Böses Erwachen

Disclaimer: Mulder, Scully, Skinner und die Schauplätze gehören nicht mir, sondern Chris Carter und seiner 1013 Productions, Twentieth Century Fox und dem Schöpfer aller Schöpfer. Ich benutze sie ohne Erlaubnis. Ich verdiene hiermit kein Geld.
Titel:
Teil (1. ?) Böses Erwachen
Autor: Jerry
Spoiler: nicht das ich wüsste
Rating: MSR, Scully Angst, PG (wegen Sprache)
Short Cut:  Ein Abend mit schlimmen Ende...
Feedback: an 
( wie sollte es sonst eine Fortsetzung geben?)

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 Vor Mulder’s Apartment 20.30 Uhr

“Verdammte Scheiße!” Im strömenden Regen stand Dana Scully auf der Straße und direkt zu ihren Füßen lag ein Mann, völlig regungslos. Dana weinte bitterlich und schrie immer wieder: „Scheiße! Warum? Fox, warum?

Plötzlich tönte hinter ihr eine besorgte Männerstimme: „Was ist denn los junge Frau? Sie wecken ja die ganze Nachbarschaft auf.“

Der Hausmeister des Wohnblocks indem Mulder wohnte, ein groß gewachsener Mann mittleren Alters mit Schnurrbart und dunklen Haaren, hatte die Schreie gehört. Er sah den Mann auf der Straße liegen und eilte sofort in seine Wohnung um einen Krankenwagen zu rufen. Als er wieder zurück kam hatte er eine Decke für Dana, denn er sah, dass sie unter Schock stand.

„Hier, bitte Miss.“ Er reichte ihr die Decke und sie nahm sie entgegen, ohne ihren Blick von Fox  abzuwenden.

„Der Krankenwagen wird jeden Moment hier sein, ich habe denen gesagt, dass ein FBI-Agent Hilfe braucht.“

Sie nahm die Decke und wickelte den bewusstlosen Mulder darin ein.

„Er braucht sie dringender als ich“, sagte sie leise.

Keine fünf Minuten später kam der Krankenwagen angerast. Einer der Sanitäter kümmerte sich um Dana, die sofort geistesgegenwärtig die Männer über Fox’s Zustand und dessen Vitalzeichen informierte. Zwei andere Helfer nahmen sich sofort seiner an. Ein kleiner, rundlicher Mann prüfte seinen Puls und machte ein besorgtes Gesicht.

„Sofort ins County!“ rief er seien Kollegen zu. Fox wurde auf eine Trage geschnallt und in das mit laufendem Motor wartende Fahrzeug transportiert.

Dana bekam gar nicht, wie sie automatisch af den Krankenwagen zu sprintete und ebenso wenig merkte sie, wie die Sanitäter sie aufhalten wollten.

„Ich bin Ärztin und FBI-Agentin! Lassen Sie mich mitfahren, ich liebe ihn über alles!“ schrie sie verzweifelt. Sie hielt ihren Ausweiß hoch und schließlich ließen sie sie gewähren. Mit Blaulicht und heulender Sirene ging es Richtung Krankenhaus.

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Einen Tag später,
11.15 Uhr vormittags,
County General Hospital,
Washington DC,
Intensiv-Station

Fox lag noch immer ohne Bewusstsein in seinem Krankenbett; an seiner Seite saß eine verzweifelte und völlig übermüdete Dana Scully. Sie hatte die ganze Nacht über nicht geschlafen um dabei zu sein, wenn er aufwachte. Das tat er aber nicht. Ihr Medizinerteil, Ärztin in ihr sagte ihr, dass es sehr schlecht um ihn stand; der liebende Teil jedoch gab die Hoffnung nicht auf und machte ihr immer wieder neuen Mut. Leise öffnete sich die Zimmertür und Skinner trat ein.

„ Wie geht es ihm?“ Er klang besorgt und seine Stimme war weich und mitfühlend, so ganz anders als sie es von ihm gewohnt war. Da war keine Spur von dem immerzu korrekten AD in seinem Tonfall. Nein vielmehr vernahm sie den sanften Laut eines engen Vertrauten, eines Freundes, der er auch war.

Dana konnte nicht antworten; sie sah ihn nur an und er konnte nur ihren Blick deuten. Er konnte ihr ansehen, dass sie erst kürzlich geweint hatte. Walter Skinner räusperte sich. Er hatte ihr etwas zu sagen und offenbar war ihm das in dieser Situation sehr unangenehm. Er sah sie direkt an.

