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______________________________________________________________Missbrauch?

Was ist Missbrauch?

Missbrauch ist es immer dann, wenn das Opfer gewaltsam in eine Situation gedr�ngt wird, in der es sich nicht wohl f�hlt, es sich nicht zu wehren wei� und sich benutzt f�hlt. Das Opfer ist nicht unbedingt in derLage, diese Empfindungen zum Ausdruck zu bringen, aber sie sind da!

Nachfolgend die drei Hauptgruppen von Missbrauch:

Seelischer Missbrauch

Diese Art des Missbrauchs ist besonders schwer zu erkennen. Es handelt sich dabei um die Gewalt der Worte, um das dem Opfer gegebene Gef�hl der Wertlosigkeit. Selbst f�r das Opfer ist es manchmal nicht einfach zu erkennen, dass ihm Unrecht getan wird, denn vor allem bei seelischem Missbrauch wird die Tat vom Opfer heruntergespielt und verharmlost. Worte hinterlassen keine sichtbaren Verletzungen, die Wunden sind aber nicht weniger schmerzhaft.

Ein Kind z. B. muss Eindr�cke verarbeiten, f�r die es noch nicht reif genug ist.

Das sind z.B. Erpressungen, Dem�tigungen, Verspottungen, Beschimpfungen. Auch �berm��iges Kontrollieren (z. B. der Post oder des Umgangs) oder Manipulation (z. B. f�r oder gegen eine bestimmte Person) sind seelischer Missbrauch. Das Kind in eine Erwachsenen-Rolle zu dr�ngen (wenn ein Elternteil fehlt/krank ist), oder Zuneigung und Z�rtlichkeiten zu verweigern geh�ren auch zu seelischem Missbrauch. Ebenso das Einreden von "Du bist dumm/h�sslich/faul", "Du bist wertlos/zu nichts nutze" ... o.�.

Die Palette der Grausamkeiten ist gro�, ja fast grenzenlos. Die T�ter verharmlosen das dann oft: "Ich habe es nicht so gemeint". Doch es ist eine Frage der Empfindung des Opfers. Wer sich ausgenutzt, benutzt, verraten, verspottet und/oder gedem�tigt f�hlt, der leidet - unabh�ngig davon, was andere denken oder sagen!

K�rperlicher Missbrauch

Leider ist diese Art von Missbrauch auch heute noch in unserer Gesellschaft beinahe toleriert. Eltern k�nnen im Namen der "Kindererziehung" misshandeln, und Ehem�nner ihre Frauen pr�geln, ohne dass deswegen jede(r) von Unrecht spricht.

Manchmal nicht einmal die Opfer selbst.

Gewalt kann aber weder ein erzieherisches Mittel noch eine L�sung bei Konflikten sein.

Die Angst wird zum st�ndigen Begleiter.

Schlagen, treten, sch�tteln, werfen oder schlagen mit Gegenst�nden und auch grobes Anfassen geh�rt zu k�rperlicher Misshandlung. Das Werfen gegen W�nde oder das Schlagen des Kopfes gegen einen harten Gegenstand sind leider sehr verbreitet. Viel schlimmer als die �usseren Verletzungen , die zwar sichtbar sind, aber fast immer von allein verheilen, sind die unsichtbaren Wunden, die Narben auf der Seele.

Sexueller Missbrauch

Diese Art von Missbrauch liegt dann vor, wenn ein Mensch sein Opfer zu sexuellen Handlungen zwingt.

Manchmal macht es den Anschein, als wenn das Opfer "freiwillig" mitmacht. Doch es ist unrecht, weil sich das Opfer nicht zu wehren weiss, oder sich nicht getraut, etwas dagegen zu unternehmen.

Trotzdem ist es Missbrauch! Auch gezwungen werden zum zuschauen, wenn dritte sexuelle Handlungen aus�ben ist Missbrauch.

