sie gleich voller Verlangen zum Schreibtisch drängen und es ihr besorgen. Aber er war vollkommen ausgeflippt. Er musste verrückt geworden sein. Sie wusste, sie hatte etwas zu ihm gesagt, was sie hätte nicht sagen sollen, aber sie hatte sich entschuldigt.
>>Verdammt! Ich habe mindestens fünfmal Entschuldigung gesagt. <<
Aber anstatt sich zu beruhigen und das in Ruhe zu klären, war er einfach durchgedreht. Er hatte ihr Schmerzen zugefügt. Er hatte ihre Seele und ihren Körper verletzt, denn die Stelle am Arm hatte mittlerweile angefangen heftig zu pochen. Er wollte ihr weh tun, er hatte es mit Absicht getan.
>>Und wahrscheinlich hat es ihn auch noch angemacht. <<
Sie fing wieder an zu zittern.
>>Ich muss was nehmen, sonst breche ich gleich zusammen. <<
Sie ging ins Badezimmer und nahm eine Baldriantablette. Die sollten ja beruhigen. Dabei fiel ihr Blick auf die Badewanne und eine entsetzliche Wut, auf sich selber und auf Mulder, kam in ihr auf.
>>Hätte ich doch bloß nicht dieses verdammte Bad genommen... hätte ich doch bloß nicht. dann wäre noch alles in Ordnung.<<
Mit voller Wucht warf sie das Döschen, in dem sich die Tabletten befanden in die Badewanne. Anschließend griff sie zu dem Glas, in dem ihre Zahnbürste und Zahnpasta standen, und warf es auch noch in die Badewanne. Dann lief sie in ihr Wohnzimmer, legte sich auf die Couch und begann bitterlich zu weinen, fast zu schreien. Sie hasste sich, sie hasste sich selber für alles, was da passiert war.
Mulder stand mitten im Büro und hatte sich seit fünf Minuten nicht von der Stelle bewegt. Eine unendliche Leere hatte sich in ihm ausgebreitet. Er musste sich zusammenreißen, um überhaupt noch zu atmen.
>>Jetzt komm schon. geh nach Hause.....und versuch zu denken! Es gibt immer eine Lösung. <<
Aber nicht dies mal. Es würde keine Lösung geben. Nicht heute, nicht morgen und auch nicht in einer Woche. Nicht mal in einem Monat oder in einem Jahr. Nie wieder. Er hatte sie verloren. Für immer.
Langsam nahm verließ er das Büro, nahm den Fahrstuhl nach oben und ging auf den Ausgang zu. Plötzlich stand Skinner vor ihm. Auch das noch. Im unpassendsten Moment.
„Agent Mulder. Was ist mit Agent Scully los? Ich habe sie etwa vor fünf Minuten hier lang gehen sehen und sie sah sehr mitgenommen aus.“
„Ich......kann es ihnen nicht erklären......später....ich .......nur nach Hause.
Er ließ Skinner einfach stehen und verließ das Gebäude. Er ging zum Wagen und fuhr nach Hause. Wie er das alles zustande brachte, wusste er selber nicht. Dann war er endlich in seinem Apartment.
Er zog sich aus und ging unter die Dusche, hier konnte er immer am besten nachdenken.
Was war da vorhin bloß in ihn gefahren? Sie hatte ihn wirklich verletzt mit ihren Worten, aber sie hatte sich sofort entschuldigt. Sie war aufgebracht gewesen und wollte ihn sicher wirklich nicht so demütigen. Und er? Er war irgendwie durchgedreht. Vollkommen hatte sein Verstand für ein paar Momente ausgesetzt. Und dann war ES aus ihm herausgeplatzt. Wollte ich DAS wirklich nicht? Oder wollte ich nur ihre Reaktion sehen?
>>Oh ,mein Gott...WOLLTE ich ihr wehtun und sie demütigen?<<
Dann musste er wieder an den Abdruck auf ihrem Arm denken. Der Abdruck seiner Hand. Sichtbar. Schmerzvoll. Zerstörend. Er würde verblassen, aber nicht die Erinnerung daran. Er konnte nicht mehr, er war vollkommen am Ende. Hemmungslos begann er zu weinen und das salzige Wasser seiner Tränen vermischte sich mit dem Wasser, das aus der Dusche kam.
