Autor: Thetruestfan
Spoiler: Chinga, a bisserl 
Rating: ach, höchstens PG-13 
Kategorie: MSR in Reinkultur natürlich! 
Scully Vignette/POV 
Summary: Es ist Frühling! Und der geht auch an 
Mulder und Scully nicht spurlos vorbei.... 
Cover: Lady3Jane
Kontakt:

GREEN GRASS  

* * * 
Alles war grün. 
Hellgrün, dunkelgrün, grasgrün. Was für ein Kontrast zu dem sonst so alltäglichen Grau der Bürowände und dem Schwarz der Nacht. 
Überall blühten Blumen. Große, kleine, rote, gelbe, blaue... Die Sonne schien intensiver und strahlender denn je und ließ die vielen Farben noch stärker leuchten. 
Es war Frühling, Gott, es war endlich Frühling. 
Überall waren Menschen, lachten und unterhielten sich. Kinder, die auf den Wiesen umherrannten und spielten. Sie alle sahen glücklich aus. 
Und mittendrin waren wir. Mulder und ich. Auf einer großen Decke lagen wir in diesem wundervollen Park, umgeben von nichts als Gras und einem Dach aus Blättern. Um uns herum lag ein Mix aus Obst, Bagels, Schokolade und immer wieder Sonnenblumenkernen. 
Ich streckte mich ein wenig und genoss die warmen Sonnenstrahlen, die mein Gesicht bestrahlten. 
Ja, zum ersten Mal seit langem dachte ich nicht an Verschwörungen, Aliens oder paranormale Schwingungen. 
Schwingungen.... 
Plötzlich spürte ich ein Kitzeln auf meiner Wange, was mir einen wohligen Schauer im ganzen Körper bereitete. Es war Mulder, der mir mit einem Grashalm über das Gesicht strich. Kichernd rollte ich mich zusammen. 
"Mulder....nicht, das kitzelt!" 
Lachend strich er mir weiter über mein Gesicht, meine Stirn, entlang meiner Schläfe, vorbei an meiner Wange, hinunter zu meinem Mund, welchen er mit dem Grashalm sanft umkreiste. Mit einem wohligen Gefühl in meinem Bauch sah ich ihm zu, bis das Prickeln und Kitzeln auf meiner Haut immer unerträglicher wurde, so dass ich nichts weiter tun konnte als simple Revange. 
Nachdem wir uns minutenlang auf unserer Decke umherrollten, kitzelten, lachten, ließ ich letztlich von ihm ab. Völlig außer Atem lagen wir erneut nebeneinander, und ich konnte nichts anderes, als über uns zu lachen. Ich drehte mich nach links und sah Mulder an. Mit den Armen hinter seinem Kopf verschränkt lag er da und sah in den makellos blauen Himmel. In dem Moment merkte er, dass ich ihn ansah, und so drehte auch er seinen Kopf zu mir und sah mich mit seinen großen, goldbraunen, strahlenden Augen an. 
"Happy Birthday, Mulder." 
Ich küsste ihn auf seine wundervollen Lippen. Sie waren so weich, wie ein reifer saftiger Pfirsich, in den ich hineinbeißen wollte. Wie oft hatte ich mich danach gesehnt. 
Heute tue ich es einfach. 
Lag es daran, dass es Frühling war? 
Lag es daran, dass dieser Tag schlichtweg perfekt war? 
Oder lag es daran, dass ich in Mulder.....verliebt war? 
Ich überraschte Mulder an einem Samstagmorgen in seinem Apartment mit einem Picknickkorb in meiner Hand. Es schien mir das richtige zu sein bei diesem großartigen Wetter, zudem hatten wir diesen Ausgleich dringend nötig. Außerdem war es Mulders Geburtstag. 
Von dem verschlafenen, verwirrten Mulder am Morgen war mittlerweile nicht mehr viel zu spüren. Im Gegenteil, ich habe ihn noch nie so fröhlich und ausgeglichen erlebt. 
Ich kuschelte mich etwas dichter an ihn an und schloss meine Augen. Mit meiner Nase sog ich all die wunderbaren Gerüche ein, die mich umgaben, und beschloss, sie für immer beizubehalten. 
Blüten. Gras. Früchte. Sonnenblumenkerne. Mulder. 
Jetzt verstand ich, warum es die Menschen in diesen Park zog und warum sie alle so glücklich waren. 
"Scully...?" 
"Hm...?" 
"Hast du dich....... Hast du dich eigentlich je gefragt, was ich in der Woche, wo du Urlaub hattest, wirklich getan habe?" 