Zum sexuellen Missbrauch auch z�hlt jegliches Anfassen des K�rpers des Opfers, welches von diesem als unangenehm empfunden wird. Doch �bergriffe m�ssen nicht mit einer Ber�hrung eingehen. Schon anz�gliche Blicke oder Bemerkungen k�nnen z. B. ein Kind im Innersten treffen.



Missbrauch erkennen

Im Durchschnitt finden Betroffene erst bei der siebten Person, an die sie sich wenden, Hilfe. Zu oft machen sie die Erfahrung, dass ihnen nicht geglaubt wird. Von sich aus reden sie selten �ber einen Missbrauch, weil sie zum Schweigen gezwungen werden und sich f�r das Vorgefallene sch�men und verantwortlich f�hlen. Von daher sind neben dem seltenen Erz�hlen des Betroffenen andere Hinweise zu beachten, die auf einen Missbrauch hindeuten k�nnen, jedoch nicht m�ssen, weil es einfach keine Zeichen gibt, die eindeutig auf einen Missbrauch schlie�en lassen. Erst die Summe aller Auff�lligkeiten oder Symptome kann relativ zuverl�ssig sein.



Missbrauch kann entdeckt werden durch:

Hinweise durch andere: zum Beispiel durch �rzte, Lehrer, Nachbarn, Erzieher im Kindergarten, Verwandte, Freunde und anderen, denen etwas am Kind aufgefallen ist.

Hinweise des Betroffenen: M�ndliche Hinweise sind zwar selten, kommen aber offen oder versteckt vor. Betroffene brauchen dann Hilfe, um sagen zu k�nnen, was sie bedr�ckt. Vom Zuh�rer sollte daher eine Ermutigung zum Weitersprechen kommen und auch Nachfragen helfen, so dass der Betroffene sich �ffnen kann. "Zwischen den Zeilen lesen" ist ebenfalls wichtig, besonders bei Kindern kann es zu solchen Fragen kommen, wie zum Beispiel: "Ich will mit Onkel X keine Stehaufm�nnchenspiele mehr spielen" oder "Ich bin schon zu gro�, um in Papas Bett zu schlafen" oder "Ich mag Opas Sabberk�sse nicht". Durch Nachfragen und der Ermutigung zum Weitererz�hlen k�nnen sich solche S�tze als harmlos herausstellen oder aber Hinweise auf einen Missbrauch liefern.

Neben den m�ndlichen gibt es auch bildliche oder spielerische Hinweise. Kinder verarbeiten im Spiel, beim Malen oder Tonarbeiten Eindr�cke und Erlebnisse. Die Handlungsreihenfolge, Farbwahl und andere Einzelheiten k�nnen Hinweise auf einen Missbrauch geben, sind jedoch mit gro�er Vorsicht zu handhaben, weil die Interpretation des Betrachters durchaus falsch sein kann.

Hinweise durch Symptome:

- Verletzungen des eigenen K�rpers (bei�en, kratzen, Haare ausrei�en, Gegenst�nde in Darm oder Vagina einf�hren, aggressives Verhalten, Pr�geleien, Brand- und Schnittwunden, Drogen- und Alkoholabh�ngigkeit, Selbstmordversuche)

- Krankheiten, Verletzungen, Schmerzen (ansteckende Geschlechtskrankheiten, anale, orale oder vaginale Verletzungen, Entz�ndungen, Wunden, chronischer vaginaler Ausflu�, Blasenentz�ndung ohne organische Ursache, verschiedene psychosomatische Erkrankungen)

- Psychische Symptome (Depressionen, langanhaltende Schlafst�rungen, Interessenlosigkeit, Arbeits-/Lernst�rungen, Appetitlosigkeit, Selbstmordgedanken/-versuche, aggressives Verhalten bzw. in sich gekehrte Wut)

- Sexualverhalten ( Auff�lige, erzwungene sexuelle Spiele mit anderen Kindern, wiederholtes Zeigen der Genitalien, Malen von Figuren mit Geschlechtsorganen, Prostitution, pornographisches Modellstehen)