So stand er lange dar, bis er irgendwann das Wasser abstellte. Er zog sich einen Bademantel an und legte sich auf seine Couch. Wie oft hatten sie beide hier gesessen? War es nicht grade mal zwei Wochen her, dass sie sich hier gemeinsam einen Film angesehen hatten und dabei eine Pizza gegessen hatten. Das sie zusammen gelacht hatten und Dana irgendwann so müde war, das sie fast an seiner Schulter eingeschlafen wäre. Er hatte ihr angeboten in seinem Bett zu schlafen, aber sie hatte nur geschmunzelt und gesagt, den Nachhauseweg würde sie noch schaffen.
>>Warum bist du nicht hier geblieben? Oh Gott, Dana.....was soll ich nur ohne Dich machen? Ich kann doch nicht ohne Dich leben.<<
Er konnte an nichts anderes mehr denken, als an sie. An alles, was sie gemeinsam durchgemacht hatten. An den Moment, in dem er sie überhaupt zum aller ersten Mal gesehen hatte.
>>Da sah sie noch so anders aus.....
Daran, wie oft sie eifersüchtig auf diverse Frauen zu sein schien, mit denen er beruflich zusammentraf. Dann als sie verschwunden war. Das hatte er zum ersten Mal Angst gehabt, sie nie wieder zu sehen. Er erinnerte sich, dass er jeden Tag gebetet hatte, sie möge wieder auftauchen, was sie ja schließlich auch war. Und dann der Tag, an dem sie ihm sagte, sie hätte Krebs. Einen Tumor. Inoperabel. Tödlich. Als sie es ihm sagte, war er noch gefasst gewesen, aber als er abends allein war, hatte er nur geweint. Er wollte und konnte es damals einfach nicht begreifen. Und als sie dann wirklich im sterben lag, da war er an ihrem Krankenhausbett zusammengebrochen. Aber danach wendete sich ja alles wieder zum Guten, in dem Moment, als sicher war, dass der Tumor verschwinden würde, war er vor Glück innerlich zersprungen. Sie würde leben. Sie würde bei ihm bleiben.
Und jetzt war alles zerstört.
>>Ich liebe dich, Dana.<<
Inzwischen war es dunkel geworden. Wie lange hatte er so dagelegen und nachgedacht? Er bemerkte, dass es draußen heftig regnete und Blitze über den verdunkelten Himmel zuckten. Die Abkühlung nach den heißen, schwülen Tagen interessierte ihn jedoch kein bisschen.
Er musste irgend etwas tun, er musste handeln. Er wusste, dass er ohne sie nicht vollständig war. Sie gehörte doch zu ihm. Aber was sollte er nur tun?
Ohne weiter zu überlegen, stand er auf und zog sich an.
Etwas kitzelte an ihrem Ohr. Sie wusste nicht, was es war. Es war fast stockdunkel in ihrer Wohnung, nur das Licht vom immer noch vollen Mond fiel spärlich durch das Fenster hinein. Und dann merkte sie es. Sie lag nicht alleine auf der Couch. Da war jemand hinter ihr, jemand der grade genüsslich an ihrem Ohrläppchen knabberte und fast im selben Moment seine Hand auf ihre Hüfte legte. Aber wer war das? Sie konnte absolut nichts sehen, sie konnte nur fühlen.
