Autor: Thetruestfan
Kategorie: MSR
Short-Cut: Ich lag in meinem Bett und dachte nach. Obwohl es noch sehr früh war, war ich nicht mehr fähig, nochmals
einzuschlafen...
Cover: Lady3Jane
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STARDUST
Ich lag in meinem Bett und dachte nach. Obwohl es noch sehr früh war, war ich nicht mehr fähig, nochmals
einzuschlafen.
Es war ein wunderschöner Morgen. Die Sonne schien direkt in mein Schlafzimmer durch ein Fenster, welches ich
bisher noch nie wirklich bemerkt hatte. Die hellen Frühlingssonnenstrahlen ließen das Zimmer in tausenden
Farben traumhaft schimmern und leuchten. Mein Bett und die weiße Bettwäsche wirkten durch die Strahlen wie
eine große weiche Wolke. Sanft. Leicht. Schwerelos.
Es war wie im Himmel.
Und auf dieser Wolke lag sie. Was für ein Geschöpf. Zart. Lieblich. Von allen Dingen in diesem Raum war sie
der hellste Punkt. Scully. Mein Engel. Umgeben von federweichen Wolken lag sie auf meiner Brust und schlief.
Ihr Gesicht leuchtete golden.
Es roch nach Sternenstaub.
Ich wagte es nicht sie zu wecken. Sie ist so wunderschön wenn sie schläft.
Ich spürte ihre Hände auf meinem Oberkörper, so beschützend.
Ich spürte ihre Wange auf meiner Brust, so heilend.
Ich spürte ihre Haare auf meiner Schulter, so berauschend.
Sollte es so im Himmel sein, möchte ich nicht auf den Tod warten.
* * *
„Scully.....ich habe gewonnen.“
„Hmmmm.....??“
Nur langsam verschwanden die Wolken der Nacht und gaben Scully frei.
Sie bewegte ihren Kopf in meine Richtung. Die Augen, anfangs geschlossen, begannen sich zu öffnen und sich in
ihrer vollen Pracht mir zu offenbaren.
Blau. Himmelblau. Engelhimmelblau.
Scully setzte ihren Kopf auf meine Brust und sah mich fragend an.
„Die Wette. Ich habe gewonnen!“
Engelsaugen sahen mich an. Dann lächelte Scully. Ein leises, geheimnisvolles Lachen.
Ein Gottesgeschenk.
Daraufhin wendete sie sich erneut von mir ab und die Wolken hatten sie wieder.
Ich strich ihr über ihr Haar und sah zum Fenster hinaus, aus welchem der Sternenstaub flog.
* * *
Ich dachte an den gestrigen Abend. FBI Jahresball. Special Agents only.
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie ich es geschafft habe, dass Scully mit mir zu diesem Ball ging. Aber
wie ich Scully kenne, musste es sehr schwierig gewesen sein.
An was ich mich jedoch noch sehr genau erinnern kann, ist der Moment, an dem wir beschlossen zu tanzen.
Es gibt dieses Spiel. „Wollen wir wetten?“ heißt es, glaube ich. Als Kind habe ich dieses Spiel geliebt.
Samantha und ich spielten es nahezu jeden Tag, und ich weiß nicht, an wie vielen dieser Tage sie mich gewinnen
ließ.
Ich fing an, indem ich sagte: „Scully, ich wette, dass ich besser tanzen kann als dieser Skinman in hundert
Jahren.“
Ich war mir nicht ganz sicher, wie ich Scullys Lachen deuten sollte, eine Minute später jedoch standen wir auf
der Tanzfläche.
Ich weiß nicht, wie stolz ich ausgesehen haben muss, mit Scully in meiner Hand, aber die Agents die um uns
herum standen und uns beobachteten, wie wir zur Tanzfläche schwebten, darunter auch A.D. Skinner, lachten mich
an. Was wussten sie, was ich nicht wusste?
Auf der Tanzfläche angekommen nahm ich Scully in meine Arme und wir begannen uns im Rhythmus der Musik zu
bewegen. Ich sah Scully an und fragte sie, ob alles in Ordnung sei, doch sie strahlte nur und lachte mich an.
Ihr Gesicht leuchtete, wie ich es noch nie zuvor leuchten sah.
Sternenstaub.
Ich legte meine Arme enger um sie herum und schloss zufrieden meine Augen. Scully lehnte ihren Kopf an meine
Brust und auch sie schien ihre Augen zu schließen.
Gemeinsam drifteten wir aus dieser Welt in eine andere, die ich nicht zu beschreiben weiß.
Nach einer Weile öffnete ich meine Augen wieder. Inzwischen lief ein anderes Lied, doch wir bewegten uns
automatisch zu den rhythmischen Klängen.
Ich sah zu Scully hinunter und strich ihr über ihr rotschimmerndes Haar. Nun schien auch sie wieder zurück in
dieser Welt zu sein, denn sie drehte ihren Kopf und sah zu mir hinauf.
In diesem Moment war mir nichts bewusster, als dass ich Scully liebte.
In ihren Augen sah ich, dass Scully genauso dachte.
Ich beugte mich zu ihr hinunter und flüsterte in ihr Ohr: „Scully.....wetten, dass dieser Kuss dein Leben für
immer verändern wird?“
Ich sah sie an, um ihren Gesichtsausdruck zu deuten. Da war es wieder, dieses Leuchten.
Sie schenkte mir ein Lachen, das mir Antwort genug war.
Ich beugte mich zu ihr hinunter und legte meine Lippen sanft auf ihre.
Rote Lippen soll man küssen.
* * *
Das Zimmer war nun erfüllt von gleißendem Sonnenlicht. Alles war verschwommen und voller Sternenglitzer. Nur
die Wolke und mein darin liegender Engel waren in ihrer Schönheit so klar und deutlich zu erkennen.
In dem Moment sah ich, wie ein Stern auf Scullys Schulter flog und sich darauf absetzte. Ob er so glücklich
war wie ich an diesem Morgen?
Ich beugte mich nach vorn und küsste ihre Schulter. Als meine Lippen ihre Haut berührten, spürte ich, wie sie
anfingen zu prickeln. Es war nur ganz schwach, aber definitiv da.
Scully erwachte, doch diesmal entfernten sich die Wolken nicht, nein, vielmehr begannen sie, uns beide sanft
zu umhüllen.
„Hey.“ Sie lachte mich an.
„Hey.“ sagte ich.
Scully stütze sich auf ihren rechten Ellenbogen und sah mich an.
„Mulder....“ ,sie gähnte laut, „....hättest du mir gestern erzählt, ich würde den nächsten Morgen in deinem
Bett aufwachen....Ich hätte es dir nicht geglaubt.“ Mit ihrer rechten Hand rieb sie sich den letzten
Sternenstaub der Nacht aus ihren Augen. „Und nun schau es dir an. Was soll ich sagen, Mulder? Du hast
gewonnen!“
Ein lachender Engel. Was für ein Anblick.
„Ja, Scully....“ , auch ich konnte ein Lachen nicht unterdrücken, „...Wenn all unsere Wetten so
ausgehen....Dann können wir das ab jetzt öfters tun!“
Sie biss mir in die Wange und dann küsste sie mich.
Da war es wieder, dieses Prickeln.
Wozu auf den Tod warten. Das hier ist der wahre Himmel.
Wetten...?