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Nick Igel in Kanada |
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Im Sommer 2007 war Nick Igel in Kanada. Das war gar nicht so leicht. Lesen Sie nachfolgend das Erfolgsrezept f�r einen gelungenen Kanadaurlaub. |
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Einfach wie zuhause f�hlen
Hotel Alpenrose in den Rocky Mountains |
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Nick Igel in Toronto |
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Nick Igel in Vancouver |
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Erste Grundregel f�r einen erfolgreichen Kanada-Urlaub:
Nicht �ber London anreisen! Der dortige Sicherheitscheck liegt von der Interventionsschwelle her nur unwesentlich unterhalb einer Darmspiegelung. Dabei waren mein Gep�ck und ich doch eigentlich schon in D�sseldorf auf Herz, Nieren und sonstige innere Organe �berpr�ft worden. Warum noch ein Check? Wenn die D�sseldorfer Security gut genug ist, dass ich von dort aus in London landen darf, m�sste sie doch auch gut genug sein, dass ich ohne weitere Kontrolle den Flug fortsetzen darf? Oder glauben die Londoner, dass man ihre Stadt nur mit Flugzeugen terroristisch angreifen kann, die von London abfliegen, nicht aber mit solchen, die, zum Beispiel aus D�sseldorf, in London landen?
Zweite Grundregel f�r einen erfolgreichen Kanada-Urlaub:
Essen aus Deutschland mitbringen! Wer in Kanada seinen Teller leer isst, kann sich anschlie�end darin cholesterinspiegeln. Soll hei�en: Das Essen ist fett. Oder umgekehrt: F�r den Kanadier ist Fett Essen. Zum Gl�ck gibt es einige Reservate, in denen garantiert deutsche, gesunde Ern�hrung m�glich ist. Zum Beispiel im "Rathskeller" zu Victoria, einem "Original German Schnitzel Haus". |
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Dort speist man so vorz�glich, dass selbst die gro�e deutsche Prominenz schon vor Ort war. Heino zum Beispiel. Und auch kulturell wird einiges geboten. Deutsche Volksmusik etwa, in Kanada vereinfachend, onomatopoetisch jedoch korrekt "om-pa-pa" betitelt: |
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Dritte Grundregel f�r einen erfolgreichen Kanada-Urlaub:
Sich anpassen! Das gilt gerade auch dann, wenn man sich in den Gebieten der "First Nation" bewegt. Mit anderen Worten: Eine Grundausbildung im Komasaufen sollte man schon mitbringen. Denn die "First Nation", das ist der politisch korrekte Begriff f�r die Mischung aus Indianern und Eskimos, die den Eingeborenenbestand Kanadas ausmacht, m�sste eigentlich "Thirst Nation" hei�en. Kaum m�glich, einmal einen Roten zu treffen, der nicht tiefblau w�re.
Immer wieder r�hrend zu beobachten, wie die Indianer die gute alte Tradition des Trommelns am Leben erhalten. Zum Beispiel morgens um 10:30 Uhr auf die T�r des Liquor-Stores, der planm��ig erst um 11:00 Uhr �ffnet. Da sind sie dann alle versammelt: H�uptling Drunken Moose (dt. Blauer Bock), Burping Buffalo, der Medizinmann, und der wackere Krieger Eructing Elk. Stramm wie eine Kesselpauke und voll wie das Fl�chtlingsboot vor der K�ste des Senegal. |
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Am Totem - Nick Igel bei der Thirst Nation |
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Dabei bewegt sich der Stoff, den sich der moderne Thirstnational von heute hineinpfeift, am Rande der K�rperverletzung. In Kanada werden alkoholische Getr�nke mit so hohen Steuern belegt, dass die Einheimischen sich beispielsweise ihren Wein zu immer gr��eren Prozents�tzen aus so genannten "home brewing kits" selbst zusammenr�hren. Lobend erw�hnt sei hier etwa die Firma "Wineexpert", die solche Kits gleich reihenweise verkloppt. Da gibt es Riesling Piesporter Style, Riesling Johannisberg Style oder auch den Montagnac Vieux Chateau d�Oc. Wie man das ausspricht, ist im Prospekt zum Gl�ck auch gleich vermerkt: "Monh-tanh-yak". Im Kit ist Traubensaftkonzentrat aus dem Languedoc-Roussillon ("lang-dock roo-see-onh") sowie ein P�ckchen Hefe. Das r�hrt man zusammen, gibt Leitungswasser drauf und l�sst das Ganze sechs Wochen g�ren, fertig ist der Wein. Der sogar Preise gewonnen hat, wurde ich im einschl�gigen Fachhandel informiert. Auf meinen offenbar h�chst ungl�ubigen Gesichtsausdruck hin wurde dann allerdings eingeschr�nkt: "nur bei home-brewing contests, also im Vergleich zu anderen Selbstgebrauten". Damit das Ganze sch�n nach Holzfassausbau schmeckt, sind im Traubensaftkonzentrat gleich schon 60 Gramm franz�sische Eiche in Pulverform einger�hrt.