„Wer?“
„Psst, ich bin es.“
>>Oh ,mein Gott! ER ist es. Mulder....wie zum Teufel kommt er in meine Wohnung? Und was in aller Welt macht er denn da?<<
„Mulder, wie kommen...“
„Hast du vergessen, dass ich einen Schlüssel habe? Für Notfälle.“
„Aber...“
„Sag nichts mehr ... bitte.......“
„Was....?“
„Dana, bitte......ich weiß, ich habe Dich heute sehr verletzt....und das tut mir mehr weh als alles andere. Ich musste einfach herkommen.. mich bei Dir entschuldigen. Ich war nicht Ich selbst heute Nachmittag.“
Sie wusste nicht was sie sagen sollte. Mulder lag neben ihr auf der Couch, sein Gesicht war ganz dicht an ihrem, und er flüsterte nur. Und seine Hand lag auf ihrer Hüfte, als ob es das selbstverständlichste der Welt sei. Sie spürte, wie ihr Herz anfing schneller zu schlagen.
>>Dana ... das ist der selbe Mann, der dich heute verletzt hat. Der, den du nie wieder sehen wolltest. Schmeiß ihn raus. Er hat es nicht anders verdient.<<
Aber es fühlte sich so gut an. Er fühlte sich so gut an. Sie roch sein Parfum, Cool Water. Er flüsterte weiter.
„Ich liebe Dich, Dana! Ich liebe Dich mehr als alles andere auf der Welt, du bist mein Ein und Alles, und ich weiß nicht, wie ich mein Leben ohne Dich leben soll.“
>>Sag das noch mal....bitte.......Dana! Er will dich nur manipulieren. Mach das Licht an und werfe ihn aus deiner Wohnung! Ehe es zu spät ist!<<
Es war schon zu spät. Sie konnte ihm nicht wiederstehen. Ihre ganzen Vorsätze waren verschwunden. Der Schmerz von vorhin vergessen.
„Mulder.....Fox....“
„Mulder! Bitte.....du weißt doch, dass mich niemand Fox nennt....“
„Ja......also, Mulder, ich....“
Weiter kam sie nicht, sie musste leise aufstöhnen. Seine Hand hatte ihre Hüfte verlassen und wanderte hinauf zu ihren Brüsten. Gleichzeitig drehte er sie irgendwie zu sich herum, so dass sie ihn jetzt sehen konnte, soweit das im Dunkeln möglich war. Tatsächlich sah sie aber nur Umrisse. Und dann spürte sie seine Lippen auf ihren. Er streifte erst nur darüber, ganz sanft, wie ein lauer Sommerwind. Dann aber wurden seine Küsse fordernder und schließlich öffnete sie ihre Lippen und seine Zunge tauchte in ihren Mund ein. Als ihre Zunge auf seine traf, explodierte ein kleines Feuerwerk in ihr. Seine Zunge erkundete ihren Mund, glitt hinein und wieder hinaus uns stieß jedes Mal wieder auf ihre wartende Zunge.
>>Oh....hm....er schmeckt nach Erdbeerkaugummi......oh ,bitte, hör nicht auf.<<
Als ob er ihre Gedanken gelesen hätte, wurden seine Küsse immer leidenschaftlicher. Sie war sich sicher, dass er länger keine Frau mehr so geküsst hatte. So hungrig und voller Leidenschaft. Doch dann hörte er plötzlich auf.
„Mulder.....bitte, hör nicht auf ... mach weiter bitte.“
„Warte..“
Er begann langsam ihr das Top auszuziehen. Dann endlich hatte er es ihr abgestreift und keine Sekunde später lag sein Kopf zwischen ihren Brüsten..
„Davon habe ich immer geträumt“, murmelte er.
>>Und ich erst mal.......<<
Das nächste was sie spürte, war das er seinen Kopf anhob und leicht gegen ihre rechte Brustwarze pustete, die sich sofort noch mehr zusammenzog. Und dann schloss er seinen Mund über ihr. Sofort begann seine Zunge um ihre Brustwarze zu kreisen, zu lecken und zu saugen. Mit seiner Hand zwickte er unterdessen in ihre linke Brustwarze.
„Oh....Mulder......“
Er machte immer weiter, anscheinend wohl wissend, wonach sie sich solange Zeit gesehnt hatte. Wie surreal es doch war. Jetzt lag der Mann, der sie vorhin so unwahrscheinlich verletzt hatte und den sie doch so sehr liebte mit ihr auf ihrer Couch und erfüllte ihre geheimsten Wünsche.