- Entwicklung und Verhalten ( Regression, fr�hreifes Benehmen, starke Verantwortungs�bernahme, Verweigerung, Ausrei�en, Konflikte mit dem Gesetz, Lernst�rungen) Medizinische Diagnostik: Die medizinische Untersuchung kann nicht in erster Linie als Beweis f�r einen erfolgten Missbrauch angewandt, und darf niemals als ausschlie�liches Verfahren gehandhabt werden, sondern mu� immer in Zusammenarbeit mit anderen erfolgen, zum Beispiel Lehrern, Therapeuten, usw. Das Fehlen k�rperlicher Symptome schlie�t einen Missbrauch nicht aus.

Anzeichen von Kindesmissbrauch

Es gibt Anzeichen f�r Kindesmissbrauch, die sich in jedem Fall immer wiederholen. Nat�rlich reagiert jedes Kind anders auf das, was mit ihm gemacht wird. Und doch sollte man bei einigen Dingen genau zuh�ren oder genauer hinsehen.

� R�ckzug Das Kind zieht sich von allen Menschen, die ihm was bedeuten k�nnten, zur�ck. Erstens aus Angst, dass jemand nachfragt, warum es sich z.B. ver�ndert hat. Zweitens aus Angst, dass dieser Mensch nicht auf den Gedanken kommt, dass es mehr von ihm m�chte als Freundschaft, aus Angst vor Missbrauch durch einen weiteren Menschen, dem es nahe steht.

� �u�eres Das �u�ere wird vernachl�ssigt. Das Kind versucht sich unattraktiv f�r andere zu machen. Zu grosse, weite, alte Kleidung. Die Hygiene l�sst extrem nach. Im Kopf sitzt der Gedanke fest: "Wenn ich nicht mehr h�bsch bin, l�sst er es vielleicht bleiben, l�sst mich in Ruhe."

�Verschlossenheit Das Kind erz�hlt nicht mehr, was es gemacht hat, wie sein Tag war. Obwohl es fr�her munter drauflos geplappert hat, schlie�t es sich jetzt Stunden in einem Zimmer ein. Ist mit den Gedanken nicht bei der Sache.

�verschl�sselte Signale Durch manche Kleinigkeiten versucht ein missbrauchtes Kind das Gegen�ber dazu zu bewegen nachzuhaken, ohne dass es etwas sagen muss. Z. B. kommen Fragen nach sexuellen Handlungen, die es eigentlich noch gar nicht kennen kann. Oder es weigert sich alleine, irgendwohin zu gehen. (Und hofft dabei im Stillen, dass man es fragt warum es das nicht m�chte)

�Schlaf Kinder, die missbraucht wurden haben oft Angst vor der Nacht. Nicht weil der Missbrauch dann vielleicht stattfindet, sondern weil die Tr�ume kommen. Tr�ume vor denen es nur fl�chten kann, wenn es nicht mehr schl�ft.

�Leistungabfall Schulische Leistungen fallen ab. Die Lust auf Kindergarten oder Vereine geht. Opfer von Missbrauch haben irgendwann nur noch den Gedanken im Kopf, wie sie einem n�chsten Missbrauch ausweichen k�nnen und somit keine Energie mehr f�r solche Sachen wie Schule oder Sport.

�Z�rtlichkeiten Schmusen, Liebkosen, K�sschen geben, alles das l�sst nach. Ein Mensch der missbraucht wird, hat irgendwann nur noch Ekel f�r all das �brig. Das Kind will zu niemandem mehr lieb sein m�ssen und auch der Tante X jetzt keinen Kuss geben.

�Geheimnis Durch die Blume wird gefragt, wie wichtig es ist ein Geheimnis f�r sich zu bewahren. Fragen wie:" Kann man sterben, wenn man ein Geheimnis erz�hlt, Mama?", "Darf ich Geheimnisse erz�hlen?" kommen immer �fter. Wenn man als Mutter dann sagt: "Ein Geheimnis muss immer ein Geheimnis bleiben" hat man dem Kind jede M�glichkeit sich anzuvertrauen genommen, ohne dass man es wollte.