„Die Polizei würde gerne mit Ihnen sprechen. Wegen dem... Vorfall. Glauben Sie, dass Sie dazu in der Lage sind? Wenn nicht, dann...“

„Ja, Sir ich glaube schon.“ Unterbrach sie ich hablaut.

Er nickte zustimmend reichte ihr seine Hand um ihr auf zu helfen und beide verließen das Zimmer, wobei Dana noch einmal prüfend und erwartungsvoll zum Bett hinübersah, bevor sie die Türe hinter sich schloss. Draußen im Flur wartete bereits ein Polizist.

„Ms. Scully?“ Sie nickte kaum merklich.

„Kommen Sie bitte mit!“ Seine Stimme war freundlich und doch bestimmt. Sie folgte ihm in einen kleinen, fensterlosen Raum am Ende des Ganges und nahm ihm gegenüber Platz.

„Was können Sie uns über den gestrigen Abend sagen, Miss Scully?“ begann er sogleich. Dana versuchte ihre Gedanken zu ordnen, es ging alles so schnell für sie und sie war noch immer dabei, das Geschehene richtig zu verarbeiten. Zögerlich begann sie.

„Wir wollten zusammen ins Kino gehen, nur zwei oder drei Straßen weiter. Wir verließen sein Apartment... unser Apartment...“sie lächelte bei diesem Gedanken.

„...und unten auf der Straße angekommen, sackte er plötzlich in sich zusammen, und...“ Ihre Stimme zitterte bei der Erinnerung daran, wie er so hilflos und ohne Leben am Boden lag.“...und er verlor das Bewusstsein.“ Sie begann zu schluchzen. Der Officer reichte ihr ein Taschentuch und fuhr dann fort.

„Haben Sie eine Ahnung, wer es auf Mr. Mulder abgesehen haben könnte? Ich meine als FBI-Agent haben Sie beide sicherlich viele Feinde.“ Ohne zu überlegen sah sie auf.

„Für mich kommt da nur einer in Frage: Alex Krycek, ein ehemaliger Agent und Partner Mulders.“

„Alex Krycek?“ fragte er nach, während er auf einem kleinen Schreibblock notierte. Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.

„Ja!“ Ihre Stimme war wieder fester und zeugte von einer Frau, die bereit war es ,wenn nötig mit der ganzen Welt auf zunehmen, um den oder diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die ihren Partner, nein mehr als das, ihren geliebten, den Vater ihres Kindes in diesen Zustand, indem er sich jetzt befand, versetzt hatten.

„Aber Sie haben niemanden außer Ihnen beiden gesehen zum fraglichen Zeitpunkt?“ hakte der Mann nach.

„Nein, niemanden.“ Sagte sie immer noch entschlossen. Sie konnte ahnen worauf das hinauslief.

Sie stand auf und wollte gerade ihren Standpunkt klar machen, indem sie dem Beamten alles über ihren Verdächtigen, seine Tücke und Kaltblütigkeit erzählte und das dieser Mann viele Wege kannte, jemanden fertig zu machen auch ohne selbst anwesend zu sein oder auch nur in der Nähe des Tatortes gesehen zu werden. Oh, sie hätte ein Buch über dieses Schwein schreiben können, doch bevor sie irgendetwas sagen konnte, wurden ihre Gedankengänge jäh durch eine weitere Frage unterbrochen.

„Miss... Agent Scully, wussten Sie, dass Agent Mulder krank ist, unheilbar krank?“

bei diesen Worten spürte sie urplötzlich einen unerträglichen Schmerz in ihrer Brust, der drohte ihr Herz zu zerreißen: sie musste sich mit den Händen auf de Tisch abstützen und rutsche schließlich kraftlos zurück in ihren Stuhl. Der Mann ihr gegenüber sah besorgt aus.

„Geht es Ihnen nicht gut? Sie sehen so krank aus. Soll ich einen Arzt rufen?“ Dana Augen starrten ins Leere, während sie gedankenverloren den Kopf schüttelte. Sie versuchte, sich gedanklich auf irgendetwas im Raum fixierten, eine Wand, eine Tür, irgendetwas. Das tat sie immer, wenn sie unangenehme Tatsachen ignorieren wollte und für gewöhnlich funktionierte es auch; aber nicht diesmal. Sie und Fox hatte sich vor einem Jahr geschworen, nie wieder ein Wort über seine schreckliche Krankheit zu verlieren und die Zeit, die ihnen noch zusammen blieb glücklich mit ihrem Sohn zu verbringen. Sie hatten sich beide dazu entschlossen, nur noch halbe Tage zu arbeiten, von morgens bis mittags. Was ihren Vorgesetzen, von Skinner einmal abgesehen, nur recht gewesen war. Eine Unannehmlichkeit weniger, mit der sich das

Bureau herumschlagen musste.