>>Mulder, ich habe mich so nach dir verzehrt ... so lange ... verlass mich niemals ..bitte......nie......<<
´Krach´. Scully öffnete ihre Augen. Es war dunkel im Zimmer.
>>Mulder.....Mulder........<<
Ihr wurde bewusst, dass sie nur geträumt hatte. Da war kein Mulder auf ihrer Couch.
Noch ganz durcheinander sah sie auf die Uhr, es war halb zehn. Sie musste eingeschlafen sein und hatte ein paar Stunden fest geschlafen.
>>Das waren wohl die Tabletten...<<
Draußen krachte es wieder. Außerdem regnete es in Strömen. Dann wurde das Zimmer von einem hellen Blitz erleuchtet. Über Washington tobte das schwerste Unwetter seit Jahren und verschaffte eine wohltuende Abkühlung nach der Hitzewelle.
Sie dachte an den Traum zurück. Er war so real gewesen. So schön und wohltuend. Und sie spürte, wie die Wut auf Mulder langsam nachließ. Aber was brachte das? Sollte sie am Montag einfach ins Büro gehen und so tun, als ob nichts passiert sei. Nein, sicher nicht. Sie musste das unbedingt mit ihm klären, am besten sofort.
Entschlossen stand sie auf und machte sich fertig, während draußen das Unwetter weiter tobte.
Mulder verließ sein Haus und lief schnell durch den strömenden Regen zu seinem Auto. Zum Glück hatte er direkt vor dem Haus geparkt, so dass er nicht all zu sehr nass wurde. Er hatte sich seine blaue Jeans und ein schwarzes enges Oberteil angezogen, darüber seine schwarze Lederjacke. Innerhalb von Sekunden hatte er beschlossen, zu Scully zu fahren, um die ganze Sache zu klären. Natürlich war er sich bewusst, dass der Abend entweder gut oder schlecht für ihn enden könnte. Scully würde ihm entweder sagen, er sollte für immer aus ihrem Leben verschwinden oder sie würde seine Entschuldigung annehmen. Er rechnete jedoch mit der ersten Variante. Er hoffte jedoch, dass sie ihn wenigstens in ihre Wohnung lassen würde.
>>Sonst stehe ich da vor ihrer Tür wie ein dummer Trottel.....vielleicht sollte ich ihr noch Blumen kaufen....könnte sie aber auch als Bestechung ansehen.. also lieber nicht.......oder doch?<<
Er war wirklich unsicher, was er sonst eigentlich selten war. Aber hier ging es um Scully. Seine ganze Zukunft lag in ihren Händen. Schließlich kam er an ihrem Haus an. Bevor er den Wagen verließ, warf er noch kurz einen Blick in den kleinen Spiegel. Er sah gut aus. Aber das würde allein wohl kaum genügen. Außerdem registrierte er, dass bei ihr noch Licht brannte. Wenigstens war sie zu Hause und hatte nach dem Vorfall im Büro nicht irgendwelche Dummheiten gemacht. Und dann stand er vor ihrer Wohnungstür.
>>So, klingele jetzt. Du musst es wenigstens versuchen.....<<
Er nahm all seinen Mut zusammen und klingelte.
Sie war fest entschlossen. Sie würde zu Mulder fahren und alles mit ihm klären. Das ganze konnte einfach nicht unausgesprochen bleiben. In Windeseile hatte sie sich ihre schwarze Hose und ihre weiße Bluse angezogen, denn durch das Unwetter war es doch merklich kühler geworden. Nun stand sie vor dem Spiegel und machte sich fertig. Grade hatte sie sich ihre Haare gebürstet ,als es plötzlich an der Tür klingelte.