Ach ja, und wem das Endprodukt nicht s�� genug ist, kein Problem. Daf�r gibt es den Wine Conditioner. Fl�ssiger Invertzucker, den man in den "finished wine" einr�hren kann. Allerdings, so warnt die Packungsbeilage: "It is impossible to unsweeten wine once conditioner has been added." Also lieber vorsichtig dosieren! Was zugleich auch schon die vierte Grundregel f�r einen erfolgreichen Kanadaurlaub w�re. |
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F�nfte Grundregel f�r einen erfolgreichen Kanadaurlaub:
Mit Sunwings fliegen! F�r innerkanadische Fl�ge empfehle ich Sunwings Airlines. Da wird man schon mit dr�hnender Musik an Bord empfangen. Der Vorstandsvorsitzende hat eine Platte aufgenommen, und die darf man sich beim Boarding anh�ren. "Come fly with me" und "Fly me to the moon" sind auch mit drauf. Einziger Wermutstropfen: Die Stewardessen hat man offenbar unter den Groupies rekrutiert. Das f�hrt zu putzigen Ansagen: "Die heutige Reiseflugh�he betr�gt 300 Meter!" �ber den Bordfunk konnte man regelrecht mith�ren, wie eine der anderen Stewardessen der Ansagerin in die Rippen stie�. Woraufhin korrigiert wurde "���h 300 Fu�". Ist klar. Interessant fand ich auch, dass wir so lange angeschnallt sitzen bleiben sollen, bis die endg�ltige Parkposition das Flugzeug erreicht haben w�rde. Ob die Stewardessen Angeh�rige der Thirst Nation und bei solchen Ansagen schon ordentlich betankt sind? |
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V�llig ungef�hrlich: Ein B�r |
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Sechste Grundregel f�r einen erfolgreichen Kanadaurlaub:
Vorsicht vor wilden Tieren! Ein Ranger im Nationalpark warnte eindringlich vor zu engem Kontakt mit der Fauna. Die gef�hrlichsten Tiere seien dabei nicht etwa die B�ren oder die Pumas, sondern vielmehr die Eich- und Streifenh�rnchen. Die zutraulich seien, dann aber zubissen und ansteckende Krankheiten �bertr�gen. Und �berhaupt sei die Euphorie f�r Eichh�rnchen nicht zu verstehen. Das seien ja im Grunde nur Ratten mit buschigeren Schw�nzen. Ich habe ihn dar�ber aufgekl�rt, dass man die Sache ja durchaus auch umkehrt betrachten und vielleicht etwas mehr Zuneigung f�r Ratten aufbringen k�nnte, so man diese nur als Eichh�rnchen mit weniger buschigem Schwanz betrachtete. Als "Kanalh�rnchen" quasi.
Wie dem auch sei, als am n�chsten Tage auf einem Trail durch die Rocky Mountains pl�tzlich ein B�r vor mir stand, war ich heilfroh. "Was f�r ein Gl�ck, nur ein B�r", dachte ich, "da h�tte ja jetzt auch eines von diesen brandgef�hrlichen Eichh�rnchen stehen k�nnen." Oder ein Streifenh�rnchen. Aber die waren wahrscheinlich gerade unterwegs, irgendwo Elche rei�en. |
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Nick Igel (Mitte vorn) und Frau Trudi (links) auf Bootstour in den Rockys. Der Elch (rechts) ist v�llig harmlos. Zumal es ihn gar nicht gibt, vgl. unten. Dagegen ist Ute, das Streifenh�rnchen (Mitte hinten), brandgef�hrlich |
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Siebte Grundregel f�r einen erfolgreichen Kanadaurlaub:
Es gibt keine Elche! Es ist h�chste Zeit an dieser Stelle einmal mit der Legende von den Elchen aufzur�umen. Hier gibt es eine Art Weltverschw�rung, die dem harmlosen B�rger durch Fotomontagen, zumeist Bilder von Pferden mit Pappmach�-Geweihen, weiszumachen versuchen, es g�be die Tierart Elch. Daimler-Chrysler hat diesen Scherz mit dem ber�hmten Elchtest seinerzeit auf die Spitze getrieben. Auch die st�ndigen Schilder mit Warnungen vor kreuzenden Elchen an Kanadas Stra�en sind als Running Gag zu verstehen. Es gibt keine Elche! Schon gar nicht in Kanada! Mir ist dort schlie�lich im ganzen Juli keiner begegnet. Die st�ndige, selbst wissenschaftliche Behauptung der Existenz von Elchen macht diese auch nicht lebendiger. Schlie�lich steht selbst die Steinlaus im Pschyrembel. Nein, Elche sind - ebenso wie Wolpertinger, das Ungeheuer von Loch Ness und Steinl�use - in freier Wildbahn nur in Molwanien anzutreffen. Von wo auch der Zwergelch auf obigem Foto nach Kanada importiert worden ist.