Bis zum Mittag wurde er kleine William liebevoll von ihrer Mom umsorgt, die diese Aufgabe mit Freude übernahm. Sie und Fox  konnten es auf der Arbeit immer gar nicht erwarten, bis der Tag zu Ende war und zählten die Minuten bis Feierabend, bis sie endlich wieder mit ihrem Sohn zusammen sein konnten. Am liebsten hätten sie ihre Arbeit ganz an den Nagel gehängt, doch irgendwoher musste das Geld zum Leben ja schließlich kommen und da die beiden jede Minute miteinander verbringen wollten, blieben sie beide in ihrem Job. Gestern war ihr Jahrestag gewesen; genau vor einem Jahr, nach der Geburt ihres Kindes, waren sie zusammen gekommen. Es waren die glücklichsten 12 Monate ihres Lebens gewesen Sie hatten den Kleinen für den Abend bei Maggie gelassen, denn sie wollten ihr Jubiläum gebührend feiern.

Ins Kino wollten sie gehen, dann zum Essen bei Kerzenschein in einem unverschämt teuren Restaurant, am Wasser gelegen und bei romantischer Musik.

Es sollte ein wunderschöner und unvergesslicher Abend werden, der beiden immer im Gedächtnis  bleiben sollte. Bei diesem Gedanken lächelte Dana erneut. Der Officer sah die Agentin mit einer Mixtur aus Verwirrung und Besorgnis an, denn sie war noch immer lächeln in Gedanken versunken.

„Agent Scully?“ begann und vorsichtig er leise von neuem, denn er war nun endgültig sicher, dass die Frau vor ihm immer noch unter Schock stand.

„Agent Scully?“ diesmal ein wenig lauter.

„Hmm... ?!?“ Sie war nun wieder auf dem Boden der Tatsachen zurückgekehrt, sie war unsanft aus ihren Träumengerissen und in die harte unerbittliche Realität befordert worden. Ihr Lächeln versteinert augenblicklich. Quälend langsam wurde ihr bewusst, dass diesmal nicht der Krebskandidat oder Alex Krycek für all das hier verantwortlich zu machen waren, jedenfalls nicht unmittelbar. Mulders Krankheit musste weiter fortgeschritten sein; ihre unbeschwerte und glückliche Zeit war zu Ende.

<Ein viel zu kurzes Jahr ,mehr war uns nicht vergönnt> schoss es ihr durch den Kopf.  Ihre Augen füllten sich mit Tränen,  als sie mit langsam mit gesenktem Kopf von Tisch aufstand; beim verlassen des Raums hatte sie alle Mühe, ja sie musste ihre letzten Kraftreserven ausschöpfen, um ihre Tränen zu unterdrücken, als sie ohne sich umzudrehen sagte:

„Ja, ich wusste es... wir wussten es beide.“ Sie kehrte ohne Umwege an Fox’s Krankenhausbett zurück und nahm wieder ihren Platz auf dem unbequemen Stuhl ein, wobei sie seine EEG-Werte überprüfte. Keinerlei Veränderungen, er lag noch immer im Koma; sein Zustand war völlig unverändert.

Wie er so regungslos dort lag musste sie daran denken, wie sie ihn damals leblos im Wald fand; sie hatte ihn schon damals nicht aufgegeben und sie würde es auch jetzt nicht tun. Niemals. Sie war so glücklich gewesen, dass das Schicksal ihnen noch eine Zweite Chance gegeben hatte und nun... Ein tiefes Seufzen, welches geradewegs aus dem tiefsten Innern ihrer Seele zu kommen schien, entkam ihr. Sie begann zu schluchzen. Erst leise, dann immer lauter. Ihr ganzer Körper zitterte unter der Pein und dem Leid, die ihr Herz in einem schraubstockartigen Griff zu halten schien und plötzlich wurde ihr kalt. Tränen rollten ihr über die Wangen, ihren Hals herunter bis zu ihrem schulterfreien, schwarzen Abendkleid, welches sie noch immer trug. Der seidene Stoff sog begierig jeden Tropfen der salzigen Flüssigkeit in sich auf, während sie sich in eine Decke einrollte, welche ihr der Sanitäter gestern dagelassen hatte.

Einen Moment später schwand ihr Bewusstsein und sie hieß die die Dunkelheit willkommen, als ein tiefer und erlösender Schlaf sich ihrer bemächtigte.


Fortsetzung folgt ?!

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