>>Wer ist denn das jetzt? Um diese Zeit ... Wehe, wenn das wieder Frohike ist....dann ertränke ich ihn in meiner Badewanne!<<
Sie ging zur Tür und wollte sie öffnen, als sie doch erst mal durch den Spion guckte. Sie zuckte innerlich zusammen, als sie Mulder vor der Tür stehen sah. Irgendwie war sie froh, dass sie nun nicht mehr durch die stürmische Nacht zu ihm fahren musste, da sie solche Gewitter schon immer gehasst hatte. Es war einige der wenigen Dinge, vor denen sie sich fürchtete. Sie atmete tief durch und bereitete sich mental darauf vor, was Mulder ihr wohl gleich sagen würde, oder viel mehr ,was sie überhaupt sagen wollte. Dann öffnete sie die Tür.
„Hallo, Mulder.“
„Scully....ich....darf ich reinkommen?“
„Wollen Sie wieder meinen Arm fast zerquetschen?“
„Nein! Ich....wollte.....bitte lassen Sie mich doch erst mal rein......bitte...“
Sie bemerkte den verzweifelten Ton in seiner Stimme. Und er hatte seinen Hundeblick aufgesetzt.
„Na gut, kommen Sie rein..... aber halten Sie Abstand von mir!“
„Ja, hm.... danke.“
Und dann war er in ihrem Apartment. Er lehnte sich an die Tür, während sie zur Couch ging. Sie setzte sich und beobachtete ihn. Er stand einfach nur da und hatte den Kopf gesenkt, als ob er krampfhaft nachdenken würde. Eine Weile sagten beide nichts. Dann brach Scully das Schweigen.
„Also, Mulder, ich höre.“
„Was? Oh ja....also, Scully......ich bin gekommen.....weil ich mich bei Ihnen entschuldigen wollte....“
„Ist das alles?“
„Ich....ich weiß, das alles, was in den letzten 24 Stunden passiert ist, unverzeihbar ist. Ich weiß nicht, wie ich es je wieder gut machen soll......Scully, ich.. ich......ich...“
>>Oh, Jesus, er stottert ja......<<
„Was denn, Mulder?“
„Ich weiß nicht.......ich kann nicht....“
Dann sagte er nichts mehr. Er stand nur da und hielt sich seine Hände vor sein Gesicht. Und dann hörte sie, wie er schluchzte. Mulder weinte. In ihrer Wohnung. Sie konnte nichts anderes tun, als zu ihm hinzugehen und ihn in den Arm zu nehmen. Eine Minute standen sie einfach nur so da, und auch über ihr Gesicht liefen einige Tränen.
„Scully, es.... tut.... mir...... so leid.....so leid....“
„Mir tut es auch leid, Mulder....wirklich.. ich hätte nie so was sagen sollen.....“
„Aber....ich hätte nie so reagieren dürfen.....ich habe Ihnen weh getan.. Sie verletzt....“
„Wir haben beide einen Fehler gemacht......“
Langsam beruhigte er sich wieder. Sein Schluchzen ließ allmählich nah und schließlich sah er ihr direkt in die Augen.
„Ist.....ich meine....können Sie ..mir verzeihen?“
>>Das habe ich doch schon längst, du verdammter Idiot!<<
Alles was sie herausbrachte war ein gehauchtes Annehmen seiner Entschuldigung. Dann griff er plötzlich nach ihrem Arm, wobei sie reflexartig zurückzuckte.
„Ich wollte nur.....mal sehen......“
Vorsichtig, ja fast schon zärtlich, nahm er ihren Arm und sah auf die dunkle Stelle, die seine Hände dort hinterlassen hatten. Und dann küsste er die Stelle, ganz vorsichtig, wie eine Mutter, die ihrem Baby einen Kuss gibt.
„Mulder, es ist okay.. ...wirklich.......sie wird verblassen.......und mit ihr die Erinnerung daran, dass du......also, ich meine.....“
>>Du liebe Zeit, habe ich eben wirklich ´Du` zu ihm gesagt?<<
„Wirklich?“
„Ja.....irgendwann werden wir darüber lachen.....“
Sie sah ihn an, direkt in seine braunen Augen, die sie gleichzeitig so viel Angst und Liebe ausstrahlten. Und dann lächelte sie. Es war wirklich eine etwas komische Situation, da standen sie Arm in Arm in ihrer Wohnung, beide noch mit Tränen in den Augen und beide unschlüssig, was sie als nächstes machen sollten. Schließlich löste sie sich langsam aus der Umarmung, und beide gingen zur Couch, auf die sie sich setzten.