Achte Grundregel f�r einen erfolgreichen Kanadaurlaub:
Im Zweifel lieber noch einmal nachfragen! Gerade auch in Frauenangelegenheiten. Die scheinen in Kanada besonders wichtig zu sein. So erz�hlte die Emanze, die mich in Ottawa durch das Parlament f�hrte, dauernd, wann die erste Frau ins Oberhaus berufen, wann die erste Frau ins Unterhaus gew�hlt, wann die erste Frau zur Ausschussvorsitzenden ernannt worden sei etc. Zur Sicherheit fragte ich noch nach: "Und wann musste die erste Frau wegen Korruption im Amt zur�cktreten?" �hnlich ging es mit der Thirst Nation. Dann und dann wurde der erste Indianer ins Oberhaus gew�hlt, dann und dann der erste Eskimo ins Unterhaus. Aha. Und wann machte das erste Wirtshaus im kanadischen Parlament auf? Muss kurz danach gewesen sein!
Neunte Grundregel f�r einen erfolgreichen Kanadaurlaub:
Takt zeigen und bescheiden bleiben! Bei F�hrungen und Exkursionen hat es der Kanadier gerne pers�nlich. Ranger und Guide fragen ihre G�ste fast immer, aus welchem Land sie stammen. Gerade wir Mitteleurop�er sollten uns angesichts der nicht immer r�hmlichen Kolonialvergangenheit zur�ckhaltend zeigen, um unsere Gegen�ber nicht in Verlegenheit zu bringen. Ich habe auf das freundliche "and where are you from?" stets mit einem fr�hlichen "my name is Patrick Bateman and I am from Kazachstan" reagiert. Ein Hauch von Borat, das lockert auf.
So gelang es mir auch, die Freundschaft vom "Captain Martin" zu gewinnen. Ein Fischer aus dem Norden Kanadas, irgendwo kurz vor Alaska beheimatet. Ich traf ihn auf der F�hre von Prince Rupert nach Port Hardy. Wo der Captain (wie ihn seine Freunde nennen d�rfen, also nach drei�ig Sekunden auch ich) schon morgens um 9:00 Uhr das Schiffsuntergangsspiel spielte, sich langsam volllaufen lassen. Obwohl, so langsam eigentlich gar nicht. Der Mann muss Vorfahren aus der Thirst Nation haben. Tja, � propos Schiffsuntergang, der Captain erz�hlte mir noch, dass die F�hre, die bis zum vergangenen Jahr die Route befahren habe, gesunken sei. Weil, so wollten es die Ger�chte, der Kommandant, durch oralen Geschlechtsverkehr abgelenkt, gegen eine Klippe gerauscht sei. Nat�rlich hat Captain Martin das etwas drastischer formuliert, "he just got a blow job when she went down. I mean, nice if you get your dick sucked, but a pity if two other people die when the ship goes down." Diese offene Sprache ist sicher einer der Aspekte, mit denen Kanada in der Tourismuswerbung besonders punkten kann. Gerade wenn es darum geht, kasachische Touristen einzuwerben.
Zehnte Grundregel f�r einen erfolgreichen Kanadaurlaub:
Niemals irgendwohin gehen, immer fahren! Das gilt insbesondere f�r drive-in-Schalter. Als ich in Vancouver am sp�ten Abend vom Hotel zum drive-in-Schalter des benachbarten Burgerking spazierte, wurde mir beschieden, Fu�g�nger bediene man an diesem Schalter nicht. Das bringe nur alles und alle durcheinander. Ich wies noch h�flich darauf hin, dass andere Kunden, mit denen ich durcheinandergebracht werden k�nnte, um diese Zeit gar nicht mehr vorhanden seien - sieht man von den Kanalh�rnchen ab, die neben mir friedlich von den weggeworfenen Burgern �sten. Auch seien alle anderen Schalter nachts ja geschlossen, so dass ich nur am drive-in-Schalter bedient werden k�nne. Ja, schon, aber dann m�sse ich eben mit dem Wagen wieder kommen, war die Antwort. Da ist eben der Burger und nicht der Kunde K�nig. Und Fast Food war wieder einmal nur "fast Essen". Ob die alle aus Vancouvers Konservatorium kommen? Vom Namen her k�nnte es passen� |
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