"Nun Mulder, ich würde sagen du warst wie immer Tag und Nacht im Büro, hast deine X-Akten durchwühlt in der Hoffnung auf Antworten, und hast wiedereinmal nichts von der Außenwelt mitbekommen in dieser kleinen, dunklen Kellerkammer, die du so liebst. Dein einziger Kontakt nach draußen waren ich und mein Handy, und, Mulder, ich habe wirklich mehr als ein mal überlegt, ob ich es ausschalten sollte!" 
Ich sah ihn an und fragte mich, auf was das hinauslaufen sollte. Ich kenne Mulder schon zu lange. Doch sein Blick zeigte mir, dass ich Unrecht hatte. 
"Scully, es war die deprimierendste Woche, dich ich je erlebt habe. Noch nie habe ich mich so nutzlos, so überflüssig gefühlt. Du warst weg, und ich hatte das Gefühl, als falle ich in ein schwarzes, ungewisses Loch. Ich fragte mich, wie ich mir all die vielen Tage vertreiben sollte, sagte mir `Nein, keine Videos, keine Hotlines` ..." Ich hörte mich lachen. "Und dann waren da die Bleistifte..." 
Oh Gott Mulder...... Nicht, dass.... Ich ahnte schreckliches. 
"58, Scully. Ich habe sie alle gezählt, tausend Mal. 58. Sie anzuspitzen und auf eine genormte Länge zu bringen schien mir als meine wahre Bestimmung und erfüllte mich mit Stolz. Ich entdeckte die Vorzüge von Styropordecken...." 
Ich spürte, dass ich ihn unterbrechen musste, um ihn vor der totalen Depression zu bewahren. Nicht heute. 
"Oh Mulder....." Ich konnte ein Lachen beim besten Willen nicht unterdrücken. "Du Armer....." Übertrieben bemitleidend strich ich ihm über seine Wange. "Was musst du nur durchgemacht haben....." 
"Hey, du machst dich ja lustig!" Abrupt setzte er sich auf und sah mich an. 
"Nein!" 
"Oh doch, das tust du!" 
Mulder wütend, einfach wunderbar. 
"Wieso lachst du dann?" 
Mulder hat die Angewohnheit, seinen Blick wenn es darauf ankommt so zu verstellen, dass man, wenn man ihn dann unglücklicherweise anschaut, nichts anderes tun kann als ihn zu bemitleiden und ihm letztlich zu verzeihen. 
"Es ist nur so, Mulder.... Freud sagte einmal, dass Bleistifte, oder wenn man mit ihnen spielt, ein unverkennbares Zeichen dafür seien, dass diese Person, die davon betroffen ist, unerfüllte sexuelle Verlangen besitzt, um nicht zu sagen...., sexuell frustriert ist.... Und ich frage mich nun, ob es daran lag, dass du auf deine Videos verzichten musstest, oder.... ob es einen anderen Grund hatte....." 
Mit großen Augen sah er mich an. Sollte es sein, dass ich tatsächlich Recht hatte? 
"Scully.... Ich habe wirklich lang genug mit Bleistiften gespielt.... Und die Videos, ich hätte sie Frohike längst zurückgeben müssen..... Und die Hotlines, die werden mir auf Dauer einfach zu teuer....." 
Ach Mulder. 
Ich griff eine Erdbeere aus der Schale, die neben mir stand, und führte sie zu Mulder’s Mund. Ich strich entlang seiner Lippen und steckte sie letztlich in seinen Mund. Daraufhin küsste ich ihn lachend. 
"Keine Sorge, Mulder", sagte ich gegen seine Lippen, "Ich glaube ich kenne ein Mittel, was dagegen hilft...." 
Sanft drückte ich ihn nach hinten, so dass er im Gras lag, ich über ihn gebeugt. 
"Scully, du weißt, dass ich nicht viel von Viagra halte..." 
Nun lachten wir beide. Ich strich ihm durch sein braunes Haar und sah ihn an. 
"Ich habe eher an natürliche Heilmittel gedacht, weißt du...." 
"Du warst eben immer schon die beste Ärztin für mich, Scully...." 
In seiner Umarmung zog mich Mulder zu sich herunter und küsste mich zufrieden. 
*Love is all you need* 
Während wir im Licht der untergehenden Sonne lagen, umgeben von nichts als Kinderlachen und Vogelgezwitscher, dachte ich amüsiert an die in Geschenkpapier gewickelte Zehnerpackung Bleistifte, die in meiner Tasche lag. 
Die brauchte Mulder jetzt ja nicht mehr. 
END

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