�Angst Das Kind hat Angst vor einer bestimmten Person. Es will nichts mehr �ber die Person erz�hlen, geschweige denn zu ihr hin gehen. Es wird aber nicht so sein, dass ein Kind sagt: "Ich habe Angst vor XXX." Es wird Ausreden suchen, damit es mit dieser Person nichts mehr zu tun haben muss.

Erleben, Folgen und Auswirkungen des sexuellen Missbrauchs

Das Schlimmste am Missbrauch ist nicht prim�r die sexuelle Handlung, sondern die Tatsache, dass eine wichtige Bezugsperson die Beziehung missbraucht ,ausgebeutet und die Grenzen verletzt hat.

Wie der sexuelle Missbrauch erlebt wird, h�ngt sowohl von der Pers�nlichkeit des Kindes, der des T�ters, wie auch den Umst�nden des Missbrauchs ab. Dabei gilt: Je n�her der T�ter dem Opfer steht, je l�nger der Missbrauch dauert, je st�rker der Zwang zu Geheimhaltung, je mehr heftige Reaktionen bei der Aufdeckung, desto schwieriger wird eine gute und heilende Verarbeitung des Geschehens.

Der Missbrauch kann in folgenden 4 Phasen beschrieben werden und ist mit dem beschriebenen Erleben verbunden:

- 1. Phase: Geheimhaltung (durch versteckte oder offene Drohungen oder Druckmittel des T�ters - Verwirrung, Angst, Gef�hl der Mitschuld beim Opfer)

- 2. Phase: Hilflosigkeit (Opfer empfindet Hilflosigkeit, Verzweiflung, Wut, Depresion, Verunsicherung, Angst vor Drohungen des T�ters, Entstehung von Lerst�rungen und psychosomatischen Erkrankungen, Fundament f�r sp�tere "Opferkarriere")

- 3. Phase: Reaktion (Opfer entwickelt Hinnahme oder passive Einwilligung, Trennung zwischen K�rper und Gef�hl (dissoziative Erfahrung), Verhaltensauff�lligkeiten) - 4. Phase: Aufdeckung (meistens durch Au�enstehende)

Sexueller Missbrauch kann von den Opfern so stark verdr�ngt werden, dass er wirklich v�llig "vergessen" sein kann. M�gliche Hinweise kann es dann durch Tr�ume, besondere Probleme in der Schwangerschaft, unerkl�rliche Krankheiten oder seltsame Verhaltensweise geben.

Missbrauch zieht in der Regel betr�chtliche und vielf�ltige Folgen nach sich. Folgendes k�nnte auf einen Missbrauch in der Kindheit schlie�en lassen, auch wenn nicht bei jedem Betroffenen alles auftritt.

- seelischer und k�rperlicher Schock: Schwei�ausbr�che, Schreckensstarre, Herzjagen, Absinken des Blutdrucks, Apathie, Bewu�tlosigkeit, graue Bl�sse, Abspaltung der Gef�hle, Ged�chtnisl�cken

- Vertrauensverlust

- Verunsicherung: Opfer macht die Erfahrung, dass Gef�hl, Verst�ndnis und Verhalten nicht zusammenpassen, reagiert mit Rebellion oder einem unechten Verhalten ("Fassade") - Grenzverlust: durch Missbrauch werden die psychischen, k�rperlichen und sexuellen Grenzen des Opfers brutal verletzt, k�nnen dadurch keine eigenen Grenzen setzen oder Grenzen anderer einhalten oder "mauern" sich ein, um sich unverletzbar zu machen; Opfer pa�t sein Verhalten an Funktion eines Erwachsenen an

- Wahrnehmungsst�rungen: gest�rtes Verh�ltnis zum eigenen K�rper, Misstrauen in die eigene Wahrnehmung, Bestimmung durch andere, permanentes Minderwertigkeitsgef�hl, Leistungsdruck

- Selbsteinreden, innere Schw�re

- k�rperliche, seelische, psychosomatische Folgen: Depressionen, Schlafst�rungen, E�st�rungen, Menstruationsbeschwerden, Migr�ne, S�chte, Schmerzen, Selbstverst�mmelung, Selbstmordversuche/ -gedanken, Hautkrankheiten, Zw�nge usw.