„Weißt du......grade als du bei mir geklingelt hast, da wollte ich eigentlich zu Dir fahren.“
„Was? Wirklich?“
„Ja.....ich wollte mich bei dir entschuldigen und die ganze Sache klären....“
„Dann hab ich dir die Fahrt durch den Sturm ja erspart..“
„Ja, das hast du....“
„Wie kam es... also ich meine, dass du zu mir wolltest, dich entschuldigen? Ich dachte heute Nachmittag, ich würde dich nie wieder sehen.“
„Es kam.....also, ich war wirklich wütend auf dich, ich habe dich sogar gehasst....aber dann habe ich einen Traum gehabt......und als ich aufwachte, da ,also da musste ich einfach zu dir....weil ich mich entschuldigen wollte...“
Während sie sich unterhielten, sah Mulder sie wieder so intensiv an. Sein Blick ging ihr unter die Haut und ihr Herz begann zu rasen. Sie fragte sich, was er wohl grade dachte. Nun, er war sicher erleichtert, dass sie seine Entschuldigung angenommen hatte. Aber was fühlte er sonst noch? Ein erneuter Donnerschlag riss sie aus ihren Gedanken. Das Gewitter wurde immer schlimmer, außerdem hatte es noch angefangen ziemlich zu stürmen. Sie war nun wirklich mehr als erleichtert nicht draußen zu sein.
>>Aber was ist mit Mulder......er kann doch unmöglich bei dem Wetter noch rausgehen geschweige denn nach Hause fahren....<<
Dann beschloss sie, ihn zu fragen.
„Mulder, du merkst ja selber, das Wetter....“
„Ist wirklich ungemütlich....“
„Ja.....also, wenn du willst, du kannst gerne hier übernachten?“
„Auf der Couch oder in deinem Bett?“
Sie hatte mit allem gerechnet, aber nicht mit dieser Frage. Etwas verunsichert sah sie Mulder an, was er wohl bemerkte, denn er sagte sofort, dass er nur Spaß gemacht hätte und natürlich auf der Couch schlafen würde. Mulder´ s einmalige Humor, ein Zeichen, dass er die vergangenen Stunden wohl schon wieder vergessen hatte.
>>Er könnte auch in meinem Bett schlafen ... wie er wohl reagiert hätte, wenn ich ihm ´In meinem Bett´ als Antwort gegeben hätte?<<
„Möchtest du etwas essen oder trinken?“
„Was hast du denn?“
Scully ging in die Küche und sah nach. Sonst war ihr Kühlschrank immer prallgefüllt, aber da sie heute nicht im Supermarkt gewesen war, fand sie nur Erdbeeren, Schlagsahne und eine Flasche Champagner, den ihr neulich ihre Mutter mitgebracht hatte. Sie füllte die Erdbeeren und die Schlagsahne in zwei Schalen, nahm zwei Gläser und die Flasche Champagner und ging wieder ins Wohnzimmer.
„Tut mir leid, Mulder, aber mehr habe ich leider nicht im Haus!
Sie hatte ihm verziehen. Er konnte es noch gar nicht fassen. Er würde sie nicht verlieren, im Gegenteil, grade hatte sie ihm angeboten, bei ihr zu übernachten. Seine Frage, ob er auf der Couch oder in ihrem Bett schlafen sollte, hatte sie offensichtlich etwas überrascht. Wenn er ehrlich war, hatte er insgeheim doch gehofft, dass sie diese Frage einfach mit einem langen, nicht enden wollenden Kuss beantwortet hätte. Stattdessen hatte sie ihn aber nur angesehen und ihn dann gefragt, ob sie ihm was anbieten könnte.