- Identit�tsprobleme: negatives Selbstbild, Selbstbestrafungen

Diese Symptome und Hinweise m�ssen aber nicht zwingend einen sexuellen Missbrauch als Ursache haben. Sie k�nnen auch vorhanden sein, ohne dass die betreffende Person sexuellen Missbrauch erlebt hat und haben dann andere Gr�nde.

Welche Folgen und Sch�den kann Sexueller Missbrauch haben?

Die Antworten auf diese Frage sind so unz�hlig, wie die Opfer. Jedes Kind, ob M�dchen oder Junge, erlebt den Sexuellen Missbrauch auf seine eigene Weise, und jedes versucht auf seine eigene Weise damit umzugehen.

"Sexueller Missbrauch" - Au�enstehende stufen diese �bergriffe als "schlimm" oder "traumatisch" ein. Das ist aber unwichtig. Was wirklich entscheidend ist, ist die Tatsache, wie es das betroffene Kind erlebt.

Jeder Mensch ist von Natur aus anders, deswegen sind auch die Reaktionen derjenigen, die sexuell missbraucht worden sind, unterschiedlich.

- Manche sind traurig, zur�ckgezogen, isoliert.

- Andere verletzen sich selbst oder andere.

- Manche sind w�tend und/oder aggressiv.

- Andere wiederum haben h�ufig k�rperliche Beschwerden, deren Ursachen nicht zu erkl�ren sind.

- Manche fl�chten sich in Phantasiewelten, wirken abwesend.

- Und es gibt auch diejenigen, die sich ihre Verletzungen nicht "anmerken" lassen, nach "au�en" hin immer fr�hlich sind, und niemand vermutet, dass es im Leben dieses Menschen sexuellen Missbrauch gegeben hat.

- Es gibt aber auch viele, die all diese "Symptome" in einem Menschen vereinigen.

Eines darf man aber dabei nicht vergessen oder �bersehen - M�dchen reagieren oft anders als Jungen. Trotz Gemeinsamkeiten und Unterschiede, ist das pers�nliche Erleben des Sexuellen Missbrauchs h�ufig �hnlich.

Wichtig ist, dass wir darauf reagieren, wenn sexueller Missbrauch ausge�bt wird, damit

- betroffene das Gef�hl haben, ihnen wird geglaubt.

- Sexueller Missbrauch aufh�rt.

- den Opfern geholfen wird

- die Opfer gesch�tzt werden k�nnen.

- T�ter sich nicht neue Opfer suchen k�nnen.

- durch das �ffentlichmachen ein gr��eres Bewusstsein f�r sexuellen Missbrauch entsteht.

- durch Pr�ventionsma�nahmen andere Kinder gesch�tzt werden k�nnen.



Heilung der Missbrauchserfahrung

Menschen, die Missbrauch erfahren haben, sind innerlich stark verletzt. Manchmal spricht man sogar von "Seelenmord".

Am wirksamsten scheint die Hilfe zu sein, wenn

- das Opfer etwas hat, was es zum Leben motiviert; wof�r es sich zu leben lohnt.

- es eine Anlaufstelle hat, zu der es mit Fragen und Bitten kommen, Geborgenheit und Annahme erfahren kann und wo es so normal wie m�glich behandelt wird.

- Therapie und Seelsorge so fr�h wie m�glich nach Bekanntwerden oder Aufdecken des Missbrauchs einsetzen.



Hilfe und Heilung kann in drei Schwerpunkte gegliedert werden:

1. praktische Hilfen - Ratsuchenden Informationen �ber sexuellen Missbrauch geben

- gemeinsam Arzt-/Frauenarztbesuche machen, Aufkl�rung anbieten

- Ehe-/Partnerberatung und Hilfestellung bei der Erziehung anbieten

- Ratsuchende immer wieder dazu ermutigen, dass sie die Verantwortung f�r das eigene Leben �bernehmen

2. Methoden, die eine Heilung unterst�tzen

- Ratsuchende m�ssen lernen, eigene Gef�hle und W�nsche zu erkennen und auszudr�cken.

- "Nein" sagen und Grenzensetzen lernen

- es muss Gelegenheit geben, Wut, Zorn und Trauer auszuleben

- Der Ratsuchende muss (neue) Ziele und Verhaltensweisen entdecken und ein�ben.

- Sie brauchen Hilfe, um wieder Vertrauen in Menschen und Autorit�tspersonen fassen zu k�nnen.

- Sie m�ssen Leben finden, ohne sich vom Missbrauch her oder als Opfer zu definieren.

- Entspannungstechniken lernen und anwenden

3. Seelsorge

- Es ist unverzichtbar wichtig, dass Betroffene Vergebung (gilt nicht f�r den Missbrauch!!!) finden und Aussprechen k�nnen.

- F�r Ratsuchende muss bedingungslose Annahme, Liebe, Halt und Geborgenheit erlebbar werden

- Ihnen muss es erm�glicht werden, neues Leben und Hilfe zu finden.

- Sie m�ssen durch den Seelsorger L�sung und Befreiung von Bindungen erfahren.

Heilung braucht seine Zeit. Alle Schritte auf dem Weg der Heilung orientieren sich an dem K�nnen und Wollen des Betroffenen, nicht an dem der Therapeuten, Eltern oder anderen.

F�r Eltern oder andere vom Missbrauch mitbetroffene Personen kann es sehr hilfreich und befreiend sein, wenn Schuld und Versagen eingestanden und Vergebung ausgesprochen und erfahrbar wird.



Schutz vor Missbrauch?

Kinder k�nnen durch Erziehung und Aufkl�rung einen guten Schutz vor sexuellem Missbrauch erhalten:

Kinder sollten altersgerecht aufgekl�rt werden, die korrekten Bezeichnungen f�r K�rperteile lernen und wissen, wer sie wann, wo und wie anfassen darf.

Die Grenzen der Kinder sollten geachtet werden. Wenn Kinder der Tante kein K��chen geben oder ohne Zuschauer baden wollen, dann sollte das respektiert werden. "Nein" sagen und Grenzen setzen k�nnen sind F�higkeiten, die einen starken Schutz vor Missbrauch bieten.

Eine gute Familienatmosph�re tr�gt ebenfalls zum Schutz bei:

Familien, die das Zuh�ren und miteinander Reden gelernt haben, bieten Kindern eine M�glichkeit, �ber �ngste und bedr�ckende Erfahrungen, auch �ber Missbrauch, reden zu k�nnen. Kinder, die an den Eltern allt�gliche Z�rtlichkeiten beobachten k�nnen (K�ssen, Umarmen), und k�rperliche/emotionale Zuwendung durch die Eltern erfahren, k�nnen die L�gen der T�ter ("Alle machen das", "Ich habe dich doch so lieb", usw.) leichter erkennen, und sind auf deren Zuneigung auch gar nicht angewiesen. Die meisten T�ter erscheinen, wie ganz normale Menschen, denen man von au�en nichts ansieht, sie sind jedoch meistens sozial unterentwickelte, unreife Menschen.

Hilfe f�r Betroffene

Wenn ein Missbrauch bekannt wird, dann sollte folgendes beachtet werden:

1. Glauben schenken: Die Erfahrung zeigt, dass besonders Kinder sich einen Missbrauch nicht ausdenken, sondern dass sie berichten, was wirklich passiert ist. Ihnen, aber auch �lteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, muss geglaubt werden.