>>Gutes Ausweichmanöver, Agent Scully.........<<
Und jetzt stand sie direkt vor ihm mit Erdbeeren, Schlagsahne und einer Flasche Champagner. Er konnte sich nicht helfen, er musste einfach grinsen. Da stand sie mit Köstlichkeiten vor ihm, die allesamt sehr verführerisch waren. Genauso wie sie. Obwohl man ihr ansah, dass sie heute viel geweint hatte, war sie immer noch wunderschön. Und wieder stieg das Verlangen in ihm auf, sie zu küssen.
>>Dana....ich liebe dich so sehr, das es weh tut! Warum merkst du das nur nicht?<<
„Ach, Scully, das ist schon okay! Ich mag Erdbeeren mit Schlagsahne!“
„Ja, ich mag es auch sehr gerne....soll ich Musik anmachen?“
„Wie du möchtest......“
Ohne zu zögern ging sie zur Stereoanlage und holte eine Cd aus dem Regal. Er rechnete mit klassischer Musik von Bach oder Chopin, wurde aber angenehm überrascht, als er die Stimme von Barry White hörte.
„Oh, ich wusste gar nicht, dass du Soul magst!“
„Doch....sehr sogar! Gefällt es dir?“
„Es ist....perfekt!“
Es überraschte ihn allerdings noch mehr, als sie dann zur Kommode ging und dort etwas rausholte. Streichhölzer. Scully ging quer durchs ganze Wohnzimmer und zündete Kerzen an. Danach machte sie das Licht aus und setzte sich wieder zu ihm auf die Couch. Es war wirklich perfekt; da saß er nun mit ihr auf der Couch bei sanften Kerzenschein, guter Musik und einigen sehr verführerischen Köstlichkeiten.
Er öffnete die Flasche und goss den Champagner in die Gläser.
„Cheers!“
„Cheers, Mulder!“
Sie stießen gemeinsam an und grade als Scully nach der Schüssel mit Erdbeeren greifen wollte, unterbrach er sie.
„Warte ... mach die Augen zu und lehn dich zurück!“
Sie tat es tatsächlich. Er nahm eine Erdbeere und rutschte näher an sie heran. So nah bis sein Gesicht direkt vor ihrem war. Sie duftete herrlich, das Parfum, das sie aufgetragen hatte, raubte ihm fast die Sinne. Ihr Atem ging sanft und gleichmäßig, sie sah richtig friedlich aus. Dann öffnete sie leicht ihre Lippen und er war drauf und dran, sie zu küssen. Aber er konnte es einfach nicht, obwohl es eigentlich der perfekte Moment gewesen wäre. Stattdessen schob er ihr vorsichtig die Erdbeere in ihren Mund, die sie genüsslich verzehrte.
„Hhmmmm....das ist gut, Mulder......“
Und schon öffnete sie wieder ihre Augen. Der perfekte Moment war vorüber.
>>Du Idiot....warum hast du sie nicht einfach geküsst.....?<<
Etwas frustriert nahm er sich auch eine Erdbeere, die er schnell mit einem Schluck Champagner herunterspülte. Als er sein Glas wieder abstellte, sah er aus den Augenwinkeln das Scully sich grade eine weitere Beere mit Schlagsahne in den Mund gesteckt hatte. Als er sie wieder direkt ansah, sah er ,dass auf ihrer Unterlippe noch etwas Sahne war. Sie selber schien es aber nicht zu merken.
„Scully.....“
„Ja? Was ist denn?“
Jetzt musste er es tun. Vielleicht war es die letzte Chance überhaupt. Aber er konnte ihr nicht länger wiederstehen.
„Mach bitte noch mal Deine Augen zu..“
„Soll ich mich auch wieder zurücklehnen?“
„Ja.....“
Sanft drückte er sie gegen die Lehne der Couch. Sein Herz begann zu rasen und sein Puls beschleunigte sich von Sekunden zu Sekunde mehr. Langsam bewegte er seine Lippen auf ihre zu bis sie nur noch einige Millimeter von einander entfernt waren.
Sie konnte es nicht glauben. Er hatte ihr eben gesagt, sie sollte sich zurücklehnen und ihre Augen schließen. Und nun saß sie da mit geschlossenen Augen und wartete. Ja, worauf wartete sie eigentlich? Was hatte er vor?