2. Erz�hlen lassen: Die Betroffenen m�ssen die M�glichkeit erhalten, auch im Detail erz�hlen zu k�nnen, was ihnen passiert ist.

3. Ruhig bleiben: Der Zuh�rer sollte alle Panik, Unruhe und entsetzte Reaktion vermeiden, weil es dazu f�hren k�nnte, dass der Betroffene nur noch vorsortiert, was erz�hlt werden kann, ohne den Zuh�rer zu belasten oder m�glicherweise sogar wieder schweigt. Ebenso muss eine Schuldzuweisung an das Opfer vermieden werden, auch wenn es selber behauptet, schuldig zu sein. Opfer tragen keine Schuld, auch keine Teilschuld, an einem Missbrauch!

4. Informationen sammeln: Wer von einem Missbrauch erfahren hat, sollte sich mit Beratungsstellen, �mtern oder �rzten in Verbindung setzen und sich von ihnen Informationen �ber sexuellen Missbrauch geben lassen. Die Betroffenen selber brauchen ebenfalls Informationen, damit sie einordnen und verstehen k�nnen, was ihnen passiert ist. Nach dem Motto: "Unwissen macht Angst, Wissen macht stark" (Bundesverein zur Pr�vention von sexuellem Missbrauch an Jungen und M�dchen)

5. Keine �berst�rzten Reaktionen: Nachdem ein Missbrauch aufgedeckt wurde, besteht das verst�ndliche Verlangen, diesem sofort ein Ende zu setzen. Allerdings hat ein unzureichend vorbereiteter Eingriff zur Folge, dass der T�ter den Druck und die Gewalt auf das Opfer vergr��ert, andere Opfer vielleicht nicht gefunden werden k�nnen und der Betroffene selbst wieder �ber die Erlebnisse schweigt. Eingriffe oder Hilfen m�ssen gut �berlegt und in Absprache mit anderen Fachkr�ften durchgef�hrt werden.

6. Therapie und Seelsorge: M�glichst schnell einsetzende Therapie und Seelsorge nach Bekanntwerden oder Aufdecken des Missbrauchs!

Wenn bei einem Kind der Verdacht auf sexuellen Missbrauch besteht, sollten dazu unbedingt Notizen mit Datumsangabe und einer Beschreibung der Auff�lligkeiten gemacht werden. Folgendes Muster k�nnte �bernommen werden:

Auff�lligkeiten des Kindes

- Schlaf- und E�st�rungen, �ngste, Traurigkeit, sozialer R�ckzug, usw. Alle Auff�lligkeiten k�nnen auch andere Ursachen haben, z.B. Scheidung, Krisen

- spezifische Auff�lligkeiten (Angst vor bestimmten Personen, auff�lliges sexualisiertes Verhalten, k�rperliche Schmerzen, Verletzungen, Missbrauch wird im Spiel/ in Bildern thematisiert, soziale Isolation, Kontaktprobleme, Familiengeheimnisse)

- besondere Abh�ngigkeit untereinander (Trennung der Eltern/Verhalten nach Besuchen - enge Bezugspersonen, Ver�nderungen nach Ferien, Freizeiten, auff�llige Andeutungen)

Nach M�glichkeit immer Gespr�ch mit dem Kind bleiben, dem Kind Angebote machen, nachfragen, erz�hlen lassen. Bei einem akuten Verdacht nicht �berst�rzt handeln, sondern zun�chst mit Fachleuten beraten (Kinderschutzbund, Jugendamt, Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch).

Der T�ter darf niemals unvorbereitet zur Rede gestellt werden, da sonst der Zugang zum Kind durch den T�ter versperrt werden kann, andere Opfer vielleicht nie gefunden werden und der T�ter sich Schlupfl�cher sucht, um sich aus dem Verdacht herauszuwinden.

Im Umfeld des Kindes darf nichts unternommen werden, was das Kind nicht wei�. Jede Unternehmung muss mit dem Kind abgesprochen werden und von ihm bewilligt werden.

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