>>Bitte küss mich, küss mich einfach nur ... Mulder...<<
Sie öffnete leicht ihre Lippen, das sollte er doch als eindeutiges Zeichen erkennen. Sie spürte, dass sein Gesicht nah an ihrem war und eine kurze Hitzewelle durchfuhr sie. Dann stieß etwas leicht gegen ihre Lippen, sie öffnete ihren Mund etwas mehr, um gleich darauf eine Erdbeere hineingeschoben zu bekommen. Eine Erdbeere. Kein Kuss, kein Kuss von Mulder. Sie war enttäuscht. Hatte sie nicht alles gut vorbereitet? Die Musik und die Kerzen? Was sollte sie denn noch tun, damit er endlich begriff?
>>Aber irgendwie sieht er ja selber etwas enttäuscht aus....<<
Er trank grade Champagner und sie griff nach einer Beere, tunkte sie in die Schlagsahne und ließ sie dann genüsslich auf ihrer Zunge zergehen. Köstlich. Wirklich. Aber wie viel mal köstlicher wäre ein Kuss von ihm? Plötzlich sah er sie wieder an und lachte. Dann sagte er nur, sie solle noch mal ihre Augen schließen. Sie tat es und wartete wieder. Was würde diesmal kommen?
>>Wieder eine Erdbeere oder doch....<<
Sie konnte ihren Gedanken nicht mehr zu Ende bringen. Diesmal war es keine Erdbeere, die sie an ihren Lippen berührte. Es war Mulder. Seine Lippen legten sich sanft auf ihre und dann küsste er sie. Endlich. Der Moment auf den sie so lange hatte warten müssen. Mit seiner Zungenspitze fuhr er die Konturen ihrer Unterlippe nach und sie öffnete leicht die Lippen und er nahm die Einladung bereitwillig an. Er wurde von Scullys Zunge in Empfang genommen. Erst langsam, dann immer schneller umkreisten sie sich. Der Kuss war fast wie der in ihrem Traum, fast zu schön um wahr zu sein. Schließlich hörten sie für einen Moment auf und sie sah Mulder an. Er lächelte sie an. Sie hatte ihn schon oft lächeln sehen, schließlich war das etwas, was er öfters tat als sie, aber dieses Lächeln war einmalig. Er sah glücklich aus, wirklich glücklich.
„Dana.......ich muss dir was sagen.....ich liebe Dich! Ich liebe dich so sehr... du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben... nur du.....“
>>Hat er das eben wirklich gesagt? Oder träume ich immer noch?<<
Nein, sie hatte nicht geträumt, diesmal nicht. Es war die Realität, die gar nicht hätte wirklicher sein können, als Mulder sich erneut zu ihr beugte um sie zu küssen.
„Warte.....ich liebe Dich auch.....so sehr......dass ich es manchmal von Sehnsucht nach Dir nicht mehr ausgehalten habe.“
„Oh....Dana ... ich hätte nie gedacht, dass du das jemals sagen würdest....“
Dann lagen seine Lippen wieder auf ihren und sie versanken in einen langen, leidenschaftlichen Kuss. Sie war glücklich, zum ersten Mal nach einer sehr langen Zeit.
Er hatte es getan, endlich. Er hatte sie geküsst und sie hatte seinen Kuss erwidert. In dem Moment als seine Zunge auf ihre traf, schwanden alle seine Sinne. Er hatte sich so oft vorgestellt in all den einsamen Nächten, wie es wohl wäre, sie zu küssen. Und nun tat er es und es übertraf alle seine Vorstellungen und Träume. Und in dem Moment, als sie ihm sagte, wie sehr sie ihn liebte, war er glücklich, zum ersten Mal nach sehr langer Zeit. Er konnte gar nicht anders, als sie wieder zu küssen, immer leidenschaftlicher bis er sie nach einiger Zeit schließlich vorsichtig in seine Arme nahm, sie hoch hob und im Schein der Kerzen und des Vollmondes in ihr Schlafzimmer trug.
The End